Unser aktuelles Programm
- Freitag, 28. August 2026 - 20:00Kategorien: Europaeischer Filmpreis, Screwball-Komoedie, Liebesfilm, England, FlatEine junge Managerin wird entlassen und kehrt schon am Vormittag nach Hause zurück. Weil sie die U-Bahn verpasst, entdeckt sie nicht die Geliebte im Bett des Freundes. In einer zweiten Variante erreicht sie den Zug und eine völlig andere Geschichte setzt sich in Gang. Der vorzüglich inszenierte Film verschachtelt beide Varianten ineinander und gewinnt diesem souverän gehandhabten Spiel mit dem Prinzip Zufall eine Fülle an komischen und grotesken Details ab. Dabei ist er in jedem Detail glaubhaft, sozial und psychologisch motiviert und erinnert an die schönsten Arbeiten der amerikanischen Screwball-Comedies. – Sehenswert ab 14. (Filmdienst)
- Donnerstag, 03. September 2026 - 19:30Kategorien: Dokumentarfilm, CentralWAS HABEN WIR GELACHT erzählt die Geschichte des Unterhaltungsfernsehens der 90er Jahre erstmals aus Frauenperspektive. Maren Kroymann, Hella von Sinnen, Bettina Böttinger, Gaby Köster und Esther Schweins blicken zurück auf ihr Werk und eine Zeit, in der Frauen im Fernsehen vor allem Beiwerk waren, als Pointen dienten und weiblicher Humor als Quotenkiller galt. Eine ganze Generation wurde so vor allem durch männliche Unterhalter sozialisiert – durch „Wetten, dass…?”, die „Harald Schmidt Show” und später “TV total”. Wie hat uns diese Zeit geprägt? Und was hat Witzigsein mit Macht und Gleichberechtigung zu tun? Dieser Film ist eine Zeitreise zurück zu den Lachern der 90er. ‘Was haben wir gelacht’ – oder vielleicht auch nicht? ======================================== Ein kluges Stück Mediengeschichte Ähnlich wie „Die Unbeugsamen“ die Politik über das Thema der Frauenbeteiligung neu vermessen hat, wird dieser Dokumentarfilm zu einer klugen Archäologie des Gelächters im deutschen Fernsehen und fragt nach den Machtverhältnissen hinter dem Humor. Ein unterhaltsames, politisches Stück Mediengeschichte, bei dem einem das Lachen immer wieder im Hals stecken bleibt – und das am Ende die beunruhigende Frage stellt: Übersehen wir heute vielleicht genauso viel wie damals? (Rüdiger Suchsland) ======================================== Jede Generation hält sich für die erste moralisch aufgeklärte Generation der Geschichte. Keine hatte damit bisher Recht. Die eigentliche Lehre aus solchen Rückblicken sollte nicht nur lauten, dass vergangene Generationen blinde Flecken hatten. Denn jede Generation hat blinde Flecken. Und moralische Arroganz ist kein Fehler einer bestimmten Epoche, sondern ein menschliches Grundmuster. .... Denn man unterschätzt in diesem retrospektiven Denken unsere eigene gesellschaftliche Kurzsichtigkeit. In einem seiner bekanntesten Sketche der 1980er Jahre übersetzt Otto englische Begriffe ins Deutsche und nutzt dabei völlig ungeniert Vokabeln (unter anderem das N-Wort), die wir heute zu Recht als rassistisch ächten. Heute könnte Otto seine Karriere beenden. Damals lachte ein Millionenpublikum. Der entscheidende Punkt ist dabei nicht, ob dieser Humor damals harmlos war (für Betroffene war er das wohl nicht). Das eigentlich Erschreckende ist die kollektive Selbstverständlichkeit, mit der eine ganze Gesellschaft glaubte, völlig im Recht zu sein. Genau diese absolute Gewissheit, auf der richtigen Seite zu stehen, sehen wir heute wieder, und wer Otto heute aburteilt, vergisst die eigentliche Lektion: Auch wir klatschen heute Beifall für Dinge, für die sich unsere Enkel in dreißig Jahren in Grund und Boden schämen könnten. ... Worüber werden die Menschen in den 2050ern den Kopf schütteln, wenn sie auf uns zurückblicken? Was, wenn unsere Enkel uns nicht für unsere Fehler kritisieren, sondern für unsere Gewissheiten? (Henning Beck)
- Freitag, 04. September 2026 - 20:30Kategorien: Komoedie, Biopic, British Film Awards, British Independent Film Awards, England, Central„Verflucht normal“ erzählt die wahre Geschichte von John Davidson, der in den 1980er-Jahren als Jugendlicher am Tourette-Syndrom erkrankt – zu einer Zeit, als kaum jemand weiß, was hinter seinen unkontrollierten Tics und Ausrufen steckt. Aus dem begabten Fußballer wird ein Außenseiter, der von Mitschülern, Lehrern und sogar der eigenen Familie missverstanden und bestraft wird. Erst die Begegnung mit Menschen, die ihn so nehmen, wie er ist, gibt ihm den Mut, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Mit Robert Aramayo, Maxine Peake und Peter Mullan hervorragend besetzt, erzählt Kirk Jones diese Geschichte als warmherzige Tragikomödie mit trockenem britischem Humor. Ein bewegender Film über Akzeptanz, Würde und die befreiende Erfahrung, nicht mehr allein zu sein. Die Kritiken von DIE ZEIT, FAZ und Süddeutscher Zeitung sind sich trotz unterschiedlicher Akzente in einem Punkt einig: Dieser Film hat das Herz am rechten Fleck. Film nicht über Johns Tics lacht, sondern über die Reaktionen der Umwel
- Sonnabend, 05. September 2026 - 20:30Kategorien: Komoedie, Biopic, British Film Awards, British Independent Film Awards, England
- Mittwoch, 09. September 2026 - 19:30Kategorien: Komoedie, Biopic, British Film Awards, British Independent Film Awards, England
- Donnerstag, 10. September 2026 - 19:30Kategorien: Dokumentarfilm, Historienfilm, SalzgeberAls Kronprinz von Erich Honecker machte Egon Krenz SED-Karriere, am Ende war er Staatschef der DDR. Doch er führte das Land nur 50 Tage, nach der Wiedervereinigung wurde er wegen seiner Mitverantwortung für die Mauertoten zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt. Seit seiner Entlassung 2003 lebt er in Dierhagen an der Ostsee. Funktionär, Aufsteiger, Apparatschik, Bonze, Hassfigur, Totschläger, Häftling, Vater und Großvater – wer ist Egon Krenz am Ende seines Lebens? In „Kommunist“ zeichnet Regisseur Lutz Pehnert („Bettina“) den Aufstieg und Fall des Mannes nach und beleuchtet seine politischen Entscheidungen im Kontext des Kalten Krieges. Gleichzeitig blickt der Film mit neuer Perspektive auf den Niedergang der DDR und auf die Wege der Menschen, die in diesem System aufwuchsen.
- Freitag, 11. September 2026 - 20:30Kategorien: Komoedie, Musikfilm, Frankreich, Weltkino, ScopeVier Stradivari von unschätzbarem Wert sollen zum ersten Mal gemeinsam erklingen. Doch die vier Musiker, die dafür zusammenkommen, haben mit Harmonie zunächst wenig im Sinn: alte Verletzungen, Eitelkeiten und Konkurrenz bringen das außergewöhnliche Konzertprojekt an den Rand des Scheiterns. Mit feinem Humor und großer musikalischer Authentizität erzählt Grégory Magne von der schwierigen Kunst, aus vier eigenwilligen Solisten ein Ensemble zu machen. Ein charmantes Kammerspiel über Musik, Menschen und die Frage, ob gemeinsames Musizieren vielleicht doch etwas mit dem gemeinsamen Leben zu tun hat.
- Sonnabend, 12. September 2026 - 20:30Kategorien: Komoedie, Musikfilm, Frankreich
- Mittwoch, 16. September 2026 - 19:30Kategorien: Komoedie, Musikfilm, Frankreich
- Donnerstag, 17. September 2026 - 19:30Kategorien: Eintritt frei, Kooperation, Dokumentarfilm, Regisseurbesuch"Lust zum Wandel ist ein Dokumentarfilmprojekt über das, was uns bewegt – innerlich und äußerlich. Er beginnt dort, wo Veränderung tatsächlich stattfindet: im Menschen. Was bringt uns dazu, Gewohnheiten zu hinterfragen? Wie gelingt es, unser Mobilitätsverhalten zu ändern, ohne das Gefühl von Freiheit zu verlieren? In poetischen Bildern, mit wissenschaftlichen Impulsen von u. a. Dr. Gerald Hüther, Prof. Dr. Harald Kipke mit ruhigen Beobachtungen und persönlichen Geschichten entsteht eine filmische Reise durch Achtsamkeit, Kreativität und Aufbruch." (Text von Regisseur Peter Knoch)
- Freitag, 18. September 2026 - 20:30Kategorien: Biopic, Cannes - Beste Regie, Neue Visionen, Flat, Polen, 5:3 = 1,66:11949 kehrt Thomas Mann nach Deutschland zurück. Der Literaturnobelpreisträger, der 1933 ins Exil gegangen war, reist durch ein zerstörtes und inzwischen geteiltes Land – von Frankfurt nach Weimar, von der amerikanischen in die sowjetische Besatzungszone. Paweł Pawlikowski erzählt diese Reise in eindringlichem Schwarz-Weiß als Geschichte über Heimat, Exil, Schuld und die Verantwortung des Intellektuellen. Hanns Zischler und Sandra Hüller spielen Vater und Tochter mit großer Präzision und feinem Widerspruch. Dabei ist die gemeinsame Reise von Thomas und Erika Mann eine filmische Fiktion: Erika begleitete ihren Vater auf dieser Deutschlandreise nicht. Pawlikowski nutzt die erfundene Konstellation, um aus der historischen Reise ein konzentriertes Vater-Tochter-Drama und zugleich eine Auseinandersetzung mit der Frage zu machen, wie man nach einer Katastrophe in das eigene Land zurückkehren kann. Ein kluger, visuell außergewöhnlicher Film, der weit über das Jahr 1949 hinausweist
- Sonnabend, 19. September 2026 - 20:30Kategorien: Biopic, Cannes - Beste Regie, Polen
- Mittwoch, 23. September 2026 - 19:30Kategorien: Biopic, Cannes - Beste Regie, Polen
- Freitag, 25. September 2026 - 20:30Kategorien: Roadmovie, Literaturverfilmung, Filmagentin, ScopePaul Gompitz möchte 1982 von Rostock nach Syrakus. Nicht um der DDR für immer den Rücken zu kehren, sondern weil er Italien sehen will und davon überzeugt ist, dass ein Mensch die Freiheit haben sollte, die Welt kennenzulernen. Weil ihm niemand die Reise genehmigt, plant er sechs Jahre lang seine Flucht über die Ostsee – und besteht darauf, anschließend wieder nach Hause zurückzukehren. Lars Jessen erzählt diese ungewöhnliche, wahre Geschichte mit trockenem Humor und viel Wärme. Und mit Charly Hübner und Lina Beckmann hat er ein wunderbares Paar gefunden, bei dem Fernweh und Heimatliebe plötzlich ganz nah beieinanderliegen.
- Sonnabend, 26. September 2026 - 20:30Kategorien: Roadmovie, Literaturverfilmung
- Mittwoch, 30. September 2026 - 19:30Kategorien: Roadmovie, Literaturverfilmung
- Donnerstag, 01. Oktober 2026 - 19:00Kategorien: Gesellschaft fuer Christlich-Juedische Zusammenarbeit e.V. Celle, Kooperation, Dokumentarfilm, Diskussion, Moderation, OmdU, mindjazz, IsraelZu den Israelis, die bei dem Massaker durch die Hamas am 7. Oktober 2023 als Geiseln in den Gazastreifen entführt wurden, gehört auch David Cunio, der 2013 eine der Hauptrollen in dem Spielfilm „Youth“ von Tom Shoval verkörpert hatte. Shoval und Davids Zwillingsbruder Eitan erinnern in einem Dokumentarfilm, der als persönlicher Brief konzipiert ist, eindrücklich an das Schicksal des Entführten, der sich auch zwei Jahre nach dem Anschlag noch in der Gewalt der Islamisten befindet. Privates Archivmaterial, Auszüge aus „Youth“ und „Making of“-Szenen verbindet der kraftvoll montierte Film mit aktuellen Interviews aus Cunios Familie. Durch seine essayistische Struktur lässt der Film auch Reflexionen, Brüche und Assoziationen zu. – Sehenswert ab 16. In Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Celle e.V.
- Freitag, 02. Oktober 2026 - 15:30
- Freitag, 02. Oktober 2026 - 19:30Kategorien: US-amerikanischer Film, Abenteuerfilm, Literaturverfilmung, UPI, ScopeBasierend auf Homers Epos erzählt Die Odyssee von Odysseus, dem sagenhaften König von Ithaka, der nach dem Trojanischen Krieg eine jahrelange, gefahrvolle Heimreise antritt und dabei mythischen Gestalten wie dem Zyklopen Polyphem, den Sirenen und der Zauberin Circe begegnet. Getrieben wird er von dem Wunsch, endlich zu seiner Frau Penelope zurückzukehren.
- Sonnabend, 03. Oktober 2026 - 20:00Kategorien: US-amerikanischer Film, Abenteuerfilm, Literaturverfilmung
- Mittwoch, 07. Oktober 2026 - 19:00Kategorien: US-amerikanischer Film, Abenteuerfilm, Literaturverfilmung
- Donnerstag, 08. Oktober 2026 - 19:30Kategorien: Literaturverfilmung, Italien, Piffl, FlatRalph Fiennes und Juliette Binoche in einer ungewöhnlich stillen und eindringlichen Odyssee: Nach 20 Jahren Krieg kehrt Odysseus nach Ithaka zurück – doch der große Held ist nur noch ein gebrochener Mann, gezeichnet von dem, was er erlebt und getan hat. Auch Penelope ist nicht mehr dieselbe Frau, die er einst zurückließ. Regisseur Uberto Pasolini erzählt Homers berühmte Heimkehr vor allem als Geschichte über Krieg und seine Folgen, über Trauma, Schuld und die schwierige Rückkehr ins eigene Leben. Ein bildgewaltiges, raues und überraschend gegenwärtiges Drama mit zwei großartigen Schauspielern. (Meines Erachtens der beste Film, der im Jahr 2025 im achteinhalb lief – Stefan Eichardt.)
- Freitag, 09. Oktober 2026 - 20:30Kategorien: Komoedie, Historienfilm, Schweiz, Alpenrepublik1956 erfindet die Werbetexterin Emmi Creola eine Frau, die es gar nicht gibt: Betty Bossi. Aus einer Werbeidee wird in kurzer Zeit eine Schweizer Institution – und aus der zurückhaltenden Emmi eine öffentliche Figur, die plötzlich selbst im Mittelpunkt steht. Pierre Monnard erzählt diese wahre Geschichte mit viel Retro-Charme, trockenem Humor und einer angenehm leichten Hand. Zwischen Schreibmaschine, Kochlöffel und Toast Hawaii geht es um eine Frau, die sich in einer Männerwelt behaupten muss, um berufliche Selbstverwirklichung und Familie – und natürlich um gutes Essen. Ein sympathischer, unterhaltsamer Film, der nicht alles problematisieren muss, um gute Laune zu machen.
- Freitag, 16. Oktober 2026 - 20:30Niki White wollte Pianist werden. Doch dann macht ihn eine extreme Geräuschüberempfindlichkeit für die Konzertbühne untauglich. Als Klavierstimmer entdeckt der junge Mann mit dem absoluten Gehör schließlich eine erstaunliche neue Begabung: Er kann die Zahnräder von Safeschlössern hören. Aus dem Klavierstimmer wird ein ungewöhnlicher Safe-Knacker. Daniel Roher verbindet daraus eine Buddy-Komödie mit Dustin Hoffman, eine zarte Liebesgeschichte und einen überraschend spannenden Heist-Film – vor allem aber macht er Nikis besondere Wahrnehmung durch ein außergewöhnliches Sounddesign unmittelbar erfahrbar. Ein ungewöhnlicher, charmanter und musikalisch faszinierender Film, für den wir ausnahmsweise einmal unsere Krimi-Abstinenz unterbrechen.
- Donnerstag, 22. Oktober 2026 - 19:30Kategorien: Dokumentarfilm, Schwarz-Weiß-Film, Weltkino, ScopeHiddensee, ein nur 17 Kilometer langer Streifen Land in der Ostsee, geliebt als Sehnsuchtsort der Freiheit. Sonnenanbeter, Nacktbader, Künstler, Punks und Prominente strömen seit jeher in Scharen auf die Insel. Der Dokumentarfilm reist durch ein ganzes Jahrhundert bis in die goldenen 1920er zurück. In hypnotisch schönen Schwarz-Weiß-Bildern verwebt die preisgekrönte Regisseurin Annekatrin Hendel Landschaft, Geschichte und Schicksale zu einem faszinierenden Porträt.
- Donnerstag, 29. Oktober 2026 - 19:30Kategorien: eksystent distribution, FlatEine Mutter und ihre beiden Töchter aus Berlin stehen kurz vor dem Abflug in den Urlaub. Das ältere Mädchen verbringt zuvor noch die Nacht mit seinem Freund. Als es zu einem tragischen Unglück kommt, bleiben die Überlebenden mit Trauer und Schuldgefühlen zurück und reisen ein Jahr später im Gedenken an die Tote nach Teneriffa. Dort sind sie noch ungeschützter mit ihren Gefühlen konfrontiert, bis es zu einer geisterhaften Begegnung kommt. Das elliptische, mit irritierenden visuellen Einfällen arbeitende Drama kreist um den Verlust eines geliebten Menschen und ums Weiterleben. Die präzise Inszenierung reduziert Plot und Dialoge auf ein Minimum und greift im Umgang mit dem Tod immer wieder den strukturierenden Aspekt von Videos, Fotos und Sprachaufnahmen auf. Das Gespenstische wird dabei unpathetisch und wie selbstverständlich eingebunden. – Sehenswert ab 16. ================================================= Fazit: „Everytime“ erzählt von drei Leuten, die bei einem Urlaub mit dem Tod eines geliebten Menschen konfrontiert werden. Das zuweilen surreale Drama zielt stärker auf den Kopf ab als auf das Herz, tatsächlich emotionale Szenen sind rar. Dafür gelingt es dem Film, auf einmalige Weise die Gefühlswelt in Bilder zu packen und Diskussionsgrundlage zu sein. (Oliver Armknecht)
- Freitag, 06. November 2026 - 15:30
- Freitag, 04. Dezember 2026 - 15:30
- Sonntag, 20. Dezember 2026 - 16:00Ort: Kultur Trifft Kategorien: oeffentliche Veranstaltung, Theater, szenische Lesung, KulturTrifftDiese ungewöhnliche Weihnachtsgeschichte, die amüsiert und zu Tränen rührt, ist seit über 30 Jahren ein unverzichtbarer „Kult" und gehört mittlerweile zu Weihnachten wie "Dinner for one" zu Silvester. Die Herdmann-Kinder – da ist sich der ganze Stadtteil einig – sind die schlimmsten Kinder aller Zeiten: Sie lügen, rauchen Zigarren, legen Feuer, verprügeln sich und andere Kinder, bringen die Nachbarn zur Verzweiflung und können ein Klassenzimmer mit Hilfe ihrer Monsterkatze in der Rekordzeit von drei Minuten völlig leer fegen. Und ausgerechnet diese Horde, die schlimmste Heimsuchung seit Menschengedenken – mischt die Vorweihnachts-Verschnarchtheit einer Kleinstadt auf: Sie beschließen, am Krippenspiel teilzunehmen. Sie pressen den andern Kindern sämtliche Hauptrollen ab und die Schlimmste von allen – Eugenia – übernimmt die Rolle der Maria. Natürlich erwartet jeder das übelste Krippenspiel (Hedwig, die Allerschlimmste, als Verkündigungsengel: He, euch ist ein Kind geboren!") aller Zeiten, aber letztlich kommt alles ganz anders ...
- Montag, 12. November 2029 - 19:30Kategorien: Eintritt frei, Kooperation, Dokumentarfilm, Arsenal, NSEin Dokumentarfilm über das jüdische Sonderkommando in Auschwitz-Birkenau und den einzigen bewaffneten Aufstand im Vernichtungslager ============================================= Aufstand in Auschwitz widmet sich einem Kapitel der Shoah, das selbst historisch Interessierten oft nur in Umrissen bekannt ist: dem Aufstand des jüdischen Sonderkommandos in Auschwitz-Birkenau am 7. Oktober 1944. Diese Häftlinge waren gezwungen, im Zentrum der Vernichtungsmaschinerie zu arbeiten. Sie mussten Menschen in die Gaskammern begleiten, die Spuren des Massenmords beseitigen und wurden gerade deshalb selbst zu unerwünschten Zeugen eines Verbrechens, das jede Vorstellungskraft übersteigt. Diese Männer des Sonderkommandos sind die einzigen, die bezeugen können, was in der Todesfabrik geschieht, wie die Menschen sich ausziehen müssen, um in der Gaskammer mit Zyklon-B ermordet zu werden, wie sie die Toten aus den Gaskammern holen müssen, um sie in eigens dafür entwickelten Hochleistungs-Öfen zu verbrennen. Dann müssen die Männer des Sonderkommandos die Knochen zu Staub vermahlen und in die Weichsel schütten, damit nichts, aber auch gar nichts übrig bleibt von dem verhassten jüdischen Volk. Der Film nähert sich diesem Geschehen nicht über die überwältigende Ikonografie des Nationalsozialismus und auch nicht über eine Ästhetik des Grauens. Die Regisseurin Gabi Schlag sucht einen anderen Weg: den über die einzelnen Menschen, ihre Stimmen, ihre Erinnerungen, ihre Verzweiflung, ihre innere Zerrissenheit und ihren Mut. Gabi Schlag zeigt in Interviews mit Überlebenden und Zeugnissen von Angehörigen, ergänzt durch internationale Historikerinnen und Historiker, ein vielschichtiges Bild jener Männer, die im Wissen um den eigenen Tod beschlossen, sich zu wehren und der normalen Welt das wahre Bild der Todesfabrik zu zeigen. Unterstützt wird sie dabei von animierten graphic novel-Zeichnungen von Vincent Burmeister, die in ihren harten Kontrasten den Alltag von Auschwitz zeigen. Gerade darin liegt die besondere Kraft dieses Films. Er zeigt den Aufstand nicht als isolierten heroischen Akt, sondern als letzten Versuch, Würde zu behaupten, Spuren zu hinterlassen und der Welt von dem zu berichten, was in Auschwitz geschah. Die dokumentarische Erzählung verbindet Zeitzeugenschaft, historische Forschung und eine zurückhaltend eingesetzte graphic-novel-Ästhetik zu einer Form, die das Unsagbare nicht bebildern will, sondern dem Erinnern eine Gestalt gibt. Aufstand in Auschwitz ist ein Film für ein Publikum, das sich der Geschichte nicht im Vorübergehen nähern möchte. Er ist schmerzhaft, ohne auf Schockeffekte zu setzen; präzise, ohne kalt zu sein; und eindringlich, ohne das Leiden in Bilderlust zu verwandeln. In einer Gegenwart, in der historische Gewissheiten brüchig werden und autoritäres Denken wieder an Raum gewinnt, erinnert dieser Film daran, dass Aufklärung mehr sein muss als bloßes Wissen: nämlich die Bereitschaft, hinzusehen, auszuhalten und Verantwortung aus der Geschichte in die Gegenwart zu tragen.
- Kategorien: Archiv, alle Veranstaltungen anzeigenDiese Seite befindet sich in kontinuierlicher Entwicklung.