Veranstaltungsarchiv
- Montag, 09. März 2020 - 19:30Kategorien: Eintritt frei, Kooperation, Dokumentarfilm, Film, Archiv, attac Celle, Diskussion, Moderation, OmdU, europaeischer Film, Frankreich, 2020, alle Veranstaltungen anzeigen, im Rahmen von politischer BildungLinks, rechts, militant, staatszerstörend, chaotisch – das Bild der „Gilets jaunes“ in der Presse ist diffus, aber oft negativ. Jeder stellt die „Gelbwesten“ in eine andere Ecke. Die Verwirrung ist groß. Aber niemand kann die Geschichte glaubhafter erzählen als die Aktivist*innen selbst. Jetzt gibt es Gelegenheit, den Film zu sehen, in dem sich die Gelbwesten selbst portraitieren. Ein Film, der bereits über 175.000 Zuschauer in Frankreich durch seine Menschlichkeit, Genauigkeit und Sensibilität begeistert hat! "J'veux du soleil" (dt: 'Ich möchte in der Sonne stehen') Dokumentarfilm von Francois Ruffin über die französischen Gelbwesten.
- Freitag, 06. März 2020 - 20:30Kategorien: Cesar-Filmpreis, Komoedie, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, Frankreich, Constantin, 2020, Scope„So kann es mit den Eltern einfach nicht weitergehen!“, denkt sich Maxime (Michaël Cohen). Sein Vater Victor (Daniel Auteuil) wird zunehmend zu einer Nervensäge, die mit sich, der Welt und dem Alter über Kreuz liegt. Seine Frau Marianne (Fanny Ardant) ist das genaue Gegenteil. Victors ewige schlechte Laune wird ihr schließlich zu viel. Sie setzt ihn kurzerhand vor die Tür. Victor braucht definitiv Hilfe! Und Maxime hat eine Idee. Sein Freund Antoine (Guillaume Canet) hat eine Firma, „Time Travellers“, die gut betuchten Kunden ermöglicht, in einem raffiniert eingerichteten Filmstudio in eine Zeit ihrer Wahl zu reisen. Victor willigt ein. Er entscheidet sich für das Jahr 1974, den exakten Tag, an dem er sich in seine Frau Marianne verliebt hatte. Anfangs skeptisch, lässt er sich immer mehr in den Bann der Erinnerungen ziehen. Und die Kulisse aus Neonlichtern, Schlaghosen und Zigarettenrauch wird zu einer Reise, in der die betörende Schauspielerin Margot (Doria Tillier) die Grenze zwischen damals und heute verschwimmen lässt …
- Freitag, 28. Februar 2020 - 20:30Kategorien: Europaeischer Filmpreis, Cesar-Filmpreis, Oscarnominierung, Golden-Globe-Nominierung, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, Cannes - Grosser Preis der Jury, Frankreich, Central, 2020, ScopeLadj Ly schickt in seinem Spielfilmdebüt einen Provinzpolizisten in den sozialen Brennpunkt einer Pariser Vorstadt, wo er unmittelbar Ausschreitungen und den Machtkampf zwischen Gangs und Staatsgewalt erlebt. Packendes, authentisches Drama und Frankreichs Oscar-Kandidat: »Les Misérables« - Frankreichs Oscarkandidat über die Gewalt zwischen Gangs und Polizei in einem Pariser Vorort spielt gekonnt mit Bezügen auf Victor Hugos »Les Misérables«
- Freitag, 21. Februar 2020 - 20:30Kategorien: Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, Frankreich, Studiocanal, 2020, Scope, SozialkomoedieImmer wieder zieht Joseph die Notbremse. Und immer wieder sagen sie ihm, er solle das lassen. Die Sozialarbeiter Bruno und Malik (Vincent Cassel, Reda Kateb) bringen viel Geduld auf für jugendliche Autisten, für Verweigerer, Problemfälle und Notbremsenzieher. Doch in Zeiten von Rationalisierung und Effizienz finden sie dafür immer weniger Verständnis. Ein sozialkritisches Lehrstück ist der neue Film des "Ziemlich beste Freunde"-Duos Olivier Nakache und Éric Toledano zum Glück aber nicht, dafür macht er zu viel Spaß, ist gefühlvoll und mitreißend. (Josef Grübl - Süddeutsche Zeitung)
- Donnerstag, 13. Februar 2020 - 19:00Kategorien: Oscar, NY Critics Circle Award, Eintritt frei, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, Filmklassiker, Filmkunst, National Board of Review, Italien, Schwarz-Weiß-Film, 2020, Flat, alle Veranstaltungen anzeigenDer Name achteinhalb ist inspiriert von dem gleichnamigen Film Federico Fellinis aus dem Jahre 1962. „Otto e mezzo (achteinhalb)“ handelt über die Schaffenskrise eines Filmregisseurs. Es war der 8 ½ Film des Regisseurs Fellini (einen seiner vorherigen Filme hatte er in Co-Regie produziert). Auch Fellini musste für sein Filmprojekt einen Namen finden. Der Arbeitstitel des Films während der Produktion hieß „la bella confusione“; der französische Filmtheoretiker Christian Metz schrieb: „8½ ist der Film, in dem 8½ entsteht“. All dies passte gut zum Celler Kinoprojekt: Wir waren ursprünglich acht Aktivisten (und mindestens ein halber, der unterstützte, war stets im Hintergrund dabei), wir verfügten über kein programmatisches Konzept oder andere inhaltliche Zielvorstellungen, sondern alles war „work in progress“, war improvisiert – und wir fingen erst mal an, Filme zu zeigen und zu sehen, was sich entwickelt. Der Name sollte daher nicht vorgeben, was man vorhat, sondern das, was man tut, sollte dem Namen seinen Inhalt verleihen. Der Beginn der Kinoabende wurde folgerichtig auf 20.30 Uhr gelegt, der Eintritt betrug seinerzeit 8,50 DM (was laut Inflationsrechner heutzutage ca. 7,50 Euro entsprechen würde).
- Dienstag, 04. Februar 2020 - 15:30Ort: Alte Exerzierhalle am Neuen Rathaus Kategorien: Golden-Globe-Nominierung, Kooperation, Film, Archiv, Spielfilm, Seniorenkino, europaeischer Film, Biopic, England, DCM, 2020, Scope, eigener Text, Seniorenbeirat der Stadt Celle, alle Veranstaltungen anzeigenEigener Text Kino achteinhalb: Der gebürtige Engländer Stan Laurel (1895 – 1965) und der US-Amerikaner Oliver Hardy (1892 – 1957) bildeten in den dreißiger Jahren das beliebteste Komiker-Duo der Welt. Ihren letzten Film drehten sie 1951 – ihren vorletzten 1945. Sechzig Jahre alt und weitestgehend in Vergessenheit geraten begeben sie sich 1953 auf eine strapaziöse, achtmonatige Tour durch Großbritannien, in der sie ihre Sketche live auf der Bühne spielen und versuchen, an alte Erfolge anzuknüpfen. Zu Beginn ihrer Tour kreuz und quer durchs Land sind die Zuschauerräume enttäuschend leer. Doch nach einigen Wochen beginnt der Funke auf ihr Publikum überzuspringen. Es gelingt ihnen durch den Charme und die Brillanz ihrer Aufführungen, alte Fans zurückzugewinnen und neue zu begeistern: Die Tour wird zu einem Riesenerfolg vor ausverkauften Sälen in den renommiertesten Theatern des Landes. Doch gesundheitliche Probleme und jahrelang unausgesprochene Kränkungen belasten den weiteren Verlauf der Tour. – Ein im besten Sinne anrührender Film, der einem die besondere Komik des Duos nahebringt und in dem Steve Coogan und John C. Reilly als Stan & Ollie brillieren. ––––––– Manch einer verwechselt den Humor von Stan & Ollie mit Slapstick. Zu Beginn des Stummfilms betätigten sich viele Leinwandkomiker im Slapstick. Dort wurde eine brachiale, körperbetonte (Prügeleien, Verfolgungsjagden, Tortenschlachten) aber auch anarchistische Komik zelebriert – wobei nicht wenige Lacher aus Schadenfreude resultierten. Dieser körperbetonte Humor war aber nicht der von Stan & Ollie. Klassisch für Laurel & Hardy ist z. B. "Wie du mir, so ich dir": Das im Original "Tit for tat" genannte Stilmittel wird immer wieder neu variiert, indem die beiden sich gegenseitig Schaden zufügen und dieses jeweils mit einer stoischen Fassung über sich ergehen lassen, bevor sie zum Gegenschlag ausholen. ––––––– Die meisten kennen "Stan & Ollie" sicherlich als "Dick & Doof": 1973 bis 1986 lief im ZDF "Väter der Klamotte" und von 1975 bis 1979 "Männer ohne Nerven". In beiden Formaten wurden Kurzfilme aus dem Genre Slapstick präsentiert – das Ganze lebte vor allem von den eingesprochenen Kommentaren des großartigen Kabarettisten Hans Dieter Hüsch. Dort wurden die beiden als "Dick & Doof" präsentiert. –––– In dem Zusammenhang möchten wir an ein weiteres Komikerduo erinnern, das zu dieser Zeit auch seinen festen Sendeplatz im ZDF hatte und ebenfalls von Hans Dieter Hüsch kommentiert wurde: die beiden Dänen Pat & Patachon. Pat (Carl Schenenstrom) und Patachon (Harald Madsen) waren zwischen 1921 und 1940 Europas beliebtestes Komikerpaar. Regisseur Lau Lauritzen schuf das Duo nach dem Vorbild „Don Quichotte und Sancho Pansa“. - 19/73.669
- Freitag, 31. Januar 2020 - 20:30Kategorien: Komoedie, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, Frankreich, Neue Visionen, 2020, Scope, alle Veranstaltungen anzeigen, SEWer war's? In dieser Krimikomödie geht ein Literaturkritiker auf die Suche nach dem wahren Autor eines zufällig entdeckten Meisterwerks In dieser konventionell inszenierten Adaption wird anhand der Suche eines Literaturkritikers nach einem Autor auf amüsante Weise Aspekte rund um die Beziehung zwischen Buch und Leser abgehandelt: Ein snobistischer Literaturkritiker aus Paris will unbedingt aufdecken, dass der posthum erschienene Erfolgsroman eines bretonischen Pizzabäckers von einem Ghostwriter geschrieben wurde. Gemeinsam mit der Tochter des Toten begibt er sich in der französischen Provinz auf Spurensuche. Der komödiantische Krimi sitzt im Spanungsfeld zwischen den Generationen und Geschlechtern vielen falschen Fährten auf, ist kurzweilig, aber auch etwas bieder inszeniert, und handelt davon, wie Literatur und Leben einander wechselseitig beeinflussen. - Ab 14. Komödiantischer Krimi, in dem ein snobistischer Literaturkritiker aus Paris einen posthum erschienenen Erfolgsroman als Werk eines Ghostwriters enttarnen will. -- 26. Mai
- Freitag, 24. Januar 2020 - 20:30Eine Übersetzerin im Hauptquartier des britischen Geheimdienstes sorgt 2003, kurz vor Ausbruch des Irakkrieges, dafür, dass ein geheimes Memo des US-Geheimdienstes NSA bei der Tageszeitung „The Observer“ landet. Bald darauf gerät sie in Verdacht, der fieberhaft gesuchte Whistleblower zu sein. Die spannende Mischung aus Spionage- und Gerichtsfilm fußt auf dem wahren Fall der Katharine Gun und unterstreicht die Bedeutung von Whistleblowern für die Demokratie. In der Hauptrolle (Keira Knightley) vielschichtig gespielt. Film & Kunst: Zeit für Zivilcourage: Den Irakkrieg 2003 wollte eine britische Agentin verhindern, indem sie ein verräterisches Dokument an die Presse gab. Keira Knightly spielt beeindruckend subtil; Regisseur Gavin Hood inszeniert schnörkellos spannend. - 7/42509
- Freitag, 08. November 2019 - 20:30Kategorien: Stefan, Komoedie, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, Frankreich, Piffl, 2019, Scope, SEVier Sozialarbeiterinnen betreiben in einer grauen und von Armut geprägten Provinzstadt im Norden Frankreichs ein Tagesheim für obdachlose Frauen und setzen sich dafür ein, dass die Besucherinnen eine warme Dusche, ein warmes Essen, ein wenig menschliche Zuwendung und die notwendige Berufsorientierung erhalten. Aber wegen angeblich zu geringer Wiedereingliederungsquoten hat die Gemeinde beschlossen, die Einrichtung zu schließen. Daraufhin üben sich die Sozialarbeiterinnen in zivilem Ungehorsam und führen das Heim heimlich in einem Versteck weiter, damit „ihre Mädchen“ dort übernachten können, während sie tagsüber üben, selbstbewußte Mitglieder der Gesellschaft zu werden. Mit einer bunten Besetzung landete Regisseur Louis-Julien Petit einen Überraschungserfolg, der über eine Million Zuschauer/innen in die französischen Kinos lockte. Ein Teil der Rollen ist mit Frauen besetzt, die tatsächlich auf der Straße leben. ============================================================= In einer nordfranzösischen Stadt soll ein Tageszentrum für obdachlose Frauen wegen angeblicher Ineffektivität geschlossen werden. Die Sozialarbeiterinnen setzen deshalb alles daran, um ihren Schützlingen doch noch einen Weg zurück in die Gesellschaft zu ebnen und wecken tatsächlich den lange unterdrückten Willen zum Aufbruch. Herzliche, flott und pointiert inszenierte Sozialkomödie, deren überwiegend von Laien gespielte Figuren eine große Wahrhaftigkeit ausstrahlen. Nachdrücklich sensibilisiert der Film für die Aufmerksamkeit gegenüber Ausgegrenzten und würdigt zugleich Einsatz, Mut und Kreativität der Sozialhelferinnen. – Sehenswert ab 12.
- Freitag, 01. November 2019 - 20:30Kategorien: Kooperation, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, Biopic, Historienfilm, Schweiz, Schweizer Filmpreis, W-Film, 2019, ScopeZürich 1519. Unerschrocken nutzt der junge Ulrich Zwingli (Max Simonischek) seine Wahl zum Priester am ehrwürdigen Großmünster, um gegen die Missstände in der Stadt und in der Kirche zu predigen. Heftige Diskussionen entbrennen! Im Namen von Papst und Kaiser verlangt der Bischof von Konstanz schließlich Zwinglis Verhaftung. Als sich der Rat der Stadt nach einem öffentlichen Streitgespräch zwischen Zwingli und einem Abgesandten des Bischofs überraschend an die Seite des Rebellen stellt, kommt es zu weiteren Machtkämpfen. Und während Zwinglis Thesen einen Bürgerkrieg auszulösen drohen, zieht es die gottesfürchtige Witwe Anna (Sarah Sophie Meyer) immer mehr in den Bann dieses außergewöhnlichen Mannes. Stefan Haupt gelang ein differenzierter und authentischer Film über Huldrych Zwingli, der einfühlsam Geschichte und Privatleben verbindet. (Rudolf Worschech im evangelischen Filmmagazin EPD)
- Dienstag, 22. Oktober 2019 - 19:30Kategorien: Stefan, Berlinale-Baer, FIPRESCI-Preis, Nominierung Europaeischer Filmpreis, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, tmdU, Grandfilm, 2019, Scope, IsraelYoav hat keinen guten Start in Paris. Die Wohnung, an deren Tür er klopft, ist leer. Als er dort ein Bad nimmt, werden seine Sachen gestohlen. Dabei ist der junge Israeli mit höchsten Erwartungen hierher gekommen. Er will so schnell wie möglich seine Nationalität loswerden. Israeli zu sein, ist für ihn eine Belastung, seine Landsleute nerven ihn ebenso wie die Besuche auf der israelischen Botschaft. Franzose zu werden hingegen bedeutet für ihn die Erlösung. Um seine Herkunft auszulöschen, versucht Yoav die Sprache zu ersetzen. Kein hebräisches Wort soll mehr über seine Lippen kommen, stattdessen setzt er alles daran, sein Französisch zu vervollkommnen. Das Wörterbuch wird zum ständigen Begleiter auf seinen ziellosen Streifzügen durch Paris. Halt findet er scheinbar bei Caroline und Emile, einem jungen französischen Paar, mit dem er sich anfreundet. Doch ihr Interesse an seiner Person scheint nicht ganz selbstlos zu sein...
- Montag, 21. Oktober 2019 - 19:30Kategorien: Stefan, Dokumentarfilm, Film, Archiv, Demokratie leben, OmdU, europaeischer Film, Musikdokumentation, Frankreich, Filmagentin, 2019, ScopeReggae wurde von der UNESCO im November 2018 zum Weltkulturerbe erklärt. An deren Sitz in Paris wurde jetzt ein Dokumentarfilm über die lebenden Legenden von Inna de Yard vorgestellt. –––––––––––– "Manche Länder haben Diamanten, manche haben Öl, wir haben Reggae-Musik!" verkündet einer der Musiker im wuchernd grünen Garten mit Blick auf Kingston. In seiner neuesten dokumentarischen Expedition lässt der britische Spielfilmregisseur Peter Webber (Das Mädchen mit dem Perlenohrring) ergraute Reggae-Veteranen musikalisch und erzählerisch zu Wort kommen, was manchmal auch dasselbe ist. Die Vorbereitungen zum großen, generationsübergreifenden Revival-Festival sind der Rahmen, in dem aus Gesprächen, Archivaufnahmen von Studiosessions und Konzerten Lebensgeschichten und Musikhistorie erklingen. Zwischen existenzieller Armut, Diskriminierung und musikalischem Groove fängt der Film den marihuanageschwängerten Spirit des Reggae ein. Von Anke Sterneborg (Süddeutsche Zeitung)
- Freitag, 18. Oktober 2019 - 20:30Kategorien: Stefan, Komoedie, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, Liebesfilm, Coming of Age, Sommerkomoedie, Frankreich, Central, 2019, ScopeEine 17-jährige Schülerin aus Paris verbringt die Sommerferien bei ihrer ein Jahr jüngeren Cousine in Cannes und genießt es, mit ihren lasziven Reizen reiche Männer auf sich aufmerksam zu machen. Das stiftet auch die stillere Verwandte zu einem offensiveren Verhalten an, die sich ihr auch äußerlich immer mehr annähert. Der nur oberflächlich freizügige Film konfrontiert mit einer Reihe komplexer Figuren, deren Beziehungen untereinander ambivalent bleiben. Im Spiel mit Blicken, Rollenbildern und scheinbaren Abhängigkeitsverhältnissen etabliert die Inszenierung eine Projektionsfläche, an der sich unterschiedliche Formen von Begehren realisieren und als Wechselspiel persönlicher Freiheit sichtbar werden. – Sehenswert – ab 16.
- Dienstag, 01. Oktober 2019 - 15:30Kategorien: Komoedie, Kooperation, Film, Archiv, Spielfilm, Seniorenkino, Filmreihe, europaeischer Film, England, Filmagentin, 2019, Scope, Seniorenbeirat der Stadt CelleEin Buchhalter in der Midlife-Krise erfährt Beistand im Kreise einer Männer-Wasserballett-Gruppe. Regisseur Parker erfüllt seine Geschichte mit großer Herzenswärme und erfreulich klischeefreien Bildern von Männern, die Gefühle nicht nur haben, sondern auch zeigen dürfen: »Swimming with Men«
- Freitag, 13. September 2019 - 20:30Kategorien: Stefan, Nominierung Europaeischer Filmpreis, Komoedie, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, tmdU, Filmagentin, 2019, Flat, IsraelEin intelligenter Kommentar zu den israelisch-palästinensischen Beziehungen vor dem Hintergrund einer fiktionalen Soap. Salam, ein charmanter dreißigjähriger Palästinenser, lebt in Jerusalem, arbeitet jedoch als Praktikant für die äußerst beliebte palästinensische Soap Tel Aviv on Fire in Ramallah. Auf dem Weg zur Arbeit im Fernsehstudio muss Salam jeden Tag einen israelischen Kontrollpunkt passieren. Eines Tages trifft er dabei auf den Armeeoffizier Assi, dessen Frau ein Riesenfan der Sendung ist. Um sie zu beeindrucken drängt Assi Salam dazu einige seiner eigenen Ideen in die Soap einfließen zu lassen und den Plot zu ändern. Salam merkt schnell, dass Assis Ideen ihm selbst eine Beförderung zum Drehbuchautor einbringen könnten. Dank Assis Ideen beschleunigt sich Salams Karriere zusehends, bis dass Assis Idee wie die Soap enden soll dramatisch von den Vorstellungen der Geldgeber der Sendung abweicht. Unter dem beidseitigen Druck des israelischen Offiziers und der arabischen Finanziers, sieht Salam sich in einer ausweglosen Situation gefangen aus der ihn nur ein letzter Geniestreich retten kann.
- Dienstag, 10. September 2019 - 19:30Kategorien: 1SE, Eintritt frei, Kooperation, Dokumentarfilm, Film, Archiv, attac Celle, Demokratie leben, Diskussion, Moderation, europaeischer Film, wehrhafte Demokratie staerken - Ausgrenzung entgegentreten, Preis der Oekumenischen Jury, Oesterreich, tmdU, 2019Im Vergleich zu Wind, Wetter und Gezeiten werden Jahr für Jahr fast dreimal mehr Sand, Steine und Felsen durch die Maschinen der Menschen bewegt, die mit rabiater Gewalt den Planeten umgraben, ausbeuten, roden oder versiegeln. Mit schneidend scharfen Bildern protokolliert der Dokumentarfilm die Zerstörung des Globus, die rational kaum mehr gerechtfertigt werden kann. Auch die Interviews mit Arbeitern, Ingenieuren und Wissenschaftlern fördern eine fatale Resignation zu Tage, da weder der Einzelne noch die Gesellschaften dieser Dynamik einer sich verselbständigten Ausbeutung Einhalt gebieten kann. – Karsten Munt für den Filmdienst
- Freitag, 06. September 2019 - 20:30Kategorien: Cesar-Filmpreis, Komoedie, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, Frankreich, Studiocanal, 2019, ScopeEin depressiver Mann ohne Arbeit schließt sich einer Synchronschwimmer-Gruppe an. Als die vom Leben nicht verwöhnten Männer an der Weltmeisterschaft teilnehmen wollen, erweist sich das ehrgeizige Ziel als enorme Herausforderung, aber auch als Startschuss für ihr Zusammenwachsen. Die einfallsreiche, leicht melancholische Ensemble-Komödie begegnet ihren sorgfältig konturierten Figuren mit Ernst, Sympathie und Mitgefühl. Eine einfühlsame Inszenierung und überzeugende Darsteller sorgen für eine außergewöhnliche Anteilnahme an dem Plot, der mit abwechslungsreichem Humor von der Entdeckung neuen Lebensmutes erzählt.
- Freitag, 30. August 2019 - 20:30Kategorien: Oscarkandidat, Nominierung Europaeischer Filmpreis, Golden-Globe-Nominierung, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, Filmkunst, Cannes - Bester Darsteller, Spanien, Studiocanal, 2019, Flat, unser Film des Monats, International Cinephile Society AwardsEin Filmregisseur wird durch die Wiederaufführung seines letzten Werkes, nach dem er vor 32 Jahren das Filmemachen an den Nagel hängte, mit seiner Vergangenheit konfrontiert. In der Auseinandersetzung mit seiner Kindheit, den wilden Jahren der „movida“ in Madrid und der gegenwärtigen Stagnation seines Lebens findet er in einer Mischung aus Zufall und Eigensinn, Widerstand und dem Beistand guter Freunde einen versöhnlichen Neuanfang. Die autobiografisch grundierte Fiktion von Pedro Almodóvar spielt mit Werk und Biografie des Regisseurs, verzichtet zugunsten einer verhaltenen, fast melancholischen Reflexion über Krankheit, Erinnerung und das Altern aber auf wilde Handlungssprünge oder grotesk überzeichnete Emotionen. (Wolfgang Hamdorf / Filmdienst) –––––––– Regisseur Salvador Mallo entdeckte schon früh seine Leidenschaft für das große Kino und die Geschichten, die es erzählt. Aufgewachsen im Valencia der 60er Jahre, aufgezogen von seiner liebevollen Mutter, die sich ein besseres Leben für ihn wünscht, zieht es ihn in den 80er Jahren nach Madrid. Dort trifft er auf Federico, eine Begegnung, die sein Leben von Grund auf verändern wird. Gezeichnet von seinem exessiven Leben blickt Salvador jetzt auf die Jahre zurück, in denen er als Regisseur große Erfolge feierte, schmerzliche Verluste hinnehmen musste, aber auch zu einem der innovativsten und erfolgreichsten Filmschaffenden in Spanien wurde. Durch die Reise in seine Vergangenheit und die Notwendigkeit diese zu erzählen, findet Salvador den Weg in ein neues Leben….
- Freitag, 23. August 2019 - 20:30Kategorien: Heike, Komoedie, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, Frankreich, Concorde, 2019Krimikomödie um drei Arbeiterinnen einer nordfranzösischen Konservenfabrik, die sich nach dem gewaltsamen Ableben ihres übergriffigen Chefs angesichts seiner prallen Geldtasche plötzlich reich wähnen. Allerdings geraten die drei nicht nur ins Visier der Polizei, sondern müssen sich auch einer belgischen Gangster-Truppe und deren französischen Mittelsmanns erwehren. Der selbstbewusste Debütfilm glänzt mit wunderbaren Bildideen, sprühendem Wortwitz, einer souveränen feministischen Haltung und gutem Gespür für Rhythmus, Timing und Slapstick. Hinzu kommen drei umwerfend komische Hauptdarstellerinnen, die sich perfekt ergänzen.
- Freitag, 16. August 2019 - 20:30Kategorien: Stefan, Nominierung Europaeischer Filmpreis, Komoedie, Screwball-Komoedie, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, Frankreich, Filmagentin, 2019, FlatWährend ein französischer Verleger damit beschäftigt ist, sein Unternehmen den digitalen Zeiten anzupassen, greift einer seiner Autoren auf das bewährte Konzept zurück, vergangene Liebschaften für ein neues Buch zu verarbeiten. Eine seiner Romanfiguren besitzt denn auch eine gewisse Ähnlichkeit mit der Frau des Verlegers (Juliette Binoche). Zwischen diesen und weiteren Figuren spannt sich ein recht bewegliches Beziehungsgeflecht mit doppeltem Boden. Der kurzweilige Film vermisst auf höchst debattierfreudige Weise den durch die Digitalisierung herausgeforderten Pariser Literaturbetrieb. So spielt der Film ebenso vergnüglich wie elegant auch auf die Umbrüche der Kinolandschaft an. – Esther Buss für den Filmdienst
- Freitag, 14. Juni 2019 - 20:30Kategorien: Golden-Globe-Nominierung, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, Biopic, England, DCM, 2019, Scope, eigener TextEigener Text Kino achteinhalb: Der gebürtige Engländer Stan Laurel (1895 – 1965) und der US-Amerikaner Oliver Hardy (1892 – 1957) bildeten in den dreißiger Jahren das beliebteste Komiker-Duo der Welt. Ihren letzten Film drehten sie 1951 – ihren vorletzten 1945. Sechzig Jahre alt und weitestgehend in Vergessenheit geraten begeben sie sich 1953 auf eine strapaziöse, achtmonatige Tour durch Großbritannien, in der sie ihre Sketche live auf der Bühne spielen und versuchen, an alte Erfolge anzuknüpfen. Zu Beginn ihrer Tour kreuz und quer durchs Land sind die Zuschauerräume enttäuschend leer. Doch nach einigen Wochen beginnt der Funke auf ihr Publikum überzuspringen. Es gelingt ihnen durch den Charme und die Brillanz ihrer Aufführungen, alte Fans zurückzugewinnen und neue zu begeistern: Die Tour wird zu einem Riesenerfolg vor ausverkauften Sälen in den renommiertesten Theatern des Landes. Doch gesundheitliche Probleme und jahrelang unausgesprochene Kränkungen belasten den weiteren Verlauf der Tour. – Ein im besten Sinne anrührender Film, der einem die besondere Komik des Duos nahebringt und in dem Steve Coogan und John C. Reilly als Stan & Ollie brillieren. ––––––– Manch einer verwechselt den Humor von Stan & Ollie mit Slapstick. Zu Beginn des Stummfilms betätigten sich viele Leinwandkomiker im Slapstick. Dort wurde eine brachiale, körperbetonte (Prügeleien, Verfolgungsjagden, Tortenschlachten) aber auch anarchistische Komik zelebriert – wobei nicht wenige Lacher aus Schadenfreude resultierten. Dieser körperbetonte Humor war aber nicht der von Stan & Ollie. Klassisch für Laurel & Hardy ist z. B. "Wie du mir, so ich dir": Das im Original "Tit for tat" genannte Stilmittel wird immer wieder neu variiert, indem die beiden sich gegenseitig Schaden zufügen und dieses jeweils mit einer stoischen Fassung über sich ergehen lassen, bevor sie zum Gegenschlag ausholen. ––––––– Die meisten kennen "Stan & Ollie" sicherlich als "Dick & Doof": 1973 bis 1986 lief im ZDF "Väter der Klamotte" und von 1975 bis 1979 "Männer ohne Nerven". In beiden Formaten wurden Kurzfilme aus dem Genre Slapstick präsentiert – das Ganze lebte vor allem von den eingesprochenen Kommentaren des großartigen Kabarettisten Hans Dieter Hüsch. Dort wurden die beiden als "Dick & Doof" präsentiert. –––– In dem Zusammenhang möchten wir an ein weiteres Komikerduo erinnern, das zu dieser Zeit auch seinen festen Sendeplatz im ZDF hatte und ebenfalls von Hans Dieter Hüsch kommentiert wurde: die beiden Dänen Pat & Patachon. Pat (Carl Schenenstrom) und Patachon (Harald Madsen) waren zwischen 1921 und 1940 Europas beliebtestes Komikerpaar. Regisseur Lau Lauritzen schuf das Duo nach dem Vorbild „Don Quichotte und Sancho Pansa“.
- Freitag, 31. Mai 2019 - 20:30Kategorien: Oscarnominierung, Golden-Globe-Nominierung, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, Biopic, Kuenstlerportraet, Satellite Award, Schweiz, tmdU, DCM, 2019, ScopeDer Maler Julian Schnabel hat einen Film über den Maler Vincent van Gogh gemacht, der weitab von den Konventionen herkömmlicher Künstlerbiografien tief in die Persönlichkeit van Goghs eintaucht, um die fieberhafte Entstehung von dessen Bildern und die Andersartigkeit seines Wesens als Künstler auszuloten. Die Bewegungen der Handkamera scheinen dabei mit den hektischen Pinselstrichen des Malers geradezu eins zu werden. Auch dank der intensiven Leistung des Hauptdarstellers gelingt der Sprung von einer respektvollen Lebensgeschichte zu einem ekstatischen, in spirituelle Dimensionen vordringenden Porträt. - Sehenswert ab 14
- Freitag, 24. Mai 2019 - 20:30Kategorien: Stefan, Europaeischer Filmpreis, Cannes - Un Certain Regard, Oscarnominierung, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Schweden, Central, 2019, ScopeDer Film von Ali Abbasi nach einem Drehbuch von John Ajvide Lindqvist (»So finster die Nacht«) war die große Entdeckung in Cannes 2018, wo er den Hauptpreis der Sektion »Un certain regard« erhielt. Border erhielt jeweils 5 von 5 Sterne von den beiden Kinofachzeitschriften Filmdienst und EDP-Film. Das passiert maximal zwei- dreimal im Jahr – in manchen Jahren auch gar nicht. ––––––––––––––––––––––– Eine durch einen angeblichen Chromosomenfehler als Außenseiterin stigmatisierte schwedische Grenzbeamtin kann Scham, Angst und Wut riechen. Auf diese Weise macht sie Schmuggler ausfindig und bringt die Polizei auf die Spur eines Pädophilen-Rings. An der Grenze begegnet sie aber auch einem wesensverwandten Mann, der ihr ihre gemeinsame Herkunft enthüllt. Das grandiose Drama verwebt sozialen Realismus, Fantasy und skandinavische Mythologie zu einem zwitterhaften Werk, in dem aktuelle gesellschaftliche Debatten um Identität, Ausgrenzung und Rassismus anklingen. Ein im wahrsten Sinne des Wortes grenzüberschreitender Ausnahmefilm. – Sehenswert ab 16. (Esther Buss – Filmdienst)
- Freitag, 10. Mai 2019 - 20:30Kategorien: Stefan, Cesar-Filmpreis, Komoedie, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Literaturverfilmung, Prix Lumieres, Venedig - Goldener Loewe, Frankreich, Central, 2019, Scope, unser Film des Monats, eigener Text, Westerneigener Text Kino achteinhalb: Lassen Sie sich bitte nicht vom Genre "Western" abschrecken. Es ist auch ein französischer Western. Von Regisseur Jacques Audiard liefen im achteinhalb mit der "Der Geschmack von Rost und Knochen" und " Dämonen und Wunder" zwei tiefsinnige Filme. Werfen Sie einen Blick auf die Kritiken, Sie finden nicht eine, die dem Film nicht ihre Anerkennung zollt. Sehen Sie am besten die 4-minütige FAZ-Videokritik und die 6-minütige Kritik des ARD Kulturmagazins "ttt – titel, thesen, temperamente". – Schauspieler John C. Reilly sehen wir übrigens in 5 Wochen in "Stan & Ollie" wieder.
- Dienstag, 02. April 2019 - 15:30Kategorien: Komoedie, Kooperation, Film, Archiv, Spielfilm, Seniorenkino, europaeischer Film, Frankreich, Central, 2019, eigener Text, Seniorenbeirat der Stadt Celleeigener Text Kino achteinhalb: Bloß nicht vom deutschen Verleihtitel (Madame Aurora und der Duft von Frühling) abschrecken lassen. Diese vergnügliche „Coming-out-of-age“- Komödie wartet hinter der Fassade des französischen Feel-Good-Kinos mit einem überraschend realistischen Bild der Nöte einer Frau um die 50 auf. Die Wechselbäder des Lebens werden keineswegs auf die leichte Schulter genommen, jedoch mit viel Humor, Esprit und Optimismus gezeigt. Auroras Beziehungen zu ihren beiden Töchtern, zu ihrer besten Freundin sowie ihre Arbeit in einer Seniorinnen-WG weiten den Blick sogar zu einem Panorama weiblicher Probleme und Lösungsansätze dies- und jenseits eingespielter Muster und gesellschaftlich konformer Rollen.
- Dienstag, 05. März 2019 - 15:30Kategorien: Golden-Globe-Nominierung, Kooperation, Film, Archiv, Spielfilm, Seniorenkino, europaeischer Film, Literaturverfilmung, Italien, Concorde, 2019, Scope, Seniorenbeirat der Stadt CelleEin altes Ehepaar (gespielt von Helen Mirren und Donald Sutherland) entflieht der Fürsorge seiner erwachsenen Kinder, die den dementen Vater in einer Pflegeeinrichtung unterbringen wollen, und macht sich mit einem Campingbus auf eine Reise in den Süden der USA. Während die beiden für sie wichtige Orte aufsuchen, genießen sie ihre Zusammengehörigkeit, die durch immer größer werdende Gedächtnislücken des Mannes zu erodieren droht. Road Movie mit brillanten Hauptdarstellern, in dem die melancholische Reflexion übers Altern und Loslassen von humorvollen Momenten aufgelockert wird.
- Donnerstag, 21. Februar 2019 - 19:30Kategorien: Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, Literaturverfilmung, Oesterreich, Tobis, 2019, Scope, NSIn memoriam Bruno Ganz (* 22. März 1941 in Zürich; † 16. Februar 2019 in Au, Gemeinde Wädenswil im Kanton Zürich)
- Freitag, 15. Februar 2019 - 20:30Kategorien: Stefan, LUX-Filmpreis, Komoedie, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Island, Pandora, 2019, Scope, OekothrillerDie Isländerin Halla führt als Chorleiterin nach außen hin ein ruhiges Leben, kämpft aber im Geheimen als Umweltaktivistin gegen die lokale Aluminiumindustrie, um die Landschaft ihrer Heimat zu retten. Plötzlich erhält sie die Nachricht, dass sie ein Kind adoptieren darf. Bevor sie Mutter wird, möchte die Guerilla-Kämpferin noch ein Ding durchziehen, wobei Zwillingsschwester Asa ihr zu Hilfe kommt. Erlingssons kauziger Film beginnt als Thriller, entwickelt sich zunehmend zur Komödie und hat auch einige bewegende Momente. Ein echter Crowd-pleaser. (falter.at)
- Mittwoch, 13. Februar 2019 - 19:00Kategorien: Stefan, Eintritt frei, Kooperation, Dokumentarfilm, Film, Archiv, LiSt-Celle, Demokratie leben, Diskussion, Moderation, OmdU, europaeischer Film, wehrhafte Demokratie staerken - Ausgrenzung entgegentreten, Frankreich, 2019, deja-vu filmTransition in Ungersheim - wie eine kleine elsässische Stadt ihren eigenen Transformationsprozess in die Post-Öl-Ära in Gang setzt. Auf Initiative der Stadt Ungersheim startete 2009 ein partizipatives Demokratieprogramm mit dem Titel "21 Aktionen für das 21. Jahrhundert", das alle Aspekte des täglichen Lebens umfasst: Ernährung, Energie, Verkehr, Wohnen, Geld, Arbeit und Schule. "Autonomie" ist das Schlüsselwort des Programms, das darauf abzielt, die Nahrungsmittelproduktion zu verlagern, um die Abhängigkeit vom Öl zu verringern, die Energie-Bilanz und die Entwicklung erneuerbarer Energien zu fördern und die lokale Wirtschaft durch eine ergänzende Währung (den „Radis)“ zu unterstützen.
- Dienstag, 05. Februar 2019 - 15:30Kategorien: Kooperation, Screwball-Komoedie, Film, Archiv, Spielfilm, Seniorenkino, Filmreihe, europaeischer Film, Oesterreich, Filmagentin, 2019, Flat, Seniorenbeirat der Stadt CelleEin Vampir sucht 1932 in Wien die Praxis von Sigmund Freud auf, da er seines Daseins und seine 500 Jahre währende Ehe müde ist. Aus dem Zusammenprall zwischen „normaler“ Welt und Vampirwelt schlägt die Komödie wunderbar absurde Funken. Die stimmige Kombination von Psychoanalyse und Vampirismus entfaltet ein illustres Spiel um Identitäten und Projektionen und erzählt mit rasantem Wortwitz und raffinierten Wendungen eine gelungene Screwball-Comedy. Die Freunde der Sesamstraße werden unschwer erkennen, auf welche Art und Weise dieser Film von Graf Zahl inspiriert worden ist. Der ebenso kluge wie komische Film glänzt neben durchweg guten Schauspielerleistungen vor allem durch die selbstironische Performance Tobias Morettis.
- Freitag, 25. Januar 2019 - 20:30Die Bücher der schwedischen Schriftstellerin Astrid Lindgren handeln von glücklichen Kindheiten und heilen Welten – und kamen dabei immer ohne Kitsch aus. Von Lindgrens schwierigen Anfängen als ledige Mutter im Schweden der 1920er Jahre wissen nicht viele. Als Praktikantin bei der kleinen Ortszeitung verliebt Astrid sich in den Chefredakteur der Zeitung und wird von ihm schwanger. Pernille Fischer Christensen hat diesw prägenden Jahre der Autorin inszeniert.In der Verkörperung der jugendlichen Astrid Lindgren durch Alba August werden der Optimismus der Bücher und ihre Originalität lebendig.
- Freitag, 18. Januar 2019 - 20:30Kategorien: Komoedie, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, Frankreich, Central, 2019, ScopeEin schönes kleines Genrestück aus Frankreich, melancholisch und boshaft, manchmal chaotisch und überdreht. Das Genre ist das Jaoui-Bacri-Kino. Filme, die das Paar Agnès Jaoui und Jean-Pierre Bacri zusammen machen, seit "Lust auf Anderes" vor fast zwanzig Jahren, sie schreiben das Drehbuch und spielen (für und gegen einander) und Jaoui inszeniert. Als TV-Produzentin weiht sie ihr Haus auf dem Land ein, Bacri ist einer ihrer Starmoderatoren. Es gibt alle möglichen Probleme, die alten - Nachbarn, die sich über den Lärm beschweren - und neue - die schreckliche Selfiesucht. Auch den Leiden eines Chauffeurs wird wieder gebührende Aufmerksamkeit gewidmet. (Fritz Götzler - Süddeutsche Zeitung)
- Freitag, 11. Januar 2019 - 20:30Kategorien: Stefan, Europaeischer Filmpreis, NY Critics Circle Award, Oscarnominierung, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Liebesfilm, Historienfilm, Cannes - Beste Regie, National Board of Review, tmdU, Neue Visionen, 2019, Polen, Academy (4:3 =1.37:1)Aus dem Presseheft: COLD WAR – DER BREITENGRAD DER LIEBE ist den Eltern (Zula und Wiktor) des Regisseurs Paweł Pawlikowski gewidmet, nach denen die Protagonisten benannt sind. Der echte Wiktor und die echte Zula starben 1989 kurz vor dem Fall der Berliner Mauer. Sie hatten die letzten 40 Jahre zusammen ver- bracht, trennten und fanden sich immer wieder, sich ge- genseitig jagend und bestrafend auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs. „Sie beide waren starke, wunderbare Menschen, aber als Paar eine unendliche Katastrophe“, erinnert sich Pawlikowski. Obwohl das fiktive Paar im Detail ganz anders ist als das echte, überlegte Pawlikowski seit fast einem Jahrzehnt, wie er die Geschichte seiner Eltern erzählen kann. Wie kann das ganze Hin und Her erzählt werden? Wie sollte man mit dem ausgedehnten Zeitraum umgehen? „Ihr Leben hatte keine dramatische Form“, sagt er, „obwohl meine Eltern und ich uns sehr nahe standen – ich war ihr einziges Kind – je mehr ich an sie dachte, desto weniger verstand ich sie.“ Trotz der Schwierigkeiten versuchte er weiterhin, das Geheimnis ihrer Beziehung zu ergründen. „Ich habe lange gelebt und viel gesehen, aber die Ge- schichte meiner Eltern hat alles andere in den Schatten gestellt. Sie waren die interessantesten dramatischen Fi- guren, die mir je begegnet sind.“ Um den Film zu realisieren, konnte er ihn nicht ausdrück- lich als die Geschichte seiner Eltern bezeichnen. Die Ge- meinsamkeiten sind allerdings eindeutig: „temperament- volle Unvereinbarkeit, nicht in der Lage sein, zusammen zu sein und dennoch Sehnsucht haben, wenn man ge- trennt ist; die Schwierigkeit des Lebens im Exil, sich selbst in einer anderen Kultur treu bleiben; die Schwierigkeit, in einem totalitären Regime zu leben, sich anständig zu verhalten trotz der Versuchungen, es nicht zu tun.“ Das Ergebnis ist eine starke, mitreißende Geschichte, die, wie Pawlikowski es ausdrückt, von seinen Eltern inspiriert ist. „Eine komplizierte und zerrissene Liebe.“
- Freitag, 07. Dezember 2018 - 20:30Kategorien: 1SE, Nominierung Europaeischer Filmpreis, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Migration, Filmkunst, Cannes - Bestes Drehbuch, National Board of Review, Italien, tmdU, Piffl, 2018, unser Film des Monats, 5:3 = 1,66:1, European University Film Award, magischer RealismusLazzaro, der Held von Alice Rohrwachers modernen Märchen, bewegt sich zeitlos durch die Welt. Der Film steht einerseits in der Tradition des italienischen Kinos Vittorio de Sicas, Pier Paolo Pasolinis und Federico Fellinis, zeigt aber in seiner eigenen Filmsprache zugleich eine politische und magische Sicht auf die Welt in noch nie dagewesener Form. Insofern wäre eine mögliche Bezeichnung für Rohrwachers Filmsprache vielleicht "magischer Realismus".
- Mittwoch, 05. Dezember 2018 - 19:00Kategorien: FIPRESCI-Preis, Eintritt frei, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Demokratie leben, Filmreihe, Diskussion, Moderation, OmdU, europaeischer Film, wehrhafte Demokratie staerken - Ausgrenzung entgegentreten, Grandfilm, 2018, Flat, experimenteller Spielfilm, Portugal»Als eines Nachts Maschinen aus ihrer Fabrik abtransportiert werden, ahnen die Arbeiter schon Böses. Die Besitzer wollen die Produktion an einen anderen Standort verlagern. Sie haben aber nicht mit dem Widerstand ihrer Arbeitnehmer gerechnet: Die lassen sich nicht einfach auf die Straße scheuchen, sondern besetzen die Fabrik.« (Film Festival Cologne) ––– Georg Seeßlen in der Wochenzeitung "DIE ZEIT": Die Fabrik der Hoffnung – Pedro Pinho gelingt mit "A Fábrica de Nada" die Wiedergeburt des politischen Films: A Fábrica de Nada erzählt nämlich diese Geschichte nicht einfach, wie es vielleicht ein "Arbeiterfilm" vergangener Tage getan hätte und er reduziert sich auch nicht auf das moralisch-politische Dilemma zwischen Familien- und Klassensolidarität, wie es die Gebrüder Dardenne etwa in "Zwei Tage, eine Nacht" taten; er ist nicht von dieser heroisch-stoischen Sympathie für working class-Rebellen durchdrungen wie Filme von Ken Loach und obwohl es in diesem Film von Pedro Pinho sehr viel und ernsthaft um Theorie und Form geht, entzieht er sich nicht dem emotionalen Engagement, wie es Jean-Luc Godard tat. – A Fábrica de Nada denkt, in Bildern, in Worten, in Bewegungen und nicht zuletzt in Musik, über alle Möglichkeiten nach, Film und Politik miteinander zu verbinden. Der klassische teilnehmende Dokumentarismus, pasolinische Überhöhungen, Neorealismus, Melodrama, Komödie, brechtsche Verfremdungen, sogar Surrealismus und schließlich Musical: Alles wird in diesem Film erprobt und wunderbar montiert. – Die Befreiung, von der A Fábrica de Nada träumt, vollzieht der Film nämlich auch selbst. Es ist ein Film, der sich alles erlaubt und der das kann, weil er für all das gute Gründe hat. Der formale Reichtum und die immer wieder überraschend in- und übereinandergeschichteten Ebenen von Reflexion und Kritik, einschließlich einer kritischen Anwesenheit des intellektuellen Filmemachers selbst, funktionieren, weil sie von beeindruckender cineastischer Intelligenz zusammengehalten werden. Dieser Film ist so komplex, dass am Ende etwas sehr Einfaches herauskommt.
- Dienstag, 04. Dezember 2018 - 15:30Kategorien: Europaeischer Filmpreis, Kooperation, Tragikomoedie, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Seniorenkino, Filmreihe, europaeischer Film, Filmkunst, Italien, 2018, Scope, Seniorenbeirat der Stadt CelleEin alternder Komponist hat sich mit seiner Tochter und seinem besten Freund in einen Schweizer Wellness-Tempel zurückgezogen. Als er vor der englischen Königin sein berühmtestes Stück dirigieren soll, weigert er sich, auf die Bühne zurückzukehren. In opulenten Bildern fächert der multiperspektivisch erzählte Film die Handlung in erlesenen Schlaglichtern auf das Altern und die Akzeptanz des Vergänglichen auf. In die Schaffens-, Beziehungs- und Lebenskrisen mischen sich irrwitzige (Alb-)Träume und zutiefst menschliche Realitäten, wobei der szenisch mäandernde, barock ausladende Erzählbogen stets souverän die Balance zwischen Genialität, Genie und Kitsch wahrt.
- Freitag, 23. November 2018 - 20:30Kategorien: FIPRESCI-Preis, Cannes - Un Certain Regard, Golden-Globe-Nominierung, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, London Film Festival, Cannes - Goldene Kamera, Cannes - Queer Palm, Belgien, DCM, 2018, externer Referent/ReferentinGroßartiger Film des jungen belgischen Regisseurs Lukas Dhont über Lara (Victor Polster), eine sechzehnjährige Ballettschülerin, die kurz vor dem Abschluss ihrer Geschlechtsumwandlung zur Frau steht. Die Transition ihres Körpers und das Tanzen greifen ineinander und bilden ein Gesamtkunstwerk in ständiger Bewegung, im ständigen Übergang. Dafür gab es in Cannes zurecht die Caméra d'Or für den besten Erstling. (Philipp Stadelmaier - Süddeutsche Zeitung)
- Donnerstag, 08. November 2018 - 19:30Kategorien: 1SE, Eintritt frei, Kooperation, Dokumentarfilm, Film, Archiv, Rosa-Luxemburg-Club Celle, Filmreihe, Diskussion, OmdU, europaeischer Film, Finnland, W-Film, 2018, Flat, 200 Jahre Karl Marx - NachspielzeitDie Finnin Kirsi Marie Liimatainen kommt 1988 mit 20 Jahren in die DDR, um an einer FDJ-Jugendhochschule am Bogensee mit Kommiliton/innen aus mehr als 80 Ländern Marxismus Leninismus zu studieren. Nach dem Mauerfall verliert man sich jedoch aus den Augen, und viele der Studierenden kehren zurück in ihre Heimatländer. Fast 30 Jahre später reist die Regisseurin auf der Suche nach ehemaligen Kamerad/innen nach Bolivien, Chile, Südafrika und in den Libanon. COMRADE, WHERE ARE YOU TODAY? fragt nach Verlust und Persistenz kommunistisch-marxistischer Ideen sowie dem Traum der Revolution. ---- Die Finnin Kirsi Marie Liimatainen kommt 1988 in die DDR, um den Marxismus-Leninismus zu studieren. Ein Jahr später fällt die Mauer, die Schüler kehren in ihre Heimatländer zurück. In ihrem Dokumentarfilm besucht sie 25 Jahre später vier ehemalige Kameraden und fragt, was aus den gemeinsamen Idealen geworden ist. Dabei entsteht ein nachdenkliches und persönliches Zeitbild linker Bewegungen. (1:1,78)
- Dienstag, 06. November 2018 - 15:30Kategorien: Kooperation, Film, Archiv, Spielfilm, Seniorenkino, europaeischer Film, Frankreich, Liebeskomoedie, Central, 2018, Flat, Seniorenbeirat der Stadt CelleMit französischer Leichtigkeit widmet sich Carine Tradieu einer der großen Fragen des Lebens: Was ist Familie? »Eine bretonische Liebe« ist ein großartiger Film, der direkt ins Herz geht. - Erwan (François Damiens) hat einen Job, bei dem ihn eigentlich wenig aus der Ruhe bringen darf. Dass seine Tochter schwanger ist und den Vater nicht zu kennen glaubt, macht ihn da schon um einiges nervöser. Als er zusätzlich erfährt, dass sein Vater nicht sein biologischer Erzeuger ist und dass seine aufkeimende Liebe zur patenten Anne (Cécile de France) chancenlos ist, ist es mit der Coolness allerdings komplett vorbei… Zwei von Belgiens größten Stars geben sich die Ehre in dieser schwungvollen Komödie mit Tiefgang um die „richtige“ und „falsche“ Liebe.
- Montag, 05. November 2018 - 19:30Kategorien: 1SE, FIPRESCI-Preis, Oscarnominierung, Eintritt frei, Kooperation, Film, Archiv, Spielfilm, Ev.-luth. Kirchenkreis Celle, Kirche trifft Kino, Filmreihe, Diskussion, Moderation, europaeischer Film, Filmklassiker, Filmkunst, Golden Globe, National Board of Review, Schweden, Studiocanal, 2018, externer Referent/ReferentinEin Tag im Leben eines 78jährigen Medizinprofessors, der auf dem Weg ins schwedische Lund, wo er eine Auszeichnung entgegennehmen soll, seine Vergangenheit wiederentdeckt. Die Stationen der Reise werden in Träumen, Visionen und Erinnerungsbildern zu Stationen einer Lebensbilanz; indem er Orten seiner Kindheit und Verwandten begegnet, erkennt er mit zunehmender Klarheit die Ursache seiner Kälte, Isolation, seelischen Verhärtung und Todesangst. Ingmar Bergmans sensibel gestaltetes Meisterwerk um Leben, Gott und Tod fasziniert durch die virtuose Verschränkung von realistischen und surrealen Stilmitteln, von psychologischem Charakterporträt und philosophischem Diskurs. Hervorragend in der Hauptrolle: der schwedische Theater- und Stummfilmregisseur Victor Sjöström.
- Freitag, 26. Oktober 2018 - 20:30Kategorien: Komoedie, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, Frankreich, tmdU, Concorde, 2018, Flat, alle Veranstaltungen anzeigenDer Bürgermeister eines von der Agrarkrise hart getroffenen normannischen Dorfes wittert eine Gelegenheit für mediale Aufmerksamkeit, als ein berühmter amerikanischer Fotograf ein Feld des Ortes als Motiv auswählt. Da er stets mit Nackten als Foto-Modellen arbeitet, gilt es, die eigensinnigen Dorfbewohner vom Nutzen der Aktion zu überzeugen. Dabei stößt der Bürgermeister jedoch auf breiten Widerstand. Eine von viel Sympathie für die Notlagen der französischen Bauern getragene Tragikomödie, deren Humor etwas zahm ausfällt. Recht gemächlich inszeniert, vermag der Film vor allem durch seine überwiegend gut getroffenen Dorfcharaktere zu unterhalten und auch zu berühren.
- Montag, 01. Oktober 2018 - 19:30Kategorien: NY Critics Circle Award, Oscarnominierung, Dokumentarfilm, Film, Archiv, Filmpreis, europaeischer Film, Prix Lumieres, LA Critics Association Awards, Independent Spirit Award, National Board of Review, Frankreich, Weltkino, 2018Die 90-jährige Filmemacherin Agnès Varda und der Street-Art-Künstler JR reisen mit einem Fotomobil durch das ländliche Frankreich. Dabei treffen sie Menschen, lassen sich ihre Geschichten erzählen und halten deren Gesichter in überlebensgroßen Ausdrucken an Häuserfassaden und Mauern fest. In dem von großer Leichtigkeit getragenen Dokumentarfilm reihen sich vignettenhafte Porträts und Szenen einer während dieser Tour entstandenen Freundschaft aneinander, wobei sich mitunter auch ein Gefühl leiser Melancholie breitmacht. Ein einfühlsames, von einem leichten Schalk getragenes Road Movie, in dem unterschwellig auch das Bewusstsein der eigenen Vergänglichkeit mitverhandelt wird.
- Donnerstag, 27. September 2018 - 19:30Kategorien: Stefan, Eintritt frei, Kooperation, Dokumentarfilm, Film, Archiv, Demokratie leben, Filmreihe, Diskussion, Moderation, OmdU, europaeischer Film, wehrhafte Demokratie staerken - Ausgrenzung entgegentreten, Celler Buendnis für einen gerechten Welthandel, Oesterreich, Camino, 2018, FlatSmartphones, PCs, Monitore: 250.000 Tonnen Elektro-Müll aus Europa landen jedes Jahr auf einer illegalen Deponie in Ghana, der größten Elektromüllhalde der Welt. "Sodom" wird der Ort genannt, an dem tausende von Erwachsene als auch Kinder wohnen und im hochgiftigen Dampf des verbrennenden Schrotts arbeiten.
- Freitag, 21. September 2018 - 20:30Kategorien: Cesar-Filmpreis, Komoedie, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, Frankreich, Fox, 2018, ScopeRhetorik-Professor Mazard (gespielt von Daniel Auteuil - übrigens 1950 in Algier geboren) lehrt in Paris und ist ein eitles, reaktionäres Arschloch der alten Schule. Als die islamische Studentin Neila fünf Minuten zu spät zur seiner Vorlesung kommt, wird Mazard gegenüber der jungen Frau mit algerischen Wurzel ausfällig. Der haltlose Rassismus Mazards kommt nicht gut an und um nicht seine Professur zu verlieren, muss er die Studentin für die übers ganze Land verstreuten Rhetorikwettbewerbe trainieren.
- Freitag, 07. September 2018 - 20:30Kategorien: Stefan, Komoedie, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, England, Filmagentin, 2018, ScopeEin Buchhalter in der Midlife-Krise erfährt Beistand im Kreise einer Männer-Wasserballett-Gruppe. Regisseur Parker erfüllt seine Geschichte mit großer Herzenswärme und erfreulich klischeefreien Bildern von Männern, die Gefühle nicht nur haben, sondern auch zeigen dürfen: »Swimming with Men«
- Donnerstag, 06. September 2018 - 19:30Kategorien: Eintritt frei, Kooperation, Dokumentarfilm, Film, Archiv, LiSt-Celle, Rosa-Luxemburg-Club Celle, Demokratie leben, Filmreihe, Diskussion, Moderation, OmdU, europaeischer Film, wehrhafte Demokratie staerken - Ausgrenzung entgegentreten, Oesterreich, W-Film, 2018Der Klimawandel lässt sich medial nicht dokumentieren, auch wenn Dürren, Überschwemmungen und Waldbrände merklich zunehmen. Auf der Weltklimakonferenz 2015 in Paris rangen die Delegierten elf Tage lang um eine gemeinsame Erklärung zur Begrenzung der globalen Erwärmung. Der hochspannende Dokumentarfilm begleitet einige Abgesandte aus Regionen, die schon jetzt von sich häufenden Naturkatastrophen betroffen sind, und die deshalb gegen den Widerstand der Industrienationen eine Marge von höchstens 1,5 Grad durchsetzen wollen. Ein ungewöhnlicher, vielschichtiger Blick ins Dickicht der Verhandlungsdiplomatie.
- Dienstag, 04. September 2018 - 15:30Kategorien: Stefan, Kooperation, romantische Liebeskomoedie , Film, Archiv, Spielfilm, Seniorenkino, europaeischer Film, Frankreich, Neue Visionen, 2018, Seniorenbeirat der Stadt CelleEin menschenfeindlicher Erfinder vertreibt jeden Mieter, der nebenan einziehen will. Eine junge Pianistin lässt sich von seinen Psychotricks aber nicht beeindrucken. Nach anfänglichem Schlagabtausch kommt es sogar zur Verständigung. Während sie weiter nur durch die Wand miteinander kommunizieren, entwickeln sich bald tiefere Gefühle. Die romantische Komödie überrascht trotz ihres vorhersehbaren Verlaufs durch originelle, liebevoll arrangierte Details. Ein sympathischer Unterhaltungsfilm, der unterschwellig für Entschleunigung und Privatsphäre auch im digitalen Zeitalter plädiert.
- Freitag, 15. Juni 2018 - 20:30Kategorien: Komoedie, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, Frankreich, Central, 2018, eigener Texteigener Text Kino achteinhalb: Bloß nicht vom deutschen Verleihtitel (Madame Aurora und der Duft von Frühling) abschrecken lassen. Diese vergnügliche „Coming-out-of-age“- Komödie wartet hinter der Fassade des französischen Feel-Good-Kinos mit einem überraschend realistischen Bild der Nöte einer Frau um die 50 auf. Die Wechselbäder des Lebens werden keineswegs auf die leichte Schulter genommen, jedoch mit viel Humor, Esprit und Optimismus gezeigt. Auroras Beziehungen zu ihren beiden Töchtern, zu ihrer besten Freundin sowie ihre Arbeit in einer Seniorinnen-WG weiten den Blick sogar zu einem Panorama weiblicher Probleme und Lösungsansätze dies- und jenseits eingespielter Muster und gesellschaftlich konformer Rollen.
- Freitag, 11. Mai 2018 - 20:30Kategorien: Stefan, Kooperationspartner, Eintritt frei, Dokumentarfilm, Film, Archiv, LiSt-Celle, Demokratie leben, Diskussion, Moderation, europaeischer Film, wehrhafte Demokratie staerken - Ausgrenzung entgegentreten, Celler Buendnis für einen gerechten Welthandel, Oesterreich, 24Bilder, 2018, Flat, OekologieUmweltschonende Elektroautos, nachhaltig produzierte Lebensmittel, faire Produktion: Wenn wir den Konzernen Glauben schenken, können wir mit Kaufentscheidungen die Welt retten. Dem Glauben, durch Konsum die Welt schmerzfrei verändern zu können, rücken Kathrin Hartmann und Werner Boote mit hart recherchierten Fakten, die im täglichen Nachrichtenfluss nicht vorkommen, und bestechenden Analysen zu Leibe und zeigen, wie man sich dagegen wehren kann.
- Dienstag, 08. Mai 2018 - 15:30Kategorien: Heike, Kooperation, Screwball-Komoedie, Film, Archiv, Spielfilm, Seniorenkino, europaeischer Film, England, Concorde, 2018, Seniorenbeirat der Stadt CelleNach der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945 wollen die beiden Töchter des britischen Königs an den Siegesfeiern teilnehmen. Als die Prinzessinnen Elizabeth und Margaret ihren Aufpassern entwischen und getrennt werden, beginnt eine Odyssee durch die Londoner Nacht, bei der Elizabeth zarte Bande mit einem jungen Soldaten knüpft. Furiose, einfallsreiche Screwball-Komödie, die auf höchst amüsante Weise ein „Was wäre wenn“-Szenario mit der britischen Königsfamilie entfaltet. Vor allem dank der fulminanten Hauptdarstellerin verbinden sich mit bemerkenswerter Leichtigkeit märchenhafte und realistische Elemente.
- Freitag, 20. April 2018 - 20:30Kategorien: 1SE, Oscar, Oscarnominierung, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, Liebesfilm, Literaturverfilmung, Golden Globe, Independent Spirit Award, Italien, tmdU, Sony, 2018, Flat, unser Film des Monats, eigener TextDer 17-jährige Sohn US-amerikanisch-italienischer Akademiker sucht Anschluss an einen ein paar Jahre älteren Doktoranden, der in den Sommerferien in der elterlichen Villa in der Lombardei wohnt. Während der träge dahinziehenden Tage erkennen die beiden, dass sie sich ineinander verliebt haben, und lassen sich auf eine Beziehung ein, wohl wissend, dass sie sich mit dem Ende des Sommers wieder trennen müssen. Entspannt und fast beiläufig inszenierte Romanverfilmung, in der sich das Geschehen und die allmähliche Annäherung der Hauptfiguren mit sensibler Folgerichtigkeit entfalten. Dabei weist der hervorragend interpretierte Film in seiner Einlassung auf Sehnsucht und Vergänglichkeit wGregor Torinuseit über die Erzählung von erwachender Sexualität und homosexueller Romanze hinaus.
- Freitag, 13. April 2018 - 20:30Kategorien: Komoedie, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, Frankreich, tmdU, evtl. SK, Central, 2018, FlatNach 30 Jahren im Dienst rauschender Hochzeiten will ein französischer Eventmanager sein florierendes Unternehmen verkaufen. Doch bei der letzten, wie immer akribisch durchgeplanten Veranstaltung auf einem barocken Schloss geht alles schief, was schiefgehen kann. Die schwungvolle Komödie porträtiert einen ganzen Mikrokosmos an menschlichen Gefühlen und Reaktionen mit großer Hingabe und einem enormen Gespür für die komischen Folgen von Fehltritten. Ein Feuerwerk aus Klamauk und Slapstick, das gelegentlich übers Ziel hinausschießt, aber immer nahe an den Figuren bleibt und dadurch eine eigenwillige Schönheit entfaltet.
- Donnerstag, 12. April 2018 - 19:30Kategorien: Eintritt frei, Kooperation, Dokumentarfilm, Film, Archiv, Rosa-Luxemburg-Club Celle, Demokratie leben, Filmreihe, Diskussion, Moderation, OmdU, europaeischer Film, wehrhafte Demokratie staerken - Ausgrenzung entgegentreten, Oesterreich, W-Film, 2018Das filmische Ergebnis eines Crossmedia-Projekts, das ganz der Kreativität und Energie verschiedener Formen des gewaltlosen Widerstands verpflichtet ist. Der Film porträtiert Bewegungen resp. AktivistInnen, die sich gegen alte und neue Grenzen zweifelhafter politischer sowie gesellschaftlicher Paradigmen richten: von Occupy über die spanischen Indignados, den Arabischen Frühling und die oppositionellen Kräfte in Iran oder Syrien bis zu den ukrainischen "Oben-ohne-Aktivistinnen" der Gruppe Femen.
- Donnerstag, 05. April 2018 - 19:30Kategorien: Eintritt frei, Kooperation, Dokumentarfilm, Film, Archiv, Demokratie leben, Filmreihe, Diskussion, Moderation, europaeischer Film, wehrhafte Demokratie staerken - Ausgrenzung entgegentreten, Celler Buendnis für einen gerechten Welthandel, Weltladen Celle, Schweiz, W-Film, 2018Wem gehört das Wasser? Hierzulande müssen wir nur den Hahn aufdrehen und verfügen jederzeit über bestes Trinkwasser. Warum zahlen wir dennoch viel Geld für Flaschenwasser? „Bottled Life“ deckt auf, wie Konzerne den Menschen Wasser als teures Lifestyleprodukt verkaufen, indem sie sich weltweit den Zugriff auf wertvolle Quellen sichern. Journalist Res Gehriger verfolgt die Spur von Nestlé und lässt uns tief blicken in die Strategien eines der mächtigsten Akteure im Milliardengeschäft mit dem Flaschenwasser. ---- „Bottled Life“ ist ein aufrüttelnder Dokumentarfilm über den Kampf um die wichtigste aller Ressourcen: Wasser. Ein wichtiger Beitrag zur aktuellen Debatte um die Privatisierung von Wasser, ausgezeichnet mit dem „Herbert-Quandt-Medienpreis“ für Wirtschaftsjournalismus.
- Dienstag, 03. April 2018 - 15:30Kategorien: Golden-Globe-Nominierung, Kooperation, Tragikomoedie, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Seniorenkino, europaeischer Film, Literaturverfilmung, British Film Awards, Satellite Award, Venedig - Goldener Loewe, England, 24Bilder, 2018, Seniorenbeirat der Stadt CelleEine alte Frau sucht ein halbes Jahrhundert, nachdem ihr in einem irischen Kloster ihr uneheliches Baby weggenommen wurde, gemeinsam mit einem zynischen Journalisten ihren Sohn. Das nach einer historischen Begebenheit inszenierte Drama ist eine ergreifende Mischung aus komischem Road Movie, detektivischer Recherche und wütender Anklage. Geschickt balanciert die Inszenierung die unterschiedlichen Töne aus, wobei die Komik des Films aus der Gegensätzlichkeit der Hauptfiguren resultiert, die sich mit lakonischen Dialogen bekämpfen und so das gelegentliche Pathos auffangen.
- Freitag, 30. März 2018 - 20:30Kategorien: Oscar, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Biopic, Historienfilm, Golden Globe, British Film Awards, Satellite Award, Critics Choice Movie Award, Screen Actors Guild Awards, England, UPI, 2018, FlatIm Mai 1940 sieht sich die britische Regierung in höchste Not gebracht, eine Invasion durch die deutsche Wehrmacht zu verhindern. In dieser Situation wird der zum Kampf gegen die Nazis entschlossene Winston Churchill neuer Premierminister, doch muss der unbeliebte Politiker zunächst Parlament, König und Volk für seine Linie gewinnen.
- Donnerstag, 29. März 2018 - 19:30Kategorien: Eintritt frei, Kooperation, Dokumentarfilm, Film, Archiv, LiSt-Celle, attac Celle, Demokratie leben, Filmreihe, Diskussion, Moderation, OmdU, europaeischer Film, wehrhafte Demokratie staerken - Ausgrenzung entgegentreten, Schweiz, W-Film, 2018Eine vermeintlich naiv-neugierige Recherche „zum sichersten Ort der Welt“, an dem der strahlende Atommüll für Hunderttausende von Jahren für die Außenwelt gefahrlos deponiert werden kann. Dabei kollidieren die Zweifel an der Sicherheit wie auch die Ablehnung der Bevölkerung mit der Notwendigkeit, ein definitives Endlager zu finden. Nebenbei entrollt die spannende Dokumentation eine Nukleargeschichte voller Fehleinschätzungen und deckt mit einem gewissen Galgenhumor die Zwangslage der Forscher auf, die mit noch so viel finanziellen Mitteln bislang keine adäquate Lösung gefunden haben. - Ab 16.
- Donnerstag, 22. März 2018 - 19:30Kategorien: 5SE, Eintritt frei, Kooperation, Dokumentarfilm, Film, Archiv, LiSt-Celle, Demokratie leben, Diskussion, Moderation, OmdU, europaeischer Film, wehrhafte Demokratie staerken - Ausgrenzung entgegentreten, Schweden, BI Flotwedel, Neue Visionen, 2018, Flat, OekologieAm Flughafen von Addis Abeba in Äthiopien kreuzen sich die Wege von tonnenweise Nahrungsgütern: Notversorgungspakete erreichen das von Hunger geplagte Land, während Exporte in den Westen es verlassen. In sechs Jahren Recherche legt Joakim Demmer die Mechanismen eines modernen Kolonialisierungsprozesses frei: Um wirtschaftlichen Aufschwung herbeizuführen, setzt die äthiopische Regierung auf den Ausverkauf des eigenen Bodens an internationale Investoren und zwingt seine Bevölkerung in die Abhängigkeit. Fehlgeleitete Entwicklungshilfen von UN und Weltbank unterstützen das Land bei der Selbstabschaffung. In großen entsättigten Bildern erzählt "Dead Donkeys Fear No Hyenas" davon, wie Menschen mit ihrem Land auch ihrer Identität, Würde und Zukunft beraubt werden.
- Dienstag, 06. März 2018 - 15:30Ort: Alte Exerzierhalle am Neuen Rathaus Kategorien: Heike, Kooperation, Film, Archiv, Spielfilm, Seniorenkino, europaeischer Film, Feel-Good-Movie, Frankreich, 2018, Seniorenbeirat der Stadt CelleDr. Jean-Pierre Werner ist mit Leib und Seele Dorfarzt. Seit mehr als 30 Jahren ist er für seine Patienten zu jeder Tages- und Nachtzeit da. Dann wird er selbst ernsthaft krank. Er muss mit Dr. Nathalie Delezia widerwillig eine Vertretung einstellen. Da sich Jean-Pierre für unersetzlich hält, bahnen sich zwischen Nathalie und ihm einige Konflikte an. "Der Landarzt von Chaussy" ist eine Tragikomödie des französischen Regisseurs Thomas Lilti ("Hippocrate"), der selbst Mediziner ist. In der Hauptrolle brilliert der "Ziemlich beste Freunde"-Star François Cluzet. Der Film hat in Frankreich mehr als 1,5 Millionen Besucher in die Kinos gelockt.
- Freitag, 02. März 2018 - 20:30Kategorien: Golden-Globe-Nominierung, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, Literaturverfilmung, Italien, Concorde, 2018, ScopeEin altes Ehepaar (gespielt von Helen Mirren und Donald Sutherland) entflieht der Fürsorge seiner erwachsenen Kinder, die den dementen Vater in einer Pflegeeinrichtung unterbringen wollen, und macht sich mit einem Campingbus auf eine Reise in den Süden der USA. Während die beiden für sie wichtige Orte aufsuchen, genießen sie ihre Zusammengehörigkeit, die durch immer größer werdende Gedächtnislücken des Mannes zu erodieren droht. Road Movie mit brillanten Hauptdarstellern, in dem die melancholische Reflexion übers Altern und Loslassen von humorvollen Momenten aufgelockert wird.
- Freitag, 23. Februar 2018 - 20:30Kategorien: 1SE, Europaeischer Filmpreis, Oscarnominierung, Golden-Globe-Nominierung, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Animationsfilm, Filmkunst, Kuenstlerportraet, National Board of Review, England, evtl. SK, Alliance of Women Film Journalists, Weltkino, 2018, unser Film des Monats, 4:3Ein außergewöhnlicher Film über das Leben des legendären niederländischen Malers Vincent van Gogh, der vollständig als Realfilm gedreht wurde. Anschließend wurden alle Bilder per Hand in Öl übermalt, so dass der Film komplett im Stile von van Goghs Werken gehalten ist. - Loving Vincent ist eine animierte, als Kriminalfilm aufgebaute Filmbiografie, die sich mit den Umständen von Vincent van Goghs Tod beschäftigt. Der Film gilt als der erste Animationsfilm in Spielfilmlänge, bei dem Bild für Bild mit realen Personen gedrehte Szenen in Öl nachgemalt wurden. In dem Film erwachen die Bilder von Vincent van Gogh zum Leben, um den Tod ihres Schöpfers zu untersuchen und dabei zugleich seine Lebensgeschichte zu erzählen. Die Handlung ist den 800 erhaltenen Briefen, die von dem Künstler im Laufe seines Lebens an Menschen in seinem Umfeld geschrieben worden waren, entlehnt.
- Freitag, 16. Februar 2018 - 20:30Kategorien: Stefan, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, Frankreich, Liebeskomoedie, Central, 2018, FlatMit französischer Leichtigkeit widmet sich Carine Tradieu einer der großen Fragen des Lebens: Was ist Familie? »Eine bretonische Liebe« ist ein großartiger Film, der direkt ins Herz geht. - Erwan (François Damiens) hat einen Job, bei dem ihn eigentlich wenig aus der Ruhe bringen darf. Dass seine Tochter schwanger ist und den Vater nicht zu kennen glaubt, macht ihn da schon um einiges nervöser. Als er zusätzlich erfährt, dass sein Vater nicht sein biologischer Erzeuger ist und dass seine aufkeimende Liebe zur patenten Anne (Cécile de France) chancenlos ist, ist es mit der Coolness allerdings komplett vorbei… Zwei von Belgiens größten Stars geben sich die Ehre in dieser schwungvollen Komödie mit Tiefgang um die „richtige“ und „falsche“ Liebe.
- Freitag, 02. Februar 2018 - 20:30Kategorien: 5SE, Nominierung Europaeischer Filmpreis, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Liebesfilm, Frankreich, Pandora, 2018, Flat, International Cinephile Society AwardsEine erfolgreiche Künstlerin um die 50 sehnt sich nach einer bedingungs- und kompromisslosen Liebe, die alle Ängste versiegen lässt. In modellhafter Verdichtung beobachtet der Film ihre Versuche, mit einem Banker, einem Schauspieler, einem Artisten und einem Arbeiter Zwänge und Neurosen hinter sich zu lassen, was indes immer wieder scheitert, sodass sie sich verzweifelt einem Wahrsager zuwendet. Ein brillantes Diskurs-Kino im Rückgriff auf Roland Barthes und Niklas Luhmann, dessen Choreografie des Intimen das großartige Schauspieler-Ensemble ebenso wortreich wie humor- und lustvoll entfaltet. - Sehenswert ab 16.
- Donnerstag, 01. Februar 2018 - 19:30Kategorien: Stefan, Eintritt frei, Dokumentarfilm, Film, Archiv, Demokratie leben, Diskussion, Moderation, europaeischer Film, wehrhafte Demokratie staerken - Ausgrenzung entgegentreten, Oesterreich, 2018Was würden Sie tun, wenn Ihr Grundlebensunterhalt (Krankenkasse, Miete, ausreichend Geld zum Leben und gesellschaftlicher Teilhabe) sorgenfrei garantiert wäre - und vor allem was das für eine Gesellschaft bedeuten, in der der Einzelne faktisch nicht mehr erpressbar ist, da er der Existenzgrundlagen nicht mehr komplett beraubt werden kann ?! - FREE LUNCH SOCIETY vermittelt Hintergrundwissen zum Bedingungslosen Grundeinkommen, das vor wenigen Jahren noch als völlige Utopie galt, inzwischen aber immer mehr Fürsprecher gewinnt. liefert Erklärungen, weist Möglichkeiten zu seiner Umsetzung auf und berichtet von bisherigen Erfahrungen. Volkswirt und Filmemacher Christian Tod spricht weltweit mit Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft über die Gründe für das Zerbrechen der Mittelschicht und mögliche Lösungsansätze - eben auch das Grundeinkommen, dessen Idee er rund um den Globus nachspürt.. „Der Film besitzt das Potenzial, die Einstellungen von Menschen zu hinterfragen, um ein bedingungsloses Grundeinkommen denken zu lernen.“ Klaus Kofler, Zukunftsforscher
- Freitag, 26. Januar 2018 - 20:30Kategorien: Stefan, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, Politthriller, Frankreich, Temperclayfilm, 2018, ScopeFrei nach Franz Kafkas Novelle „Der Prozess" erzählt Regisseur Thomas Kruithof die Geschichte des Unternehmensberaters Duval (Francois Cluzet). Nach einem überstandenen Burn-Out erhält dieser von einer mysteriösen Firma ein neues Jobangebot: Er soll geheime Telefongespräche transkribieren und archivieren. Mehr und mehr wird er dabei Teil eines politischen Komplotts und in die bizarre Welt der Geheimdienste hineingezogen. ------------ Ein ehemaliger Buchhalter wird von einer dubiosen Sicherheitsfirma angeheuert, um Mitschnitte von Telefongesprächen abzuschreiben. Dafür ist er durch seine Gleichgültigkeit gegenüber der Welt bestens geeignet, was ihn auch davon abhält, sich Gedanken über das Gehörte zu machen, obwohl politisch brisante Dinge darin vorkommen. Erst als sein Leben bedroht wird, erkennt er, dass er zwischen die Fronten der Geheimdienste geraten ist. Der bestechend fotografierte, eher beiläufig inszenierte Neo-Noir-Thriller glänzt durch seinen Hauptsteller und demonstriert klug das Ausmaß staatlicher Überwachung.
- Donnerstag, 25. Januar 2018 - 19:30Kategorien: Eintritt frei, Kooperation, Dokumentarfilm, Film, Archiv, Rosa-Luxemburg-Club Celle, Demokratie leben, Diskussion, Moderation, OmdU, europaeischer Film, wehrhafte Demokratie staerken - Ausgrenzung entgegentreten, Frankreich, W-Film, 2018In einer furiosen Kompilation aus Archivaufnahmen der 1960er- und 1970er-Jahre sowie Ausschnitten aus Spiel- und Agitationsfilmen zeichnet der Film die Geschichte der sich radikalisierenden Studentenunruhen in Deutschland bis zu den Stammheim-Selbstmorden nach. Dabei legt er die gespenstische Logik der Eskalation frei, mit der sich studentischer Widerstand und staatliche Reaktion gegenseitig zum blutigsten Kapitel der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte aufschaukelten. Der Blick auf die erste Generation der RAF lässt andere Spielarten der Revolte außen vor, gewinnt aber in der Analyse einer Kommunikationsverweigerung mit dissidenten gesellschaftlichen Ansichten bemerkenswerte Aktualität. (O.m.d.U.) ---- »Ende der Sechzigerjahre lehnte sich die Nachkriegsgeneration in der Bundesrepublik gegen ihre Eltern auf. Sie war desillusioniert vom antikommunistischen Kapitalismus und von staatlichen Strukturen, in denen sie den Faschismus wiederzuerkennen glaubte. Zu dieser Generation gehörten auch die Journalistin Ulrike Meinhof, der Rechtsanwalt Horst Mahler, der Filmemacher Holger Meins, sowie die Studenten Gudrun Ensslin und Andreas Baader. Der Protest gegen den Staat führte zur Gründung der Roten Armee Fraktion (RAF). Hier wird von ihrem langsamen Weg über die zunehmende Politisierung in den bewaffneten Widerstand und die Reaktionen der Bundesrepublik darauf erzählt – ohne Kommentar, ausschließlich mit umfangreichem Film- und Tonarchivmaterial.« (Katalog 65. Berlinale)
- Dienstag, 16. Januar 2018 - 15:30Ort: Alte Exerzierhalle am Neuen Rathaus Kategorien: Heike, Kooperation, romantische Liebeskomoedie , Film, Archiv, Spielfilm, Seniorenkino, europaeischer Film, Frankreich, Studiocanal, 2018, Scope, Seniorenbeirat der Stadt CelleEine junge Französin bewirbt sich in den 1950er-Jahre als Sekretärin und wird dabei als Schnellschreib-Talent erkannt. Ihr neuer Chef macht es sich zur Aufgabe, sie darin zu trainieren. Ein charmanter Film, der das schlichte Handlungsmuster "Sekretärin und Chef verlieben sich" aufgreift und Sportfilm-Anleihen um Coaching und Aufstieg komödiantisch auf das Feld des Tippens überträgt. Da es dabei auch um die Veränderung von Rollenbildern geht, besitzt der Film einiges an erzählerischer Substanz, auch wenn er diese nur beschwingt anreißt, anstatt sie in ihrer Komplexität auszuloten.
- Freitag, 05. Januar 2018 - 20:30Kategorien: 1SE, Komoedie, Film, Archiv, Spielfilm, OmdU, europaeischer Film, Schweiz, Warner, 2018, unser Film des Monats, SEEin biederer Deutschlehrer an einem Schweizer Gymnasium träumt davon, ein Museum für seinen Lieblingsautor Gottfried Keller auf den Weg zu bringen. Zwar kann er Geld für das Unterfangen sammeln, doch als das Projekt durch unglückliche Umstände scheitert und er Schulden macht, lässt er sich auf das dubiose Geschäft mit Sportwetten ein und wird schließlich in größter Not höchst erfinderisch. Eine turbulente, vor schrägen Einfällen überbordende Komödie mit köstlichen Slapstick-Elementen, die Hauptdarsteller Beat Schlatter auf den Leib geschrieben ist. ------------------------- Kritik von Urs Bühler in der Neuen Züricher Zeitung: Eine Schweizer Komödie um Leute, die über Fussballrasen flitzen, das könnte peinlich werden. Tatsächlich kommt Peter Luisis Film in der ersten Halbzeit kaum in die Gänge, mit erzwungenen Wendungen und hölzernen Dialogen. Dann aber entwickelt der Plot Zugkraft und zeitigt, in gutem Sinn altmodisch inszeniert, zündende Pointen.
- Montag, 25. Dezember 2017 - 19:30Kategorien: Stefan, 2017, Film, Archiv, Spielfilm, OmdU, europaeischer Film, Filmklassiker, Filmkunst, Historienfilm, Dropout, TschechoslowakeiFrantišek Vlácils Mittelalterdrama, ein lange Zeit vergessenes Meisterwerk der tschechischen Neuen Welle, kommt mit fast 50 Jahren Verspätung in unsere Kinos. - Vor kurzem wählten ihn Prager Kritiker zum besten tschechischen Film aller Zeiten. EPD-FILM: 5 von 5 Sternen
- Donnerstag, 07. Dezember 2017 - 19:15Kategorien: Eintritt frei, 2017, Kooperation, Dokumentarfilm, Film, Archiv, LiSt-Celle, Demokratie leben, Diskussion, Moderation, OmdU, europaeischer Film, wehrhafte Demokratie staerken - Ausgrenzung entgegentreten, Schweden, Neue Visionen, OekologieAm Flughafen von Addis Abeba in Äthiopien kreuzen sich die Wege von tonnenweise Nahrungsgütern: Notversorgungspakete erreichen das von Hunger geplagte Land, während Exporte in den Westen es verlassen. In sechs Jahren Recherche legt Joakim Demmer die Mechanismen eines modernen Kolonialisierungsprozesses frei: Um wirtschaftlichen Aufschwung herbeizuführen, setzt die äthiopische Regierung auf den Ausverkauf des eigenen Bodens an internationale Investoren und zwingt seine Bevölkerung in die Abhängigkeit. Fehlgeleitete Entwicklungshilfen von UN und Weltbank unterstützen das Land bei der Selbstabschaffung. In großen entsättigten Bildern erzählt "Dead Donkeys Fear No Hyenas" davon, wie Menschen mit ihrem Land auch ihrer Identität, Würde und Zukunft beraubt werden.
- Dienstag, 05. Dezember 2017 - 15:30Ort: Alte Exerzierhalle am Neuen Rathaus Kategorien: Heike, Europaeischer Filmpreis, Oscar, Frauendrama, 2017, Kooperation, Film, Archiv, Spielfilm, Seniorenkino, europaeischer Film, Niederlande, FilmagentinNach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kehrt eine Holländerin mit ihrer Tochter in ihr Heimatdorf zurück, um nach dem Tod ihrer Mutter den Hof zu bewirtschaften. Als sie ein halbes Jahrhundert später ihr Ende nahen fühlt, läßt sie wichtige Ereignisse ihres bewegten Lebens Revue passieren. Kraftvolle, vitale Familiensaga über vier Generationen, die Geschichte einer unabhängigen Frauendynastie, mythische Utopie und provozierendes Gegenbild in einem. Durch den märchenhaft-erzählerischen Charakter werden wichtige Grundanliegen der Emanzipationsbewegung anschaulich ins Gedächtnis gerufen. - Sehenswert ab 12.
- Freitag, 01. Dezember 2017 - 20:30Kategorien: Stefan, Europaeischer Filmpreis, Gesellschaftssatire, Golden-Globe-Nominierung, Komoedie, 2017, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Cannes - Goldene Palme, Schweden, tmdU, FilmagentinCannes; Goldene Palme und 5 Nominierungen für den Europäischen Filmpreis am 7.Dezember: Bester Film, Beste Regie, Beste Komödie, Bestes Drehbuch, Bester Darsteller - Ruben Östlunds in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichneter Film handelt von einem schwedischen Museumskurator, der mit unerwarteten Prüfungen konfrontiert wird. Eine beißende, einfühlsame Satire, die wie die Rhapsodie einer Gesellschaft mit chronisch schlechtem Gewissen wirkt. - Ein satirisches Drama in der Welt des Kunstbetriebs: Christian, geschieden und Vater von zwei Kindern, arbeitet erfolgreich als Kurator in einem Museum für moderne Kunst. Sein Beruf bedeutet ihm viel. Auch die Reaktionen auf das neue Installationsprojekt "The Square" sind außerordentlich: Ein Quadrat wird auf dem Boden eines zufällig gewählten öffentlichen Ortes angelegt, und die Passanten, die das Quadrat betreten, sollen sich darin ausschließlich aufrecht, tolerant und verantwortungsbewusst verhalten - eine nicht immer einfache Aufgabe. Das Quadrat wird zum Sinnbild für Christians Geschichte. Denn als ihm sein Geld und sein Handy geklaut werden und er sich auf die Jagd nach dem Dieb begibt, verstrickt er sich in immer skurrilere und groteskere Situationen, die ihn seine eigenen moralischen Werte und sein Handeln in Frage stellen lassen.
- Freitag, 17. November 2017 - 20:30Kategorien: Stefan, Berlinale-Baer, Europaeischer Filmpreis, FIPRESCI-Preis, 2017, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Filmkunst, Liebesfilm, Preis der Oekumenischen Jury, evtl. SK, Filmagentin, unser Film des MonatsDer introvertierte Finanzdirektor eines Schlachthofs und eine autistisch erscheinende Qualitätsprüferin erfahren durch Zufall von identischen Träumen, in denen sie als Hirsche durch einen friedlichen Wald wandeln. Diese Erkenntnis führt die beiden dazu, sich auch im Leben aufeinander zuzubewegen. Während der ältere Mann verdrängte Gefühlsregungen wachrufen muss, bemüht sich die Frau, dem ihr unbekannten Phänomen der Liebe mit akribischem Studium gerecht zu werden. Eine subtil entwickelte Romanze in fein komponierten Bildern, die mit großer inszenatorischer Meisterschaft und hervorragenden Darstellern von einer allmählich wachsenden Leidenschaft erzählt. Voller bezaubernder Details spürt der Film dem Wesen der Liebe nach, wobei sich surreale Momente, skurriler Humor und einfühlsame Beobachtungen die Waage halten. - Sehenswert ab 16. (5 von 5 Sternen sowohl seitens des Filmdienstes als auch von EPD-Film - das gibt es zwei- dreimal im Jahr.)
- Freitag, 03. November 2017 - 20:30Kategorien: Stefan, 2017, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, Biopic, Liebesfilm, Kuenstlerportraet, Frankreich, CentralIm Jahr 1880 erhält der französische Bildhauer Auguste Rodin seinen ersten Staatsauftrag, wobei seine talentierte Schülerin und spätere Geliebte Camille Claudel ihn bei jedem künstlerischen Schritt begleitet. Mit der radikalen Absage des Künstlers an die Tradition stößt er zunächst auf den Widerstand des Kunstbetriebs. Das elliptische, äußere Höhepunkte meidende Porträt Rodins stellt das künstlerische Schaffen selbst ins Zentrum. Im Beziehungsdrama zwischen Rodin und Claudel zwar nicht ganz frei von erzählerischen Konventionen, gelingt gleichwohl eine höchst außergewöhnliche Beschreibung des Suchens nach einer künstlerischen Form. - Sehenswert ab 16.
- Mittwoch, 01. November 2017 - 19:30Kategorien: Eintritt frei, 2017, Kooperation, Dokumentarfilm, Film, Archiv, Regisseurbesuch, Diskussion, europaeischer Film, Kunstfilm in Celle, Oesterreich, tmdU, RWLE Möller Stiftung, Was tut sich - im deutschen Film, experimenteller DokumentarfilmLiebes Publikum, der heutige Abend findet anläßlich des 65. Geburtstages von RWLE Möller (1952-2001) statt. Stadtchronist, Paradiesvogel, Künstler und Mitbegründer des Jugendzentrums, das schließlich in das Bunte Haus mündete - ein Maler, der ursprünglich Filmemacher werden wollte. Die Regisseurin Katharina Mihm aus Berlin ist an dem Abend zu Gast im achteinhalb. Katharina Mihm war von Oktober 2009 bis September 2010 Stipendiatin der RWLE Möller Stiftung. Die Einführung wird von Oskar Ansull gehalten. Der Eintritt ist frei.
- Freitag, 13. Oktober 2017 - 20:30Kategorien: Stefan, 1SE, 2017, Kooperation, Film, Archiv, Spielfilm, Celler Forum gegen Gewalt und Rechtsextremismus, Diskussion, europaeischer Film, Politdrama, Frankreich, FilmagentinEine Krankenschwester, die den Niedergang der nordfranzösischen Industrieregion Pas-de-Calais täglich hautnah zu spüren bekommt, lässt sich von einer rechtspopulistischen Partei instrumentalisieren. In seinem neuen Spielfilm zeichnet Lucas Belvaux das eindrückliche Porträt einer an den Front National angelehnten Partei und legt so die Mechanismen rechtsextremer Politik offen. (EPD-Film - 5 von 5 Sternen)
- Mittwoch, 11. Oktober 2017 - 15:30Ort: Alte Exerzierhalle am Neuen Rathaus Kategorien: 2017, Kooperation, Tragikomoedie, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Seniorenkino, europaeischer Film, England, PifflEin Angestellter des Londoner Sozialamtes widmet sich hingebungsvoll seiner Aufgabe, Angehörige und Bekannte von Menschen aufzuspüren, die einsam gestorben sind. Er schreibt einfühlsame Reden, organisiert die Beerdigung und kümmert sich um die letzten Dinge. Doch dann wird seine Abteilung aufgelöst und er verliert seinen Job. Ein letzter Fall bleibt ihm noch, in den er sich mit aller Energie stürzt. Doch je mehr er den Spuren des fremden Lebens folgt, desto mehr Distanz bekommt er zu einem eigenen. Eine liebevolle, hervorragend gespielte Komödie, die dem ernsten Thema gesellschaftlicher Vereinsamung mit britischem Humor, vor allem aber mit großer Einfühlsamkeit begegnet. Sehenswert ab 14.
- Freitag, 29. September 2017 - 20:30Kategorien: 1SE, 2017, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Filmkunst, Friedenspreis des Deutschen Films – Die Bruecke, Venedig - Goldener Loewe, Russland, tmdU, Schwarz-Weiß-Film, Alpenrepublik, unser Film des Monats, 4:3Andrej Kontschalowskis glänzend besetzter Film ist eine kunstvoll komponierte Parabel über menschliche Abgründe und über eine Liebe, die in der Katastrophe endet.
- Freitag, 22. September 2017 - 20:30Kategorien: Heike, Gilde-Filmpreis, Gesellschaftssatire, Kammerspiel, Komoedie, 2017, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, England, Schwarz-Weiß-Film, Konversationskomoedie, WeltkinoFreitag zeigen wir zwei Filme hintereinander: Um 20.30 Uhr "The Party" und um 21.50 Uhr "Das merkwürdige Kätzchen". Beide Filme dauern ca. 70 Minuten.
- Freitag, 15. September 2017 - 20:30Kategorien: Stefan, Oscarnominierung, Komoedie, 2017, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Historienfilm, Schweiz, evtl. SK, Schweizer Filmpreis, Filmagentin, SELesen Sie auf unserer Filmseite ein sehr schönes Interview mit der Hauptdarstellerin Marie Leuenberger. Im Film «Die göttliche Ordnung» spielt sie eine Hausfrau, die durch und durch Schweizer Mittelmass ist, aus der Marie Leuenberger aber eine komplexe Heldin macht. Wie Nora im gleichnamigen Theaterstück von Henrik Ibsen ist auch diese Appenzeller Nora nur dem Anschein nach glücklich. Es sind die frühen Siebzigerjahre, Nora wäscht Socken, bringt dem Schwiegervater das Bier und liest den Söhnen die Gutenachtgeschichte vor. Eigentlich ist alles in Ordnung, bloss, sie möchte wieder arbeiten gehen. Nicht nötig, findet ihr Mann und macht sie schelmisch darauf aufmerksam, dass sie von Gesetzes wegen seine Einwilligung dafür braucht. Eher zufällig trifft sie auf Aktivistinnen, die fürs Frauenstimmrecht werben. Zunächst schrecken sie diese lauten Feministinnen ab, doch allmählich beginnt auch Nora aufzumucken.
- Dienstag, 12. September 2017 - 19:00Kategorien: Stefan, Kammerspiel, 2017, Film, Archiv, Spielfilm, OmdU, europaeischer Film, Filmkunst, Biopic, Historienfilm, Frankreich, GrandfilmDie letzten Wochen im Leben des französischen „Sonnenkönigs“ Ludwig XIV. (1638-1715), die der von Wundbrand gepeinigte Monarch im Bett zubringt, umgeben von Höflingen, Ärzten und Kurtisanen. Sein unter einem strengen Protokoll der Beobachtung stehendes Sterben verwandelt das Kammerspiel in eine groteske Vivisektion des Zerfalls absolutistischer Macht. Das hoch stilisierte, filmästhetisch kunstvoll gedehnte Requiem, halb Totentanz, halb Karikatur, entlarvt die Mediziner als aufgeblasene Scharlatane, während der Hauptdarsteller Jean-Pierre Léaud in einer grandiosen Altersrolle dem tödlichen Ernst mitunter einen grotesken Humor abgewinnt. Sehenswert ab 16. (Filmdienst - 5 von 5 Sternen) ==================== Im Jahr 1715 erliegt der Sonnenkönig einer nekrotischen Erkrankung des Beines. Kein spektakulärer Tod, vielmehr ein mähliches Verdämmern, von Albert Serra als Trance in Szene gesetzt und von Jean-Pierre Léaud mit minimalsten Mitteln und höchstmöglicher Intensität auf größten Effekt hin gespielt. Selten ist Stillstand im Kino derart spannend, selten ist so wenig derart viel wie in »Der Tod von Ludwig XIV.« (EPD-Film - 5 von 5 Sternen)
- Dienstag, 05. September 2017 - 19:15Kategorien: Eintritt frei, 2017, Dokumentarfilm, Archiv, Demokratie leben, Diskussion, Moderation, europaeischer Film, wehrhafte Demokratie staerken - Ausgrenzung entgegentreten, Oesterreich, Schwarz-Weiß-Film, Salzgeber, NSDie zur Zeit der Dreharbeiten 103 Jahre alte Brunhilde Pomsel (1911-2017) erinnert sich an die Zeit des Nationalsozialismus, als sie im Propagandaministerium im unmittelbaren Umkreis von Joseph Goebbels als Sekretärin arbeitete. Die Kamera porträtiert ihr faltiges Gesicht in gestochen scharfen Schwarz-Weiß-Bildern, während sie präzise über ihre Rolle als Mitläuferin und Randfigur nachdenkt und Vergleiche zwischen heute und damals anstellt. Der Dokumentarfilm kontrastiert ihre Ausführungen mit zeitgenössischem Quellenmaterial, darunter erschütternde Aufnahmen aus dem Warschauer Ghetto. So wird der Zuschauer angehalten, ihre Aussagen immer wieder neu einzuordnen und die inszenatorisch offengehaltenen Lücken mit eigenen Gedanken zu füllen. - Sehenswert ab 16.
- Dienstag, 05. September 2017 - 15:30Ort: Alte Exerzierhalle am Neuen Rathaus Kategorien: Familienkomoedie, 2017, Kooperation, Film, Archiv, Spielfilm, Seniorenkino, europaeischer Film, Frankreich, Neue VisionenNach dem Tod ihres Ehemanns zieht die Großmutter auf Betreiben ihrer Familie ins Altersheim. Da es ihr dort nicht gefällt, nimmt sie Reißaus und macht sich auf den Weg in die Normandie, wo sie geboren wurde. Eine Postkarte führt ihren Enkel, einen unentschlossenen Studenten, auf ihre Spur. Leise, melancholische Komödie mit einigen absurden Zwischenspielen, die trotz der anklingenden Themen um Alter, Einsamkeit und Sinnkrisen positiv auf das Leben schaut und für einen unangestrengten Generationenvertrag plädiert.
- Freitag, 18. August 2017 - 20:30Kategorien: Frauendrama, 2017, Tragikomoedie, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, Frankreich, evtl. SKEine Hebamme Anfang 60, die ganz in ihrem Beruf aufgeht, lässt sich darauf ein, der früheren Geliebten ihres Vaters beizustehen, die nur noch wenige Monate zu leben hat. Der Umgang mit der mondänen Frau, die gut zehn Jahre älter als sie selbst ist, bewirkt, dass auch sie selbst mehr an ihr eigenes Glück zu denken wagt. Ein gelassen und mit leisem Humor erzähltes Drama um die Freundschaft zweier gegensätzlicher Frauen, sorgfältig in der Zeichnung der Sphären. Die beiden ausgezeichneten Hauptdarstellerinnen (Catherine Frot und Catherine Deneuve) tragen den Film souverän auch über seichtere Nebenstränge hinweg.
- Mittwoch, 07. Juni 2017 - 19:30Kategorien: Eintritt frei, 2017, Kooperation, Dokumentarfilm, Film, Archiv, Demokratie leben, Diskussion, Moderation, OmdU, europaeischer Film, wehrhafte Demokratie staerken - Ausgrenzung entgegentreten, Celler Buendnis für einen gerechten Welthandel, SchweizSeit den späten 1960er-Jahren hat sich der Schweizer Soziologe, Politiker und Aktivist Jean Ziegler als international bekannter Kapitalismus- und Globalisierungskritiker profiliert. Das von kritischer Empathie getragene Porträt begleitet ihn auf einer Reise nach Kuba. Wobei in der Konfrontation mit dem Alltag einer ehemals sozialistischen Gesellschaft im Umbruch Risse in Zieglers Utopien zutage treten. Diese vermag der charismatische Weltrevolutionär nur mühsam mit routinierten Phrasen und seinem bockig-dogmatischen Hang zum Misstrauen gegenüber der Natur des Menschen kaschieren. Ein sanfter, aber unmissverständlicher Film über die Mühen der politischen Ebene und Ideologiekritik durch die alltägliche Praxis.
- Dienstag, 06. Juni 2017 - 15:30Ort: Alte Exerzierhalle am Neuen Rathaus Kategorien: 2017, Kooperation, Film, Archiv, Spielfilm, Seniorenkino, Filmreihe, europaeischer Film, Sommerkomoedie, FrankreichEin Dorfbewohner aus Algerien möchte mit seiner Lieblingskuh an der Landwirtschaftsmesse in Paris teilnehmen. Da sein Vermögen aber nur für die Überfahrt reicht, müssen er und das Tier die Strecke von Marseille bis in die Hauptstadt zu Fuß bewältigen. Das liebenswerte Road Movie bietet reichlich Anlass für abenteuerliche Wendungen, wobei das ungleiche Duo fast nur auf nette, hilfsbereite Menschen trifft. Am gemächlichen Duktus des routiniert inszenierten Wohlfühlfilms ändert auch die Countdown-Dramaturgie im letzten Drittel kaum etwas.
- Sonnabend, 03. Juni 2017 - 16:00Kategorien: 2017, Kooperation, Film, Archiv, Spielfilm, OmdU, europaeischer Film, Ezidisches Kultur Zentrum Celle e.V., TuerkeiAm 12. September 1980 vollzog der türkische Staat einen Militärputsch, um den Kampf der Kurden für Menschenrechte und Freiheit niederzuschlagen. Ihre Existenz, Identität, Sprache und Kultur wurde ihnen verweigert und verbannt. Zehntausende Kurden und Revolutionäre in der Türkei mussten ins Gefängnis. Um ihre Träume und Sehnsüchte zu vernichten, folterte man sie im Gefängnis Nr. 5 von Diyarbakir, der größten Stadt Kurdistans. Eine Gruppe kurdischer Freiheitskämpfer begann einen noch nie dagewesenen Widerstand gegen die Unterdrücker für ihre Menschenrechte und Freiheit. Zivilgesellschaftliche Gruppen und demokratische Strukturen wurden zerschlagen, KurdInnen verfolgt, tausende Personen wurden inhaftiert und in den Gefängnissen systematisch gefoltert. Zivilgesellschaftliche Gruppen und demokratische Strukturen wurden zerschlagen, KurdInnen verfolgt, tausende Personen wurden inhaftiert und in den Gefängnissen systematisch gefoltert. Ein wichtiger Teil dieses Widerstandes wurde der unbegrenzte Hungerstreik, der am 14. Juli 1982 begann... Die Gegebenheiten in der Türkei heute sind nicht ohne einen Rückblick auf die Ereignisse nach dem Militärputsch 1980 zu verstehen. Aus diesem Grund ist dieser Film nicht nur ein fantastischer Spielfilm und von geschichtlichem Interesse, sondern immer noch aktuell.
- Freitag, 02. Juni 2017 - 20:30Kategorien: Stefan, Komoedie, 2017, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, Liebesfilm, FrankreichEine alleinerziehende, neurotische Anwältin mit chaotischem Privatleben lässt sich dazu überreden, einen alten Freund wegen einer Gewalttat vor Gericht zu vertreten. Der Fall führt sie an die Grenzen ihrer Belastbarkeit, zumal auch ein anhänglicher früherer Klient und ihr bösartiger Exmann weiteren Trubel in ihr Dasein bringen. Einfallsreich inszenierte romantische Komödie, die Muster des Genres temporeich variiert und selbstsicher zwischen Witz und dramatischen Momenten wechselt. Der großartigen Hauptdarstellerin gelingt eine Tour de Force zwischen Charme und Verletzlichkeit.
- Freitag, 26. Mai 2017 - 20:30Kategorien: Stefan, Berlinale-Baer, 2017, Tragikomoedie, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Migration, Finnland, tmdUEin junger Syrer, dessen Familie im Bürgerkrieg fast komplett getötet wurde, kommt nach seiner Flucht quer durch Europa nach Finnland, wo er Asyl beantragt, dann aber untertaucht, als man ihm dies verwehrt. In dem wortkargen Neubesitzer eines schäbigen Restaurants findet er einen unerwarteten Beschützer, der ihn in seine exzentrische Belegschaft aufnimmt. Eine mitunter märchenhaft anmutende Tragikomödie, in der Aki Kaurismäki das mit viel Respekt behandelte Flüchtlingsschicksal meisterhaft mit grandiosen Szenen seines lakonischen Humors verknüpft. In der Zeichnung der politischen Hintergründe erhebt sein Film keine Anklage, spricht sich dafür aber nachdrücklich für Mitgefühl, Solidarität und Humanismus aus.
- Freitag, 05. Mai 2017 - 20:30Kategorien: 2017, Tragikomoedie, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, OesterreichEin für seine zugespitzten Musikkritiken berüchtigter Redakteur einer Wiener Tageszeitung wird im Zuge von Sparmaßnahmen entlassen und stürzt in eine Midlife-Crisis. Während seine Frau ihn mit dem Wunsch nach einem Kind zusätzlich unter Druck setzt, versucht der geschasste Kritiker seine ohnmächtige Wut mit der Reparatur einer maroden Achterbahn und Racheaktionen gegen seinen früheren Chef zu betäuben. Pointierte Tragikomödie als Regiedebüt des Schauspielers und Kabarettisten Josef Hader, der lustvoll zwischen unterschiedlichen Tonlagen wechselt. Dabei gelingen ihm durchaus schmerzhaft zugespitzte Szenen, auch wenn der Film sich seinen existenziellen Untiefen letztlich verweigert.
- Dienstag, 04. April 2017 - 15:30Ort: Alte Exerzierhalle am Neuen Rathaus Kategorien: Stefan, 2017, Kooperation, Film, Archiv, Spielfilm, Seniorenkino, Filmreihe, europaeischer Film, Sommerkomoedie, Neue Visionen, ScopeEine verwitwete Französin führt mit wenig Erfolg den provençalischen Birnen- und Lavendelhof ihres verstorbenen Ehemanns weiter. Als sie einen eigenbrötlerischen Mann mit dem Auto anfährt, wendet sich ihr Schicksal, denn der am Asperger-Syndrom leidende Computerfreak entpuppt sich als Gegengewicht zu ihrer ungebändigten Emotionalität. Die sommerwarme Komödie plädiert mit unterhaltsamen Dialogen und französischem Landhaus-Flair für Toleranz und Verständnis gegenüber Menschen, die „anders“ sind.
- Freitag, 31. März 2017 - 20:30Kategorien: Stefan, 1SE, NY Critics Circle Award, Gesellschaftssatire, Cesar-Filmpreis, Oscarnominierung, Nominierung Europaeischer Filmpreis, 2017, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, Filmdrama, Literaturverfilmung, Goya - Madrid, Golden Globe, Prix Lumieres, LA Critics Association Awards, Satellite Award, Rape-Revenge-ThrillerDer Film "Elle" (Elle ist das französische Personalpronomen für "sie", aber auch die zweite Silbe in "Isabelle" und könnte fast die zweite Silbe in Michèle sein.) ist einerseits eine Zumutung und zugleich in seiner Amoralität und Schamlosigkeit faszinierend. Zudem erinnert "Elle" an die Gesellschaftssatiren eines Luis Bunuel - außer Michèles Freundin Anna gibt es hier niemanden, der nicht "gestört" ist. Die unergründliche 64-jährige Isabelle Huppert brilliert in der Rolle einer gut 20 Jahre jüngeren Frau. ----- Jörg Albrecht im Deutschlandfunk: "In jedem anderen Film würden die Informationen, die uns die Handlung nach und nach über Michèle gibt, ihren Charakter, ihr Verhalten erklärbar machen. Bei "Elle" aber bleibt immer ein Restzweifel, ein Stück Unsicherheit. Dieses Rätselhafte, das Isabelle Huppert mit jeder Faser ihres Körpers spiegelt, macht diese Geschichte bis zum Ende unvorhersehbar. Huppert ist kalkuliert, pampig, leidenschaftlich, manipulativ, verschmitzt und sie ist noch so vieles mehr. Es ist die Quintessenz einer über 40 Jahre dauernden Karriere, bei der sich die erstaunlich alterslose Schauspielerin grundsätzlich eine Distanz zu ihren Figuren bewahrt hat."
- Freitag, 24. März 2017 - 20:30Die Ökonomie der Liebe erzählt von der Trennung von Marie und Thierry. Zehn Jahre lang haben die beiden mit ihren Kindern zusammengelebt. Sie kaufte einst die geteilte Wohnung und er renovierte sie. Als die beiden ihre Beziehung beenden, will deshalb keiner aus der gemeinsamen Bleibe ausziehen - zumal sich keiner allein ein neues Apartment leisten könnte. Starkes franko-belgisches Arthouse-Kino im Stile von Le Passé - Das Vergangene mit Bérénice Bejo (The Artist, Le Passé) und Cédric Kahn in der Hauptrolle.
- Freitag, 17. März 2017 - 20:30Kategorien: Komoedie, 2017, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, Liebesfilm, Historienfilm, Literaturverfilmung, Irland„Love & Friendship“ basiert auf dem Briefroman „Lady Susan“ der britischen Schriftstellerin Jane Austen („Stolz und Vorurteil“). - Die schöne Witwe Lady Susan Vernon besucht das Anwesen ihrer Verwandtschaft, um dort die in der gehobenen Gesellschaft kursierenden, skandalträchtigen Gerüchte über ihre Affären auszusitzen. Während sie sich dort versteckt hält, schmiedet sie Pläne, um für sich selbst sowie für ihre heiratsfähige, aber widerwillige Tochter Frederica jeweils einen passenden Ehemann zu suchen und dadurch ihrer beider Zukunft zu sichern. Lady Susan erregt die Aufmerksamkeit gleich dreier Männer: sowohl des jungen und attraktiven Reginald DeCourcy als auch des reichen, aber etwas einfältigen Sir James Martin sowie des äußerst gut aussehenden, jedoch verheirateten Lord Manwaring. Dieser Umstand verkompliziert die Angelegenheiten deutlich.
- Montag, 06. März 2017 - 19:00Kategorien: Stefan, Eintritt frei, Kooperation, Ev.-luth. Kirchenkreis Celle, Kirche trifft Kino, Filmreihe, Diskussion, Moderation, europaeischer Film, Filmklassiker, Filmkunst, FilmdramaDas Fotomodell Valentine (Irène Jacob), dessen Gesicht in riesiger Vergrößerung auf einem roten Plakat von jeder Anzeigetafel in Genf prangt, fährt den Hund eines pensionierten Richters (Jean-Louis Trintignant) an. Zwischen Valentine und dem zynischen Ex-Richter, der heimlich mit elektronischen Überwachungsgeräten die Gespräche seiner Nachbarn belauscht, wird Valentine Zeugin der geheimen Leben derer, die wir zu kennen glauben. - Drei Farben: Rot ist der letzte Spielfilm des polnischen Regisseurs Krzysztof Kieślowski aus dem Jahr 1994 und letzter Teil einer Trilogie über die drei Farben der französischen Flagge, die symbolisch für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit stehen.
- Sonntag, 05. März 2017 - 19:30Kategorien: Komoedie, 2017, Film, Archiv, Spielfilm, Cinespanol, Filmreihe, OmdU, europaeischer Film, SpanienCarmina, 58, betreibt eine Bar in Sevilla. Zum wiederholten Male wird sie bestohlen, diesmal werden ihr 80 Schinken entwendet. Als ihr die Versicherung mitteilt, dass sie den Schaden nicht bezahlt, muss sich Carmina etwas überlegen... Filmfest Malaga Publikumspreis (O.m.d.U.) --------------------------------------------------------------- A Carmina 58, encargada de un bar en Sevilla, le roban repetidas veces, esta vez son 80 jamones. Cuando el seguro le avisa que no va a pagar, Carmina tiene que pensar en una solución... Festival de Malaga Premio del público.
- Sonnabend, 04. März 2017 - 16:00Kategorien: 1SE, Europaeischer Filmpreis, Oscarnominierung, Golden-Globe-Nominierung, Familienfilm, Eintritt frei, 2017, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Demokratie leben, Moderation, europaeischer Film, wehrhafte Demokratie staerken - Ausgrenzung entgegentreten, Stop-Motion-Film, Literaturverfilmung, Schweizer FilmpreisNach dem Unfalltod seiner alkoholkranken Mutter landet ein neunjähriger Junge im Kinderheim, wo er sich mit anderen Kindern anfreundet, die ebenfalls Vernachlässigung und Missbrauch erfahren haben. Solidarisch bemühen sie sich darum, ein neu hinzugekommenes Mädchen vor ihrer egoistischen Tante zu schützen. Der bemerkenswert zurückhaltend inszenierte Stop-Motion-Animationsfilm erzählt ebenso berührend wie angemessen optimistisch von traumatisierten Kindern, wobei die Handlung durchgängig auf Augenhöhe seiner jungen Protagonisten bleibt. Die Inszenierung lässt Poesie, Realismus und Fiktion mustergültig ineinanderfließen und schafft so für ein breites Publikum Zugänge zu einem schwierigen Thema. ----- Europäischer Filmpreis 2016 ------ Liebes Publikum, liebe Eltern, liebe Lehrer, der Stop-Motion-Puppenfilm "Mein Leben als Zucchini" (66 Minuten) ist ein wundervoller Film für Jung (ab 8) und Alt (bis 99) - eigentlich ein Familienfilm. "Zucchini" ist ein Film, in dem man die Kinder mitnehmen muss. Als Zielgruppe werden Kinder nicht massiv beworben - kein "Ice Age der x-te" oder so, wo sie das Gefühl haben, etwas verpasst zu haben, nicht mitreden zu können, wenn sie ihn nicht gesehen haben. Filme, die Kinder ernstnehmen und nicht als Marketingobjekt sehen, haben es immer schwer an der Kinokasse. Fünf Termine bieten wir an. Extra Schulveranstaltungen sind möglich.
- Freitag, 17. Februar 2017 - 20:30Maria Beatrice Morandini Valdirana ist Gräfin und Quasselstrippe, die sich in der Welt der Schönen und Reichen bestens auskennt. Seitdem sie sich in einen Berufsverbrecher verliebt und der italienischen Justiz zahlreiche Gründe gegeben hat, sie unter Arrest zu stellen, ist von ihrer gesellschaftlichen Bedeutung nicht mehr viel übrig. Beatrice muss sich in der rustikalen Villa Biondi psychologischer Behandlung unterziehen. Als die junge Donatella, die außerhalb ihres eigenen Universums kaum anzutreffen ist, dort ebenfalls Patientin wird, nimmt Beatrice die gebrochene Frau unter ihre Fittiche. Beim Arbeitseinsatz in einer lokalen Gärtnerei ergibt sich eine seltene Gelegenheit, den goldenen Käfig zumindest kurzfristig zu verlassen: Beatrice und Donatella büchsen aus. Dicht gefolgt von einem Dutzend Psychologen jagen sie durch die Toskana und freunden sich bald an. Zwischen bipolaren Glücksschüben, manischer Zielstrebigkeit und zwanghafter Furchtlosigkeit verstehen sie einander besser als sonst jemand es könnte. Nichts weniger als das Glück wollen sie suchen bei ihrem Ausflug in dieses Freiluft-Irrenhaus, das man viel zu oft mit der Realität verwechselt. - Paolo Virzìs („Die süße Gier“) neuer Film versprüht in jeder Sekunde so viel Lebensfreude, dass man dringend verrückt werden möchte. DIE ÜBERGLÜCKLICHEN bringt zwei bezwingend starke Frauen auf die Leinwand, genial verkörpert von Valeria Bruni Tedeschi und Micaela Ramazzotti, die uns mit ihrer Wucht und Zerbrechlichkeit viel Kraft geben. Ein großartig gewitztes Zeitbild italienischer Gegenwart und das Portrait einer furiosen Frauenfreundschaft, die uns vor dem Irrsinn rettet.
- Freitag, 10. Februar 2017 - 20:30Kategorien: Stefan, Sozialdrama, 2017, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, Moraldrama, Belgien, Temperclayfilm, Flat, unser Film des MonatsDer 10. Spielfilm der Brüder Dardenne erzählt die Geschichte der jungen Ärztin Jenny (Shooting-Star Adèle Haenel). Als es eines Abends nach Sprechstundenende an der Tür ihrer Praxis klingelt und eine junge Frau um Hilfe bittet, antwortet Jenny nicht, weil sie zur gleichen Zeit dem neuen Kollegen vorgestellt wird. Am nächsten Tag erfährt sie von der Polizei, dass eine unidentifizierte, junge Frau tot aufgefunden wurde. Von Schuldgefühlen geplagt, stellt Jenny private Nachforschungen an, um mehr über die Identität der Verstorbenen herauszufinden.
- Sonntag, 05. Februar 2017 - 19:30Kategorien: Jan/Tine, 2017, Dokumentarfilm, Film, Archiv, Cinespanol, Filmreihe, OmdU, europaeischer Film, Musikdokumentation, SpanienDer Film begleitet den Flamenco Gitarristen Paco de Lucia auf Konzerten, Studioaufnahmen und in sein privates Refugium. Historische Aufnahmen gemischt mit aktuellen Konzerten geben Einblicke in seine Sozialisation, seinen beruflichen Werdegang und die Entwicklung der Flamenco Musik. Gedreht von seinem Sohn Curro Sánchez Varela kurz vor Paco de Lucia´s Tod im Februar 2014.
- Donnerstag, 02. Februar 2017 - 19:30Kategorien: Gilde-Filmpreis, Marcello-Mastroianni-Preis, 2017, Archiv, Filmpreis, Publikumsfilm, Spielfilm, europaeischer Film, Filmkunst, Melodram, Historienfilm, Frankreich, tmdU, evtl. Open AirEin kleines deutsches Dorf kurz nach dem Ersten Weltkrieg. Der Einwohner Frantz war als Soldat in den Krieg gezogen und an der französischen Grenze gefallen. Seither besucht seine große Liebe Anna jeden Tag sein Grab auf dem Dorffriedhof. Als eines Tages ein geheimnisvoller Fremder auftaucht und ebenfalls Blumen auf dem Grab niederlegt, geraten die Dorfbewohner in helle Aufregung: Denn Adrien ist Franzose, gehört also jener "Siegernation" an, deren Soldaten auch Frantz zum Opfer fiel. Was will er in dem Dorf? Während die meisten Einwohner dem Fremden feindselig begegnen, zeigt Anna sich von ihm zusehends fasziniert. Erst ganz allmählich wird klar, auf welch tragische Weise die beiden Männer miteinander verbunden waren. ---- Neuverfilmung eines Melodrams von Ernst Lubitsch aus dem Jahre 1931, das unter vier verschiedenen Titel gezeigt worden ist: Der Mann, den sein Gewissen trieb; Der fremde Sohn, BROKEN LULLABY und The Man I Killed.
- Freitag, 13. Januar 2017 - 20:30Kategorien: Stefan, Sozialdrama, Nominierung Europaeischer Filmpreis, 2017, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, British Film Awards, Cannes - Goldene Palme, EnglandDer neue Film von Ken Loach, der in Cannes den als sicheren Sieger geltenden "Toni Erdmann" die "Goldene Palme" vor der Nase wegschnappte. Daniel Blake ist ein geradliniger und anständiger, zeitlebens Steuern zahlender Durchschnittsengländer - bis seine Gesundheit ihm einen Strich durch die Rechnung macht. Jetzt, im gesetzteren Alter, will ihm die willkürliche Staatsbürokratie den Bezug von Sozialhilfe verweigern. Schnell gerät er in einen Teufelskreis von Zuständigkeiten, Bestimmungen und Antragsformularen. Daniel Blake rechnet nicht damit, dass die geradezu kafkaeske Situation ihn fast in die Knie zwingen wird. Seine Wege kreuzen sich mit Katie und ihren beiden Kindern Daisy und Dylan. Sie raufen sich zu einer erfolgreichen Schicksalsgemeinschaft zusammen und erfahren neben den ständigen Seitenhieben der Behörden auch viel Solidarität - von ehemaligen Kollegen, sogar von Daniels schrägem Nachbar. Doch die bürokratischen Klippen des sogenannten Sozialstaates sind tückisch. Da wird Ohnmacht zur Wut - und so leicht geben Daniel und Katie ihre Träume und Hoffnungen nicht auf...
- Donnerstag, 12. Januar 2017 - 19:30Kategorien: Berlinale-Baer, Europaeischer Filmpreis, Oscarnominierung, Eintritt frei, 2017, Kooperation, Dokumentarfilm, Film, Archiv, Filmpreis, Demokratie leben, Filmreihe, europaeischer Film, wehrhafte Demokratie staerken - Ausgrenzung entgegentreten, Migration, Friedenspreis des Deutschen Films – Die Bruecke, Landkreis Celle Ordnungsamt - Migration und Integration , Referat für Integration der Stadt Celle, ItalienNominiert für den Oscar 2017 als bester Dokumentarfilm. ------------------- Der Italiener Gianfranco Rosi wurde für sein Werk „Seefeuer“ mit dem Preis für den besten europäischen Dokumentarfilm ausgezeichnet. Rosis erschütternder Film über das Flüchtlingssterben im Mittelmeer hat in diesem Februar bereits den Goldenen Bären der Internationalen Filmfestspiele Berlin gewonnen. --------------------- Ein Jahr lang beobachtete Regisseur Gianfranco Rosi Leben und Alltag auf Lampedusa, der „Insel der Hoffnung“, die zur Anlaufstelle unzähliger Flüchtlinge wurde. Der bewegende Dokumentarfilm überzeugte auf der diesjährigen Berlinale Publikum wie Kritiker und gewann den Goldenen Bären als Bester Film. Jury-Präsidentin Meryl Streep bezeichnete "Seefeuer" als "das Herzstück der Berlinale".
- Montag, 09. Januar 2017 - 19:00Kategorien: Oscar, Eintritt frei, 2017, Kooperation, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Ev.-luth. Kirchenkreis Celle, Kirche trifft Kino, Filmreihe, Diskussion, Moderation, europaeischer Film, FilmklassikerSechs Angehörige der High Society planen ein Abendessen gehobener Klasse in elitärem Kreis. Doch das stilvolle Dinner muss aufgrund verschiedener Missverständnisse und Pannen dauernd verschoben werden. Ob die Gäste den Termin vergessen haben, ein toter Restaurantbesitzer im Nachbarzimmer den Appetit verdirbt, die Gastgeber über ihren Sextrieb das Menü vernachlässigen oder das Militär einmarschiert – das elegante Mahl scheint einfach nicht zustande zu kommen … Luis Buñuels grandiose, Oscar®-prämierte Satire über ein genusssüchtiges Großbürgertum, das an sinnlosen Ritualen und Etiketten festhält, stellt seinen Spott an dieser sozialen Schicht, welche sich durch Buñuels Lebenswerk zieht, in aller Skurrilität und Surrealität dar.
- Freitag, 06. Januar 2017 - 20:30Kategorien: Stefan, Vater-Tochter-Drama, 2017, Auftragskiller-Thriller, Killerkomoedie, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, NiederlandeDieser Film ist völlig untergegangen in Deutschland, nur 2.179 Zuschauer haben ihn gesehen. Bei uns waren am Freitag 13 Zuschauer anwesend, die sich alle durch die Bank ausnahmslos gut amüsiert haben und das Kino sichtlich vergnügt und erheitert verlassen haben. ================================================================================================= Das designierte Opfer, der Schriftsteller Bax, ist angeblich eine ganz einfache Nummer. Denn so bürgerlich es bei Schneider zugeht, so verpeilt und planlos ist der aus Überzeugung koksende Bax. Während Schneider mit großer Ordnungsliebe die Tat präpariert, falsche Schnurrbärte und Täterfahrzeuge dirigiert, stellt sich in Bax idyllischem Sommerhäuschen im Naturschutzgebiet größte Unordnung her: seine depressive Tochter kommt auf Besuch und bringt ihre Streitlust mit. Erst ein Anruf erinnert ihn daran, dass er heute noch etwas zu erledigen hat: den Profikiller Schneider nämlich, der sich mit raschen Schritten in Schussnähe begibt. Gerade hat Schneider Stellung im Schilf bezogen - da ruft ihn der Naturschutz zur Ordnung. Und Bax hat kaum seine Tochter unter Kontrolle gekriegt, als sein schmieriger Vater mit neuer Freundin vor der Tür steht. Wer soll da vernünftig morden?!
- Dienstag, 03. Januar 2017 - 15:30Ort: Alte Exerzierhalle am Neuen Rathaus Kategorien: 2017, Kooperation, Film, Archiv, Spielfilm, Seniorenkino, Filmreihe, europaeischer Film, FrankreichEin griesgrämiger Witwer mit großer Wohnung in Paris nimmt widerwillig eine Studentin als Untermieterin auf. Das Arrangement sorgt für Spannungen, da der Alte die finanzielle Not der jungen Frau ausnutzen will, um mit ihrer Hilfe die Ehe seines Sohns zu zerstören. Komödie vor dem Hintergrund der akuten Wohnungsnot in Großstädten, deren ungewöhnliche Wohngemeinschaft amüsante Szenen generiert.
- Freitag, 23. Dezember 2016 - 20:30Kategorien: Stefan, 2016, Culture-Clash-Komoedie, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, Migration, NorwegenPrimus ist ein Mann mit großen Visionen und noch größeren Niederlagen. Am größten aber ist bei ihm die Abneigung gegen alles Fremde. Die vielen Flüchtlinge, von denen allseits die Rede ist, kommen ihm trotzdem gerade recht. Sein Pleite gegangenes Hotel im Norden Norwegens soll dank ihnen doch noch zur Goldgrube werden, denn sie können hier kostengünstig zwischengelagert werden. Und dafür winken saubere Subventionen aus der Staatskasse. Seine Frau Hanni und Tochter Oda trauen ihren Augen nicht, als ganze "Busladungen" in das Hotel einmarschieren, in dem Zimmer, Türen, Heizung und Strom fehlen. Nicht vorbereitet ist Primus auf die diplomatischen Verwicklungen, die nun auf ihn lauern: Christen weigern sich mit Arabern, Sunniten mit Schiiten das Zimmer zu teilen. Der optimistische Abedi erweist sich als unverzichtbarer Vermittler und wird für den Einzelgänger Primus schnell zum ständigen Begleiter. Doch dann fordert die Ausländerbehörde auch noch Sprachkurse und einen Kooperationsrat, sonst gibt es kein Geld. Bald hat Primus, der verzweifelt versucht, die Kontrolle zu wahren, den Ruf eines Diktators, die Flüchtlinge bezeichnen ihr neues Zuhause als Guantanamo und die xenophoben Einheimischen winken mit den Fäusten. Heilloses Chaos scheint vorprogrammiert, dabei hat Primus längst etwas gewonnen, worauf er gar nicht aus war: einen Freund trotz aller Unterschiede. Die skandinavische Komödie nimmt Vorurteile geschickt aufs Korn und lässt uns in Norwegens Bergen die brisante Gegenwart mit anderen Augen sehen. Mit viel Witz und Warmherzigkeit gelingt Regisseur Rune Denstad Langlo ein Stück schwarz-humoriges Kino, eine Schlittenfahrt auf dem glatten Eis globaler Verwicklungen.
- Dienstag, 06. Dezember 2016 - 15:30Ort: Alte Exerzierhalle am Neuen Rathaus Kategorien: 2016, Golden-Globe-Nominierung, Kooperation, Tragikomoedie, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Seniorenkino, Filmreihe, europaeischer Film, LiteraturverfilmungDer Film basiert auf der wahren Geschichte von Alan Bennett, in dessen Londoner Auffahrt Miss Shepherd "vorübergehend" ihren Van parkte und für 15 Jahre wohnen blieb. Diese Begegnung, die als widerwillig gewährter Gefallen begann, entwickelte sich zu einer Beziehung, die die Leben der beiden nachhaltig veränderte.
- Freitag, 02. Dezember 2016 - 20:30Kategorien: Heike, Gilde-Filmpreis, 1SE, 2016, Marcello-Mastroianni-Preis, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Filmkunst, Melodram, Historienfilm, FrankreichEin kleines deutsches Dorf kurz nach dem Ersten Weltkrieg. Der Einwohner Frantz war als Soldat in den Krieg gezogen und an der französischen Grenze gefallen. Seither besucht seine große Liebe Anna jeden Tag sein Grab auf dem Dorffriedhof. Als eines Tages ein geheimnisvoller Fremder auftaucht und ebenfalls Blumen auf dem Grab niederlegt, geraten die Dorfbewohner in helle Aufregung: Denn Adrien ist Franzose, gehört also jener "Siegernation" an, deren Soldaten auch Frantz zum Opfer fiel. Was will er in dem Dorf? Während die meisten Einwohner dem Fremden feindselig begegnen, zeigt Anna sich von ihm zusehends fasziniert. Erst ganz allmählich wird klar, auf welch tragische Weise die beiden Männer miteinander verbunden waren. ----- Neuverfilmung eines Melodrams von Ernst Lubitsch aus dem Jahre 1931, das unter vier verschiedenen Titel gezeigt worden ist: Der Mann, den sein Gewissen trieb, Der fremde Sohn, BROKEN LULLABY und The Man I Killed
- Freitag, 25. November 2016 - 20:30Kategorien: 1SE, Berlinale-Baer, 2016, NY Critics Circle Award, Frauendrama, Cesar-Filmpreis, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Filmkunst, LA Critics Association Awards, FrankreichWieder eine starke Frauenrolle für Isabelle Huppert. Die 63-jährige Französin spielt in "Alles was kommt" die Pariser Philosophie-Lehrerin Nathalie - eine Frau, die ihr Leben perfekt unter Kontrolle hat. Doch von einem Tag auf den anderen ändert sich für Nathalie alles: Ihr Mann verlässt sie nach einem Vierteljahrhundert Ehe für eine andere Frau. Ihr Verlag wirft ihre Werke aus dem Programm. Und ihre Mutter muss ins Altenheim. Nathalie ist plötzlich gezwungen, sich mit dem eigenen Altern auseinanderzusetzen. Regisseurin Mia Hansen-Løve wurde für ihr subtiles Frauenporträt bei der Berlinale mit dem Silbernen Bären für die Beste Regie ausgezeichnet.
- Freitag, 18. November 2016 - 20:30Kategorien: Stefan, 2016, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, Feel-Good-Movie, FrankreichDr. Jean-Pierre Werner ist mit Leib und Seele Dorfarzt. Seit mehr als 30 Jahren ist er für seine Patienten zu jeder Tages- und Nachtzeit da. Dann wird er selbst ernsthaft krank. Er muss mit Dr. Nathalie Delezia widerwillig eine Vertretung einstellen. Da sich Jean-Pierre für unersetzlich hält, bahnen sich zwischen Nathalie und ihm einige Konflikte an. "Der Landarzt von Chaussy" ist eine Tragikomödie des französischen Regisseurs Thomas Lilti ("Hippocrate"), der selbst Mediziner ist. In der Hauptrolle brilliert der "Ziemlich beste Freunde"-Star François Cluzet. Der Film hat in Frankreich mehr als 1,5 Millionen Besucher in die Kinos gelockt.
- Montag, 07. November 2016 - 19:00Kategorien: 1SE, 2016, Eintritt frei, Kooperation, Film, Archiv, Ev.-luth. Kirchenkreis Celle, Kirche trifft Kino, Filmreihe, Diskussion, Moderation, europaeischer Film, Filmklassiker, FilmkunstZweiter Weltkrieg: Die junge Französin Marie Latour (Isabelle Huppert) betätigt sich während der deutschen Besetzung Frankreichs als "Engelmacherin". Sie führt Abtreibungen bei Frauen durch, die in Abwesenheit ihrer Männer oder von deutschen Besatzungssoldaten schwanger geworden sind. Als ihr eigener Mann Paul (François Cluzet) aus deutscher Gefangenschaft zurückkehrt, wendet sie sich von ihm ab und beginnt ein Verhältnis mit einem jungen Kollaborateur. - Frankreich 1988, Regie: Claude Chabrol - Isabelle Huppert ist bei uns am 25./26. November in "Alles was kommt" zu sehen. François Cluzet ist bei uns am 18./19. November im "Landarzt von Chaussy" zu sehen.
- Sonntag, 06. November 2016 - 19:00
- Freitag, 04. November 2016 - 20:30Kategorien: 1SE, Oscarkandidat, 2016, Nominierung Europaeischer Filmpreis, Mutter-Tochter-Drama, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Filmkunst, Goya - Madrid, National Board of Review, SpanienMit seinem 20. Film kehrt Kultregisseur Pedro Almodóvar zurück zu seinen größten Erfolgen, zu Melodramen wie VOLVER oder SPRICH MIT IHR, und zurück zu seinem Kino der Frauen, die kein anderer so zu inszenieren weiß, wie der spanische Meister. - Julieta lebt in Madrid mit ihrer Tochter Antía. Beide trauern im Stillen über den schmerzlichen Verlust von Xoan, ihrem Vater und Ehemann. Aber manchmal steht der Schmerz zwischen den Menschen, statt sie zu vereinen. An ihrem 18. Geburtstag verlässt Antía ihre Mutter ohne ein Wort der Erklärung. Julieta versucht alles, um sie zu finden. Ohne Erfolg. Stattdessen muss sie erkennen, wie wenig sie über ihre Tochter weiß. Mit der Suche nach Antworten beginnt Julietas emotionale Reise in die letzten 30 Jahre ihres Lebens.
- Freitag, 21. Oktober 2016 - 20:30Kategorien: Stefan, 2016, Episodenfilm, Omnibusfilm, Dystopie, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, MigrationEs ist Herbst und wird kalt in der Schweiz. Plötzlich steht eine unerklärbare und furchteinflössende Wolke über dem Land. Ihre Herkunft ist den Experten ein grosses Rätsel und sie können lediglich feststellen, dass sie kontinuierlich wächst und ihre Entladung nur eine Frage der Zeit ist. Noch ist es windstill draussen, doch die Wolke hängt wie ein Damoklesschwert über der Schweiz. HEIMATLAND nutzt diesen Zustand der allgemeinen Verunsicherung für eine aktuelle Bestandsaufnahme der Schweiz: Zehn junge AutorenfilmerInnen aus der West- und Deutschschweiz beleuchten Menschen, Mentalitäten und Milieus der Schweiz und verweben diese persönlichen Episoden zu einer grossen, gemeinsamen Geschichte. Die Menschen im Land reagieren ganz unterschiedlich auf den drohenden Sturm: Einige ignorieren ihn, andere verbarrikadieren sich, dritte feiern den Weltuntergang. Doch der Sturm hat etwas Verbindendes: Er legt die wahren Bedürfnisse, Ängste und Hoffnungen frei und enthüllt Schritt für Schritt die Folgen von politischer und gesellschaftlicher Isolation.
- Dienstag, 18. Oktober 2016 - 19:00Kategorien: 2016, Film, Archiv, Spielfilm, Cinespanol, Filmreihe, OmdU, europaeischer Film, Filmkunst, MelodramBinnen eines Jahres erlebt die 40-Jährige Magda schwere Schicksalsschläge: Sie erkrankt an Krebs und verliert eine Brust, ihr Mann wendet sich von ihr ab, ihre Stelle wird gestrichen. Als sie einen ähnlich gebeutelten Fußballscout kennenlernt, schöpft sie neue Hoffnung, doch dann werden wieder Metastasen entdeckt und sie wird schwanger. Mit märchenhaftem Überschwang entfaltet das kunstvoll verschachtelte Melodram eine Ode auf die Kraft von Frauen, die über den Tod hinaus ihr Leben ordnen. Getragen von einer großartigen Hauptdarstellerin, öffnet der Film Räume, die auch in tiefster Verzweiflung nicht trostlos wirken. Oscar-Gewinnerin Penélope Cruz spielt die Magda in dem neuen Film von Julio Medem („Lucía und der Sex“, „Die Liebenden des Polarkreises“). In Deutschland wird die umstrittene ungeschnittene Fassung des Films gezeigt.
- Freitag, 07. Oktober 2016 - 20:30Ein griesgrämiger Witwer mit großer Wohnung in Paris nimmt widerwillig eine Studentin als Untermieterin auf. Das Arrangement sorgt für Spannungen, da der Alte die finanzielle Not der jungen Frau ausnutzen will, um mit ihrer Hilfe die Ehe seines Sohns zu zerstören. Komödie vor dem Hintergrund der akuten Wohnungsnot in Großstädten, deren ungewöhnliche Wohngemeinschaft amüsante Szenen generiert.
- Montag, 03. Oktober 2016 - 19:00
- Freitag, 30. September 2016 - 20:30Binnen eines Jahres erlebt eine 40-Jährige schwere Schicksalsschläge: Sie erkrankt an Krebs und verliert eine Brust, ihr Mann wendet sich von ihr ab, ihre Stelle wird gestrichen. Als sie einen ähnlich gebeutelten Fußballscout kennenlernt, schöpft sie neue Hoffnung, doch dann werden wieder Metastasen entdeckt, zudem wird sie schwanger. Mit märchenhaftem Überschwang entfaltet das kunstvoll verschachtelte Melodram eine Ode auf die Kraft von Frauen, die über den Tod hinaus ihr Leben ordnen. Getragen von einer großartigen Hauptdarstellerin, öffnet der Film Räume, die auch in tiefster Verzweiflung nicht trostlos wirken.
- Freitag, 26. August 2016 - 20:30Kategorien: 2016, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, Agententhriller, Buddy-Movie, evtl. Open AirZwei höchst gegensätzliche US-Amerikaner, ein CIA-Agent und ein junger Taschendieb, müssen gemeinsam in Paris einer Bombenlegerin auf die Spur kommen. Sie stoßen auf ein Komplott, mit dem die Ängste der Stadtbevölkerung geschürt werden soll, um am Jahrestag des Sturms auf die Bastille Chaos hervorzurufen. Der brillant choreografierte Actionfilm lässt das eigentliche Ziel der öffentlichen Verunsicherung lange im Dunkeln, glänzt dafür aber mit packenden Stunts, hoher Spannung, ungewohnten Paris-Bildern und zwei erfrischenden Darstellern, die dem Buddy-Movie Esprit und Vitalität verleihen.
- Freitag, 12. August 2016 - 20:30Kategorien: Stefan, 2016, Komoedie, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, Feel-Good-Movie, Frankreich, evtl. SK, 24Bilder, FlatEin von Ehe und Beruf unausgefüllter 50-jähriger Mann will in einem Kajak eine Flusstour südlich von Paris unternehmen. Als er an einem idyllischen Gasthaus strandet, lassen ihn Zufälle und Missgeschicke seinen Aufenthalt verlängern, zumal er sich sowohl zur Wirtin als auch zu ihrer jungen Bedienung hingezogen fühlt. Sympathische, gut gespielte Sommerkomödie mit leicht märchenhaften Zügen, die vom Ausbruchsversuch eines zaghaften Neurotikers aus dem Alltag erzählt. Manche gelungene Situationskomik überdeckt allzu seichte Stellen und einige überstrapazierte Witze.
- Freitag, 05. August 2016 - 20:30Kategorien: Oscarkandidat, 2016, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Migration, Filmkunst, Biopic, Historienfilm, Bayerischer Filmpreis, Filmkunstpreis - Festival des deutschen Films, Preis der deutschen Filmkritik, Österreichischer FilmpreisStefan Zweig war zu seiner Zeit ein Starautor und gemeinsam mit Thomas Mann der meistübersetzte deutschsprachige Schriftsteller. Bereits 1934 verließ Zweig seine Heimat Österreich, um ins Exil zu gehen aus dem er nicht zurückkehrte. In ihrem ebenso stringenten wie sinnlich-opulenten Film zeigt Maria Schrader den weltberühmten Autor in sechs Episoden seines Lebens – von seinem ersten Aufenthalt in Brasilien und der Teilnahme am P.E.N.-Kongress in Buenos Aires 1936 über den Besuch New Yorks und seiner ersten Frau Friderike im Jahr 1941 bis zu seinem Tod 1942 in Petrópolis. Auf seinen Reisen wird der Exilant von vielen Seiten bedrängt, die Barbarei des Nazi-Regimes öffentlich zu verurteilen, was den überzeugten Pazifisten in einen Konflikt stürzt: Weder will er sich für einen Krieg aussprechen noch hält er eine Widerstandsgeste ohne persönliches Risiko für sinnvoll.
- Dienstag, 02. August 2016 - 19:30Kategorien: Heike, 2016, Frauendrama, Eintritt frei, Kooperation, Film, Archiv, Spielfilm, Rosa-Luxemburg-Club Celle, Filmreihe, Diskussion, Moderation, OmdU, europaeischer FilmEine süditalienische Großfamilie muss ihre bisherige Existenzgrundlage einer kleinen Textilfabrik aufgeben, weil sie der Konkurrenz aus Asien nicht länger trotzen kann. Ein verwilderter Olivenhain soll ihnen eine neue Zukunft in der Landwirtschaft sichern. Während die Großmutter gelassen auf die Schicksalsschläge reagiert, fällt es ihren Enkeln weit schwerer, sich mit der neuen Situation anzufreunden. Der liebenswürdige Film, dessen Figuren von Laien dargestellt werden, wandelt auf den Spuren des poetischen Realismus und erweist Land und Leuten seine Reverenz. (O.m.d.U.)
- Dienstag, 26. Juli 2016 - 19:30Kategorien: 2016, Eintritt frei, Kooperation, Dokumentarfilm, Film, Archiv, Rosa-Luxemburg-Club Celle, Filmreihe, Diskussion, Moderation, OmdU, europaeischer FilmSeit 2008 ist Norditalien Schauplatz ungewöhnlicher Ereignisse. Unternehmen, Politik und Medien nutzen den Kriseneinbruch, um die ohnehin schon bröckelnden Arbeiter*innenrechte weiter auszuhöhlen; auf der anderen Seite formiert sich jedoch gerade am untersten Ende der Lohnskala ein lebendiger Widerstand.
- Dienstag, 12. Juli 2016 - 19:30Kategorien: 2016, Eintritt frei, Kooperation, Dokumentarfilm, Film, Archiv, Rosa-Luxemburg-Club Celle, Filmreihe, Diskussion, Moderation, OmdU, europaeischer FilmDer restaurierte Film "12 dicembre" von Pier Paolo Pasolini zeigt wie kaum ein anderer die Stimmung nach dem Beginn der "Strategie der Spannung" in den sechziger Jahren in Italien.
- Freitag, 10. Juni 2016 - 20:30Kategorien: 2016, Golden-Globe-Nominierung, Tragikomoedie, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, BiopicDer Film basiert auf der wahren Geschichte von Alan Bennett, in dessen Londoner Auffahrt Miss Shepherd "vorübergehend" ihren Van parkte und für 15 Jahre wohnen blieb. Diese Begegnung, die als widerwillig gewährter Gefallen begann, entwickelte sich zu einer Beziehung, die die Leben der beiden nachhaltig veränderte.
- Dienstag, 07. Juni 2016 - 15:30Ort: Alte Exerzierhalle am Neuen Rathaus Kategorien: 2016, Kooperation, Film, Archiv, Spielfilm, Seniorenkino, Filmreihe, europaeischer Film, Filmdrama, LiteraturverfilmungIm England des ausgehenden 19. Jahrhunderts übernimmt eine junge Frau nach einer Erbschaft entgegen den Konventionen ihrer Zeit die Führung des großväterlichen Gutshofs. In der Folge gerät ihr Unabhängigkeitsdrang mit diversen Ehe-Optionen in Konflikt. Die solide, geschmackvoll ausgestattete Verfilmung des Romans von Thomas Hardy bleibt dem romantischen Grundton der Vorlage treu und fügt dem Stoff keine allzu neuen Perspektiven hinzu. Wie bei Hardy lösen sich die proto-feministischen Ansätze der Frauenfigur am Ende in Konformität auf.
- Freitag, 27. Mai 2016 - 20:30Kategorien: 2016, Tragikomoedie, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Goya - MadridEin Informatiker fliegt von Toronto nach Madrid, um seinem sterbenskranken Freund bei dessen letzten Besorgungen zu helfen, insbesondere dabei, eine Bleibe für seinen treuen Hund zu finden. Trotz aller Gegensätze verbringen die grundverschiedenen Männer intensive Tage miteinander. Dem von zwei großartigen Darstellern getragenen Drama gelingt eine brillante Gratwanderung zwischen Trauer und Humor, Tod und ungebremster Lebensfreude. Die Inszenierung verbindet Situationskomik und Alltagsgeschichten mit existenzieller Tiefe, ohne je in Stereotype oder sentimentale Klischees abzugleiten.
- Freitag, 20. Mai 2016 - 20:30Kategorien: Stefan, 2016, Sozialdrama, Cesar-Filmpreis, Nominierung Europaeischer Filmpreis, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer FilmEin gelernter Maschinist Anfang 50 hat seit eineinhalb Jahren keinen Job mehr. Obwohl er vom Arbeitsamt zu Fortbildungen genötigt und in zahllosen Kursen für alles Mögliche trainiert wird, findet er keine Anstellung. Erst als er sich mit einer einfacheren Tätigkeit zufriedengibt, wird er als Kaufhausdetektiv eingestellt. Mit geradezu ethnologischem Interesse seziert das in ruhigen, beobachtenden Cinemascope-Bildern fotografierte Drama die Demontage eines starken Charakters, der die vielen Demütigungen stoisch-demütig über sich ergehen lässt, ohne seine Würde zu verlieren. Die dokumentarisch anmutende Kamera fokussiert dabei durchgängig auf das verwitterte Gesicht des großartigen Hauptdarstellers, das ohne viele Worte von seinen inneren Kämpfen und Verletzungen erzählt. Eine fast philosophische Mediation über menschlich-moralische Kosten unseres Wirtschaftssystems.
- Freitag, 29. April 2016 - 20:30Kategorien: 2016, Europaeischer Filmpreis, Frauendrama, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Historienfilm1903 gründete Emmeline Pankhurst in Großbritannien die "Women`s Social and Political Union", eine bürgerliche Frauenbewegung, die in den folgenden Jahren sowohl durch passiven Widerstand, als auch durch öffentliche Proteste bis hin zu Hungerstreiks auf sich aufmerksam machte. Neben dem Wahlrecht kämpften sie für die allgemeine Gleichstellung der Frau und für heute so selbstverständliche Dinge wie das Rauchen in der Öffentlichkeit. Die sogenannten "Suffragetten" waren teilweise gezwungen in den Untergrund zu gehen und ein gefährliches Katz und Maus-Spiel mit dem immer brutaler zugreifenden Staat zu führen. Es waren größtenteils Arbeiterfrauen, die festgestellt hatten, dass friedliche Proteste keinen Erfolg brachten. In ihrer Radikalisierung riskierten sie alles zu verlieren - ihre Jobs, ihr Heim, ihre Kinder und ihr Leben. Maud war eine dieser mutigen Frauen.
- Freitag, 22. April 2016 - 20:30Kategorien: Oscarkandidat, 2016, LUX-Filmpreis, Cesar-Filmpreis, Nominierung Europaeischer Filmpreis, Golden-Globe-Nominierung, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Filmdrama, Friedenspreis des Deutschen Films – Die BrueckeFür ein zwölfjähriges türkisches Mädchen und seine vier älteren Schwestern hat das unschuldige Herumalbern mit Jungen im Meer drastische Folgen. Aus Angst um den Ruf der Familie werden sie von ihrem konservativen Onkel und der Großmutter in ihr Wohnhaus verbannt, das zum Gefängnis wird. Bald folgen erste arrangierte Hochzeiten. Das aus der Sicht der jüngsten Schwester erzählte Drama durchsetzt die brisante, bedrückende Fabel durch warme Farben und sommerlich flirrende Bilder, vor allem aber durch den Blick auf die sinnliche Schönheit und die Lebensfreude der Heranwachsenden. So vermittelt sich intensiv ein Plädoyer für Freiheit und das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben, das über den engen regionalen Kontext der Handlung hinausweist.
- Freitag, 08. April 2016 - 20:30Kategorien: Oscarkandidat, 2016, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, Migration, LiebesdramaEine schüchterne Irin wandert in den 1950er-Jahren nach New York aus, wo sie eine Anstellung in einem Modegeschäft findet. Ihre Einsamkeit und die Last der Fremde verflüchtigen sich, als ihr ein Italoamerikaner zeigt, wie eng der Horizont ihrer Heimat war. Doch dann ruft sie eine familiäre Tragödie nach Irland zurück, wo ihr ein anderer Mann den Hof macht. Die Verfilmung eines Romans von Colm Tóibín skizziert mit feinen, unaufdringlichen Strichen ein Einwandererschicksal, in dem Entfremdung und Heimatwerdung eng an die Figuren gebunden sind. Die Entwicklung der beeindruckend gespielten Protagonistin wird subtil und eindrücklich zugleich darstellt.
- Freitag, 01. April 2016 - 20:30Kategorien: Stefan, 2016, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, Familiendrama, Melodram, Coming of AgeAls die Arbeiten einer tödlich verunglückten Kriegsfotografin ausgestellt werden, kehrt ihr ältester Sohn in seine Heimatstadt zurück. Das zerrüttete Familiengefüge zwischen ihm, seinem Vater und dem jüngeren Bruder wird erschüttert, als ein Journalist die bislang verschwiegenen Umstände des Unfalls veröffentlichen möchte. Ein stilles, feinnerviges Drama zwischen (Melo-)Drama und Coming-of-Age-Geschichte. Auch wenn das Drehbuch die Figuren bisweilen überfrachtet, überzeugt der multiperspektivisch erzählte Film durch seine assoziative Bildgestaltung und Montage als psychologische Momentaufnahme und sensibles Familienporträt.
- Freitag, 11. März 2016 - 20:30Kategorien: Stefan, 2016, Cannes - Un Certain Regard, Nominierung Europaeischer Filmpreis, Tragikomoedie, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer FilmAls in einem abgelegenen Tal in Island die Schafseuche ausbricht, sollen alle Tiere getötet werden. Das betrifft auch die Herden zweier eigenbrötlerischer Brüder, die seit 40 Jahren kein Wort miteinander gesprochen haben und auch jetzt noch auf jeweils eigene Weise mit der Bedrohung ihrer Existenz fertig werden wollen. Eine irrwitzige, von zarter Melancholie grundierte Tragikomödie über die Einsamkeit. Die Inszenierung mischt Poesie und Weltschmerz in die rauen Landschaftsbilder und rückt den sich aus der Ferne belauernden Brüder mit starren Tableaus und frontalen Porträts auf den Leib.
- Montag, 07. März 2016 - 19:00
- Montag, 29. Februar 2016 - 19:15Kategorien: 2016, Eintritt frei, Film, Archiv, Spielfilm, Cinespanol, Filmreihe, OmdU, europaeischer Film, Filmklassiker, Moralthriller
- Freitag, 19. Februar 2016 - 20:30Kategorien: Stefan, 2016, Nominierung Europaeischer Filmpreis, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Melodram, Preis der Oekumenischen JuryWährend anstrengender Dreharbeiten erfährt eine italienische Filmregisseurin, dass ihre Mutter im Sterben liegt. Ihre Überforderung stellt sich in realen Szenen, Träumen, Gedanken und Erinnerungen dar, wobei bedrückende Szenen im Krankenhaus mit absurd-witzigen Momenten auf dem Set wechseln. Nanni Morettis warmherziges, zutiefst menschliches Drama verharrt nicht in der persönlichen Aufarbeitung, sondern weitet sich zu einer Meditation über Liebe und Trauer. Vorzüglich gespielt und inszeniert, nimmt der Film auch durch die sorgfältig ausbalancierte Mischung aus dramatischen und komödiantischen Momenten für sich ein.
- Donnerstag, 11. Februar 2016 - 19:15Kategorien: 2016, Eintritt frei, Film, Archiv, Spielfilm, Cinespanol, Filmreihe, OmdU, europaeischer Film
- Freitag, 05. Februar 2016 - 20:30Kategorien: Stefan, 2016, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, Kriminalfilm, evtl. SKDer 93-jährige Sherlock Holmes lebt zurückgezogen in einem Landhaus in Sussex, widmet sich der Bienenzucht und weist den Sohn seiner Haushälterin in die Geheimnisse der Imkerei ein. In seine verdämmernde Gegenwart mischen sich Erinnerungen an eine Japan-Reise sowie Bilder eines letzten, bislang ungelösten Falls. Das kluge Altersdrama wird von seinem überragenden Darsteller getragen, der dem Meisterdetektiv zu mehr Menschlichkeit verhilft. Die Inszenierung nutzt die Gedächtnislücken zur assoziativen Verschränkung der Erzählebenen, ohne darüber das Grundgerüst einer Detektiv-Story aus den Augen zu verlieren.
- Dienstag, 02. Februar 2016 - 15:30Ort: Alte Exerzierhalle am Neuen Rathaus Kategorien: 2016, Kooperation, Film, Archiv, Spielfilm, Seniorenkino, Filmreihe, europaeischer Film, Migration, Filmdrama, HistorienfilmAuf dem traditionellen Jakobsweg nach Santiago de Compostela, auf dem religiöse Pilger mittlerweile die Ausnahme geworden sind, folgt der Dokumentarfilm Wanderern durch Frankreich und Spanien. Dabei kommen am Wegesrand weit mehr als 50 Protagonisten zu Wort, deren knappe Statements belanglose Momentaufnahmen bleiben. Die Vielfalt der Motivationen, auf dem Jakobsweg zu wandern, kommt dabei ebenso zu kurz wie eine kritische Analyse dieser Modeerscheinung, während dazwischen geschnittene, pittoreske Landschaftsaufnahmen jegliche Inspiration vermissen lassen.
- Montag, 01. Februar 2016 - 19:00
- Freitag, 22. Januar 2016 - 20:30Kategorien: 2016, Europaeischer Filmpreis, Nominierung Europaeischer Filmpreis, Golden-Globe-Nominierung, Komoedie, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer FilmSanft-groteske Komödie, die die biblische Schöpfungsgeschichte dahingehend „korrigiert“, dass sie Gottes Tochter Ea gegen ihren misanthropisch-despotischen Vater, der mit Frau und Kind in Brüssel wohnt, ins Feld schickt. Das zehnjährige Mädchen wirbelt Gottes sadistische Weltordnung durcheinander, als es den Menschen ihr genaues Todesdatum enthüllt. Die fein ziselierte Fabel steckt voller aberwitziger Ideen und inszenatorischer Einfälle, wobei sich hinter ihrem mitunter schwarzen Humor großzügige Menschlichkeit sowie die fast kindliche Sehnsucht nach einer besseren Welt offenbaren. Die Inszenierung greift tabuisierte Themen wie Armut, Krankheit, Gewalt, Sex und Suchtverhalten auf und hinterfragt nicht zuletzt die Rolle von Frauen in Bibel und Gesellschaft.
- Freitag, 15. Januar 2016 - 20:30Kategorien: 1SE, 2016, Europaeischer Filmpreis, Oscarnominierung, Nominierung Europaeischer Filmpreis, Tragikomoedie, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Filmkunst, evtl. SK, evtl. Open AirEin alternder Komponist hat sich mit seiner Tochter und seinem besten Freund in einen Schweizer Wellness-Tempel zurückgezogen. Als er vor der englischen Königin sein berühmtestes Stück dirigieren soll, weigert er sich, auf die Bühne zurückzukehren. In opulenten Bildern fächert der multiperspektivisch erzählte Film die Handlung in erlesenen Schlaglichtern auf das Altern und die Akzeptanz des Vergänglichen auf. In die Schaffens-, Beziehungs- und Lebenskrisen mischen sich irrwitzige (Alb-)Träume und zutiefst menschliche Realitäten, wobei der szenisch mäandernde, barock ausladende Erzählbogen stets souverän die Balance zwischen Genialität, Genie und Kitsch wahrt.
- Freitag, 08. Januar 2016 - 20:30Kategorien: 2016, Sozialdrama, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Migration, Kriminalfilm, Cannes - Goldene PalmeEin tamilischer Widerstandkämpfer schließt sich mit einer Frau und einem verwaisten Mädchen zusammen, um dem Bürgerkrieg in Sri Lanka zu entkommen. Als vermeintliche Familie landen sie in einer Banlieue des Pariser Umlands, wo sich der Mann als Hausmeister, die Frau als Haushaltshilfe eines Gangsters, das Mädchen als Schülerin zu assimilieren versuchen. Der kraftvoll erzählte Film handelt von Menschen, die sich mit Zwangslagen arrangieren, und davon, wie Frustration in Angst und Gewalt umschlägt. Pendelnd zwischen poetischen Szenen, harten Realitätsbrüchen und intimen „Familien“-Szenen ist er Märchen und Kommentar zur aktuellen Flüchtlingskrise zugleich, ein Drama über Menschen, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden.
- Dienstag, 05. Januar 2016 - 15:30Ort: Alte Exerzierhalle am Neuen Rathaus Kategorien: 2016, Kooperation, Film, Archiv, Spielfilm, Seniorenkino, Filmreihe, europaeischer Film, Migration, Filmdrama, HistorienfilmEine als junge Frau vor den Nazis aus Wien in die USA geflüchtete Jüdin macht mit Hilfe eines jungen Anwalts vor dem Obersten Gerichtshof ihre Ansprüche auf ein wertvolles Gustav-Klimt-Gemälde geltend. Die sachkundige Haltung des Films und die Kritik an den reparationsunwilligen österreichischen Behörden werden zwar gelegentlich durch sentimentalisierte Rückblenden in die Zeit der Judenverfolgung verwässert; jedoch geht das Thema der Zwangsenteignung jüdischen Eigentums nie verloren und bleibt dank glaubhafter Darsteller Zentrum des Films.
- Freitag, 25. Dezember 2015 - 20:30Kategorien: Heike, 1SE, 2015, Screwball-Komoedie, Film, Archiv, Spielfilm, Vampirfilm, europaeischer Film, Oesterreich, Filmagentin, FlatEin Vampir sucht 1932 in Wien die Praxis von Sigmund Freud auf, da er seines Daseins und seine 500 Jahre währende Ehe müde ist. Aus dem Zusammenprall zwischen „normaler“ Welt und Vampirwelt schlägt die Komödie wunderbar absurde Funken. Die stimmige Kombination von Psychoanalyse und Vampirismus entfaltet ein illustres Spiel um Identitäten und Projektionen und erzählt mit rasantem Wortwitz und raffinierten Wendungen eine gelungene Screwball-Comedy. Die Freunde der Sesamstraße werden unschwer erkennen, auf welche Art und Weise dieser Film von Graf Zahl inspiriert worden ist. Der ebenso kluge wie komische Film glänzt neben durchweg guten Schauspielerleistungen vor allem durch die selbstironische Performance Tobias Morettis.
- Freitag, 04. Dezember 2015 - 20:30Im Jahr 1920 wünscht sich eine reiche Baronin trotz mangelnden Talents nichts sehnlicher, als eine gefeierte Operndiva zu sein. Die Hobby-Sängerin kommt ihrem Ziel näher, als sie von einem progressiven Musikkritiker nach einer Darbietung im privaten Kreis wegen ihrer passionierten Hingabe an ihre Musik hochgelobt wird. Frei nach der Vita von Florence Foster Jenkins liefert die Tragikomödie ein vielschichtiges Frauenporträt; zugleich spielt sie, indem sie die Sängerin mit der französischen Avantgarde-Bewegung in Zusammenhang bringt, clever mit der Hinterfragung des Kunstbegriffs.
- Freitag, 27. November 2015 - 20:30 bis Freitag, 27. November 2015 - 21:30Kategorien: Stefan, 2015, Dokumentarfilm, Film, Archiv, europaeischer FilmBevölkerungsexplosion, Finanzkrise und die „Go Green“-Umwälzungen in der Energiepolitik haben weltweit zu enormen Nachfragen nach Ackerland geführt. Kleinbauern sind dem Druck der Investoren und Unternehmen nicht gewachsen, was eine wachsende Verarmung und soziale Spannung nach sich zieht. Mit einer Fülle an Beispielen und Gesprächspartnern zeichnet der Dokumentarfilm einen beunruhigenden Trend nach. Zwar wird die Verantwortung der Politik dabei nur unzureichend gewichtet, dennoch vermittelt die konzentrierte, kontrapunktisch strukturierte Erzählweise tiefe Einblicke in die Strukturen einer immer ungerechter werdenden Welt.
- Mittwoch, 25. November 2015 - 19:30Kategorien: Eintritt frei, 2015, Dokumentarfilm, Film, Archiv, europaeischer Film, MigrationIm Januar 2010 kam es im süditalienischen Rosarno zu gewalttätigen Ausschreitungen zwischen Einheimischen und afrikanischen Migranten. Der semi-dokumentarische Film erzählt eine fiktive Vorgeschichte des Geschehens von der Flucht übers Mittelmeer bis zur Schwarzarbeit auf den italienischen Orangenfeldern, wobei er eindringlich das perspektiv- und rechtlose Dasein der Flüchtlinge aufzeigt. Das von Laiendarstellern beeindruckend gespielte Drama verzichtet auf jegliche Schwarz-weiß-Zeichnungen und findet bei aller Trostlosigkeit Raum für Momente von Freundschaft, Hoffnung und Großzügigkeit.
- Freitag, 13. November 2015 - 20:30Kategorien: Heike, 2015, Screwball-Komoedie, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, evtl. Open AirNach der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945 wollen die beiden Töchter des britischen Königs an den Siegesfeiern teilnehmen. Als die Prinzessinnen Elizabeth und Margaret ihren Aufpassern entwischen und getrennt werden, beginnt eine Odyssee durch die Londoner Nacht, bei der Elizabeth zarte Bande mit einem jungen Soldaten knüpft. Furiose, einfallsreiche Screwball-Komödie, die auf höchst amüsante Weise ein „Was wäre wenn“-Szenario mit der britischen Königsfamilie entfaltet. Vor allem dank der fulminanten Hauptdarstellerin verbinden sich mit bemerkenswerter Leichtigkeit märchenhafte und realistische Elemente.
- Montag, 02. November 2015 - 19:00 bis Montag, 02. November 2015 - 22:00Ort: Kino achteinhalb Kategorien: 2015, Kooperation, Spielfilm, Ev.-luth. Kirchenkreis Celle, Kirche trifft Kino, europaeischer Film
- Freitag, 09. Oktober 2015 - 20:30Kategorien: Berlinale-Baer, Europaeischer Filmpreis, Oscarnominierung, 2015, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Filmdrama, evtl. SKKurz vor ihrem 45. Hochzeitstag wird das harmonische Leben eines englischen Ehepaars gestört, als nach vielen Jahrzehnten in den Alpen der Leichnam der ersten Freundin des Mannes entdeckt wird. Während der Ehegatte sich in seine Erinnerungen zurückzieht, beginnt sich die Frau schmerzliche Fragen nach der tatsächlichen Stabilität ihre Ehe zu stellen. Ein in ruhigen Bildern entwickeltes Seelendrama, das sich ohne laute Töne auf die sorgfältige Darstellung einer schweren Beziehungserschütterung konzentriert. Durch die sensible Regie und zwei brillante Schauspieler vermitteln sich Schmerz und Unsicherheit der Figuren ebenso glaubhaft wie anrührend.
- Freitag, 18. September 2015 - 20:30Kategorien: Stefan, 2015, deutscher Film, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, Filmdrama, LiteraturverfilmungEine geistig beeinträchtigte junge Frau muss mit ihrem 18. Geburtstag keine regulierenden Medikamente mehr einnehmen und erwacht aus einer Art Dämmerzustand, was nicht nur die Emanzipation aus ihrem behütenden Elternhaus nach sich zieht, sondern zuvorderst wilden Sex, Schwangerschaft und Abtreibung bedeutet. Der nach einem Theaterstück inszenierte Film feiert wohltuend unverkrampft die heitere Lebenslust seiner Protagonistin, die exemplarisch für das Recht auf Sexualität und Selbstbestimmung auch geistig behinderter Menschen steht. Der ungeheuerlich-heftige, aber auch ungeheuer mutige Film schlägt bisweilen unverhofft humorvolle Töne an und konfrontiert mit den fließenden Grenzen der Wahrnehmung sowie mit dem Fließen moralischer Grenzen.
- Donnerstag, 06. August 2015 - 19:30Kategorien: Eintritt frei, 2015, Kooperation, Dokumentarfilm, Film, Archiv, Rosa-Luxemburg-Club Celle, Filmreihe, Diskussion, Moderation, europaeischer Film, FilosofiePorträt des französischen Philosophen und Medienkritikers Paul Virilio, der sich vehement gegen die Diktatur der Geschwindigkeit ausspricht, die mittlerweile alle Bereiche des Lebens erfasst, was dazu geführt hat, dass erstmals in der Geschichte der Menschheit menschliche und technologische Zeit auseinander klaffen. Der Film versteht sich als Hilfsmittel der Entschleunigung und veranlasst, über den Sinn von Zeit und Tempo nachzudenken.
- Freitag, 17. Juli 2015 - 20:30Kategorien: 2015, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, evtl. Open Air, NSEine als junge Frau vor den Nazis aus Wien in die USA geflüchtete Jüdin macht mit Hilfe eines jungen Anwalts vor dem Obersten Gerichtshof ihre Ansprüche auf ein wertvolles Gustav-Klimt-Gemälde geltend. Die sachkundige Haltung des Films und die Kritik an den reparationsunwilligen österreichischen Behörden werden zwar gelegentlich durch sentimentalisierte Rückblenden in die Zeit der Judenverfolgung verwässert; jedoch geht das Thema der Zwangsenteignung jüdischen Eigentums nie verloren und bleibt dank glaubhafter Darsteller Zentrum des Films. -
- Freitag, 26. Juni 2015 - 20:30Kategorien: 2015, Tragikomoedie, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, Kriminalfilm, LiteraturverfilmungEin heruntergekommener Privatdetektiv kehrt in seine Heimatstadt Graz zurück und gerät in einen Mordfall, in den auch einstige Jugendfreunde verwickelt sind. Dass er an den Folgen eines missglückten Selbstmordversuchs laboriert, ist ihm dabei ebenso hinderlich wie die verdrängte Erinnerung an eine Jugenddummheit mit fatalen Folgen. Kongeniale Verfilmung eines Romans von Wolf Haas, in der das ebenso präzise wie skurril gezeichnete Milieu mehr im Vordergrund steht als die Krimihandlung. Brillante schwarzhumorige Dialoge und hervorragende Schauspieler erwecken die Figuren stimmig zum Leben.
- Freitag, 12. Juni 2015 - 20:30Kategorien: Stefan, Familienkomoedie, 2015, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, evtl. Open AirNach dem Tod ihres Ehemanns zieht eine Frau im Greisenalter auf Betreiben ihrer Familie ins Altersheim. Da es ihr dort nicht gefällt, nimmt sie Reißaus und macht sich auf den Weg in die Normandie, wo sie geboren wurde. Eine Postkarte führt ihren Enkel, einen unentschlossenen Studenten, auf ihre Spur. Leise melancholische Komödie mit einigen absurden Zwischenspielen, die trotz der anklingenden Themen um Alter, Einsamkeit und Sinnkrisen positiv auf das Leben schaut und für einen unangestrengten Generationenvertrag plädiert.
- Freitag, 22. Mai 2015 - 20:30Nach dem Tod ihrer besten Freundin will eine junge Frau sich um deren kleine Tochter sowie den Witwer kümmern. Dabei entdeckt sie, dass der Ehemann gerne Frauenkleidung trägt. Nach anfänglichem Schock wird sie seine Vertraute, steht ihm beim Ausleben seiner Neigung bei und blüht durch das Geheimnis selbst auf. Ein ausgezeichnet gespieltes, ebenso munteres wie intelligentes filmisches Gedankenspiel über (Geschlechter-)Identitäten, Seherwartungen und Konventionen. Dabei streift der Film aktuelle Debatten über Familienmodelle, um am Ende in eine märchenhafte Kino-Utopie zu münden.
- Freitag, 15. Mai 2015 - 20:30Kategorien: Stefan, Sozialdrama, LUX-Filmpreis, 2015, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, OmdU, europaeischer FilmEine 16-Jähige aus einer Pariser Banlieu schließt sich einer dreiköpfigen Mädchengang an, deren Mitglieder alle wie sie dunkelhäutig sind. Befeuert von ihren neuen Freundinnen, beginnt sie immer häufiger die Schule zu schwänzen und aktiv am kriminellen Treiben der Clique teilzunehmen. Das politisch wie sozial überaus wache Drama erzählt als intime Porträt vom Aufbegehren an den Ränder der französischen Gesellschaft. Der genau komponierte, einfallsreiche Film besticht ästhetisch wie inhaltlich, weil er die Wahlverwandtschaft der Gruppe als unkonventionelle Form des Erwachsenwerden analysiert.
- Montag, 11. Mai 2015 - 19:30Kategorien: Gilde-Filmpreis, Eintritt frei, 2015, Kooperation, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Onkologisches Forum, europaeischer Film, Filmdrama, Genie AwardEine 23-jährige Frau und Mutter zweier Kinder erfährt, dass sie nur noch kurze Zeit zu leben hat. Sie nutzt die verbleibende Spanne, um das Leben ihrer Familie für die Zeit nach ihrem Tod zu ordnen, das Verhältnis zu ihren eigenen Eltern ins Reine zu bringen und sich noch einmal zu verlieben. Trotz des herausfordernden Themas kein Melodram, sondern das Porträt einer Frau, die in einer ausweglosen Situation nicht den Lebensmut verliert und die antizipierte Trauer ihrer Umgebung über die eigene Verzweiflung stellt. Ein ernster, emotionaler Film, der letztlich Fragen nach den Grundlagen des Lebens stellt.
- Freitag, 27. Februar 2015 - 20:30Kategorien: Oscar, Oscarnominierung, Golden-Globe-Nominierung, 2015, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Biopic, Filmdrama, HistorienfilmDer brillante junge Mathematiker Alan Turing wird im Zweiten Weltkrieg von der britischen Regierung in ein Team von Kryptographen berufen, um die Codes der Enigma-Verschlüsselungsmaschine zu knacken, auf denen der deutsche Funkverkehr beruht. Dabei machen ihm nicht nur technische Probleme zu schaffen, sondern auch seine überhebliche Art, die ihm Gegner in den eigenen Reihen schafft. Konventionelle Filmbiografie, die den Wettlauf gegen die Zeit aber spannend umsetzt und mit einem grandiosen Hauptdarsteller aufwartet. Zwiespältig ist der Film in der Abbildung von Turings Homosexualität, die zwar nicht ausgespart, aber an die Ränder verschoben wird und weitgehend abstrakt bleibt.
- Freitag, 20. Februar 2015 - 20:30Kategorien: NY Critics Circle Award, Cesar-Filmpreis, 2015, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Filmdrama, Louis-Delluc-Preis, Prix LumieresEine gefeierte Schauspielerin um die 50 soll an der Neuinszenierung jenes Theaterstücks mitwirken, das sie vor 20 Jahren berühmt machte. Während sie die Rolle einer älteren Frau spielen soll, wird ihre einstige Rolle von einem Hollywood-Starlet verkörpert. Im Schweizer Bergdorf Sils Maria, in das sie sich mit ihrer jungen Assistentin zurückzieht, geraten die Vorbereitungen zur krisenhaften Erfahrung. Die Geschichte einer Lebens- und Rollenkrise enthüllt sich als ebenso melancholischer wie ironischer Kommentar auf die digitale Moderne. Dabei sind die Beziehungen zwischen den Figuren ebenso vielschichtig wie die komplexen (film-)kulturellen Referenzen.
- Freitag, 13. Februar 2015 - 20:30Kategorien: Europaeischer Filmpreis, Nominierung Europaeischer Filmpreis, 2015, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Venedig - Goldener LoeweEine lose Folge absonderlicher, vage über Orte, Themen und Figuren verbundener Szenen, die zwischen Zynismus, Verzweiflung und Tragik changieren. Dabei reicht die Bandbreite von gespielten Witzen und sarkastischen Reflexionen bis zu tiefen Einsichten über die Absurdität des Daseins. Die wohlstilisierten, meist exakt nach dem Goldenen Schnitt eingerichteten und bis ins letzte Detail choreographierten Szenen sind befremdlich schön und strahlen etwas Artifiziell-Manieriertes aus. Ein philosophisch-misanthropischer Film als kluge Betrachtung der menschlichen Existenz.
- Freitag, 23. Januar 2015 - 20:30Kategorien: Cannes - Un Certain Regard, Golden-Globe-Nominierung, 2015, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, FilmdramaAls beim Skiurlaub in den französischen Alpen Lawinengefahr droht, ergreift ein Mann instinktiv die Flucht statt seiner Frau und seinen beiden Kindern beizustehen. Die familiäre Einheit bekommt dadurch tiefe Risse: Das Vertrauen der Ehefrau ist zerrüttet, die Position des Manns als Familienoberhaupt in Frage gestellt. Ein formal brillantes Drama als von satirischen Tönen durchdrungene Bestandsaufnahme der Kleinfamilie und ihrer Rollenbilder. Dabei hinterlässt die souveräne, allwissende Inszenierung durchaus ambivalente Gefühle, weil sie den Figuren kaum Eigenständigkeit zugesteht.
- Freitag, 16. Januar 2015 - 20:30Kategorien: 1SE, Europaeischer Filmpreis, NY Critics Circle Award, Oscarnominierung, 2015, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Filmdrama, Prix Lumieres, National Board of Review, Women Film Critics Circle AwardsNach einem Krankheitsausfall möchte eine Frau in ihren Job zurück. Inzwischen wurde ihre Arbeit jedoch gegen einen Bonus auf ihre Kollegen verteilt. Ihr Chef will dies zum Status quo machen und ihre Stelle einsparen; die Kollegen sind des finanziellen Vorteils wegen damit zufrieden. Der Frau bleibt ein einziges Wochenende, sie dazu zu überreden, sich mit ihr zu solidarisieren. Dank genauer Beobachtung der Arbeitswelt und eines differenzierten Figurenensembles machen die Brüder Dardenne aus der oberflächlich gesehen etwas modellhaften Konstellation ein meisterliches soziales Panorama und ein Plädoyer für Solidarität.
- Freitag, 09. Januar 2015 - 20:30Kategorien: Gilde-Filmpreis, 1SE, Cesar-Filmpreis, Cannes - Un Certain Regard, Oscarnominierung, 2014, Dokumentarfilm, Film, Filmpreis, europaeischer Film, Open Air, evtl. SK, evtl. Open AirDokumentarische Biografie des brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado, in der sich Wim Wenders, mit Salgado über dessen Arbeit unterhält und Salgados Sohn Juliano Ribeiro Filmaufnahmen von gemeinsamen Expeditionen mit seinem Vater beisteuert. Das bildgewaltige Porträt zeichnet Salgados Karriere nach, die in sozialdokumentarischen Reportagen ihr Zentrum fand, bis sich Salgado nach einer seelischen Krise dem „Genesis“-Projekt zuwendete. Eine mit großer Sensibilität entfaltete Hommage, die in der hoffnungsvollen Zuwendung zur Biosphäre des Planeten die Schwermut angesichts der Bestialität des Menschengeschlechts überwindet. (Teils O.m.d.U.)
- Freitag, 19. Dezember 2014 - 20:30Kategorien: Golden-Globe-Nominierung, 2014, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, British Independent Film Awards, Cannes - Queer PalmBedrängt von den Restriktionen der Thatcher-Ära, kommt ein junger Gay-Aktivist in London auf die Idee, sich mit den Minenarbeitern zu solidarisieren, die 1984 gegen die Schließung ihrer Zechen streiken. Wobei nur ein einziger Bergarbeiter-Ort in Wales bereit ist, sich mit den Homosexuellen und ihrer Sammelspende auseinanderzusetzen. Auf einem wahren Schulterschluss basierend, spart die warmherzige Sozialkomödie weder die politischen Aspekten noch die persönlichen Probleme einer Zeit aus, in der Vorurteile und die Angst vor AIDS bis tief in die Familien reichten. Geschickt zwischen Witz und Sentimentalität pendelnd, nimmt sich die Inszenierung zurück, um vom Zusammenhalt im Widerstand gegen erfahrenes Unrecht zu erzählen.
- Freitag, 05. Dezember 2014 - 20:30Kategorien: Nominierung Europaeischer Filmpreis, 2014, Dramoedie, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Preis der Oekumenischen Jury, British Independent Film Awards, Irish Film and Television AwardsIm Beichtstuhl erfährt ein irischer Priester, dass er getötet werden soll, um für die Verfehlungen eines Amtsbruders zu büßen, der den Beichtenden als Kind sexuell missbraucht hat. Dem Pfarrer bleiben sieben Tage, um seine Angelegenheiten und die der Gemeinde zu regeln. Der Film zeichnet ein vielschichtiges Bild des Priesters, der seine Aufgaben wichtiger nimmt als die persönliche Bedrohung. Die zwischen Situationskomik und Tiefgründigkeit changierende Inszenierung bringt durch bildhafte Verdichtungen, dezente symbolische Andeutungen und ein verstörendes Ende eine christliche Auseinandersetzung um Schuld, Sühne und Vergebung ins Spiel, die das Drama zu einer Herausforderung fürs Publikum macht.
- Freitag, 21. November 2014 - 20:30Ein junger katholischer Geistlicher auf einer kroatischen Insel will die geringe Geburtenrate der Inselbevölkerung steigern, indem er mit einigen Unterstützern Kondome manipuliert. Dies führt zu zahlreichen ungewollten Schwangerschaften, einer wachsenden Berühmtheit der Insel, aber auch zu menschlichen Tragödien. Was als heiter-bissige Komödie mit skurrilen Figuren und Seitenhieben auf Nationalismus und rigide Sexualmoral beginnt, wandelt sich zunehmend zum ernsten Drama. Dabei werden pointiert Auswüchse der gegenwärtigen kroatischen Gesellschaft aufs Korn genommen.
- Montag, 10. November 2014 - 19:30Kategorien: 1SE, Eintritt frei, 2014, Kooperation, Tragikomoedie, Film, Archiv, Spielfilm, Onkologisches Forum, europaeischer FilmErstaufführung (und bisher einzige im TV): 1.8.2007 arte (Wir danken dem ZDF für die Überlassung einer Filmkopie ohne ZDF-Logo und synchronisiert.) ====================== 14 Jahre nachdem die Freundschaft zwischen Simon und Camiel zerbrach, treffen sich die beiden wieder. Simon leidet mittlerweile unheilbar an einem Gehirntumor; Camiel begleitet Simon bis zu seiner Sterbestunde. Der kunstvoll inszenierte und von brillanten Darstellern getragene Film spricht Themen wie Schwulen-Ehe, Drogenkonsum, Krebs und Sterbehilfe an und wirkt dabei wie aus einem Guss. Ein Drama der großen Gefühle, das Mut macht, soziale, kulturelle und psychologische Grenzen zu überwinden.
- Freitag, 31. Oktober 2014 - 20:30Kategorien: 2014, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer FilmEin Landstreicher klingelt an der Tür einer bürgerlichen Familie, setzt sich im Gartenhaus ihrer Villa fest, holt Kumpane zu sich und bemächtigt sich nach und nach des Eigentums und der Kinder des Paares. Realistisch inszenierte Parabel über das Ende der bourgeoisen Welt, deren tiefliegende Schichten der Angst und Gewalt im Prozess der Konfrontation mit dem „negativen Engel“ freigesetzt werden. Dramaturgisch stringent und hochspannend, hinterlässt der Film ein Gefühl der Bedrohung, das vielseitig ausdeutbar is
- Mittwoch, 29. Oktober 2014 - 19:30Kategorien: Eintritt frei, 2014, Kooperation, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Filmreihe, OmdU, europaeischer Film, Migration, Migration im Film, Toleranz foerdern - Kompetenz staerkenDer Alltag einer mit ihrem achtjährigen Sohn illegal in Belgien lebenden Russin wird von der ständigen Angst vor dem Entdecktwerden überschattet. Als sie in eine Polizeikontrolle gerät und in Abschiebehaft genommen wird, findet ihr Sohn Unterschlupf bei einer Freundin. In der Haft wird sie Opfer von Schikanen und Misshandlungen durch das Personal und erlebt den Selbstmord einer Leidensgenossin. Als sie in ihrer Verzweiflung den Behörden eine falsche Identität angibt, führt das zu ihrer versehentlichen Abschiebung nach Polen. Packend gespieltes Drama über die prekäre Lage so genannter Wohlstandflüchtlinge in den reichen Ländern der "Festung Europa". (O.m.d.U.)
- Freitag, 24. Oktober 2014 - 20:30Kategorien: Cesar-Filmpreis, 2014, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Prix LumieresEin hochbegabter Junge, der in Montana auf einer Farm lebt, schlägt sich auf eigene Faust quer durch die halbe USA bis nach Washington, D.C. durch, weil er dort mit dem Wissenschaftspreis des Smithsonian Instituts ausgezeichnet werden soll. Unterwegs muss er sich nicht nur mit den Herausforderungen der Reise, sondern auch mit Schuldgefühlen herumschlagen, da er sich für den Tod seines Zwillingsbruders verantwortlich fühlt. Eine visuell überbordende, ebenso poetisch-verschrobene wie naiv-philosophische 3D-Adaption eines außergewöhnlichen Jugendromans, in dem der zehnjährige Protagonist sich gleichermaßen von seiner Herkunft wie der Hauptstadt-Hysterie emanzipieren muss. Die familiären Konflikte werden dabei vielleicht etwas zu leichtfertig gelöst, doch insgesamt gelingt ein komplexes Drama für Jung und Alt.
- Freitag, 17. Oktober 2014 - 20:30Kategorien: Europaeischer Filmpreis, 2014, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Filmdrama, British Independent Film Awards, National Board of ReviewUnmittelbar vor Beginn eines gigantischen Bauvorhabens, das seine ganzen logistischen Fähigkeiten verlangt, erfährt ein verheirateter Ingenieur aus Birmingham, dass das Kind, das er bei einem Seitensprung gezeugt hat, in den nächsten Stunden in London zur Welt kommen wird. Er stellt sich der Herausforderung und fährt im Auto durch die Nacht, um bei der Entbindung dabei zu sein. In einer langen Folge von Telefonaten und Selbstgesprächen versucht er, die beruflichen und familiären Konsequenzen seines Handelns unter Kontrolle zu halten. Ein virtuos komponiertes, nahezu in Echtzeit gedrehtes Ein-Personen-Drama um einen Mann, der sein Leben binnen einer Filmlänge im Fond seines Autos neu regeln will. Der intensive, durch packende Dialoge strukturierte Film lebt von der Glaubwürdigkeit seines Hauptdarstellers, der in einer sensationellen Parforce-Tour einen Mann spielt, der stets nur das Richtige tun will und dabei ebenso an Grenzen wie auf neue Chancen stößt.
- Mittwoch, 15. Oktober 2014 - 19:30Kategorien: Eintritt frei, 2014, Kooperation, Dokumentarfilm, Film, Archiv, Filmreihe, Diskussion, Moderation, OmdU, europaeischer Film, Migration, Migration im Film, Toleranz foerdern - Kompetenz staerkenZwei Brüder aus dem Niger und eine junge Frau aus Mali wollen ihr Glück in Europa suchen und setzen sich einer mörderischen Gewalttour quer durch die Sahara aus. Halbdokumentarisches Flüchtlingsdrama, dessen episodenhafte Struktur mehr an exemplarischen Situationen als an einer physisch-psychisch entfalteten Handlung interessiert ist. Mit Humor und selbstironischen Anklängen entfaltet sich ein "afrikanischer" Blickwinkel auf die Völkerwanderung in den Norden, der im Spiegel einer extremen Natur von unmenschlicher Erschöpfung handelt. (O.m.d.U.)
- Sonnabend, 11. Oktober 2014 - 14:30Kategorien: Berlinale-Baer, Kinderfilm, Eintritt frei, 2014, Kooperation, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Maedchenarbeitskreis Celle, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Celle, Fachdienst Jugendarbeit der Stadt CelleEin zwölfjähriges Mädchen erlebt während des norwegischen Sommers trotz seiner anfänglichen Skepsis gegenüber romantischen Gefühlen die erste Liebe. Während es ein Freund still, aber hartnäckig umwirbt, schwärmt es für einen wesentlich älteren Jungen, der ihm ein Rätsel aufgibt: Welche Farbe hat Milch in ihrem Inneren? Die stimmungsreiche, mal amüsante, mal leicht melancholische, nie aber verniedlichende Adaption eines Kinderbuchs, die sich offensiv und unverblümt dem kindlichen Umgang mit Gefühlen und essenziellen Themen wie Liebe, Sexualität und Tod widmet.
- Mittwoch, 01. Oktober 2014 - 19:30Kategorien: Golden-Globe-Nominierung, Eintritt frei, 2014, Kooperation, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Filmreihe, europaeischer Film, Migration, Filmdrama, asiatischer Film, Preis der Oekumenischen Jury, Migration im Film, Cannes - Beste Darstellerin, National Board of Review, Toleranz foerdern - Kompetenz staerkenEin Iraner kehrt nach Paris zurück, um vor Gericht seine Ehe mit einer Französin offiziell aufzulösen. Während seine Noch-Ehefrau etwas überstürzt die Zukunft mit einer neuen Familie vorantreibt, wirft die Vergangenheit noch manchen Schatten. Ein facettenreiches Familien-, Ehe, Beziehungs- und Migrationsdrama, das von Übergangsphasen und -räumen sowie den Schwierigkeiten der Ablösung handelt. Ein sorgfältig inszenierter, kunstvoll austarierter Film, der gegen Ende zwar dramaturgisch ausfranst, aber mit großer Meisterschaft ein Netz von Beziehungen zwischen den Figuren spannt, in dem sich die Verhältnisse von Anziehung, Verwerfung, Vertrautheit und Befremden ständig neu sortieren.
- Freitag, 19. September 2014 - 20:30Kategorien: Heike, Golden-Globe-Nominierung, 2014, Tragikomoedie, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Filmdrama, Literaturverfilmung, British Film Awards, Satellite Award, Venedig - Goldener Loewe, evtl. Open AirEine alte Frau sucht ein halbes Jahrhundert, nachdem ihr in einem irischen Kloster ihr uneheliches Baby weggenommen wurde, gemeinsam mit einem zynischen Journalisten ihren Sohn. Das nach einer historischen Begebenheit inszenierte Drama ist eine ergreifende Mischung aus komischem Road Movie, detektivischer Recherche und wütender Anklage. Geschickt balanciert die Inszenierung die unterschiedlichen Töne aus, wobei die Komik des Films aus der Gegensätzlichkeit der Hauptfiguren resultiert, die sich mit lakonischen Dialogen bekämpfen und so das gelegentliche Pathos auffangen.
- Freitag, 12. September 2014 - 20:30Kategorien: Stefan, 2014, Tragikomoedie, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer FilmUnsere erste DCP - unser erster Film über unsere nagelneue digitale Anlage! ============================================================================ Ein Angestellter des Londoner Sozialamtes widmet sich hingebungsvoll seiner Aufgabe, Angehörige und Bekannte von Menschen aufzuspüren, die einsam gestorben sind. Er schreibt einfühlsame Reden, organisiert die Beerdigung und kümmert sich um die letzten Dinge. Doch dann wird seine Abteilung aufgelöst und er verliert seinen Job. Ein letzter Fall bleibt ihm noch, in den er sich mit aller Energie stürzt. Doch je mehr er den Spuren des fremden Lebens folgt, desto mehr Distanz bekommt er zu einem eigenen. Eine liebevolle, hervorragend gespielte Komödie, die dem ernsten Thema gesellschaftlicher Vereinsamung mit britischem Humor, vor allem aber mit großer Einfühlsamkeit begegnet.
- Donnerstag, 07. August 2014 - 19:00Kategorien: Eintritt frei, 2014, Kooperation, Dokumentarfilm, Film, Archiv, Rosa-Luxemburg-Club Celle, Filmreihe, Diskussion, Moderation, OmdU, europaeischer Film, 1968 – einmal um die halbe WeltDer Celler Rosa Luxemburg Club veranstaltet in Kooperation mit dem Kino achteinhalb auch in diesem Sommer wieder eine kleine politische Dokumentarfilmreihe. Diesmal steht „1968“ im Zentrum und es geht von Deutschland und Frankreich über die USA nach Italien. Das Thema: Die Revolte und ihre Bekämpfung. Den Abschluss der Reihe bildet am Samstag, den 9. August, der Spielfilm "Ich bin ein Elefant, Madame". Der Eintritt zu den Filmen aus der Reihe der „Bibliothek des Widerstands “ des Laika-Verlags ist frei.
- Freitag, 13. Juni 2014 - 20:30Kategorien: 2014, Tragikomoedie, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, evtl. SKEin berühmter französischer Fernsehschauspieler plant, Molières „Menschenfeind“ fürs Theater zu inszenieren, mit sich selbst in der Titelrolle. Für die Rolle des pragmatischeren Freundes hat er einen einstigen Bühnenstar auserkoren, der der Schauspielerei abgeschworen und sich auf die Île de Ré zurückgezogen hat. Klug geschriebene, von den Hauptdarstellern hervorragend gespielte Tragikomödie, in der Molières berühmtes Stück als Folie für die Beschreibung einer spannungsvollen Freundschaft dient.
- Freitag, 02. Mai 2014 - 20:30Ein Schweizer Taxifahrer wohnt mit Mitte 50 immer noch mit seiner dominanten Mutter zusammen, die ihn nach Strich und Faden ausnutzt. Erst als ein Amerikaner auftaucht, der behauptet, ebenfalls ein Kind der alten Frau zu sein, sieht sich der Taxifahrer gezwungen, die Beziehung zu seiner Mutter auf den Prüfstand zu stellen. Eine sympathische melancholische Komödie, die durch eine sorgfältige Regie und ausgezeichnete Darsteller für sich einnimmt.
- Donnerstag, 24. April 2014 - 19:30Kategorien: Eintritt frei, 2014, Kooperation, Dokumentarfilm, Film, Archiv, Diskussion, Moderation, europaeischer Film, Celler Forum gegen AtomenergieIm Jahre 2010, 24 Jahre nach der Katastrophe von Tschernobyl scheint die Natur in die Sperrzone zurückgekehrt zu sein. Dabei ist die Radioaktivität in Tschernobyl stellenweise mehrere tausend Mal höher als die natürliche Strahlung. Für Menschen ist der Zutritt immer noch streng verboten, nur manche Tiere leben hier völlig unbeeinträchtigt durch die Strahlung.
- Freitag, 18. April 2014 - 20:30Kategorien: 2014, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer FilmDie Geschichte vom alten Bildhauer und seinem jungen Modell mit Jean Rochefort und Aida Folch in den Hauptrollen erzählt in edlen Schwarzweißbildern von einem Leben für die Kunst und von der Melancholie des Alterns. Und er bringt ein Wiedersehen mit Claudia Cardinale – elegant und lebenssprühend wie eh und je.
- Freitag, 04. April 2014 - 20:30Kategorien: Cesar-Filmpreis, 2014, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Filmdrama, LiteraturverfilmungDer Pferdehändler Michael Kohlhaas wird zum Opfer staatlicher Willkür. Nachdem ihm auch die Justiz sein Recht verweigert, beginnt er mit Anhängern und Rebellen aus der Bevölkerung einen Feldzug gegen die Herrschenden. Heinrich von Kleists gleichnamige im 16. Jahrhundert angesiedelte Novelle wandelt sich zur zeitlosen philosophischen Reflexion über Gerechtigkeit, Unterdrückung und Widerstand. Der französische Regisseur Arnaud des Pallières verlegt die Handlung in die karge Landschaft der Cevennen, die er in majestätischen Bildern intensiv einfängt und die er zu einem konzentrierten Neo-Klassiker mit deutlichen Anleihen beim Western verdichtet.
- Freitag, 28. März 2014 - 20:30Kategorien: Cesar-Filmpreis, 2014, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Filmdrama, Literaturverfilmung, Prix LumieresEine Schauspielerin spricht in einem Theater bei einem Autor für die weibliche Hauptrolle in seiner Bühnenadaption des Romans „Venus im Pelz“ vor. Die rätselhafte Frau verwickelt den Mann in ein intellektuelles und erotisches Spiel. Die Verfilmung eines Zwei-Personen-Stücks erscheint auf den ersten Blick wie eine leichte Komödie, verdichtet sich aber unter Roman Polanskis eleganter Regie zu einem facettenreichen, vorzüglich gespielten Mikrodrama um Dominanz und (männliche) Obsessionen. Besetzung und Inszenierung lassen den Film dabei als ausgesprochen persönliche Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben und Werk des Regisseurs erscheinen.
- Freitag, 21. März 2014 - 20:30Kategorien: 2014, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, Filmdrama, LiteraturverfilmungEin älterer und ein jüngerer Mann unterhalten sich über die Liebe und erinnern sich an die Beziehung zu einer Frau, die sich im Lauf des Gesprächs als ein und dieselbe herausstellt. Die gut besetzte und überzeugend gespielte Romanverfilmung weicht an entscheidender Stelle von der Vorlage ab und bevorzugt eine überraschende Wendung, mit der sie sich überzeugend von der Vorlage emanzipiert.
- Freitag, 14. März 2014 - 20:30Kategorien: 2014, Dokumentarfilm, Film, Archiv, europaeischer FilmDokumentarisches Essay über eine Tendenz innerhalb der seit den Pisa-Reformen stärker instrumentalisierten Bildungssysteme. Humanistische Ideale, so der Film, würden darin zugunsten von Zielen verdrängt, die in industriell-arbeitsteiligen Gesellschaften direkten Nutzen versprechen. Dritter Teil einer kapitalismuskritischen Trilogie, der im Konkurrenzdenken, das von der Wirtschaft auf die Bildung übertragen wurde, einen fundamentalen Fehler erkennt.
- Freitag, 14. Februar 2014 - 20:30Kategorien: 1SE, Grand Prix de la FIPRESCI, NY Critics Circle Award, Cesar-Filmpreis, Nominierung Europaeischer Filmpreis, Golden-Globe-Nominierung, 2014, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Liebesdrama, Prix Lumieres, LA Critics Association Awards, British Independent Film Awards, Critics Choice Movie Award, Independent Spirit Award, Cannes - Goldene Palme, National Board of Review, Women Film Critics Circle AwardsEine französische Schülerin aus einfachen Verhältnissen verliebt sich in eine Kunststudentin mit blauen Haaren. Nach ihrem Schulabschluss nimmt sie ein pädagogisches Studium auf und zieht zu ihrer Geliebten. Das Gefälle zwischen den Milieus macht sich jedoch bald bemerkbar. Eine intensive Adaption einer Graphic Novel, die mit außerordentlicher filmischer Kraft die Geschichte einer erschütternden ersten Liebe einfängt. Die mitreißende, sensualistische Inszenierung lässt unmittelbar an den Erfahrungen der Protagonistin teilhaben.
- Freitag, 24. Januar 2014 - 20:30Ian (Edward Hogg) ist blind und verfügt über eine besondere Fähigkeit – über viele Jahre lernte er, seine Umwelt quasi mit den Ohren zu sehen. Durch genaues Zuhören orientiert er sich mit Hilfe von Schallwellen. Er wird nach Lissabon an eine weltbekannte, doch konservative Augenklinik gerufen, wo er verbesserte Techniken im Alltag von Blinden vermitteln soll. Doch was Ian seinen jungen Patienten eröffnet, ist weniger ein Orientierungskurs als eine völlig neue Art, in der Welt zu sein und das unlösbare Rätsel unserer Gegenwart durch Imagination und Neugier mit Sinn zu füllen. Ian verblüfft die Schüler mit seinen aufregenden und riskanten Methoden. Sie sollen helfen, die so verbindliche Grenze zwischen Sehen und Nichtsehen zu überwinden. Doch das ist mitunter lebensgefährlich. Unter den Patienten ist auch die junge und scheue Eva (Alexandra Maria Lara), die spürt, dass ihr Ian etwas wiedergeben kann, dass sie längst verloren hatte. Doch schnell gerät Ian unter den Verdacht, ein trügerisches Bild von der Welt vermittelt und damit das Leben seiner Schüler aufs Spiel gesetzt zu haben. Als er schließlich gezwungen wird, die Klinik zu verlassen, müssen Eva und die anderen Patienten auf eigene Faust herausfinden, was die Imagination zur Wahrheit macht. »Imagine« lässt uns das Kino mit neuer Kraft sehen. Der renommierte Regisseur Andrzej Jakimowski (»Kleine Tricks«) erzählt eine behutsam schillernde und dabei so berührende Geschichte von zwei Menschen, die sich verlieben, ohne einander jemals gesehen zu haben.
- Freitag, 17. Januar 2014 - 20:30Kategorien: 2014, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, Filmdrama, LiteraturverfilmungJugendliche Zwillingsbrüder werden Ende des Zweiten Weltkriegs zu ihrer Großmutter aufs Land gebracht, wo man sie brutal misshandelt und ausnutzt. Die beiden Jungs beschließen, sich ihrer Haut zu erwehren, indem sie sich durch rigorose Erziehungsmaßnahmen ertüchtigen und alsbald selbst zu kleinen Übeltätern werden, die die perversen Strukturen eines mörderischen Systems wiedergeben. Eine kongeniale Verfilmung des Romans von Ágota Kristóf, die mit ausdrucksvollen Bildkompositionen und einer meisterlichen Lichtführung besticht.
- Freitag, 03. Januar 2014 - 20:30Kategorien: Europaeischer Filmpreis, Oscarnominierung, Nominierung Europaeischer Filmpreis, Golden-Globe-Nominierung, 2014, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Filmdrama, Preis der Oekumenischen Jury, British Independent Film Awards, Cannes - Bester Darsteller, National Board of ReviewIn einem dänischen Dorf wird ein introvertierter Mann des sexuellen Missbrauchs beschuldigt, weil eine Fünfjährige aufgeschnappte Sätze nachplappert. Ehe er sich versieht, bricht eine Welle der Aggression über ihn herein, die seine bisherige Existenz unter sich begräbt. Das Pendant zu Thomas Vinterbergs früherem Film "Familienfest" (1997) ist bar jeder "Dogma"-Ästhetik und bemerkenswert eindeutig in seiner Haltung. Die ökonomische Inszenierung registriert aufmerksam die um sich greifende Paranoia der Öffentlichkeit und verdichtet sich zusehends zu einer moralischen Parabel, ohne dabei die gesellschaftlichen Mechanismen aus den Augen zu verlieren.
- Freitag, 27. Dezember 2013 - 20:30Kategorien: 1SE, Film, Archiv, Spielfilm, Theater trifft Kino, europaeischer Film, Filmdrama, 2013, FrankreichNach dem Tod eines Theaterautors versammeln sich 13 Schauspieler in seinem Haus, um sich die "Eurydike"-Aufzeichnung einer jungen Truppe anzusehen. Während des Screenings verstricken sich die Trauergäste, die zu verschiedenen Zeiten alle einmal selbst in einer der vielen Eurydike-Inszenierungen des Toten mitgewirkt haben, zunehmend in dem Stoff, wobei sich Darsteller- und Rollenidentität ebenso vermischen wie Fiktion und Wirklichkeit, Leben und Tod. Ein brillanter Film von Alain Resnais über Nachbarschaften und Differenzen von Film und Theater.
- Freitag, 22. November 2013 - 20:30Kategorien: Komoedie, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, 2013, FrankreichPaulette lebt von einer kärglichen Mindestrente in einem Vorort von Paris. Allerdings verfügt sie über eine scharfe Zunge, mit der sie ihre Mitmenschen drangsaliert. Als der Gerichtsvollzieher ihr Mobiliar pfändet, verfällt sie auf die Idee, mit Marihuana zu dealen. Eine sympathisch-harmlose Komödie, die ganz auf kurzweilige Unterhaltung voller Slapstick und Dialogwitz setzt.
- Freitag, 15. November 2013 - 20:30Kategorien: Europaeischer Filmpreis, Oscar, Nominierung Europaeischer Filmpreis, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Golden Globe, 2013, ItalienEin alternder Schriftsteller aus Rom, gerade 65 Jahre alt geworden, spürt ein wachsendes Unbehagen am Müßiggang seines Lebens, das in einer Endlosschleife aus Luxus und Leere gefangen scheint. Ein melancholisch-träumerischer, hypnotisch-verführerischer Film über Exzess, Dekadenz und das eitle Geschwätz der gehobenen Gesellschaft, der mit einer Fülle glänzender filmischer Miniaturen über Sinn und Sinnlosigkeit des Daseins philosophiert. Zugleich eine filmhistorisch raffinierte Hommage auf Fellinis "Das süße Leben", die hinter all der Pracht und Schönheit nach Momenten erfüllter Gegenwart fahndet.
- Dienstag, 05. November 2013 - 15:30Ort: Alte Exerzierhalle am Neuen Rathaus Kategorien: Europaeischer Filmpreis, Kooperation, romantische Liebeskomoedie , Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Seniorenkino, europaeischer Film, 2013Eine Friseurin, die an Brustkrebs erkrankt ist und eine harte Chemotherapie hinter sich hat, ertappt ihren Mann beim Seitensprung und verlässt ihn. Bei der Hochzeit ihrer Tochter an der sonnigen Amalfi-Küste begegnet sie nicht nur dem Untreuen und seiner dümmlichen Geliebten, sondern auch dem zukünftigen Schwiegervater ihrer Tochter, einem Geschäftsmann, der für die vom Schicksal gebeutelte Friseurin langsam auftaut. Romantische Komödie mit pittoreskem Schauplatz und einer überzeugenden Hauptdarstellerin.
- Freitag, 18. Oktober 2013 - 20:30Ein Gefängniswärter lernt bei einem Tangokurs eine attraktive Krankenschwester kennen. Kurz darauf sieht er sie im Besuchsraum der Haftanstalt wieder, wo sie nicht nur ihren Ehemann, sondern auch ihren Geliebten besucht. Es entspinnt sich ein Wechselspiel aus Liebe und Eifersucht, wobei dem Tango eine große Bedeutung zukommt. Vielschichtige Mischung aus Tanz- und Gefängnisfilm, die geschickt mehrere Motive und Erzählfäden zu einer märchenhaften Utopie verknüpft und den Tango als Ausdruck von körperlicher Nähe und leidenschaftlichem Verlangen beschreibt. Alle Charaktere werden dabei präzis über Blicke und Gesten umschrieben.
- Freitag, 11. Oktober 2013 - 20:30In den frühen 1970er-Jahren sucht eine Gruppe französischer Studenten, beflügelt von der 1968er-Revolte, nach Wegen, die eigenen Ideale zu leben. An seinen Film "Cold Water" (1994) anschließend, entwirft Olivier Assayas ein liebevolles Stimmungsbild, bei dem er sich eindrucksvoll auf seine eigene politische, künstlerische, literarische und musikalische Sozialisation bezieht. Klug, zärtlich und zugleich höchst differenziert beschreibt er den Optimismus jener Epoche.
- Freitag, 11. Oktober 2013 - 14:30Kategorien: Eintritt frei, Kooperation, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, Jugendfilm, 2013, Maedchenarbeitskreis Celle, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Celle, Fachdienst Jugendarbeit der Stadt CelleEine temperamentvolle, unangepasste Zehnjährige verliebt sich in einen neuen Mitschüler, wobei es ihr schwer fällt, mit den neuen Empfindungen umzugehen. Hin- und hergerissen zwischen Schwärmerei und Eifersucht handelt sie impulsiv, aber auch verletzend und verstrickt sich in manche Lüge sowie in eine Intrige. Eine ebenso temperamentvolle wie einfühlsame (Kinder-)Liebesgeschichte, die mitunter am Rand einer Katastrophe entlang schrammt, bevor am Ende alles gut wird. Vorzüglich inszeniert und gespielt, begegnet der Film seiner fantasiebegabten Protagonistin stets auf Augenhöhe und nimmt ihre Gefühle und Fantasien, Sorgen und Ängste jederzeit ernst.
- Freitag, 27. September 2013 - 20:30Kategorien: 1SE, Berlinale-Baer, Nominierung Europaeischer Filmpreis, Dokumentarfilm, Film, Archiv, Filmpreis, OmdU, europaeischer Film, Preis der Oekumenischen Jury, 2013, ItalienSemidokumentarischer Film über eine Inszenierung von Shakespeares Tragödie "Julius Caesar" in einer römischen Haftanstalt. Dabei geht es nicht um die filmische Aufzeichnung von Proben und Aufführung, vielmehr um das spannungsreiche Wechselspiel von Gefängnis-Realität, Theaterdrama und dem Medium Film, wobei im Mittelpunkt die Frage nach der Freiheit, ihrem Wert und ihren Gefährdungen steht. Die Eindringlichkeit der Protagonisten, die ihre eigenen Geschichten in ihre Rollengestaltung miteinbringen, sowie eine kluge Inszenierung machen den Film sowohl zu einem ästhetischen Genuss als auch zum intellektuellen Abenteuer. (O.m.d.U.)
- Dienstag, 17. September 2013 - 19:30Kategorien: Eintritt frei, Kooperation, Dokumentarfilm, Film, Archiv, Filmpreis, Filmreihe, Diskussion, Moderation, europaeischer Film, Migration, 2013, Migration im Film, Toleranz foerdern - Kompetenz staerken, Max Ophuels PreisEine Hand voll Flüchtlinge aus Irak und Iran strandet in einem schäbigen Hotel in Ankara. Das Warten auf die Ausreise nach Europa zermürbt die Menschen, auch wenn sie in der Türkei die schlimmste Repression hinter sich gelassen haben. Der feinfühlig inszenierte Film zeichnet lebensnahe, zum Großteil von Laiendarstellern gespielte Figuren, wobei sich tragische und humorvolle Szenen die Waage halten. Ein eigenwilliges Drama als exemplarischer Spiegel dessen, was sich an den Grenzen zur Europäischen Union abspielt. (O.m.d.U.)
- Freitag, 05. Juli 2013 - 20:30Kategorien: 1SE, romantische Liebeskomoedie , Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, 2013, evtl. Open Air, Studiocanal, ScopeEine junge Französin bewirbt sich in den 1950er-Jahre als Sekretärin und wird dabei als Schnellschreib-Talent erkannt. Ihr neuer Chef macht es sich zur Aufgabe, sie darin zu trainieren. Ein charmanter Film, der das schlichte Handlungsmuster "Sekretärin und Chef verlieben sich" aufgreift und Sportfilm-Anleihen um Coaching und Aufstieg komödiantisch auf das Feld des Tippens überträgt. Da es dabei auch um die Veränderung von Rollenbildern geht, besitzt der Film einiges an erzählerischer Substanz, auch wenn er diese nur beschwingt anreißt, anstatt sie in ihrer Komplexität auszuloten.
- Freitag, 21. Juni 2013 - 20:30Kategorien: 1SE, Europaeischer Filmpreis, Cesar-Filmpreis, Oscarnominierung, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Filmdrama, 2013, evtl. SKEine lebenslustige Tätowiererin und ein Banjo-Spieler entflammen füreinander, gründen eine Familie und fühlen sich wie im Paradies. Doch mit sechs Jahren erkrankt ihr Kind an Leukämie. Sein Tod setzt ihre Beziehung einer harten Prüfung aus. Ein bewegendes, stark fragmentiertes Drama, das die Handlung in zahllose Rück- und Vorblenden auflöst und zu einer Achterbahn der Emotionen verbindet. Dabei geht es auch um Fragen der Theodizee und das Rätsel, wie Glück und Unglück aufeinander bezogen sind.
- Sonntag, 09. Juni 2013 - 17:00Kategorien: Eintritt frei, Kooperation, Film, Archiv, Spielfilm, Diskussion, Moderation, europaeischer Film, 2013, British Independent Film Awards, DGB-Kreisverband CelleEine von Schleppern in die USA eingeschmuggelte Mexikanerin findet bei der Familie ihrer Schwester in Los Angeles Unterschlupf und einen Job in einer Reinigungsfirma. Dort schließt sie sich einem jungen Gewerkschaftler an und hilft, die ausbeuterischen Arbeitsbedingungen abzuschaffen, ehe sie wegen eines Diebstahls abgeschoben wird. Eine in dokumentarischem Handkamera-Stil gedrehte hoffnungsvolle Utopie über die Kraft des Einzelnen und die Solidarität mit Entrechteten, authentisch gespielt von professionellen wie von Laiendarstellern. Auf den ersten Blick "altmodisch", trifft der Film genau die Balance zwischen engagiertem Thesenstück und unterhaltsamem Politkino.======- Anschließend Diskussion über gewerkschaftliche Organisierung im Reinigungsgewerbe der USA
- Freitag, 26. April 2013 - 20:30Kategorien: Cesar-Filmpreis, Golden-Globe-Nominierung, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Filmdrama, 2013, Prix Lumieres, London Film Festival, Irish Film and Television Awards, FrankreichEin junger Mann reist mit seinem fünfjährigen Sohn von Nordfrankreich an die Côte d'Azur, zieht dort zur Familie seiner Schwester und nimmt einen Job als Türsteher an. Er lernt eine junge Wal-Trainerin kennen, die bei einem durch einen Orka verursachten Unfall beide Unterschenkel verliert. Obwohl der Mann weder Mitleid noch Mitgefühl empfindet, hilft er der jungen Frau ins Leben zurück. Das kraftvolle, mitunter wuchtig entwickelte (Melo-)Drama führt seine Handlungsstränge zu einem emotional aufwühlenden Ende zusammen und besticht durch außergewöhnliche Schauspielerleistungen in den beiden Hauptrollen.
- Freitag, 19. April 2013 - 20:30Kategorien: Cesar-Filmpreis, Film, Filmpreis, Spielfilm, Moderation, europaeischer Film, Biopic, Kuenstlerportraet, 2013, Frankreich, evtl. SKSpielfilm über den Maler Pierre-Auguste Renoir (1841-1919) in einer späten Phase seines Lebens: Mit einer "Familie" aus Angehörigen, Dienstboten, Modellen und ehemaligen Geliebten hat er sich auf ein Landgut zurückgezogen und malt in der freien Natur. Seine wichtigste Muse ist eine junge Frau, in die sich sein Sohn Jean, der spätere Filmemacher, verliebt, als er aus dem Krieg zurückkehrt und sich auf dem Landgut erholt. Zwar geht es dem Film um den Impressionismus wie auch um die frühe Filmgeschichte; dabei ist er aber weniger an den Künsten und Spannungen interessiert als an der sinnlich-sommerlichen Atmosphäre von Natur und Frauenkörpern. So ist er zwar schön anzusehen, als Künstler-Film aber eher brav.
- Freitag, 08. März 2013 - 20:30Kategorien: Gilde-Filmpreis, Kooperation, Dokumentarfilm, Film, Archiv, Filmpreis, Diskussion, Moderation, europaeischer Film, Deutscher Filmpreis - Lola, Bayerischer Filmpreis, 2013, Bieneninstitut Celle, OekologieBienenvölker spielen weltweit als Honiglieferanten, aber auch als Bestäuber von Pflanzen eine unverzichtbare Rolle. Seit Jahren sorgt deshalb das rätselhafte Bienensterben für beträchtliche Unruhe. Der Dokumentarfilm spürt diesem Phänomen von Kalifornien bis China nach und besucht Imker, die sehr unterschiedliche Haltungen zu ihrem Beruf und den Bienen einnehmen. Mit einem sehr persönlichen Off-Kommentar sowie einer beeindruckenden Bildsprache huldigt er den Bienen und ihrer Rolle für Natur und Mensch, wobei auch kritische Fragen nach dem Umgang des Menschen mit ihnen gestellt werden. =========== Referent an beiden Abenden: Dr. Werner von der Ohe (Leiter des Instituts für Bienenkunde Celle)
- Freitag, 15. Februar 2013 - 20:30Kategorien: Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Filmdrama, Bayerischer Filmpreis, 2013, SchweizEin zwölfjähriger Waisenjunge wird von den Behörden in eine Bauernfamilie gesteckt, die ihn und ein anderes "Verdingkind" lieblos als billige Arbeitskraft missbraucht. Besonders hart wird es, als der arrogante Sohn der Familie nach seiner Militärzeit auf den Hof zurückkehrt. Schnörkelloses, packendes Drama über ein düsteres Kapitel der Schweizer Geschichte, das dramaturgisch alles richtig macht und auch schauspielerisch durchgehend überzeugt. Ein starker, eindrücklicher und auch (politisch) wichtiger Schweizer Film.
- Freitag, 25. Januar 2013 - 20:30Kategorien: FIPRESCI-Preis, Cesar-Filmpreis, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Filmdrama, 2013, Prix Lumieres, FrankreichDer französische Verkehrsminister eilt zu einem Busunglück in den Ardennen, was ihm die Aufmerksamkeit der Medien, aber auch die Rivalität seiner Kabinettskollegen sichert. Sein Engagement gegen die Privatisierung der Bahnhöfe befördert ihn in höchste Sphären, droht ihn anderntags aber auch zu zerschmettern. Mit hohem Tempo und wohltuend direktem Zugriff seziert das bissige Drama das Leben eines Politikers, der sich zwischen den Zwängen einer omnipräsenten (Medien-)Öffentlichkeit und den Ränkespielen der Macht zu verlieren droht. Ein energetischer, virtuos inszenierter und fotografierter Film, der die Chiffren des Genres meidet und in Tuchfühlung mit den realen politischen Verhältnissen bleibt.
- Freitag, 18. Januar 2013 - 20:30Kategorien: Europaeischer Filmpreis, Nominierung Europaeischer Filmpreis, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Filmdrama, 2013, Prix Lumieres, FrankreichEin frustrierter Gymnasiallehrer wird auf einen Schüler aufmerksam, der in einem Aufsatz anschaulich schildert, wie er sich bei einem Mitschüler einschmeichelt, um dessen Familie und insbesondere die Mutter zu beobachten. Der Pädagoge lässt sich von der literarischen Qualität der voyeuristischen Erzählung betören und assistiert beim fortgesetzten Ausspionieren des fremden Kosmos, wobei die Grenzen zwischen Fiktion und Realität immer stärker verschwimmen. Die zwischen Thriller und Satire balancierende "unzuverlässige" Erzählung steigert raffiniert die Drehungen und Wendungen und verdichtet sich zur ebenso subtilen wie klugen Reflexion über das (filmische) Erzählen.
- Freitag, 11. Januar 2013 - 20:00Kategorien: 1SE, Europaeischer Filmpreis, Oscar, NY Critics Circle Award, Cesar-Filmpreis, Oscarnominierung, Nominierung Europaeischer Filmpreis, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Goya - Madrid, Golden Globe, Bayerischer Filmpreis, 2013, Prix Lumieres, LA Critics Association Awards, Independent Spirit Award, Cannes - Goldene Palme, National Board of Review, Washington DC Area Film Critics Association Awards, Frankreich, Oesterreich, evtl. SKEin altes Ehepaar aus Paris ist sich auch nach vielen Jahrzehnten noch in Liebe zugetan. Als die Frau einen Schlaganfall erleidet, beginnt sich ihr gemeinsames Leben entscheidend zu ändern. Das meisterlich inszenierte Kammerspiel fasst nüchtern die Unausweichlichkeit des Todes ins Auge, ohne die Grenze zur Sentimentalität zu überschreiten. Eine von großartigen Darstellern getragene, radikale Apologie der Empathie, überraschend altersmilde, kämpferisch und zurückhaltend zugleich. Der tief berührende Film über die Liebe und die Vergänglichkeit der menschlichen Natur ist eine für viele Auslegungen offene Meditation über das Ende, bar aller Illusionen, gleichwohl getragen von einer Würde, die auch das provokante Finale trägt.
- Freitag, 04. Januar 2013 - 20:30Kategorien: 1SE, FIPRESCI-Preis, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Filmdrama, 2013, RusslandWeißrussland im Zweiten Weltkrieg. Ein vermeintlicher Kollaborateur soll von russischen Partisanen gerichtet werden. Erzählt in verschachtelten Rückblenden, setzt der Film das Puzzle der letzten Lebensmonate seines Protagonisten zusammen und verdichtet dessen Leidensweg zum Essay über Schuld und Gewissen, Lebensnot und Todeswillen. Lange Plansequenzen, reduzierte Dialoge, der weitgehende Verzicht auf Musik, die Verwendung von Naturbildern als Spiegel der Seelen und die religiöse Motivik verweisen nachdrücklich auf das philosophische Kino von Andrej Tarkowski oder Béla Tarr.
- Freitag, 28. März 2008 - 20:30Kategorien: Oscar, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Liebesfilm, Musikfilm, Irland, evtl. SK, evtl. Open AirEin liebeskranker irischer Straßenmusiker gewinnt die Liebe einer unscheinbaren Rosenverkäuferin, einer tschechischen Exilantin, die sich als Klaviervirtuosin entpuppt. Der sympathisch unterhaltende Musikfilm belebt mit zwei engagierten Schauspielern das Genre des Backstage-Musicals neu und stellt den mittlerweile im Kino üblichen Ausstattungsorgien eine angenehme Bodenhaftung entgegen.
- Freitag, 22. September 2006 - 20:30Kategorien: Heike, 1SE, Komoedie, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, Familiendrama, Roadmovie, Frankreich, evtl. SKNachdem ein neunjähriges Mädchen die Briefe der angeblich toten Großmutter gelesen hat, "entführt" es seinen Großvater aus einem Pariser Altenheim. Die Mutter im Schlepptau, erzwingt das Kind eine Familienzusammenführung und bringt ein Gebilde aus Lebenslügen zum Einsturz. Erstlingsfilm als präzis beobachtendes Road Movie, das subtil zwischen Komödie und Melodram wechselt und von der entwaffnenden Kraft kindlicher Wahrheitssuche handelt. Gänzlich unaufgeregt erzählt der leise Film seine mitunter ergreifende Geschichte. - Sehenswert ab 14.
- Freitag, 04. Mai 2001 - 20:30Kategorien: Heike, Oscar, Frauendrama, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, NiederlandeNach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kehrt eine Holländerin mit ihrer Tochter in ihr Heimatdorf zurück, um nach dem Tod ihrer Mutter den Hof zu bewirtschaften. Als sie ein halbes Jahrhundert später ihr Ende nahen fühlt, läßt sie wichtige Ereignisse ihres bewegten Lebens Revue passieren. Kraftvolle, vitale Familiensaga über vier Generationen, die Geschichte einer unabhängigen Frauendynastie, mythische Utopie und provozierendes Gegenbild in einem. Durch den märchenhaft-erzählerischen Charakter werden wichtige Grundanliegen der Emanzipationsbewegung anschaulich ins Gedächtnis gerufen.
- Freitag, 03. Februar 1995 - 20:30Kategorien: Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Filmdrama, Literaturverfilmung, Cannes - Grosser Preis der Jury, SchwedenEin heimkehrender Kreuzritter findet seine Heimat von der Pest verwüstet vor und fordert den Tod zu einem Schachspiel heraus, das zu der nie endenden Frage um die Existenz Gottes wird. In den Ereignissen und Begegnungen weniger Tage offenbart sich die existenzielle Not einer Gesellschaft am Abgrund. Im Rückgriff auf die Tradition mittelalterlicher Mysterienspiele meditiert der mit großer künstlerischer Kraft gestaltete Film über den Verlust von Sinnbezügen und die Suche nach Haltepunkten in einer neuzeitlichen Welt. Eine symbolträchtige Allegorie, geprägt von bitterer Skepsis. ------------- von Ingmar Bergman 1956 mit Max von Sydow