Veranstaltungsarchiv
- Donnerstag, 27. März 2025 - 19:30Kategorien: Komoedie, US-amerikanischer Film, Archiv, Schwarz-Weiß-Film, 24Bilder, Flat, 1,78 : 1, 2025Im 19. Jahrhundert will ein betrunkener Apfelschnaps-Verkäufer zum Helden werden, indem er sich zum größten Pelzjäger Nordamerikas hocharbeitet. Doch Wölfe, Waschbären und Biber machen ihm das Leben schwer. Der in Schwarz-weiß gedrehte Film vereint klassische Stummfilm-Ästhetik mit Cartoon- und Videospielelementen und präsentiert mit enormer Sorgfalt und Detailverliebtheit hemmungslosen Nonsens. Für diese Art von ultraschnellem, substanzlosem Humor ist die surreale Komödie etwas lang geraten, belohnt aber mit einem bombastischen Finale, das vor Ideenreichtum aus allen Nähten platzt. ======================================= Fazit Eine furiose, mosaikartige Slapstick-Symphonie in Schwarz-Weiß, die mit jeder sorgfältig durchkomponierten Szene beweist, dass es im Kino immer noch Überraschungen gibt. Ein Highlight der vergangenen Jahre. (Adrian Gmelch) ======================================= Der Film nimmt zudem Anleihen bei Cartoons, wenn tote Tiere ein X auf den Augen haben, zitiert Buster Keatons Werke und nutzt die Erzählmuster von Videogames der Jump’n’Run-Kategorie. Herausgekommen ist ein 108 Minuten langer Film, der keine Sekunde langweilig ist, erst nach 33 Minuten die Stabsangaben und nach 76 Minuten den Titel zeigt. Nichts an „Hundreds of Beavers“ ist auch nur im Entferntesten gewöhnlich. Gerade das macht ihn aber so außergewöhnlich. Weil er zwar Männer in Maskottchen-Kostümen zeigt, aber zugleich weit teurer aussieht, als er war, und das nicht zuletzt wegen der Dreharbeiten im Winter von Wisconsin – bei bis zu minus 10 Grad kein Zuckerschlecken für alle Beteiligten. Gelohnt haben sich alle Mühen, denn „Hundreds of Beavers“ ist der vielleicht beste Film des Jahres, auf jeden Fall der mutigste. Eine derartige Geschichte in dieser Form zu erzählen, muss man sich erstmal trauen. (Peter Osteried – Gilde deutscher Filmkunsttheater)
- Sonntag, 09. März 2025 - 17:00Kategorien: Komoedie, US-amerikanischer Film, Feel-Good-Movie, Warner, ScopeIn Zach Braffs (Scrubs) Komödie spielen Morgan Freeman, Michael Caine und Alan Arkin die lebenslangen Freunde Willie, Joe und Al, die das Rentnerdasein in den Wind schießen und erstmals im Leben vom Pfad der Tugend abweichen. Der Grund: Ihr früherer Arbeitgeber schließt alle US-Standorte, verlagert die Produktion nach Asien, streicht ihre Firmenrenten – und ihre Hausbank wickelt alles ab. Als die drei die Rechnungen nicht mehr bezahlen können, setzen sie alles auf eine Karte und planen einen halsbrecherischen Coup, um eben jene Bank abzuzocken, die sich ihr Altenteil unter den Nagel gerissen hat.
- Donnerstag, 06. März 2025 - 19:00Kategorien: Goldene Palme, Oscar, Golden-Globe-Nominierung, Komoedie, US-amerikanischer Film, Archiv, Filmkunst, Liebesfilm, tmdU, UPI, Scope, 2025Ein mit Dollars um sich werfender junger Russe engagiert in New York eine Stripperin für eine ganze Woche, fliegt mit ihr nach Las Vegas und heiratet sie aus einer Laune heraus. Das ruft nicht nur die Handlanger seiner Eltern, sondern auch diese selbst auf den Plan. Der Versuch, die Ehe schnellstmöglich wieder zu annullieren, mündet in eine wilde Verfolgungsjagd voller absurder Komik und romantischer Intermezzi. Die energiegeladene Tragikomödie mit märchenhaftem Überschwang entfaltet in langen, präzise auserzählten Sequenzen eine fieberhafte Dynamik, bei der es weniger um Sexarbeit als um die Abhängigkeit vom (russischen) Geld geht. Die Konzentration auf den Augenblick und die bloße Gegenwart erzeugt eine große Nähe zu den Figuren, die mit viel Sympathie und einem großen Humanismus gezeichnet werden. – Sehenswert ab 16. ================================== Laut Greta Gerwig, Juryvorsitzende des Hauptwettbewerbs von Cannes, hatte Anora etwas, das die Jury „an einen Klassiker erinnerte“. Auch hob sie den Aufbau hervor, ================================== Der Gewinn der Goldenen Palme in Cannes war nach eigener Aussage das große Ziel, auf das Sean Baker hingearbeitet hat. Geschafft hat er es mit einem Werk, das eine Kulmination seines bisherigen Schaffens darstellt. (EPD-Film)
- Freitag, 29. November 2024 - 20:00Kategorien: Goldene Palme, Golden-Globe-Nominierung, Komoedie, US-amerikanischer Film, Archiv, Filmkunst, Liebesfilm, tmdU, UPI, Scope, 2024Ein mit Dollars um sich werfender junger Russe engagiert in New York eine Stripperin für eine ganze Woche, fliegt mit ihr nach Las Vegas und heiratet sie aus einer Laune heraus. Das ruft nicht nur die Handlanger seiner Eltern, sondern auch diese selbst auf den Plan. Der Versuch, die Ehe schnellstmöglich wieder zu annullieren, mündet in eine wilde Verfolgungsjagd voller absurder Komik und romantischer Intermezzi. Die energiegeladene Tragikomödie mit märchenhaftem Überschwang entfaltet in langen, präzise auserzählten Sequenzen eine fieberhafte Dynamik, bei der es weniger um Sexarbeit als um die Abhängigkeit vom (russischen) Geld geht. Die Konzentration auf den Augenblick und die bloße Gegenwart erzeugt eine große Nähe zu den Figuren, die mit viel Sympathie und einem großen Humanismus gezeichnet werden. – Sehenswert ab 16. ================================== Laut Greta Gerwig, Juryvorsitzende des Hauptwettbewerbs von Cannes, hatte Anora etwas, das die Jury „an einen Klassiker erinnerte“. Auch hob sie den Aufbau hervor, ================================== Der Gewinn der Goldenen Palme in Cannes war nach eigener Aussage das große Ziel, auf das Sean Baker hingearbeitet hat. Geschafft hat er es mit einem Werk, das eine Kulmination seines bisherigen Schaffens darstellt. (EPD-Film)
- Freitag, 14. Juni 2024 - 20:30Kategorien: Oscarnominierung, US-amerikanischer Film, Archiv, Liebesfilm, Central, Flat, 2024Der Titel des Werks leitet sich von der umgangssprachlichen englischen Bezeichnung für Altersunterschiede in Partnerschaften ab. ====================================== In den 80er Jahren war die Affäre der damals 36-jährigen Gracie (Julianne Moore) und des 13-jährigen Joe (Charles Melton) ein handfester Skandal und ein gefundenes Fressen für die Boulevardpresse. Mehr als 20 Jahre später führen die Beiden ein scheinbar perfektes Vorstadtleben mit netter Nachbarschaft, gepflegtem Garten und drei fast erwachsenen Kindern. Doch ihr häusliches Glück wird gestört, als die berühmte und beliebte Hollywood-Schauspielerin Elizabeth (Natalie Portman) ankommt, um vor Ort für ihre bevorstehende Hauptrolle in einem Film über Gracie zu recherchieren. Während Elizabeth sich in das Alltagsleben von Gracie und Joe einschleicht, kommen die schmerzlichen Fakten der damaligen Ereignisse ans Licht und lassen verschüttete Gefühle wieder aufleben. ======================== Fazit: Todd Haynes gelingt mit „May December“ ein stilsicher inszeniertes Wechselspiel zwischen absurd überzeichneter Satire mit Soap-Einfluss und intensivem Charakterporträt, bei dem er sich erst ganz zum Schluss in die Karten schauen lässt. (Antje Wessels) =============================0 Fazit: Ein grandios gespieltes, komplex-verschachteltes Melodrama, das sich seiner campy Seite nicht nur nicht schämt, sondern sie im Gegenteil sogar mit absoluter Inbrunst umarmt - und deshalb nur umso mehr Freude bereitet. (Christoph Petersen)
- Donnerstag, 02. Mai 2024 - 19:30Kategorien: US-amerikanischer Film, Kooperation, Dokumentarfilm, Archiv, OmdU, Kuenstlerportraet, Filmagentin, 2024JOAN BAEZ - I AM A NOISE ist ein außergewöhnliches Porträt der legendären Folksängerin und Aktivistin Joan Baez. Der Dokumentarfilm, weder ein konventionelles Biopic, noch ein traditioneller Konzertfilm, begleitet Joan auf ihrer letzten Tour und taucht ein in ihr beeindruckendes Archiv aus Privatvideos, Tagebüchern, Kunstwerken, Therapie- und Musikaufnahmen. Im Laufe des Films zieht Baez schonungslos Bilanz und enthüllt auf bemerkenswerte Weise ihr Leben auf und abseits der Bühne: von ihren lebenslangen emotionalen Problemen, über ihr Engagement in der Bürgerrechtsbewegung mit Martin Luther King, bis hin zu der schmerzlichen Beziehung mit dem jungen Bob Dylan. Durch Joan Baez‘ radikalen Blick auf ihre eigene Legende wird dieser Film zu einer intimen Selbsterkundungsreise der ikonischen Künstlerin, die noch nie zuvor so viel über ihr Leben enthüllte. Seine umjubelte Deutschlandpremiere feierte JOAN BAEZ - I AM A NOISE in Anwesenheit des Weltstars auf der diesjährigen BERLINALE.
- Freitag, 15. März 2024 - 20:00Kategorien: Oscarnominierung, US-amerikanischer Film, Archiv, Literaturverfilmung, Golden Globe, British Film Awards, Venedig - Goldener Loewe, Walt Disney, Flat, 5:3 = 1,66:1, 2024In einem fiktionalisierten viktorianischen England hat ein Wissenschaftler aus dem Körper einer Toten und dem Gehirn eines Babys eine junge Frau erschaffen, deren Entwicklung er in der Isolation seines Anwesens beobachtet. Je mehr die Kreatur lernt, umso weniger will sie sich mit ihrem Dasein als Studienobjekt zufriedengeben. Nachdem sie ihre Sexualität entdeckt, emanzipiert sie sich aus den patriarchalen Strukturen ihres „Gott-Vaters“, aber auch ihres Liebhabers und anderer Männer. Ein durch und durch sexpositiver Retro-Science-Fiction-Film, der pointiert-komisch, aber auch klug-poetisch über die Conditio humana reflektiert.
- Freitag, 01. März 2024 - 20:30Kategorien: Oscarnominierung, Komoedie, US-amerikanischer Film, Archiv, Golden Globe, UPI, Flat, 2024Nachdenklich, bittersüß und urkomisch taucht der turbulente Film «The Holdovers» von Regisseur Alexander Payne («About Schmidt», «Sideways», «Paris je t’aime», «The Descendants» ) in das Leben eines allseits unbeliebten Lehrers und anderer ein und erkundet dabei Licht und Schatten des Daseins. Der so kluge wie unterhaltsame Film über die Schönheit des Mensch-Seins mit Paul Giamatti in der Hauptrolle gilt als einer der Favoriten für die anstehende Oscar-Verleihung 2024. (dpa) ===================== Die mitreißende Tragikomödie The Holdovers lässt ihre Figuren nach Werten in einer erkalteten, stillstehenden Welt suchen. (Janick Nolting für artechock film) ===================== Fazit: „The Holdovers“ ist ein wunderbares Comeback von Alexander Payne. Sicher, originell ist die Tragikomödie um mehrere Menschen, die über Weihnachten in einem Internat gefangen sind, nicht, der Ablauf ist vorhersehbar. Aber das hervorragende Ensemble und die kluge Geschichte, die viele zeitlose Themen anspricht, macht das wett. Dazu gibt es ein schön altmodisches 1970er Setting. (Oliver Armknecht für Filmrezensionen.de) ===================== Zu Recht einer der großen Oscar-Kandidaten (Jan Küveler für die Welt)
- Montag, 26. Februar 2024 - 19:00Kategorien: Science-Fiction-Film, Eintritt frei, US-amerikanischer Film, Archiv, Demokratie leben, Diskussion, Moderation, wehrhafte Demokratie staerken - Ausgrenzung entgegentreten, Filmklassiker, Filosofie, Neue Visionen, externer Referent/Referentin, 2024Der Film von 1973 blickte knapp 50 Jahre in die Zukunft - eine Zukunft, die von Überbevölkerung, ökologischer Verwüstung und Ressourcen-Knappheit bestimmt ist. Im Film-New York des Jahres 2022 kämpfen 40 Millionen Menschen um das nackte Dasein. Ein paar Privilegierte wissen noch, was Fleisch und Brot ist. Der Rest der Bevölkerung ernährt sich von öffentlich verteilten oblaten-ähnlichen Nahrungsmitteln, die angeblich aus Algen gewonnen werden. Ein hartgesottener Großstadtpolizist - Charlton Heston spielt den Polizisten Frank Thorn – entdeckt zusammen mit seinem Zimmergenossen – Edward G. Robinson in seiner letzten Rolle – das Geheimnis hinter diesem neuen Nahrungsmittel ... Science-Fiction-Film, der seine Geschichte in der Art eines spannenden Kriminalfalles erzählt. Einer der frühesten ökologischen Thriller. – Ab 16. Im Jahr 1973 war der Bericht des Club of Rome über „Die Grenzen des Wachstums“ gerade ein Jahr alt. „Soylent Green“ schließt daran an und wird zu den ersten ökodystopischen Filmen gezählt. Die reale Gegenwart ist noch nicht so weit wie das 2022 im Film, aber auch unser Planet nähert sich möglicherweise "Kipppunkten": Klimaveränderungen und das Artensterben. Da ist das starke Bevölkerungswachstum mit allen Nebeneffekten. Der philosophische Vortrag und die Diskussion stellen die Frage, wie es soweit kommen konnte.
- Freitag, 23. Februar 2024 - 20:30Kategorien: Golden-Globe-Nominierung, US-amerikanischer Film, Archiv, Biopic, Musikfilm, DCM, Flat, 2024Ein biografisches Drama über Priscilla Presley und ihre Beziehung zu Elvis Presley, angefangen beim Kennenlernen 1959 in Deutschland über den Umzug nach Graceland bis zur Hochzeit 1967, gefolgt von der Scheidung 1973. Die Liebe, die als romantischer Mädchentraum beginnt, kippt in der Isolation von Graceland zunehmend in ein beklemmendes Wechselbad der Gefühle. Ein in sanften Pastelltönen gehaltenes, auf ruhige Weise gleichwohl sehr präzises Porträt einer zerstörerischen Beziehung, aus der sich die Protagonistin in einem langsamen Emanzipationsprozess löst. In der Titelrolle bewundernswert gespielt, überzeugt der Film auch durch seine Ausstattung, die die verschiedenen Milieus kontrastreich porträtiert. – Sehenswert ab 14. ======================= Elvis ist am Ende auch nur ein Spiesser, der seine Frau zu Hause gängelt – Sofia Coppola verwehrt dem Musiker in «Priscilla» den Nimbus als Revoluzzer und Avantgardist Sofia Coppolas exzellenter Film «Priscilla» dekonstruiert den Mythos Elvis Presley. (Daniel Haas für die Neue Zürcher Zeitung) ======================= Venedig 2023 Beste Darstellerin ("Coppa Volpi"), Cailee Spaeny
- Freitag, 09. Februar 2024 - 20:30Die wahre Geschichte der unzertrennlichen Von Erich-Brüder, die in den frühen 1980er Jahren in der hart umkämpften Welt des professionellen Wrestlings Geschichte schreiben. Durch Tragödien und Triumphe, im Schatten ihres herrschsüchtigen Vaters und Trainers, streben die Brüder nach Unsterblichkeit auf der größten Bühne des Sports, die größer ist als das Leben. ================================================ Fazit: Eine beeindruckend gefilmte und intensiv gespielte Milieustudie, in der Sean Durkin seine künstlerische Handschrift klar erkennen lässt. (Andreas Köhnemann – 5 von 5 Sternen) ================================================ Stefan Eichardt an den Filmkritiker Axel Timo Purr: Ohne Dein arteshots hätte ich den Streifen nie in Betracht gezogen, jetzt obliegt es mir, die Leute zu überzeugen, da reinzugehen. Muss da morgen ne E-Mail ans Publikum rausschicken, sonst kommt da doch kein Mensch. Was soll ich schreiben? Gibt auffällig wenig Kritiken zu diesem Film. ####### Antwort von Axel Timo Purr: Oh je, aber es tut mir überhaupt nicht leid, und wenn nur 10 kommen, sind 10 für diesen Film gewonnen worden:-) Ich würde schreiben: Das ist einer der Filme, dessen deutschen Trailer man keinesfalls ansehen sollte. Denn in IRON CLAW steht gerade nicht der Sport, in diesem Fall das Wrestling, das keinen Deutschen interessiert, im Zentrum. Sondern der Zerfall und dann die doch völlig überraschende Rettung des Systems Familie in einem neoliberalen Wirtschaftssystem, das natürlich nicht nur Amerika ist, sondern sich auf die ganze Welt übertragen lässt. Es ist ein Film der großen Trauer und des ganz großen Trostes, einer der wohl am meisten unterschätzten Filme des Jahres. Und bislang jeder, der wegen des Themas Wrestlings Vorbehalte hatte, in diesen Film zu gehen, und es dann doch gewagt hat, ist am Ende belohnt worden –versprochen! Und lass mich bitte unbedingt wissen, wie viel Leute sich dann doch getraut haben, in den Film zu gehen und wie er ihnen gefallen hat ...
- Donnerstag, 14. Dezember 2023 - 19:30Kategorien: Stefan, Komoedie, US-amerikanischer Film, Archiv, OmdU, Migration, Schwarz-Weiß-Film, Flat, Academy (4:3 =1.37:1), 2023, trigonKomödie um eine Afghanin, die in Afghanistan für die US-Army als Übersetzerin gearbeitet hat und jetzt in Kalifornien für eine chinesische Kleinbäckerei Sprüche für Glückskekse (z.B.: "Wenn das Leben Dir einen Korb gibt, dann geh damit einkaufen.") entwirft. =========================== Stefan Eichardt: Andrea, eine kinobegeisterte Journalistin aus Köln mit der ich mich regelmäßig über Kinofilme austausche, schrieb mir am 2. Dezember: "Dieser Film ist ein Kleinod. Schwarz-weiß, 4:3, alles im goldenen Schnitt und ich könnte dir jetzt noch einen Roman über das Sound Design erzählen. Die Hauptdarstellerin ist großartig und ganz und gar authentisch. Es gibt zahlreiche Filme, die von erlittenen Traumata, Krieg, Verlust von Heimat, Einsamkeit und Depressionen erzählen, aber dieser hier lässt dich nicht hilf- und hoffnungslos zurück, sondern verspricht die Aussicht auf künftiges Glück. Er ist wunderbar komisch, absurd und mitunter anachronistisch langsam. Ich fühlte mich an Jarmusch und Kaurismäki erinnert, vielleicht aber auch nur, weil er schwarz-weiß ist. Dieser Film ist sein eigener Glückskeks. Und für mich jetzt noch vor "Anatomie eines Falls" der Film des Jahres." Und am 5. Dezember schrieb sie mir nach Lesen unserer Webseite: "Die Filmkritik von Michael Ranze ist wunderbar und wird dem Film ganz und gar gerecht. (Sind Jarmusch und Kaurismäki wirklich Jalalis Vorbilder? Echt jetzt?) Deine Schwester sollte den Film auch gucken. Ich erwäge, ihn mir ein zweites Mal anzusehen. Das habe ich lange nicht getan." Nach Andreas Mail vom 2. Dezember stand für mich fest, dass ich den Film so schnell wie möglich sehen muss, rief bei Trigon-Film in Ennetbaden (Schweiz) an und zurrte alles fest.
- Freitag, 01. Dezember 2023 - 15:30Ort: Alte Exerzierhalle am Neuen Rathaus Kategorien: Komoedie, US-amerikanischer Film, Kooperation, Archiv, Seniorenkino, Literaturverfilmung, UPI, Scope, Seniorenbeirat der Stadt Celle, 2023Fazit verschiedener Filmkritiken, die sich alle dem märchenhaften Charme dieses Geschichte nicht entziehen können: ================================= Mut zu altmodisch naiver Unterhaltung. Mit Inbrunst hebt die Geschichte einer Londoner Putzfrau der 1950er Jahre, die sich in Paris ein Haute-Couture-Kleid von Dior kaufen will, in die Gefilde eines wahr werdenden Wunschtraums ab. Lesley Manville spielt die Hauptfigur überzeugend als reines Klischee einer herzensguten, einfachen Frau, der die Sympathien zufliegen. Isabelle Huppert glänzt in der Rolle der Directrice des Modehauses, die der unwillkommenen Kundin die kalte Schulter zeigt. ================================= Dies ist ein enorm charmanter Film, der zum Teil in Budapest gedreht wurde, das für Paris herhalten musste, da die Stadt an der Seine von ihrer Architektur zum Teil schon zu modern geworden ist. Nichts an diesem Film ist wirklich überraschend, aber das macht ihn auch so heimelig. Ein Film, bei dem man sich wohlfühlen kann, der von einer Welt erzählt, die es so vielleicht nie gegeben hat, die aber ein gewisses märchenhaftes Flair ausstrahlt. ================================= Der Film ist warmherzig, aber nicht naiv. Er bewegt sich in den klassischen Bahnen des Erzählkinos mit einer vertrauten Heldinnenreise und ist dabei doch nie langweilig und reizlos, sondern voller Charme und Empathie. ================================= „Mrs. Harris und ein Kleid von Dior“ erzählt die Geschichte der beliebten Romanreihe neu, ohne etwas an dieser oder dem Setting zu ändern. Die Tragikomödie um eine englische Putzfrau, die nach Paris reist, um dort ein Dior-Kleid zu kaufen, ist hübsch anzusehendes und sehr gut besetztes Zuckerwatte-Kino mit wenig Inhalt oder Sinn für Realismus, dafür aber einem hohen Wohlfühlfaktor. ================================= Fazit: Eine in der Hauptrolle großartig gespielte und im besten Sinne altmodische Dramödie mit einer märchenhaften Story, die von der Erfüllung eines Traums erzählt.
- Freitag, 29. September 2023 - 20:30Kategorien: US-amerikanischer Film, Archiv, Migration, Liebesfilm, tmdU, Studiocanal, Flat, 2023Seoul: Die beiden zwölfjährigen Nora und Hae Sung sind unzertrennliche Freunde. Bis Noras Familie nach Toronto auswandert und sich die beiden aus den Augen verlieren. 20 Jahre später beschließt Hae Sung, seine Kindheitsfreundin für ein paar Tage in New York zu besuchen. Nora lebt dort als angehende Autorin und ist bereits seit sieben Jahren glücklich mit Arthur verheiratet. Das Wiedersehen konfrontiert die beiden mit ihrer tiefen Verbundenheit, unausweichlichen Fragen nach Liebe, Schicksal und den Entscheidungen, die ein Leben ausmachen... Mit PAST LIVES gibt die in New York lebende südkoreanisch-kanadische Autorin Celine Song ihr Kinodebüt als Regisseurin und Drehbuchautorin. Mit großem Feingefühl inszeniert sie die autobiografisch gefärbte Geschichte zweier Freunde, die durch den Lauf des Lebens getrennt werden und sich nach zwei Jahrzenten wieder begegnen. ================= Das südkoreanische Kino, aus dem seit Jahren erfrischende Impulse kommen, geht mit dem alten Hollywood spazieren, das hier so geheimnisvoll aus der Kraft seiner Geschichte leuchten darf wie die Freiheitsstatue. Solange solche Filme erscheinen, auf Leinwänden, wo sie hingehören, sind Abgesänge auf das Kino verfrüht. – Die Dialoge dieses Films sollten Drehbuchstudenten verpflichtend abschreiben. (Philipp Bovermann für die Süddeutsche Zeitung)
- Freitag, 22. September 2023 - 20:00Kategorien: Stefan, US-amerikanischer Film, Archiv, Biopic, Historienfilm, UPI, Scope, 2023Fraglos ist Oppenheimer (bei aller Kritik) ein lohnens- und sehenswerter Film. Aber was ist der programmatische Ansatz den an der Kasse zweit erfolgreichsten Film des Jahres 2023 (hinter Barbie) zwei Monate nach Kinostart noch einmal zu zeigen? Oppenheimer ist ein Film, der einen mittels seiner Verschachtelungen, seines Ton, seiner Kamera, seiner Ästhetik ein fesselndes, überwältigendes Kinoerlebnis à la Christoper Nolan bietet. Ist der Film ein "Wow", ist er Überwältigungskino, ein Meisterwerk, ist er eine manipulative US-amerikanische Geschichtsklitterung oder alles zugleich? Viele Fragen tun sich für ein interessiertes Publikum um dieses Kinoereignis auf. Um besser zu verstehen, wie dieses Kinoerlebebnis funktioniert, möchten wir mit einigem Abstand nach einem ersten Sehen in den Kammer Lichtspielen, den Film vor allem selbst ein zweites Mal sehen und laden, um es etwas stereotyp zu formulieren, dazu ein.
- Freitag, 14. April 2023 - 20:00Kategorien: US-amerikanischer Film, Archiv, Biopic, Coming of Age, Golden Globe, UPI, Flat, 2023Steven Spielbergs Film DIE FABELMANS ist ein zutiefst persönliches Porträt einer amerikanischen Kindheit und zugleich eine cineastische Hommage an die (Familien-) Beziehungen, die das Leben und die Karriere des Filmemachers geprägt haben. Die Leidenschaft von Sam Fabelman (Gabriel LaBelle) ist das Filmemachen – ein Interesse, das seine kunstbegeisterte Mutter Mitzi (Michelle Williams) schätzt und fördert. Sams Vater Burt (Paul Dano) hingegen, ein erfolgreicher Ingenieur, befürwortet Sams Arbeit zwar, hält sie aber für nicht mehr als ein Hobby. Doch die Faszination für bewegte Bilder lässt den jungen Sam nicht mehr los. In immer aufwendigeren Filmproduktionen setzt der Nachwuchsregisseur seine Schwestern und Freunde in Szene. Doch als die Fabelmans umziehen und es zu Turbulenzen innerhalb der Familie kommt, muss sich Sam mehr denn je auf seine Liebe zum Kino und die Macht der Filme besinnen, um seine Träume nicht aus den Augen zu verlieren. =========================== Meisterlich verschränkt Spielberg biografisches Material mit den erprobten Ideen seines Kinos, um daraus virtuos rekontextualisierte Erinnerungsfantasien zu schmieden. Die Mischung aus persönlicher Note und ästhetischem Echo lässt den Film insbesondere fürs kenntnisreiche Publikum zur Entdeckungsreise werden: Mit einem Hauch von "Krieg der Welten", wenn Mutter Mitzi das Familienauto durch den Tornado manövriert, oder einer Spur "E.T.", wenn Sam und seine Pfadfinder-Freunde sich auf Fahrrädern ins Abenteuer stürzen. Die Selbstbezüge scheinen verdeutlichen zu wollen, wie sehr das Erleben dysfunktionaler Familienverhältnisse die Arbeiten des jungen Filmemachers geprägt hat. Vom entfremdeten Vater in "Unheimliche Begegnung der dritten Art" bis zum ewig ungebundenen Archäologen Indiana Jones lassen Spielbergs Helden ein Unbehagen gegenüber Verantwortung erkennbar werden, das augenscheinlich von den Erfahrungen mit der zerrütteten Ehe der Eltern des Regisseurs herrührt. ( Rajko Burchardt im Perlentaucher)
- Freitag, 07. April 2023 - 20:00Kategorien: Oscarnominierung, US-amerikanischer Film, Archiv, Golden Globe, Musikfilm, UPI, Scope, 2023Die Position einer gefeierten Dirigentin, die als erste Chefdirigentin die Berliner Philharmoniker leitet, gerät während der Proben zur 5. Sinfonie von Gustav Mahler ins Wanken, weil nach dem Selbstmord einer ehemaligen Studentin Vorwürfe gegen sie wegen übergriffigen Verhaltens laut werden. In kühl-eleganten Bildern entwirft das um die schillernde, exzellent gespielte Frauenfigur konzipierte Drama ein vielschichtiges Porträt des Klassik-Musikbetriebs, in dem es um missbräuchliche Machtstrukturen und deren korrumpierende Wirkung, aber auch um kreative Prozesse und das Sich-in-Beziehung-Setzen von Musikern mit Kompositionen geht. – Sehenswert ab 16. ==================== Mit TÁR erzählt Regisseur, Autor und Produzent Todd Field die faszinierende Geschichte von Lydia Tár (Cate Blanchett), die als erste weibliche Chefdirigentin ein großes deutsches Orchester leitet. Lydia Tár (die zweifache Oscar®-Preisträgerin Cate Blanchett) hat es geschafft. Die begnadete Dirigentin hat sich in der von Männern dominierten klassischen Musikszene durchgesetzt und befindet sich auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Mit ihrem Orchester plant sie eine mit Spannung erwartete Einspielung von Gustav Mahlers Fünfter Sinfonie. Doch während der Proben gerät die Welt der Star-Dirigentin immer mehr ins Wanken: Nicht nur die Beziehung mit ihrer Konzertmeisterin (Nina Hoss) gestaltet sich zunehmend kompliziert, auch frühere Lebensentscheidungen, Anschuldigungen und ihre eigenen Obsessionen drohen sie einzuholen. In den darauffolgenden Wochen entgleitet ihr die Kontrolle über ihr eigenes Leben immer mehr … TÁR zeichnet das Bild einer hochkomplexen Frauenfigur und gleichzeitig ein provokatives Porträt des klassischen Musikbetriebs. Außerdem sind in TÁR u.a. Noémie Merlant ("Porträt einer jungen Frau in Flammen"), Julian Glover ("Star Wars: Episode V – Das Imperium schlägt zurück") und Mark Strong ("1917") zu sehen. Die Cellistin Sophie Kauer gibt in TÁR ihr Debüt als Schauspielerin. Cate Blanchett wurde für ihre Rolle in TÁR u.a. mit einem Golden Globe, dem BAFTA Award als "Beste Hauptdarstellerin" sowie Venedig 2022 Beste Darstellerin ("Coppa Volpi"),
- Freitag, 03. März 2023 - 20:30Kategorien: US-amerikanischer Film, Archiv, UPI, Scope, 2023Wenige Monate vor dem Amtsantritt von Ronald Reagan freundet sich der jüngste Sohn einer jüdischen Mittelstandsfamilie in Queens mit einem schwarzen Jungen aus seiner Schule an. Die Regelverstöße der Freunde offenbaren aber bald, wie Rassismus und Privilegien die Kinder in völlig unterschiedliche gesellschaftliche Sphären verorten. Das autobiografische Familiendrama erzählt von den Dualitäten und Komplexitäten, die eine jüdische Familie innerhalb der sozialen Verwerfungen der 1980er-Jahre erlebt. Dabei gibt der Film nie die Perspektive eines Jungen auf, der sich vergeblich gegen die unverständlichen und ungerechten Strukturen zu wehren versucht. - Sehenswert ab 14. ============================================= Mit ZEITEN DES UMBRUCHS präsentiert Regisseur James Gray ("Ad Astra – Zu den Sternen") ein zutiefst persönliches Coming-of-Age-Drama über Familie, Freundschaft und die für Viele aussichtslose Suche nach dem amerikanischen Traum. New York im Spätsommer 1980: Paul (Banks Repeta) ist das jüngste Mitglied einer gut situierten jüdischen Familie. Doch zwischen seiner viel beschäftigten Mutter Esther (Anne Hathaway), seinem bemühten, aber strengen Vater Irving (Jeremy Strong) und seinem streitsüchtigen Bruder Ted (Ryan Sell) fühlt er sich oft einsam und verloren. Allein sein liebevoller Großvater Aaron (Anthony Hopkins) scheint ihn wirklich zu verstehen und seine Interessen zu fördern. Zu Beginn des neuen Schuljahres lernt Paul den Schwarzen Jonathan (Jaylin Webb) kennen, einen "Sitzenbleiber", der in ärmlichen Verhältnissen bei seiner kranken Großmutter lebt. Er freundet sich mit dem älteren Jungen an, der allen Problemen zum Trotz fest an Werte wie Ehrlichkeit und Loyalität glaubt. Doch es dauert nicht lange, bis Paul immer mehr bewußt wird, dass nicht jeder in dieser Welt die gleichen Chancen hat. Bei seiner Weltpremiere auf den Filmfestspielen in Cannes erhielt James Grays teils autobiografisches Drama stehende Ovationen. ZEITEN DES UMBRUCHS erzählt sensibel vom Aufwachsen im Amerika Anfang der 80er Jahre – einem Amerika, das geprägt ist von allgegenwärtigem Rassismus, elitären Machtgefügen und tiefgreifenden Vorurteilen. Dabei zeigt der Film ein ungleiches System auf, in dem nicht alle Menschen gleichberechtigt behandelt werden.
- Freitag, 10. Februar 2023 - 20:30Kategorien: US-amerikanischer Film, Archiv, UPI, Flat, 2023SHE SAID, der neue Film von Emmy-Gewinnerin Maria Schrader ("Ich bin dein Mensch", "Vor der Morgenröte"), erzählt vom riskanten Weg zweier Journalistinnen, die 2017 im Zuge der Weinstein-Affäre den weitreichenden Machtmissbrauch gegenüber Frauen im US-amerikanischen Filmgeschäft aufdeckten und die #MeToo-Bewegung ins Rollen brachten. Megan Twohey und Jodi Kantor brechen das große Schweigen in Hollywood: Sie entlarven Business-Meetings in Hotelzimmern als sexuelle Übergriffe und stoßen auf ein Netz aus Repression, Erpressung und Angst. Mit ihrer mutigen Recherche geben sie nicht nur den betroffenen Frauen ihre Stimme zurück, sondern stoßen eine weltweite Welle der Solidarität an. Die zweifach Oscar®-Nominierte Carey Mulligan und Zoe Kazan verkörpern die New-York-Times-Reporterinnen Megan Twohey und Jodi Kantor, die mit ihrer Reportage, ausgezeichnet mit dem Pulitzer-Preis, die amerikanische Gesellschaft unwiderruflich veränderten. SHE SAID ist ein Beweis für die Macht des investigativen Journalismus und ein Zeugnis für die hartnäckige Suche von Reporter*innen und Redakteur*innen nach der Wahrheit. Es ist eine der wichtigsten Geschichten einer Generation, erzählt von mutigen Frauen, die sich trotz großer persönlicher Risiken dazu entschlossen, sich zu wehren. Die deutsche Regisseurin Maria Schrader legt mit SHE SAID ihre erste Hollywood-Arbeit vor. Sie wurde bereits für ihre Serie "Unorthodox" mit dem Emmy prämiert. Das Drehbuch stammt von Oscar®-Gewinnerin Rebecca Lenkiewicz ("Ida"). Als Vorlage dienten den Oscar®-prämierten Produzenten die Recherchen von Jodi Kantor, Megan Twohey und Rebecca Corbett für die New York Times und der New-York-Times-Bestseller „She Said: Breaking the Sexual Harassment Story That Helped Ignite a Movement“ von Jodi Kantor und Megan Twohey.
- Donnerstag, 19. Januar 2023 - 19:30Kategorien: US-amerikanischer Film, Gesellschaft fuer Christlich-Juedische Zusammenarbeit e.V. Celle, Kooperation, Dokumentarfilm, Studiocanal, Flat, Jüdische Gemeinde Celle, 2023
- Freitag, 02. Dezember 2022 - 20:30Kategorien: Komoedie, US-amerikanischer Film, Archiv, Literaturverfilmung, UPI, Scope, 2022Fazit verschiedener Filmkritiken, die sich alle dem märchenhaften Charme dieses Geschichte nicht entziehen können: ================================= Mut zu altmodisch naiver Unterhaltung. Mit Inbrunst hebt die Geschichte einer Londoner Putzfrau der 1950er Jahre, die sich in Paris ein Haute-Couture-Kleid von Dior kaufen will, in die Gefilde eines wahr werdenden Wunschtraums ab. Lesley Manville spielt die Hauptfigur überzeugend als reines Klischee einer herzensguten, einfachen Frau, der die Sympathien zufliegen. Isabelle Huppert glänzt in der Rolle der Directrice des Modehauses, die der unwillkommenen Kundin die kalte Schulter zeigt. ================================= Dies ist ein enorm charmanter Film, der zum Teil in Budapest gedreht wurde, das für Paris herhalten musste, da die Stadt an der Seine von ihrer Architektur zum Teil schon zu modern geworden ist. Nichts an diesem Film ist wirklich überraschend, aber das macht ihn auch so heimelig. Ein Film, bei dem man sich wohlfühlen kann, der von einer Welt erzählt, die es so vielleicht nie gegeben hat, die aber ein gewisses märchenhaftes Flair ausstrahlt. ================================= Der Film ist warmherzig, aber nicht naiv. Er bewegt sich in den klassischen Bahnen des Erzählkinos mit einer vertrauten Heldinnenreise und ist dabei doch nie langweilig und reizlos, sondern voller Charme und Empathie. ================================= „Mrs. Harris und ein Kleid von Dior“ erzählt die Geschichte der beliebten Romanreihe neu, ohne etwas an dieser oder dem Setting zu ändern. Die Tragikomödie um eine englische Putzfrau, die nach Paris reist, um dort ein Dior-Kleid zu kaufen, ist hübsch anzusehendes und sehr gut besetztes Zuckerwatte-Kino mit wenig Inhalt oder Sinn für Realismus, dafür aber einem hohen Wohlfühlfaktor. ================================= Fazit: Eine in der Hauptrolle großartig gespielte und im besten Sinne altmodische Dramödie mit einer märchenhaften Story, die von der Erfüllung eines Traums erzählt.
- Donnerstag, 13. Oktober 2022 - 19:00Kategorien: Eintritt frei, US-amerikanischer Film, Archiv, Demokratie leben, Filmreihe, Diskussion, Moderation, wehrhafte Demokratie staerken - Ausgrenzung entgegentreten, Filosofie, Warner, Scope, externer Referent/Referentin, 2022, Philosophisches Kino – Mensch und neue TechnologienPhilosophisches Kino heißt: Vortrag durch Dr. Achim Sohns, der die philosophische Struktur des Films offenlegt – Film sehen/Film diskutieren (Philosophische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.). ================================================== Was bedeutet es für das menschliche Selbstbewusstsein, seine Selbstwahrnehmung, wenn sich Maschinen in selbstreferentiellen Prozessen autonom entwickeln, anfangen autonom mit ihm zu kommunizieren, und wenn Menschen künstliche von Maschinen oder rein gentechnisch gefertigte Bestandteile, Maschinenteile, in sich tragen? Wird der emphatische Homo ludens, der spielende Mensch, überflüssig oder bilden die neuen Verbindungen eine neue Realität und Qualität? ================================================== "Blade Runner" behandelt – begleitet von der Jahrhundertmusik von Vangelis – das Über-Menschliche im menschlichen Klon, die menschliche Hybris und noch viel mehr (Nietzsche, Descartes). ================================================== 2019: Blade Runner (staatlicher Kopfgeldjäger) Deckard (Harrison Ford) muss vier Replikanten (Androiden) verfolgen und versuchen, sie zu eliminieren, weil sie ein Raumschiff gestohlen haben und zur Erde zurückgekehrt sind, um ihren Schöpfer zu finden. Deckard ist halb Cop, halb Detektiv. Ein Kopfgeldjäger. Roy Batty ist halb Mensch, halb Maschine. Oder ist doch alles anders?
- Freitag, 20. Mai 2022 - 20:30Kategorien: US-amerikanischer Film, Archiv, Schwarz-Weiß-Film, DCM, 5:3 = 1,66:1Ein New Yorker Radioreporter muss sich um den frühreifen Sohn seiner Schwester kümmern und nimmt ihn mit auf eine Interview-Tour quer durch das ganze Land, bei der er junge Menschen nach ihren Ängsten und Hoffnungen befragt. Während des Trips lernt er nicht nur viel Neues über sich, sondern muss mit seinem Neffen auch eine für beide befriedigende Beziehung aushandeln. Der stille, in Schwarz-weiß gedrehte Film entwirft ein wahres Panorama des Lebens und schafft mit leichter Hand Raum für alle wichtigen Fragen. Ein zutiefst humanistisches Meisterwerk, das so intelligent wie melancholisch flexible Formen der Vergemeinschaftung erkundet und nachdrücklich für die Kraft des zugewandten Gesprächs plädiert. (Filmdienst) === Dieser Film ist so leise und zart, dass man wohl brüllen müsste, wie großartig er ist, damit er nicht untergeht im Getöse der Zeit. (Süddeutsche) === "Ich habe soeben den schönsten Film über Eltern und Kinder aller Zeiten gesehen – überhaupt ist COME ON, COME ON ein Meisterwerk." (Der Spiegel) === »C'mon C'mon« berührt existenzielle Themen auf eine nahbare, unverstellte Weise. Es geht um das Erinnern und Vergessen, die schönen Momente, die irgendwann nur noch Fragmente sind. Mit seinen Aufnahmen, erzählt Johnny einmal, kann er das Alltägliche unvergänglich machen. Genau das gelingt auch Mills, in seinem zauberhaften Film.(EPD) === Der Meister des autofiktionalen US-Independent-Kinos überzeugt mit Come on, Come on erneut auf allen Ebenen – derartig kluges und zärtliches Kino gibt es viel zu selten. – Mike Mills' erstaunlicher, unvergleichlicher Film (artechok) === Regisseur Mike Mills gelingt ein sensibles Psychogramm in Schwarzweiß – mit perfekter Balance zwischen Witz und Ernst. (Kunst & Film)
- Freitag, 01. Oktober 2021 - 20:30Eine Familie koreanischer Herkunft zieht 1983 von Los Angeles in den Osten nach Arkansas, um dort ein neues Leben anzufangen. Der Vater will Farmer werden und koreanisches Gemüse anbauen. Doch seine Ehefrau sieht in seinem riskanten Unterfangen die Zukunft ihrer Kinder gefährdet, zudem wird die Familie nicht umstandslos akzeptiert. Mit enormer Empathie für seine Figuren erzählt der Film von der Suche nach dem gelobten Land und modernisiert subtil die Siedler-Geschichte Nordamerikas im Zeichen von Interkulturalität und neuen gesellschaftlichen Dynamiken.-— Sehenswert ab 14.
- Freitag, 03. September 2021 - 20:30Kategorien: Sozialdrama, Oscar, NY Critics Circle Award, US-amerikanischer Film, Archiv, Golden Globe, British Film Awards, Satellite Award, British Independent Film Awards, Independent Spirit Award, National Board of Review, Venedig - Goldener Loewe, Alliance of Women Film Journalists, Walt Disney, Scope, 2021Eine Frau aus dem Mittleren Westen der USA hat nach der großen Rezession in Folge des Bankencrashs 2008 alles verloren. Sie packt ihre Sachen und bricht mit ihrem Van zu einem Leben als Auto-Nomadin auf. ------------------------------ Mit der großartigen Frances McDormand – unter anderem bekannt aus:Three Billboards outside Ebbing, Missouri
- Dienstag, 06. Oktober 2020 - 15:30Ort: Alte Exerzierhalle am Neuen Rathaus Kategorien: Krimi, Golden-Globe-Nominierung, Komoedie, US-amerikanischer Film, Kooperation, Archiv, Seniorenkino, Biopic, DCM, 2020, Scope, Seniorenbeirat der Stadt CelleDie Geschichte eines alten Ganoven im ländlichen Texas der 1980er-Jahre, der nonchalant und nicht ohne Mitgefühl für seine Opfer Banken ausraubt und 17 Mal aus Gefängnissen ausgebrochen ist. In seinem angeblich letzten Film entwirft der US-Schauspieler Robert Redford das facettenreiche Porträt eines charismatischen Gauners, dem sogar die von ihm Bestohlenen zugestehen, dass er immer ein Gentleman gewesen sein. Ein zwischen hintersinniger Komik und lyrisch akzentuiertem Realismus schwebendes Alterswerk, das sehr gelungen den Redford-Mythos vom Sundance Kid in einer seinem Alter und der Zeit angepassten Form wiederbelebt. (von Franz Everschor – Filmdienst) –––––––––––––––––––––––––––– Eine Geschichte, die man nicht erfinden könnte. Tatsächlich ist sie in den Achtzigerjahren ungefähr so auch passiert: Forrest Tucker (Robert Redford) ist ein Bankräuber, und nicht einmal, als er sich in Jewel (Sissy Spacek) verliebt, kann er den Kreislauf seines Lebens durchbrechen - Banken ausrauben, geschnappt werden, aus dem Knast ausbrechen. David Lowerys leise, nostalgische Komödie lebt vom charmanten, minimalistischen Spiel Robert Redfords, der schon angekündigt hat, dies werde sein sein letzter Auftritt auf der Leinwand sein. (von Susan Vahabzadeh – Süddeutsche Zeitung)
- Donnerstag, 05. März 2020 - 19:30Kategorien: US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Spielfilm, Psychothriller, Schwarz-Weiß-Film, UPI, 2020Zwei Männer, ein Leuchtturm, Einsamkeit und Wahnsinn: Robert Eggers' atmosphärisches Kammerspiel verbindet Motive des Gruselkinos, des metaphysischen Melodrams und der Komödie zu einem eigenwilligen, kaum klassifizierbaren Filmwerk. Eine Liga für sich: die beiden Darsteller Unheimlich oder unheimlich komisch? In Robert Eggersʼ neuem Film nach »The Witch« (2015) treiben sich Willem Dafoe und Robert Pattinson als Leuchtturmwärter gegenseitig in den Wahnsinn. Und Eggers zeigt erneut stilistisch großen Eigenwillen Fantasy-Horrorfilm um einen älteren Leuchtturmwächter und seinen jungen Gehilfen, die sich Ende des 19. Jahrhunderts auf einer winzigen Insel vor der Küste Maines gegenseitig beharken, weil die lange Isolation an ihrer mentalen Verfassung rüttelt. Ende des 19. Jahrhunderts setzt ein junger Mann an der Küste Neuenglands auf eine einsame Insel über, um als Gehilfe eines Älteren den Leuchtturm zu warten. Lange Zeit sprechen die Männer nicht miteinander, bis ein Sturm tagelang verhindert, dass ein Versorgungsschiff anlegt, um Lebensmittel zu bringen und den verzweifelten Assistenten abzulösen. Das verstörende Drama ist in Schwarz-weiß und in einem fast quadratischen Format gedreht, was die klaustrophobische, durch tiefe Kontrabass-Streicher ins Unheimliche tendierende Atmosphäre verstärkt. Die Darsteller hingegen liefern sich in ausgefeilten, mitunter komischen Dialogen ein immer stärker eskalierendes Duell. ---- mit Willem Dafoe und Robert Pattinson
- Dienstag, 03. März 2020 - 15:30Kategorien: Oscar, NY Critics Circle Award, US-amerikanischer Film, Kooperation, Film, Archiv, Spielfilm, Seniorenkino, Golden Globe, LA Critics Association Awards, Musical, National Board of Review, Washington DC Area Film Critics Association Awards, tmdU, Studiocanal, 2020, Scope, Seniorenbeirat der Stadt CelleDas Musical des 31-jährigen Regisseurs Damien Chazelle mit dem selbstironischen Bezug "La La Land" im Titel gewann 241 Filmpreise und wurde für 276 weitere nominiert. Bei der "Golden Globe"-Verleihung 2017 brach "La La Land" mit 7 Golden Globes den bisherigen Rekord von "Einer flog über das Kuckucksnest" (1976 - 6 Golden Globes).
- Freitag, 07. Februar 2020 - 20:30Kategorien: NY Critics Circle Award, Krimi, Oscarnominierung, Golden-Globe-Nominierung, Komoedie, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Spielfilm, Satellite Award, National Board of Review, Washington DC Area Film Critics Association Awards, Concorde, 2020, Flat, alle Veranstaltungen anzeigenWie eine Agatha-Christie-Verfilmung auf Speed – „Knives Out“ ist eine phänomenal besetzte Krimifarce, die das Genre zu gleichen Teilen bedient und ad absurdum führt. Das macht Spaß, lädt zum Mitraten ein und wird von Rian Johnson obendrein in hochelegante Bilder gekleidet, in der nicht nur der fantastische Cast bestens zur Geltung kommt, sondern auch die vielen Twists und Wendungen in einem perfekten Licht erstrahlen. (Antje Wessels) ––––––– Krimis sind enorm beliebt, nur im Kino gibt es sie kaum. «Knives Out» ist die brillante Ausnahme. (Denise Bucher – Neue Züricher Zeitung)
- Freitag, 17. Januar 2020 - 20:30Kategorien: Familienkomoedie, Sundance Filmfestival Preistraeger, US-amerikanischer Film, Tragikomoedie, Culture-Clash-Komoedie, Film, Archiv, Spielfilm, Golden Globe, Satellite Award, National Board of Review, DCM, 2020, ScopeEine junge Sino-Amerikanerin fliegt nach China, wo sich ihre Verwandten um die todkranke Großmutter versammeln, die nur noch wenige Wochen zu leben hat. Doch niemand darf der alten Frau die Wahrheit sagen, weshalb eine Hochzeit arrangiert wird, um das Zusammentreffen der Großfamilie zu erklären. Der tragikomische, auf autobiografischen Erlebnissen fußende Film um eine „wahre Lüge“ entfaltet mit kraftvoll-schrulligen Charakteren und liebevollen Details eine weibliche Weltsicht, in der Herzhaft-Komisches neben bieder-banalen Momenten steht. Ein herzerwärmender Film mit einem feinen Gespür für gesellschaftliche wie kulturelle Unterschiede. - Sehenswert ab 12. -- Herzerwärmende Tragikomödie um eine junge Sino-Amerikanerin, die zu ihrer Großmutter nach China fliegt, weil die angeblich nur noch wenige Wochen zu leben hat; doch niemand will der alten Frau die Wahrheit über ihren Zustand verraten. (Filmdienst) ---------------------- Eine chinesische Familie verschweigt der Großmutter, dass sie sterbenskrank ist. Basierend auf eigenen Erlebnissen porträtiert Lulu Wang einen familiären Abschied. »The Farewell« ist eine tonnenschwere, federleichte, bitterschöne Tragikomödie Basierend auf einer echten Lüge: Lulu Wang nutzt die Geschichte eines Familiengeheimnisses, um unter anderem die kulturellen Unterschiede zwischen Ost und West zu reflektieren (EPD-Film) -- 3/40213
- Freitag, 10. Januar 2020 - 20:30Kategorien: Golden-Globe-Nominierung, US-amerikanischer Film, Tragikomoedie, Film, Archiv, Spielfilm, DCM, 2020, Flat, alle Veranstaltungen anzeigenUnkonventionelle Literaturverfilmung von Richard Linklater (Before Sunrise, Boyhood) um eine verbitterte Architektin (Cate Blanchett), die sich seit Jahren in ein monströses altes Anwesen zurückgezogen hat, erlebt eine innere Wandlung, als sie ihre Tochter auf eine Reise in die Antarktis begleitet. ---- Golden-Globe-Nominierung für die australische Ausnahmeschauspielerin Cate Blanchett - 1/36314
- Freitag, 04. Oktober 2019 - 20:30Die Geschichte einer einsamen, lebenshungrigen Mittfünfzigerin auf der Suche nach einem neuen Fokus, den sie in der Beziehung zu einem ebenfalls geschiedenen Mann zu finden scheint. US-Remake der chilenischen Tragikomödie „Gloria“ (2012), mit dem der Regisseur Sebastián Lelio seinen Film in anderem Milieu und mit anderen Darstellern neu inszeniert. Obwohl viele Szenen fast bildgetreu nachgestellt sind, gewinnt die Geschichte durch die überragende Hauptdarstellerin eine erstaunlich eigenständige Perspektive. Aus einer Vielzahl von Zwischentönen erwächst das Porträt einer höchst lebendigen Figur, die aus der unterschwelligen Melancholie ihres Daseins ausbrechen will.
- Freitag, 27. September 2019 - 20:30Kategorien: US-amerikanischer Film, romantische Liebeskomoedie , Film, Archiv, Spielfilm, Studiocanal, 2019, ScopeEin erfolgloser Journalist wird von der US-Außenministerin kurzerhand als Redenschreiber angeheuert, um ihrem Wahlkampf um die Präsidentschaft mehr Humor und Esprit zu verleihen. Die beiden höchst unterschiedlichen Protagonisten kennen sich aus ihrer Jugendzeit und werden allen Widerständen zum Trotz ein Paar. Die clevere Komödie pendelt zwischen glaubhafter romantischer Annäherung, Blödel-Einlagen, gewitztem Schlagabtausch und satirisch-herben Seitenhieben auf die aktuelle US-Politik. ––––– Filmkritikerin Antje Wessels schreibt: „Long Shot“ ist smart, witzig, romantisch und von vorn bis hinten liebenswert. Derzeit gibt es keinen Film, nach dem man das Kino mit einem besseren Gefühl verlässt, als diese hochcharmante Mischung aus Comedy, Lovestory und Politsatire – und Seth Rogen und Charlize Theron haben eine Chemie miteinander, vor der man niederknien möchte.
- Donnerstag, 20. Juni 2019 - 19:30Kategorien: Oscar, US-amerikanischer Film, Kooperation, Dokumentarfilm, Film, Archiv, Filmpreis, Central, 2019, Flat, Voiceover, Alpenverein CelleOscarprämierter Dokumentarfilm über die Besteigung der El-Capitan-Steilwand im Yosemite National Park in Kaliforniendurch den 33-jährigen Extremkletterer Alex Honnold. Der bildgewaltige Film hält nicht nur eine atemberaubende Kletterleistung fest, sondern widmet sich mit ebenso großer Hingabe dem Innenleben und den Motivationen des perfektionistischen Bergsteigers, der als nachdenklicher, selbstkritischer Mensch porträtiert wird. Durch seine formale Brillanz ist der Film zugleich auch eine Hymne auf die einzigartige Erlebniskraft des Kinos. Als "Free Solo" wird beim Klettern die Begehung einer Kletterroute im Alleingang unter Verzicht auf technische Hilfs- und Sicherungsmittel bezeichnet.
- Freitag, 03. Mai 2019 - 20:30Kategorien: Krimi, Golden-Globe-Nominierung, Komoedie, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Spielfilm, Biopic, National Board of Review, DCM, 2019, ScopeDie Geschichte eines alten Ganoven im ländlichen Texas der 1980er-Jahre, der nonchalant und nicht ohne Mitgefühl für seine Opfer Banken ausraubt und 17 Mal aus Gefängnissen ausgebrochen ist. In seinem angeblich letzten Film entwirft der US-Schauspieler Robert Redford das facettenreiche Porträt eines charismatischen Gauners, dem sogar die von ihm Bestohlenen zugestehen, dass er immer ein Gentleman gewesen sein. Ein zwischen hintersinniger Komik und lyrisch akzentuiertem Realismus schwebendes Alterswerk, das sehr gelungen den Redford-Mythos vom Sundance Kid in einer seinem Alter und der Zeit angepassten Form wiederbelebt. (von Franz Everschor – Filmdienst) –––––––––––––––––––––––––––– Eine Geschichte, die man nicht erfinden könnte. Tatsächlich ist sie in den Achtzigerjahren ungefähr so auch passiert: Forrest Tucker (Robert Redford) ist ein Bankräuber, und nicht einmal, als er sich in Jewel (Sissy Spacek) verliebt, kann er den Kreislauf seines Lebens durchbrechen - Banken ausrauben, geschnappt werden, aus dem Knast ausbrechen. David Lowerys leise, nostalgische Komödie lebt vom charmanten, minimalistischen Spiel Robert Redfords, der schon angekündigt hat, dies werde sein sein letzter Auftritt auf der Leinwand sein. (von Susan Vahabzadeh – Süddeutsche Zeitung)
- Freitag, 26. April 2019 - 20:30Kategorien: Oscar, NY Critics Circle Award, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Liebesfilm, Literaturverfilmung, Golden Globe, LA Critics Association Awards, Satellite Award, Independent Spirit Award, National Board of Review, Washington DC Area Film Critics Association Awards, Alliance of Women Film Journalists, DCM, 2019, Academy (4:3 =1.37:1)Wenn Amerika ein Geschenk Gottes ist, findet die 19-jährige Tish, dann sollten seine Tage gezählt sein. Ihre ganz eigene Sicht der Dinge gibt den Ton von Barry Jenkins' Film vor: eine Mischung aus Romantik und Zorn, Poesie und Unerbittlichkeit. Jenkins (Moonlight) hat James Baldwins Roman »Beale Street« in ein Meisterwerk atmosphärischen Erzählens übertragen. (Gerhard Midding – EPD-Film – 5 von 5 Sternen) –––––––––––– In den 1970er-Jahren wird ein afroamerikanisches Liebespaar aus New York durch die ungerechtfertigte Inhaftierung des Mannes mit den Vorurteilen seiner Umgebung konfrontiert. Die nach einem Roman von James Baldwin in bemerkenswert unkonfrontativem, aber umso berührenderem Stil erzählte Geschichte über das Schicksal eines jungen Paares zeichnet ein mit viel Wärme entworfenes Porträt des Lebens in einer von Rassismus beeinflussten Welt. Lange Einstellungen, steter Blickkontakt und in die Kamera gesprochene Dialoge verleihen der mit der gesellschaftlichen Realität durchsetzten Romanze eine lyrisch-intensive Qualität. – Sehenswert ab 14 (Franz Everschor – Filmdienst – 4 von 5 Sternen)
- Freitag, 19. April 2019 - 20:30Kategorien: Oscar, NY Critics Circle Award, Komoedie, US-amerikanischer Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Biopic, Historienfilm, Golden Globe, British Film Awards, Washington DC Area Film Critics Association Awards, DCM, 2019, Scope, unser Film des Monats, eigener Texteigener Text kino achteinhalb: "Vice" ist ein geniales Biopic, das mit leichter Hand ein filmisches Füllhorn kreativer Einfälle ausgießt. Die Ideendichte von "Vice" ist geradezu schwindelerregend. "Vice" unterhält, ist bestes Entertainment und zugleich geniales Infotainment. "Vice" amüsiert, lässt einen lachen (nicht zuletzt über die Banalität des Bösen) und macht einen zugleich fassungslos. Ruft einem längst vergessene Fakten ins Gedächtnis zurück, informiert über weitere Puzzleteile, die weitestgehend unbekannt sind, und präsentiert einem so Zusammenhänge, die unter den republikanischen Regierungen dazu dienten, die Welt gehörig umzukrempeln und der Macht des Weißen Hauses unterzuordnen und heute – verdrängt, vergessen, partikularisiert – bereits der Normalität überantwortet worden sind. Aus der Menge der Werke des inzwischen inflationären Genres Biopic ragt "Vice" heraus. Es offenbart mit seinen ironischen-doppelbödigen Montagen eine Ästhetik des Politischen zwischen gesellschaftlicher Rolle und hemmungslosem Geschacher von Partikularinteressen. Man muss dieses phantastische Stück kinematografisch aufgearbeiteter Zeitgeschichte mit zu den Spitzen seines Genres zählen. Es zeugt von großem Mut und aufklärerischem Selbstbewusstsein seines Regisseurs Adam McKay. ––––– Hauptfigur des Films ist Dick Cheney (* 30. Januar 1941 in Nebraska, später Wyoming). Cheney ist keineswegs als gewissenloser Machtpolitiker geboren, sondern in eine skrupellose Politwelt hineingewachsen. Anfänglich Studienabbrecher, zweimal wegen Trunkenheit am Steuer bestraft. 1969 erstmals im Weißen Haus als besserer Botenjunge von Donald Rumsfeld unter der Regierung Nixon, wo er anfangs noch dachte, man glaube als Politiker an Werte und propagiere sie nicht nur, arbeitete er sich in Perioden republikanischer Präsidentschaften auf der Beamtenleiter geduldig nach oben. 1975 Stabschef unter der Regierung Gerald Ford. 1989 bis 1993 Verteidigungsminister unter der Regierung George Bush senior. Während der Amtszeit Bill Clintos war Cheney Aufsichtsratsvorsitzender des Ölkonzerns Halliburton. 2001 bis 2009 Vizepräsident unter George W. Bush, der dank Cheneys Mithilfe 2000 gegen Al Gore denkbar knapp auf umstrittene Art und Weise die Präsidentschaft errang. ––––– Unter Cheneys Ägide wurde durch zahlreiche Entscheidungen – erst durch Kampagnen und Fälschungen noch verborgen – der Weg frei gemacht für einen unverhüllten Zynismus der Macht, der unter Trump zur vollen öffentlichen Blüte gelangt ist. Im Wesentlichen hat er die Gewaltenteilung aufgeweicht, indem er die exekutive Gewalt von demokratischen Kontrollen entkoppelt hat. Als Lobbyist der Konzerne fossiler Energien hat er diese mit zahlreichen Vergünstigungen von Steuererleichterungen, Subventionen bis hin zu Milliardenaufträgen bedacht - allein nach dem Irakkrieg stiegen die Aktien von Halliburton um 500 %. Generell wurde unter seiner Ägide die Steuerlast der Vermögenden gesenkt. Folterpraktiken (erweiterte Befragung) wurden legalisiert bzw. jeglicher Kontrolle entzogen. Der Afghanistankrieg sowie der Irakkrieg mit all seinen verheerenden Folgen bis heute (u. a. Destabilisierung des Nahen Ostens, Bildung des IS) gehen auf das Konto Cheneys. ––––– Der Titel des Films bezieht sich nicht nur auf das höchste Staatsamt in Cheneys Karriere, sondern auch auf seine Rolle als Strippenzieher hinter den Kulissen – "Vice" bedeutet übersetzt auch Laster/Untugend. ––––– McKay gelingt es, all ihre Verstrickungen, ihr Übervorteilen der oberen Zehntausend und ihre Aushöhlung des Rechtsstaats verständlich und trotzdem unterhaltsam auf die Leinwand zu bringen. Viel mehr kann Kino nicht leisten. Wenn ein Qualitätsmerkmal von Film ist, wie lange man nach dem Verlassen des Kinos noch an ihn denkt – diese 130-minütige Geschichtsstunde McKays wird man als Publikum so schnell nicht vergessen. ––––– Der Film endet mit einem Monolog Cheneys. McKay sagt hierzu im Interview mit dem Tagesspiegel: "Ich wollte das Publikum ein allerletztes Mal mit dem manipulativen Charakter Cheneys konfrontieren, wenn er erklärt, dass er Amerika Sicherheit gegeben habe. Dieses Machtspiel einer autoritären Vaterfigur hat er in 30 Jahren Washington erlernt. Und es gab bei Testvorführungen tatsächlich Leute, die danach meinten: „Irgendwie hatte er ja recht!“ Es ist der älteste Trick, aber er scheint immer noch zu funktionieren. Cheney sagt: „Ich bin stolz, gedient zu haben.“ Doch er spricht nicht zu Amerika, er spricht zur Macht selbst, mit Tränen in den Augen. Ich finde den Monolog erschreckend."
- Freitag, 12. April 2019 - 20:30Kategorien: NY Critics Circle Award, Oscarnominierung, Golden-Globe-Nominierung, Komoedie, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Biopic, Nominierung British Film Awards, LA Critics Association Awards, Satellite Award, Independent Spirit Award, National Board of Review, Alliance of Women Film Journalists, Fox, 2019, Scope, eigener Texteigener Text Kino achteinhalb: "Noch ein Martini und ich lieg unterm Gastgeber" dieser legendäre Ausspruch von Dorothy Parker steht exemplarisch für den Charme der Komödie und Biopics "Can you ever forgive me?" Der Filmtitel ist zugleich der Buchtitel der Memoiren von Lee Israel (gespielt von Melissa McCarthy, die hierfür eine Oscarnominierung erhielt), der kongenialen Fälscherin der teuer gehandelten Briefe Dorothy Parkers. – Nebenbei bemerkt, das Filmplakat ist denkbar unzutreffend.
- Freitag, 15. März 2019 - 20:30Kategorien: Oscar, Komoedie, US-amerikanischer Film, Tragikomoedie, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Roadmovie, Feel-Good-Movie, Biopic, Buddy-Movie, Golden Globe, tmdU, Fox, 2019, FlatPeter Farrellys leichtfüssig inszenierte Tragikomödie lebt vom Gegensatz der Protagonisten und von ihren zwei formidablen, für den Oscar nominierten Darstellern: Der überaus ungehobelte italoamerikanische Türsteher und Gelegenheitsmafiosi Tony Lip (Viggo Mortensen) wird in den 1960er Jahren vom hochkultivierten schwarzen Konzertpianisten Don Shirley (Mahershala Ali) als Assistent angeheuert. Toni chauffiert Don auf dessen Tournee durch die Südstaaten, mit dem «Green Book» als Kompass, einem Führer für Afroamerikaner im rassistischen Süden. Die gemeinsame Reise im metallicblauen Strassenkreuzer führt das ungleiche Duo auch auf einen Weg zueinander. So wird das ernsthafte Grundthema zur Basis eines brillant unterhaltenden Feel-Good-Movies, das das Publikum des Zurich Film Festival schon im letzten Herbst als Eröffnungsfilm begeisterte. (von Urs Bühler für die Neue Züricher Zeitung) –––––––––––––––– Zum Titel des Films: The Negro Motorist's Green Book war ein Reiseführer mit einem speziellen Zielpublikum: Autofahrer "of color" erfuhren hier, wo sie in Amerika ein Quartier zum Absteigen oder ein Abendessen nach einem Tag auf der Straße finden konnten. Einen Bedarf für diese Hinweise gab es natürlich nur deswegen, weil Rassentrennung damals gang und gäbe war: Viele Etablissements waren exklusiv für Weiße. In anderen konnten die Schwarzen unter sich sein. Ihnen versprach das grüne Buch "vacation without aggravation": Urlaub ohne Erschwernisse.
- Dienstag, 12. März 2019 - 20:00Kategorien: Stefan, Oscarnominierung, US-amerikanischer Film, Dokumentarfilm, Film, Archiv, Filmpreis, OmdU, National Board of Review, Filmagentin, 2019, Flat, Voiceover, 8MRuth Bader Ginsburg hat die Welt für amerikanische Frauen verändert. Die heute 85-jährige Richterin stellte ihr Lebenswerk in den Dienst der Gleichberechtigung und derjenigen, die bereit sind, dafür zu kämpfen. 1993 wurde sie als zweite Frau an den Supreme Court der USA berufen und hält dort eisern die Stellung. Die beiden Regisseurinnen Betsy West und Julie Cohen zeigen in RBG - EIN LEBEN FÜR DIE GERECHTIGKEIT den außergewöhnlichen Aufstieg der stillen, aber unnachgiebigen Kämpferin. Ihre Laufbahn begann sie als eine von nur neun Studentinnen an der Harvard Law School und als eine der ersten Jura-Professorinnen der USA. In den 70er Jahren erkämpfte Ruth Bader Ginsburg gegen alle Widerstände bahnbrechende Gerichtsurteile zur Gleichstellung der Geschlechter, die sie zu einer Heldin der Frauenrechtsbewegung und zu einer weltbekannten Ikone machten. Inzwischen berühmt und berüchtigt als Notorious RBG entschied sich die Demokratin nach der Wahl Donald Trumps gegen Rückzug und Ruhestand. Bis heute sorgt sie mit ihrer engagierten Agenda für Schlagzeilen und macht dem umstrittenen Präsidenten mitunter das Leben schwer. Mit brillantem Verstand und Leidenschaft bleibt Ruth Bader Ginsburg gerade jetzt eine unverzichtbare Inspiration für die politische Kultur der USA und der Welt.
- Montag, 04. März 2019 - 21:53Kategorien: Stefan, Komoedie, US-amerikanischer Film, Literaturverfilmung, FoxTucker Crowe ist ein geheimnisvoller US-Rockstar. Vor mehr als 20 Jahren hatte Tucker mit einem einzigen Album „Juliet“ Erfolg, war dann aber plötzlich abtaucht. Nun hängt der frühere Musiker in der umgebauten Garage seiner Ex-Frau im ländlichen Pennsylvania ab und kümmert sich um seinen kleinen Sohn. Der Brite Duncan zählt zu einer kleinen Gruppe von fanatischen Fans, die den Musiker anhimmeln. Als Duncans genervte Partnerin Annie eine eher verhaltene Kritik über Crowes Musik veröffentlicht, meldet sich der verschwundene Star plötzlich höchstpersönlich per E-Mail und pflichtet ihr zudem auch noch bei. Und damit beginnt eine heiße, transatlantische Online-Freundschaft, die das Leben der Drei auf den Kopf stellt ... Warmherzig, mit schrägem Humor und Fingerspitzengefühl hat der US-Regisseur Jesse Peretz („Our Idiot Brother“) die Buchvorlage des britischen Bestseller-Autors Nick Hornby verfilmt. Mit Ethan Hawke als der ausgebrannte Tucker Crowe, Rose Byrne als die neugierige Annie und Chris O‘Dowd als verbissener Fan ist die romantische Komödie hervorragend besetzt..
- Freitag, 22. Februar 2019 - 20:30Die Lebensgeschichte der legendären Sidonie-Gabrielle Colette wurde nicht zum ersten Mal verfilmt. Aber erstens ist Keira Knightley hinreißend in der Rolle der Frau, die sich von ihrem Mann überreden lässt, in dessen Namen die Erfolgsromane über die sexuelle Erweckung der Belle-Epoque-Heldin "Claudine" zu verfassen und dabei eigene Sehnsüchte und emanzipatorische Kräfte entdeckt. Und zweitens hält Wash Westmoreland seinen Film feinfühlig zwischen Arthouse-Kostümdrama und selbstreflexiver Unterhaltung. Die Energie dieses Identitätskampfes erzählt aus der Vergangenheit heraus auch etwas über das 21. Jahrhundert. (Süddeutsche Zeitung)
- Donnerstag, 31. Januar 2019 - 19:15Kategorien: Eintritt frei, US-amerikanischer Film, Kooperation, Dokumentarfilm, Film, Archiv, LiSt-Celle, attac Celle, Demokratie leben, Filmreihe, Diskussion, Moderation, OmdU, wehrhafte Demokratie staerken - Ausgrenzung entgegentreten, BI Flotwedel, W-Film, 2019, Flat, externer Referent/Referentin, NABU Celle, Verein zur Erhaltung der NutzpflanzenvielfaltWenige Dinge auf unserer Erde sind so kostbar und lebensnotwendig wie Samen. Verehrt und geschätzt seit Beginn der Menschheit, sind sie die Quelle allen Lebens. Sie ernähren und heilen uns und liefern die wichtigsten Rohstoffe für unseren Alltag. In Wirklichkeit sind sie das Leben selbst. Doch diese wertvollste aller Ressourcen ist bedroht: Mehr als 90 % aller Saatgutsorten sind bereits verschwunden. Biotech-Konzerne wie Syngenta und Bayer/Monsanto kontrollieren mit genetisch veränderten Monokulturen längst den globalen Saatgutmarkt. Immer mehr passionierte Bauern, Wissenschaftler, Anwälte und indigene Saatgutbesitzer kämpfen daher wie David gegen Goliath um die Zukunft der Samenvielfalt. --- Zu Gast: Alexander Artmann vom Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt e. V. (VEN)
- Montag, 22. Oktober 2018 - 19:15Kategorien: Eintritt frei, US-amerikanischer Film, Kooperation, Dokumentarfilm, Film, Archiv, LiSt-Celle, attac Celle, Demokratie leben, Filmreihe, Diskussion, Moderation, OmdU, wehrhafte Demokratie staerken - Ausgrenzung entgegentreten, BI Flotwedel, W-Film, 2018, Flat, externer Referent/Referentin, NABU Celle, Verein zur Erhaltung der NutzpflanzenvielfaltWenige Dinge auf unserer Erde sind so kostbar und lebensnotwendig wie Samen. Verehrt und geschätzt seit Beginn der Menschheit, sind sie die Quelle allen Lebens. Sie ernähren und heilen uns und liefern die wichtigsten Rohstoffe für unseren Alltag. In Wirklichkeit sind sie das Leben selbst. Doch diese wertvollste aller Ressourcen ist bedroht: Mehr als 90 % aller Saatgutsorten sind bereits verschwunden. Biotech-Konzerne wie Syngenta und Bayer/Monsanto kontrollieren mit genetisch veränderten Monokulturen längst den globalen Saatgutmarkt. Immer mehr passionierte Bauern, Wissenschaftler, Anwälte und indigene Saatgutbesitzer kämpfen daher wie David gegen Goliath um die Zukunft der Samenvielfalt. --- Zu Gast: Alexander Artmann vom Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt e. V. (VEN)
- Freitag, 19. Oktober 2018 - 20:30Wie hart, milchbefleckt und unglamourös Mutterschaft sein kann, sieht man in Hollywood nie? Doch, hier schon. Charlize Theron scheut als Dreifach-Mom mit Neugeborenem weder Augen- noch Hüftspeckringe. Dagegen steht die Sexyness von Tully (Mackenzie Davis), ihrer neuen Nanny. Diese wirkt zu perfekt, um wahr zu sein, also verdächtig! Wer aber einen billigen Psycho- Zickenkrieg erwartet, liegt daneben. Diablo Cody hat einmal mehr einen verrückten Trip ins Herz der Weiblichkeit geschrieben, inszeniert von ihrem genialen Regiepartner Jason Reitman (Tobias Kniebe in der Süddeutschen Zeitung). 30Nov
- Dienstag, 02. Oktober 2018 - 15:30Kategorien: US-amerikanischer Film, Kooperation, Film, Archiv, Spielfilm, Seniorenkino, Central, 2018, Seniorenbeirat der Stadt CelleDer Cellist eines seit 25 Jahren bestehenden Streichquartetts erkrankt an Parkinson und kündigt seinen Rücktritt an, was eine Kettenreaktion unter den Kollegen in Gang setzt, in der alte Konflikte, Lebensthemen und verdrängte Sehnsüchte aufbrechen. Klug austariertes und ergreifendes Drama, dessen ruhige Inszenierung den Schauspielern Raum lässt, um ihren Figuren Tiefe und Charakter zu geben.
- Freitag, 31. August 2018 - 20:30Kategorien: 1SE, NY Critics Circle Award, Oscarnominierung, Komoedie, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Coming of Age, Golden Globe, LA Critics Association Awards, Independent Spirit Award, Women Film Critics Circle Awards, Alliance of Women Film Journalists, UPI, 2018, Flat, unser Film des MonatsChristine »Lady Bird« McPherson wird flügge: Sie träumt hoch hinaus und lässt sich weder von amourösen Fehlgriffen noch von der Skepsis ihrer Mutter zu Boden ziehen. Gerwigs schwungvolle Dialoge sowie souveräne Regie im Verein mit darstellerischer Finesse ergeben ein aufrichtiges Sehvergnügen.--------- Von der Gilde der US-Kritiker zum besten Film des Jahres gekürt. --------- Die Zeit: "Greta Gerwig hat einen grandiosen Film gemacht. Er heißt Lady Bird und ist so herzzerreißend schön, dass man gar nicht anders kann, als immer wieder unverhofft mit den Tränen zu kämpfen. - Der Film erzählt diese Universalgeschichte auf eine so erfrischend leichtfüßige und humorvolle Weise, dass alle Vorurteile über die ausgelutschten Grundmotive völlig in den Hintergrund geraten. Das Gegenteil ist der Fall: Aus dem Universalen zieht dieser Film seine individuelle Kraft. Das liegt vermutlich an dem tief sitzenden Eltern-Kind-Konflikt, der reichlich Identifikationsspielraum bietet und verschlossene Türen im Unterbewussten öffnet." --------- Kino-Zeit: "In diesen Charakteren, Bildern und Momenten stecken sehr viel Liebe und Zuneigung -und vor allem ein wahrer Kern. Er ist es, der Lady Bird zu einem Sehvergnügen und nahezu unwiderstehlichen Film macht. Sicherlich besteht das Drehbuch aus allerhand cleveren und lustigen Dialogen, aber selten wurde weibliches Coming of Age so glaubwürdig auf die Leinwand gebracht." --------- Programmkino.de: " LADY BIRD ist ein schlicht und ergreifend grandioser Film mit einer hoch begabten, jungen Schauspielerin, Saoirse Ronan, in der Hauptrolle. Diese Konstellation erinnert zeitweilig stark an Dustin Hoffmann in DIE REIFEPRÜFUNG. Bekanntlich war dies seinerzeit der Start einer Weltkarriere … Saoirse Ronan (gesprochen in etwa: Schirse Rounen) spielt die 17-Jährige mit Grazie, Power und kämpferischem Elan." --------- EPD-Film: "Nicht zuletzt aber ist »Lady Bird« ein angenehm unaufgeregter Film über gelingende weibliche Selbstermächtigung – dessen rebellische Heldin zudem ein gutes Vorbild abgibt."
- Freitag, 08. Juni 2018 - 20:30Kategorien: Stefan, 1SE, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Preis der Oekumenischen Jury, Satellite Award, Filmagentin, 2018, unser Film des MonatsBilder aus dem Leben eines alten Mannes (Lucky gespielt von Harry Dean Stanton, der hierzulande vor allem bekannt ist aus "Paris, Texas" von Wim Wenders) in der Wüste von Arizona, die sich zu einem bewegenden Porträt eines Menschen verdichten, der es gelernt hat, mit der Einsamkeit und dem Bewusstsein der Sterblichkeit umzugehen. Ein gänzlich unpathetischer, zu den Wurzeln der Existenz vordringender wortkarger Film, in dem die Furcht vor dem Tod der gelassenen Akzeptanz täglicher Rituale weicht. - Lucky zeigt den Charakterdarsteller Harry Dean Stanton in seiner letzte Rolle vor seinem Tod im September 2017.
- Freitag, 04. Mai 2018 - 20:30Kategorien: Stefan, 1SE, NY Critics Circle Award, Oscarnominierung, Golden-Globe-Nominierung, US-amerikanischer Film, Tragikomoedie, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, LA Critics Association Awards, National Board of Review, Women Film Critics Circle Awards, tmdU, Fox, 2018, Scope, eigener TextEigener Text des achteinhalbs nach Sichtung: Als Walt Disney in den 60er-Jahren seinen Vergnügungspark "Walt Disney World Resort" in Florida plante, hieß sein Prestigeprojekt zuerst „The Florida Project“. Es sollte ein (überteuertes) Familienparadies aus bunten Farben werden, mit tanzenden Micky Mäusen, strahlenden Kinderaugen und Eiscreme zum Frühstück - das "Mekka" für jede amerikanische Familie. Im Jahr 1971 öffnete "Magic Kingdom" die Türen in einen Tempel der Sorglosigkeit, einer Ikonografie US-amerikanischer Traumwelten. Hierzulande in seiner Funktion vielleicht, wenn überhaupt, am ehesten vergleichbar mit dem KaDeWe, dem Schaufenster des Westens, dem Inbegriff des freien Westens und seinen Werten. Bakers Film spielt in den heruntergekommenen Motelanlagen im Hinterhof um Disney World Orlando, die gebaut wurden, als der Tourismus noch weiträumig florierte. Die quietschbunten Betonriegel sind in ihrer Namensgebung "Magic Castle" und "Futureland Inn" dem benachbarten Konsumparadies angepasst, für deren prekären Bewohner (Langzeitarbeitslose, Alleinerziehende, working poor), die nicht mehr die Mittel für eine Wohnungsmiete aufbringen, ist es in Wirklichkeit ein No-Future-Land - die Zwischenstation, der letzte Zufluchtsort, der ihre potenzielle Obdachlosigkeit kaschiert ("hidden homeless"), vor dem unaufhaltsamen Sturz in die Obdachlosigkeit, in der sich ca. 5,5 Millionen Menschen („disconnected people“, ca. 1,7% der Bevölkerung) in den USA befinden - Amerika ausgeträumt. Regisseuer Sean Baker porträtiert diese Welt aber alles andere als in Form einer Elendsreportage, sondern aus der Perspektive (auch Kameraperspektive) von siebenjährigen Kindern, die mit unbändiger kindlicher Lebensfreude durch die sonnendurchflutete Ikonografie eines vergangenen Amerikas toben und streunen, sich die Welt zu eigen machen und Episoden voll kindlicher Magie und Poesie erleben. Vor allem aber zeigt es die Welt aus dem Blickwinkel des rotzfrechen Balgs Moonee, die vermutlich bereits mit ausgestrecktem Stinkefinger zur Welt gekommen ist. Baker, der im Vorfeld viele Filme mit Kindern studiert hat, verrät im Interview, dass den größten Einfluss auf ihn die Slapstickserie "Die kleinen Strolche", die zur Zeit der Großen Depression spielt, ausgeübt habe. In der Schlusssequenz des Film wechselt das Aufnahmematerial des Films vom farbintensiven 35mm-Material auf Smartphonekamera und es wird das tatsächliche "Magic Castle" das Cinderella Castle, das Disneys weltbekanntes Logo ziert und in jedem Filmtrailer von Feuerwerk gekrönt wird, gezeigt.
- Freitag, 23. März 2018 - 19:30Kategorien: Oscar, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Golden Globe, British Film Awards, LA Critics Association Awards, Satellite Award, Critics Choice Movie Award, Directors Guild of America Award, Venedig - Goldener Loewe, tmdU, Fox, 2018, FlatEine gehörlose Putzfrau freundet sich in den frühen 1960er-Jahren in einem US-Geheimlabor mit einem Amphibienwesen an, das dort gefangen gehalten wird. Mit Hilfe einer Kollegin und ihres Nachbarn will sie den Wassermann aus den Händen des Militärs befreien. Das an Jack Arnolds B-Monsterfilm „Der Schrecken des Amazonas“ (1954) angelehnte Drama glänzt durch poetische Erfindungskraft, eine raffinierte Dramaturgie und grandiose Darsteller. Mit Poesie und Liebe soll darin der Zynismus kalter Bürokraten überwunden werden.
- Freitag, 16. März 2018 - 20:30Kategorien: Oscar, NY Critics Circle Award, Oscarnominierung, Golden-Globe-Nominierung, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Historienfilm, British Film Awards, LA Critics Association Awards, Satellite Award, Critics Choice Movie Award, National Board of Review, evtl. SK, UPI, 2018, FlatEin Londoner Modeschöpfer der 1950er-Jahre bringt von einem Urlaub in der Schweizer Bergwelt eine junge Kellnerin in seine Hochburg der Haute Couture mit, die ihm zauberhaftes Ornament und Muse zugleich sein soll, zunehmend aber ihren Platz im Haus zu behaupten beginnt. Der Film kreist um die Beschreibung eines selbstorientierten, übersensiblen, einsamen Künstlers, der mit manischer Besessenheit in seinem Werk aufgeht und für den die Außenwelt mehr lästige Notwendigkeit als wahrer Bestandteil seines Daseins ist. Das mit großer Einfühlungskraft und formalem Können inszenierte Drama verdichtet sich auch durch filmhistorische Anklänge zu einem bezwingenden, gelegentlich sogar ironisch unterfütterten Meisterwerk. - Der dreifache Oscarpreisträger (dreimal Bester Hauptdarsteller) Daniel Day Lewis (geb. 1957) hat angekündigt, dass dies sein letzter Film sei.
- Freitag, 09. März 2018 - 20:30Kategorien: 1SE, Oscar, schwarze Komoedie, US-amerikanischer Film, Tragikomoedie, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Kriminalfilm, Golden Globe, British Film Awards, Satellite Award, British Independent Film Awards, Independent Spirit Award, Women Film Critics Circle Awards, England, evtl. SK, Alliance of Women Film Journalists, Fox, 2018, Scope, unser Film des Monats, SAG-AwardEin Geniestreich: «Three Billboards Outside Ebbing, Missouri»: Wenn er alle rassistischen Beamten entliesse, blieben drei übrig, und die wären alle homophob. Es ist ein schwacher Trost, den Chief Willoughby (Woody Harrelson) anbieten kann, als Mildred (Frances McDormand) ihm öffentlichkeitswirksam vorwirft, den Mord an ihrer Tochter ungesühnt zu lassen, während Schwarze schikaniert und gefoltert würden. Auf drei grossen Plakatwänden, schwarze Schrift auf flammendem Rot, erhebt Mildred Anklage gegen die Polizei – und tritt in der Kleinstadt im Süden der USA einen veritablen Krieg los. Martin McDonaghs bitterböses Kriminalstück verhandelt todernste Themen – und doch gibt es auf dieser erstaunlich souveränen Gratwanderung viel zu lachen. McDonagh fühlt Amerika auf den Zahn, da, wo es weh tut – auch ganz buchstäblich, denn zimperlich gehen die Protagonisten seines genialen Films keineswegs miteinander um. Als härtester Knochen, der eine erstaunliche «Karriere» durchläuft, erweist sich der brutale Cop Dixon (Sam Rockwell). Der Film überrascht durch ambivalente Figuren, die nicht in gute und böse zu scheiden sind. Frances McDormand in der Hauptrolle der kampfeslustigen und wortgewandten Rächerin ihrer Tochter bietet ein selten brillantes Schauspiel. (Neue Züricher Zeitung) ---- Ein echtes Pointenfeuerwerk. Aber jedes Mal, wenn der Gedanke aufkommt, dass es jetzt gerade etwas zu brillant wird, schlägt die Situation durch eine Geste, einen Gesichtsausdruck, eine neue Wendung um in völlige Ironiefreiheit und zeigt uns die Charaktere nackt und bloß in ihrem ganzen Elend. Das ist Timing und Einfühlungsvermögen vom Feinsten. (Die Zeit)
- Freitag, 12. Januar 2018 - 20:30Kategorien: US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Historienfilm, Concorde, 2018, Flat, African-American Film Critics AssociationIm Sommer 1967 eskalieren in Detroit die Rassenunruhen in fünftägigen Straßenschlachten. Als aus dem überwiegend von Afroamerikanern bewohnten Hotel „Algiers“ Schüsse ertönen, stürmen Polizei und Militär die Anlage und setzen die Bewohner brutal unter Druck. Auf der Basis der Erinnerungen von Beteiligten konzentriert das Drama die Geschehnisse auf die gewaltsame Razzia, wobei es auf Strategien der filmischen Intensivierung setzt, um die schockierende Gewalt und den unüberschaubaren Aufstand erlebbar zu machen. Während die gesellschaftliche oder historische Kontextualisierung in den Hintergrund tritt, wird der thematische Bezug zum Rassismus der Gegenwart umso deutlicher.
- Donnerstag, 21. Dezember 2017 - 20:00Kategorien: Stefan, Science-Fiction-Film, Eintritt frei, 2017, US-amerikanischer Film, Kooperation, Film, Archiv, Spielfilm, OmdU, Musikfilm, Rapideye, Blaxploitation, Cafe Rio'sMit der schrägen, psychedelischen Polit-Space-Opera "Space is the Place" kommt ein Zentralwerk des Afrofuturismus wieder in die Kinos. Der „Blaxploitation“-Klassiker aus dem Jahr 1974, in dem der avantgardistische Jazz-Musiker Sun Ra einen Außerirdischen spielt, der nach einem intergalaktischen Zwischenspiel zur Erde zurückkehrt, um die schwarze „Community“ zu retten. Dabei muss er sich nicht nur der Zudringlichkeiten der NASA erwehren, sondern sich auch mit einem früheren Gegenspieler als Inkarnation des Bösen auseinandersetzen. Der kunterbunte Science-Fiction-Film spielt recht unbefangen mit Klischees, zielt aber auch auf eine kluge Zuspitzung sozialer und ethnischer Ungerechtigkeiten und überrascht durch differenzierte kulturhistorische Bezüge, insbesondere auf die Bibel. ======================= Das SUN RA ARKESTRA ist auch ohne den 1993 verstorbenen SUN RA weiterhin auf Tour. ---------- SPACE IS THE PLACE ist in vielerlei Hinsicht ein einzigartiger Film: Die originale (und wohl einzige) 35-mm-Kopie ist ein fragiles Unikat. Sie wurde in behutsamer Feinarbeit im hauseigenen Rapid Eye Lab gänzlich neu abgetastet. Dabei wurde erstmalig das ursprüngliche „Academy“-Seitenverhältnis des Films in eine digitale Fassung übertragen. Somit entsteht eine Bildsprache, die bisherigen digitalisierten Versionen des Films fehlt. Mit anderen Worten: SPACE IS THE PLACE löst wieder Kinogefühle aus - es knistert und rauscht mit analogem Herzhunger. Der Clou: Durch die Digitalisierung wird der Film gleichzeitig vor der langsamen physischen Auflösung seines analogen Originals bewahrt und kann wieder im Kino gezeigt werden. Rettung statt Restauration, und ein Zeichen gegen den drohenden Verlust eines unwiederbringlichen Filmerbes.
- Freitag, 01. September 2017 - 20:30Kategorien: NY Critics Circle Award, Oscarnominierung, Golden-Globe-Nominierung, 2017, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Biopic, Liebesfilm, Historienfilm, Politdrama, Satellite Award, Women Film Critics Circle Awards, Alliance of Women Film Journalists, UPIDie Liebe von Mildred und Richard Loving verstieß 1958 gegen die Segregationsgesetze des US-Bundesstaats Virginia, die eine Ehe zwischen dem weißen Bauarbeiter und der afroamerikanischen 18-Jährigen verboten. Erst 1967 wurde ihre Verbindung mit der Aufhebung des Verbots so genannter Mischehen legalisiert. Das still in sich schwingende, souverän und differenziert ausbalancierte Drama erzählt den realen „Fall“ nahe an den bekannten Fakten. Dabei schwebt über der von zwei grandiosen Hauptdarstellern getragenen Inszenierung stets die Zuversicht, dass sich die Dinge zum Besseren ändern. Sehenswert ab 14. - (Filmdienst - 4 von 5 Sternen) ================== Erfreulich unaufgeregter Historienfilm, der die Geschichte von Richard und Mildred Loving erzählt, die in den 60er Jahren gegen das in ihrem Heimatstaat Virginia geltende Verbot »gemischtrassiger« Ehen klagen. Statt als pathosschwangeres Gerichtsdrama inszeniert Nichols das bedeutsame Geschehen als intimes Porträt zweier Menschen, die Geschichte schreiben, weil sie sich einfach nur lieben wollen – und trifft damit den Kern der Sache. (EPD-Film - 5 von 5 Sternen)
- Freitag, 25. August 2017 - 20:30Kategorien: 1SE, Golden-Globe-Nominierung, 2017, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Spielfilm, PolitthrillerEine selbstsicher-arrogante, mit allen Wassern gewaschene Lobbyistin soll im Auftrag ihrer Kanzlei für die US-amerikanische National Rifle Association (NRA) ein strengeres Waffengesetz verhindern. Stattdessen kündigt sie, heuert mit ihrem Team bei einer anderen Agentur an und arbeitet fortan für die Gegenseite, die eine größere Waffenkontrolle durchsetzen will. Das klug konzipierte, mit konzisen Dialogen gespickte und in der Hauptrolle brillant gespielte Drama nutzt den politischen Lobbyismus in Washington als Hintergrund für einen packenden Thriller. In der Rahmenhandlung folgt er einer parlamentarischen Anhörung mit den Mustern des Justizdramas. Sehenswert ab 14. - (Filmdienst 4 von 5 Sternen) ================== Eine Mischung aus Charakterstudie und Politthriller in der Lobbyistenszene. Lobbyismus (hier Waffenlobby) als hohe – und eiskalte – Kunst betrachtet: Jessica Chastain liefert in John Maddens wortgewandter Mischung aus Politthriller, Milieuschilderung und Charakterstudie eine ihrer besten Darstellungen. Mit scharfen Dialogen gewürzt, kann sich John Maddens Film »Die Erfindung der Wahrheit« ganz auf seine Hauptdarstellerin Jessica Chastain verlassen, die der eiskalten Protagonistin eine faszinierend-rätselhafte Aura verleiht. (EPD-Film - 4 von 5 Sternen)
- Freitag, 11. August 2017 - 20:30Kategorien: Heike, 1SE, Episodenfilm, NY Critics Circle Award, Frauendrama, 2017, US-amerikanischer Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Filmkunst, LA Critics Association Awards, London Film Festival, Alliance of Women Film Journalists, unser Film des MonatsDrei ebenso leise wie präzise inszenierte Geschichten über vier Frauen in Montana, erzählt nach Kurzgeschichten der Schriftstellerin Maile Meloy. Die Aufmerksamkeit gilt dabei insbesondere der Vereinzelung der Frauen inmitten von Landschaft und Raum. Unaufdringlich treten in den nur lose miteinander verknüpften Erzählungen die Bruchlinien zwischen Tradition und modernem Life Style, zwischen amerikanischer Mythologie und der unausweichlichen Realität der Lebensverhältnisse hervor. - Sehenswert ab 14 (Kathrin Häger, Filmdienst, 5 von 5 Sternen) ================ In ihrem neuen Film adaptiert Kelly Reichardt vor dem Hintergrund des winterlichen Montana drei Kurzgeschichten von Maile Meloy, in denen es um die spezifisch weibliche Lebenserfahrung alltäglicher Frustration geht. (Alexandra Seitz, EPD-Film, 5 von 5 Sternen) .
- Freitag, 04. August 2017 - 20:30Kategorien: Gesellschaftssatire, 2017, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, SpielfilmZwei gutsituierte Brüder und ihre Ehefrauen treffen sich in einem Nobelrestaurant, um über ein heikles Thema zu diskutieren: Die Söhne beider Paare haben ein Verbrechen begangen, nun müssen die Eltern entscheiden, ob sich die Jungen der Polizei stellen sollen oder ob alles vertuscht werden soll. Die Verfilmung des niederländischen Romans „Angerichtet“ von Herman Koch pendelt zwischen Restaurant-Szenen und Rückblenden und breitet den moralischen Konflikt vielschichtig zwischen Satire und Drama aus. Dabei überträgt die Inszenierung den Stoff auf US-amerikanische Verhältnisse und deutet ihn als Abgesang auf die liberale Elite des Landes. - Sehenswert ab 16
- Mittwoch, 12. Juli 2017 - 19:30Kategorien: 1SE, Eintritt frei, 2017, US-amerikanischer Film, Kooperation, Dokumentarfilm, Film, Archiv, Filmpreis, attac Celle, Rosa-Luxemburg-Club Celle, Demokratie leben, Diskussion, Moderation, OmdU, wehrhafte Demokratie staerken - Ausgrenzung entgegentreten, The Ridenhour Documentary Film Prize , unser Film des MonatsEngagierter Dokumentarfilm über die Opfer des US-amerikanischen Drohnenkriegs, der den Mythos vom „sauberen“ Krieg als Trugschluss entlarvt. Das Primat der Machbarkeit entzieht sich jedem ethischen Maßstab; überdies führt das Töten mittels Joystick zu enormen psychischen Belastungen der Soldaten. Drei ehemalige US-Militärs sprechen über ihre Erfahrungen und darüber, mit welchen persönlichen Konsequenzen sie rechnen müssen, wenn sie mit ihrem Wissen an die Öffentlichkeit gehen. Eine Reise nach Afghanistan komplettiert das Bild um die Realität physischer Verstümmelungen. Zudem werfen die Gängelungen während der Dreharbeiten sowie die Drohung des Geheimnisverrats ein bedenkliches Licht auf den Zustand der US-amerikanischen Öffentlichkeit.
- Freitag, 23. Juni 2017 - 20:30Kategorien: Familienkomoedie, Oscarnominierung, Golden-Globe-Nominierung, 2017, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, National Board of Review, evtl. SK, Alliance of Women Film Journalists, Filmagentin, Scope, unser Film des MonatsEine alternde, alleinerziehende Mutter im kalifornischen Küstenstädtchen Santa Barbara fühlt sich von den Anforderungen der Pubertät ihres spät geborenen, 15-jährigen Sohns überfordert und bittet die beiden Mitbewohnerinnen ihres viktorianischen Anwesens um Hilfe. Eine humorvolle und bewegende, ebenso eigenwillig wie meisterhaft inszenierte Annäherung an das Enigma des Mutterseins. Getragen von der vorzüglichen Hauptdarstellerin, aber auch von profiliert interpretierten Nebenrollen fesselt die Beschreibung der Mutter-Sohn-Beziehung vor dem Hintergrund einer sich verändernden Gesellschaft.
- Freitag, 19. Mai 2017 - 20:30Kategorien: 1SE, NY Critics Circle Award, Oscarnominierung, Golden-Globe-Nominierung, 2017, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Spaetwestern, Nominierung British Film Awards, Satellite Award, Independent Spirit Award, National Board of Review, Washington DC Area Film Critics Association Awards, Paramount, Scope, unser Film des MonatsTanner, ein hitzköpfiger Querulant, der sich nur schwer an Regeln halten kann und gerade erst aus dem Gefängnis entlassen wurde, stiftet seinen jüngeren Bruder Toby dazu an, all die Banken auszurauben, die das Land ihrer hoch verschuldeten Familie zwangsversteigern ließen, um mit dem Geld die Familienfarm im Westen von Texas zu retten, bevor sie in staatliche Hände fällt. Erst ist Toby nicht wirklich von der Idee begeistert, doch er ist frisch geschieden und will seinem Sohn ein besseres Leben ermöglich. Schnell kommen der gnadenlose Texas Ranger Marcus Hamilton, der sich kurz vor dem Ruhestand befindet und einen letzten Triumph feiern will, und dessen Partner Alberto Parker den Brüdern auf die Schliche.
- Dienstag, 02. Mai 2017 - 15:30Ort: Alte Exerzierhalle am Neuen Rathaus Kategorien: 2017, US-amerikanischer Film, Kooperation, Film, Archiv, Spielfilm, Seniorenkino, FilmreiheEine New Yorker Autorin wird nach 20 Jahren Ehe von ihrem Mann verlassen und stürzt in eine seelische Krise. Um sich zu fangen, nimmt die aufbrausende Frau Fahrunterricht bei einem sanftmütigen indischen Einwanderer, wobei sich beide aneinander reiben, auf Dauer aber dezent Gefallen aneinander finden. Eine unaufgeregte Emanzipationsgeschichte als entspanntes, wohltuend flüchtig entwickeltes Unterhaltungsdrama, das durch seine zurückhaltende, fast kontemplative Inszenierung überzeugt.
- Freitag, 28. April 2017 - 20:30Kategorien: Oscar, NY Critics Circle Award, 2017, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Filmdrama, Golden Globe, British Film Awards, Satellite Award, Critics Choice Movie Award, Gotham Awards, Independent Spirit Award, UPI, Scope, unser Film des MonatsEin schweigsamer Einzelgänger, der als Hausmeister in Boston arbeitet, kehrt anlässlich des Todes seines Bruders in seine kleine Heimatstadt an der US-amerikanischen Ostküste zurück. Als er die Vormundschaft für seinen 16-jährigen Neffen übernehmen muss und es zum Wiedersehen mit seiner Ex-Frau kommt, brechen tiefe seelische Wunden wieder auf. Packendes, komplex konstruiertes Drama um Schuld und Erlösung, das in intensiven Rückblenden die ganze Tragik, Verletztheit und Schuld der Hauptfigur enthüllt. Die emotional und psychologisch genau gezeichneten, grandios gespielten Figuren halten stets die innere Spannung aufrecht.
- Sonnabend, 15. April 2017 - 20:30Kategorien: Oscar, 2017, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Spielfilm, Filmdrama, Literaturverfilmung, Coming of Age, Golden GlobeEin sensibler afroamerikanischer Junge wächst in Liberty City auf, einem „Problembezirk“ Miamis, wobei die Crack-Sucht seiner Mutter und die Schikanen von Gleichalterigen, die ihn mobben, sein Leben überschatten. Ein Dealer nimmt sich seiner an und wird zum Vaterersatz, doch die demonstrative Männlichkeit, die er dem Jungen vorlebt, bringt weitere Konflikte, vor allem auch mit der eigenen homosexuellen Identität. Der bildgewaltige, herausragend gespielte Film wird als Triptychon unterschiedlicher Lebensphasen erzählt. Er besticht durch seine Sensibilität gegenüber den Gefühlen der Figuren ebenso wie durch sein Gespür für ihre Lebenswelt, wobei er präzise Milieuschilderung mit dem Sinn für die Schönheit des Lebens verbindet. ================== Moonlight gilt bereits jetzt als der Film des Jahres. Er hat 205 Filmpreise gewonnen (darunter 3 Oscars) und weitere 245 Nominierungen.
- Freitag, 14. April 2017 - 20:30Kategorien: Heike, 1SE, Oscar, NY Critics Circle Award, 2017, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Spielfilm, Golden Globe, LA Critics Association Awards, Musical, National Board of Review, Washington DC Area Film Critics Association Awards, tmdU, evtl. SK, alle Veranstaltungen anzeigenDas Musical des 31-jährigen Regisseurs Damien Chazelle mit dem selbstironischen Bezug "La La Land" im Titel gewann bis April 2017 184 Filmpreise und wurde für 224 weitere nominiert. Bei der "Golden Globe"-Verleihung 2017 brach "La La Land" mit 7 Golden Globes den bisherigen Rekord von "Einer flog über das Kuckucksnest" (1976 - 6 Golden Globes). Wir hatten ihn zwar bereits zwei Tage vor Kinostart geliehen, bekamen später aber bei aller Neugierde Zweifel, ob es unser "Job" ist, ihn auch noch zu zeigen, nachdem er überall schon wochenlang lief. Die historische Oscarpanne brachte uns am gleichen Tag auf die Idee, "Moonlight" & "La La Land" als Double Feature zu zeigen. Wobei es auch hier einen ironischen Bezug im Titel gibt, denn filmhistorisch waren Filmvorführungen im Rahmen eines "Double Features" vor allem in den 1930er- und 1940er-Jahren eine weit verbreitete Strategie der Kinobetreiber, die durch das Blocksystem unfreiwillig erworbenen B-Filme zusammen mit attraktiven A-Filmen zu zeigen.
- Freitag, 24. Februar 2017 - 20:30Kategorien: Oscarnominierung, 2017, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Filmkunst, Moralthriller, Literaturverfilmung, Goldener Loewe, Golden GlobeDer Modedesigner Tom Ford hat mit "Nocturnal Animals" seinen zweiten Film inszeniert: Eine Galeriebesitzerin, die sich in der aseptischen High Society von Los Angeles etabliert hat, erhält ein Romanmanuskript ihres Ex-Manns, das von einem Menschen erzählt, der in die Fänge eines mörderischen Trios gerät und Frau und Tochter verliert. Die Leserin versteht das Szenario voller Gewalt bald als Rachefantasie, kann sich deren Sog aber dennoch nicht entziehen. Der kunstvoll inszenierte, exzellent gespielte Thriller wechselt zwischen filmischer Wirklichkeit und der Erzählung des Romans und hält durch eingestreute Rückblicke die Interpretation reizvoll in der Schwebe. Eindrücklich warnt der Film dabei vor dem Verlust von Empfindungen.
- Freitag, 27. Januar 2017 - 20:30Kategorien: 1SE, Oscar, NY Critics Circle Award, Oscarnominierung, Golden-Globe-Nominierung, Science-Fiction-Film, 2017, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, British Film Awards, National Board of Review, Sony, Scope, unser Film des Monats"Arrival" wurde von den Filmkritikern des führenden deutschen Fachmagazins "Filmdienst" hinter "Toni Erdmann" zum zweitbesten Film des Kinojahrs 2016 gewählt. ----------- Die Filme (u. a. "Die Frau, die singt", "Enemy") des kanadischen Regisseurs Denis Villeneuve wissen immer zu faszinieren. Dabei wechselt Villeneuve das Genre wie andere ihre Hemden. Sein neuester Film kommt im Gewand eines Science-Fiction-Films. ---- Filmdienst: Nach der Landung von zwölf ellipsenförmigen Alien-Raumschiffen an unterschiedlichen Orten der Erde scheitern die ersten Versuche, die Signale der fremden Wesen zu entschlüsseln. Die US-Regierung schickt ein Team um eine Sprachwissenschaftlerin und einen Physiker nach Montana, das Kontakt zu den Außerirdischen herstellen und deren Absichten in Erfahrung bringen soll. Der mit großer Behutsamkeit inszenierte Science-Fiction-Film konzentriert sich ganz auf die Figurenpsychologie und erkundet stilistisch elegant erkenntnistheoretische Fragen. ------------ EPD: Eigenartige Mixturen sind die Filme von Denis Villeneuve, einerseits kühl und distanziert in ihrer Intellektualität, andererseits sinnlich und emotional in ihrer Bilderwucht und erzählerischen Zuspitzung. Sie bedienen zwar das Genrekino, transzendieren es aber zugleich, indem sie einfache Formeln und simple Strukturen hinter sich lassen. Das die Grenzen der Moral auslotende Entführungsdrama »Prisoners«, der philosophische Mysterythriller »Enemy«, das grimmige Cop-Movie »Sicario«: Immer stellen die Arbeiten des Kanadiers provokante Fragen, immer haftet ihnen etwas Philosophisches an, und immer finden sie radikale dramaturgische Wendungen, die das Geschehen an unerwartete Orte führen. Es kann also nicht überraschen, wenn Villeneuves erster Ausflug in die Science-Fiction alles andere als ein üblicher Blockbuster ist. »Arrival« handelt zwar von einer Alien-Ankunft auf der Erde und bietet durchaus den apokalyptischen Thrill und die visuelle Opulenz, die mit so einem Spektakel verbunden sind. Im Grunde aber ist der Film eine leise Meditation über Verlust und Trauer, Kommunikation und Zeit, Vertrauen und Hoffnung. Viele Fragen werden gestellt, nicht alle davon zufriedenstellend beantwortet, aber insgesamt ist Villeneuve ein faszinierendes Gedankenexperiment gelungen.Im Zentrum steht die Linguistin Louise Banks, die viele Sprachen spricht und deshalb vom US-Militär engagiert wird, nachdem eins von zwölf außerirdischen Raumschiffen über Montana gelandet ist. Gemeinsam mit dem Wissenschaftler Ian Donnelly (Jeremy Renner) steigt sie in das knapp über dem Boden schwebende muschelförmige Gefährt und versucht, mit den Aliens, die wie eine Kreuzung aus überdimensionierten Kraken und menschlichen Händen aussehen, zu kommunizieren. Amy Adams spielt diese Frau mit so großer Intensität und Beharrlichkeit, dass man jederzeit das Schicksal der Welt in ihre Hände legen würde.
- Freitag, 20. Januar 2017 - 20:30Kategorien: Komoedie, 2017, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Spielfilm, Liebesfilm, evtl. SKDer neue Film von Woody Allen. In den 1930er Jahren zieht der junge Bobby aus der Bronx nach Hollywood, wo er sich in die Sekretärin seines mächtigen Onkels, eines hochrangigen Filmagenten mit Verbindungen zu Fred Astaire und Gary Cooper, verliebt. Leider muss er bald feststellen, dass sie bereits einen Freund hat und dass das Showbusiness in jeder Hinsicht der pure Wahnsinn ist. Als er dann wieder nach New York zurückkehrt und erlebt, dass sein Bruder Ben bei Mafia-Geschäften auch vor Morden nicht zurückschreckt, wächst ihm plötzlich sein ganzes Leben über den Kopf.
- Freitag, 16. Dezember 2016 - 20:30Kategorien: 1SE, 2016, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Biopic, Politthriller, Historienfilm, Bayerischer Filmpreis, Satellite Award, eigener TextRegisseur Oliver Stone erzählt die wahre Geschichte des CIA- und NSA-Mitarbeiters und späteren Whistleblowers Edward Snowden (dargestellt von Joseph Gordon-Levitt), der im Jahr 2013 von Hawaii nach Hongkong fliegt, um dort tausende geheime Dokumente an die Presse weiterzugeben, die das Ausmaß der Überwachung des weltweiten Internet- und Telefonieverkehrs seitens US-amerikanischer und britischer Geheimdienste mittels Programmen wie PRISM, Tempora, XKeyscore und Boundless öffentlich machten. Dieser Vorgang erschütterte nicht nur die Weltöffentlichkeit, sondern machte Snowden zu einem der derzeit meistgesuchten Menschen der Welt. Er lebt seitdem in Moskau. Zum Ende des Films kommt Snowden selbst zu Wort. - Die Finanzierung und Produktion des 40 Millionen-Dollar-Films gestaltete sich als schwierig. Die großen US-amerikanischen Filmstudios lehnten eine Finanzierung ab. Ein Großteil der Dreharbeiten, die am 16. Februar 2015 in den Bavaria Studios begannen und bis zum 15. Mai dauerten, fand in München statt. Der Film wurde überwiegend von deutschen Filmproduzenten finanziert. Der FilmFernsehFonds Bayern förderte den Film mit 1,6 Millionen Euro im Rahmen des Sonderprogramms für internationale Koproduktionen. Nachdem der Filmstart in den USA zunächst für den 25. Dezember 2015 vorgesehen war, wurde der Starttermin erst auf ein unbestimmtes Datum im Jahr 2016 verlegt und später für den 15. Juni 2016 bekanntgegeben. Im Februar 2016 wurde der US-Start erneut verschoben, diesmal auf den 16. September 2016. - Welcher Typus "Held" in den USA bevorzugt wird, davon zeichnen die Einspielergebnisse ein ziemlich präzises Bild: In der dritten Woche lag "Snowden" in den Kinoscharts mit nur 18,7 Millionen Dollar auf Platz 10 und flog in der vierten Woche aus den aktuellen Top Ten. Es sei der schlechteste Start eines Oliver-Stone-Films bisher, berichtete der „Hollywood Reporter“. "Sully" von Regisseur Clint Eastwood spielte im gleichen Zeitraum 92,1 Millionen ein. "Sully" erzählt mit Tom Hanks in der Hauptrolle die wahre Geschichte des Piloten Chelsey Sullenberger, der 2009 ein defektes Flugzeug auf dem New Yorker Hudson River notwasserte, ohne dass einer der 155 Passagiere Schaden nahm und der sich danach in einer Untersuchung der Umstände gegen falsche Verdächtigungen wehren musste. - www.film-rezensionen.de/2016/09/kinocharts-usa-23-25-september-2016
- Freitag, 11. November 2016 - 20:30Kategorien: Stefan, Oscarkandidat, 2016, US-amerikanischer Film, Screwball-Komoedie, Film, Archiv, Spielfilm, Mumblecore, evtl. Open AirMaggie (Greta Gerwig) hat einen Plan: Sie wünscht sich ein Kind - einen Vater sieht der Lebensentwurf der mittdreißiger New Yorkerin nicht vor. Ein geeigneter Samenspender ist gefunden. Doch dann kommt ihr John in die Quere. John ist frustriert von seiner Ehe mit Georgette (Julianne Moore), die beruflich wesentlich erfolgreicher als er ist, und bietet sich Maggie als Partner und leiblicher Vater an.
- Freitag, 28. Oktober 2016 - 20:30Kategorien: 2016, Cannes - Un Certain Regard, Golden-Globe-Nominierung, US-amerikanischer Film, Dramoedie, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, evtl. SK, evtl. Open AirDer hochgebildete Ben (Viggo Mortensen) lebt aus Überzeugung mit seinen sechs Kindern in der Einsamkeit der Berge im Nordwesten Amerikas. Er unterrichtet sie selbst und bringt ihnen nicht nur ein überdurchschnittliches Wissen bei, sondern auch wie man jagt und in der Wildnis überlebt. Als seine Frau stirbt, ist er gezwungen mitsamt der Sprösslinge seine selbst geschaffene Aussteigeridylle zu verlassen und der realen Welt entgegenzutreten. In ihrem alten, klapprigen Bus macht sich die Familie auf den Weg quer durch die USA zur Beerdigung, die bei den Großeltern stattfinden soll. Ihre Reise ist voller komischer wie berührender Momente, die Bens Freiheitsideale und seine Vorstellungen von Erziehung nachhaltig in Frage stellen.
- Freitag, 14. Oktober 2016 - 20:30Kategorien: 2016, Mutter-Tochter-Drama, US-amerikanischer Film, Tragikomoedie, Film, Archiv, Spielfilm, evtl. SKEine frisch verwitwete Frau Mitte 50 zieht nach Los Angeles in der Nähe ihrer Tochter, die dort als Drehbuchautorin arbeitet. Sie überschüttet sie mit Liebe und wohlmeinenden Ideen, wie ihr Leben zu verbessern sei. In ihrem fast manischen Optimismus verdrängt sie allerdings die eigene Trauer über den Verlust des Ehemanns. Die warmherzige, leichtfüßig inszenierte Tragikomödie lebt vom liebevollen Blick auf ihre starken weiblichen Figuren und wird insbesondere von der einnehmenden Hauptdarstellerin getragen, die souverän die ganze Bandbreite unterschiedlichster Empfindungen ausspielt.
- Freitag, 09. September 2016 - 20:30Kategorien: Stefan, 2016, Episodenfilm, schwarze Komoedie, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, SpielfilmVier Episoden über die Conditio humana, die mit sardonischem Witz von Entfremdung, Kommunikationsunfähigkeit, Ressentiments, Krankheit, Lebenslügen, Gier und Versagensangst in den USA erzählen. Dabei ist jede Episode einer bestimmten Lebensphase zugeordnet: Kindheit, junges Erwachsensein, späte Berufstätigkeit, Rentenalter. Die mit abgründigem Humor und scheinbarer ideologischer Indifferenz inszenierten „Erzählungen“ beziehen sich auf Robert Bressons Klassiker „Zum Beispiel Balthasar“ (1965), überbieten aber noch dessen desillusionierten Blick auf den Menschen, indem der die Episoden verbindende Hund posthum Teil einer albernen Kunst-Installation wird.
- Dienstag, 06. September 2016 - 15:30Ort: Alte Exerzierhalle am Neuen Rathaus Kategorien: 2016, Komoedie, US-amerikanischer Film, Kooperation, Film, Archiv, Spielfilm, Seniorenkino, Filmreihe, AbenteuerfilmDer bekannte Reiseschriftsteller Bill Bryson möchte sich nicht in ein langweiliges Rentnerleben verabschieden. Allen Warnungen seiner liebevollen Frau Cynthia und seiner Kinder zum Trotz will er sich ein letztes Mal in ein Abenteuer stürzen und zu Fuß den Appalachian Trail bezwingen, einen 3.500 Kilometer langen Wanderweg quer durch die USA. Die Probleme beginnen allerdings bereits bei der Suche nach einem geeigneten Wanderpartner. Der einzige, der sich mit ihm auf die Reise machen möchte, ist ausgerechnet sein schon lang entfremdeter Schulfreund Steven Katz, ein ehemaliger Alkoholiker, der für das gewagte Vorhaben neben einer schlechten Kondition auch zu viele Kilos mitbringt. Dennoch macht sich das ungleiche Gespann auf den Weg in die atemberaubende amerikanische Wildnis und findet hierbei nicht nur eine alte Freundschaft wieder sondern vor allem auch zu sich selbst.
- Freitag, 13. Mai 2016 - 20:30Kategorien: 2016, Komoedie, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Spielfilm, PersiflageEin leitender Hollywood-Manager ist Anfang der 1950er-Jahre vor allem als „Troubleshooter“ tätig, um Unheil von seinem Studio abzuwenden. Als der Hauptdarsteller eines prestigeträchtigen Sandalenfilms mit religiösen Anklängen entführt wird, muss er das Problem lösen, bevor die Klatschreporter davon Wind bekommen. Ein mit virtuoser Eleganz und großer Leichtigkeit zwischen Persiflage und Hommage pendelnder Film über die „Goldene Ära“ Hollywoods. Das vergnügliche Schwelgen in Studiokulissen, die kongeniale Besetzung sowie die perfekte Nachbildung „klassischer“ Hollywood-Standards geben der mäandernden Geschichte einen betörenden Widerschein, hinter deren schillernder Oberfläche durchaus auch gesellschafts- und kulturpolitische Missstände aufleuchten.
- Freitag, 06. Mai 2016 - 20:30Kategorien: 1SE, Oscarkandidat, 2016, Oscar, Golden-Globe-Nominierung, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Filmdrama, HistorienfilmEin Reporter-Team der US-amerikanischen Tageszeitung „The Boston Globe“ wird von seinem neuen Chefredakteur auf Missbrauchsfälle durch katholische Priester in der Erzdiözese Boston gestoßen und deckt deren jahrzehntelange Vertuschung durch den verantwortlichen Kardinal auf. Der an tatsächlichen Vorgängen orientierte, brillant gespielte Film arbeitet detailliert den Skandal auf, wobei er inszenatorisch sensibel die Nähe zu Dokumentarfilmen sucht, ohne dadurch an Spannung und Anteilnahme zu verlieren. Vor allem ist er auch ein leidenschaftliches Plädoyer für den investigativen Printjournalismus.
- Dienstag, 03. Mai 2016 - 15:30Ort: Alte Exerzierhalle am Neuen Rathaus Kategorien: 2016, US-amerikanischer Film, Kooperation, Film, Archiv, Spielfilm, Seniorenkino, Filmreihe, FilmdramaNach dem Tod seiner Mutter wird ein musikalisch hochbegabter Herumtreiber an einer renommierten Chorschule aufgenommen. Dort muss der Junge erst lernen, dass zum Erfolg auch harte Arbeit und Disziplin gehören. Das vorhersehbare Erbauungsstück zeichnet recht konventionell und vordergründig die Stationen eines Aufstiegs nach. Während renommierte Nebendarsteller den holzschnittartig gezeichneten Figuren wenigstens etwas Glaubwürdigkeit abringen, bleibt die Hauptfigur fremd und vermag ihre plötzliche Liebe zur klassischen Musik nicht zu vermitteln. So beeindrucken lediglich die klanglich ausgefeilten Darbietungen der Chorknaben.
- Freitag, 25. März 2016 - 20:30Kategorien: 1SE, Oscarkandidat, 2016, Oscar, schwarze Komoedie, Golden-Globe-Nominierung, Realsatire, Wirtschaftskrimi, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Filmpreis, SpielfilmBanker, Analysten und Wertpapierhändler verbünden sich, um in der Hochphase des Aktienbooms 2005 auf einen Crash zu spekulieren. Dieser wird drei Jahre später Wirklichkeit, als die US-Immobilienblase platzt. Die surreal aufgekratzte Farce entfaltet rund um die Börsenmanie ein wildes Stakkato unterschiedlicher erzählerischer Mittel, um am Ende in die moralische Forderung zu münden, dass Banken für die volkswirtschaftlichen Schäden aufkommen sollen. Der prominent besetzte Film erzählt wider Willen auch von der Schwierigkeit, politisch verbindliche Kritik am Finanzsystem mit den Mittel des Unterhaltungskinos zu formulieren.
- Freitag, 18. März 2016 - 20:30Kategorien: 1SE, Oscarkandidat, 2016, Psychodrama, Golden-Globe-Nominierung, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Spielfilm, Animationsfilm, Stop-Motion-Film, LiebesdramaEin ausgebrannter Motivationstrainer nimmt seine Umwelt nur noch als zähen Brei und die Mitmenschen als gleichförmige Masse wahr. Während einer Vortragsreise lernt er in einem Hotel in Cincinnati eine schüchterne Frau kennen, die sich von den anderen unterscheidet. Der außergewöhnliche Puppenfilm entwirft mit im 3D-Drucker produzierten Figuren und altmodischer Stop-Motion-Animation einen Albtraum, in dem alle Menschen identisch aussehen und gleich sprechen. Das Hotel wird zum Ort existenzieller Leere, bei dem Individualität keine Rolle spielt, während der Liebe eine besondere Bedeutung zukommt, weil sie den Einzelnen aus der Masse hervorhebt. Ein eigenwillig schöner, in jeder Hinsicht besonderer Film.
- Dienstag, 01. März 2016 - 15:30Ort: Alte Exerzierhalle am Neuen Rathaus Kategorien: 2016, Komoedie, US-amerikanischer Film, Kooperation, Film, Archiv, Spielfilm, Seniorenkino, FilmreiheEin rüstiger 70-Jähriger fühlt sich im Ruhestand nicht wohl und heuert als Senior-Praktikant bei der jungen Chefin eines aufstrebenden New Yorker Unternehmens an, das Mode im Internet vertreibt. Anfangs wird der Neuzugang belächelt, doch dank seiner charmanten Art findet er bei den Kollegen schnell Anklang und steht auch der überforderten Geschäftsführerin mit Rat und Tat zur Seite. Prominent besetzter Nostalgie-Film, der geschickt mit den Versatzstücken der romantischen Komödie jongliert. Er unterhält mit kurzweiligem Wortwitz und virtuoser Situationskomik, während er zugleich über das Aufeinanderprallen der Generationen nachdenkt.
- Freitag, 26. Februar 2016 - 20:30Kategorien: 1SE, Oscarkandidat, 2016, Oscar, Golden-Globe-Nominierung, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Vortrag, Diskussion, Moderation, Biopic, LiebesdramaAuf der wahren Lebensgeschichte der dänischen Malerin Lili Elbe (1882-1931) beruhender Film über eine transsexuelle Pionierin, die Anfang der 1930er-Jahre eine operative Geschlechtsumwandlung durchführen ließ. Der Film berührt als Melodram darüber, was diese Entscheidung für ihre Ehe bedeutet, engt die Perspektive auf seine Protagonistin aber sehr stark ein. ======================================================================== Nach dem Film bewertet die Transsexuelle Kristina Schneider den Film aus ihrer Sicht und beantwortet Fragen.
- Mittwoch, 24. Februar 2016 - 19:00Kategorien: Stefan, 2016, Eintritt frei, US-amerikanischer Film, Kooperation, Dokumentarfilm, Film, LiSt-Celle, Diskussion, Moderation, Weltladen CelleDer Lebenszyklus für Kleidung und Mode hat sich in den westlichen Ländern in den Jahren dramatisch beschleunigt, was neben einer geänderten Wertschätzung auch mit der Verlagerung der Produktion in Billiglohnländer zu hat. Der aufklärerische Dokumentarfilm reiht eindringliche Momentaufnahmen der erbärmlichen Produktionsstätten in Bangladesch oder Indien bis zu den glitzernden Laufstegen und Fashion-Weeks aneinander und lässt Experten zu Wort kommen. Trotz der überbordenden, zunehmend beschleunigten Fülle an Bildern erörtert er eindringlich die zerstörerischen Mechanismen und fordert den Zuschauer eindringlich zum Umdenken auf.
- Freitag, 29. Januar 2016 - 20:30Kategorien: 1SE, Oscarkandidat, 2016, Frauendrama, Golden-Globe-Nominierung, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Spielfilm, MelodramEine Liebesgeschichte über Geschlechter- und Klassengrenzen hinweg: Im New York der frühen 1950er-Jahre begegnet eine Kaufhausangestellte einer eleganten älteren Frau aus gehobenen Verhältnissen, die mitten in ihrem Scheidungsprozess steht. Als der gekränkte Ehemann die Liaison seiner Frau benutzt, um vor Gericht das alleinige Sorgerecht zu erwirken, wird die Beziehung der beiden Frauen auf eine harte Probe gestellt. Das künstlerisch herausragende, ebenso elegant wie präzis inszenierte Drama erzählt von einer lesbischen Liebe in einer restriktiven Gesellschaft, wobei sich das Begehren im subtilen Zusammenspiel von Kostüm, Ausstattung, Raum, Objekten, von Blicken und Gesten artikuliert.
- Montag, 04. Januar 2016 - 19:00
- Freitag, 02. Oktober 2015 - 20:30Kategorien: 2015, US-amerikanischer Film, Screwball-Komoedie, Film, Archiv, SpielfilmEin New Yorker Theaterregisseur bietet einer Prostituierten, die nicht weiß, wer er ist, 30.000 Dollar an, damit sie ihren Job aufgeben und ihre Träume von einer Schauspielkarriere verfolgen kann. Die junge Frau tut das tatsächlich – und bewirbt sich ausgerechnet um einen Part im nächsten Stück ihres Wohltäters. Um die beiden, die Ehefrau des Regisseurs, eine exzentrische Psychotherapeutin sowie einen obsessiven Ex-Klienten der prostituierten entfaltet sich bald ein wahrer Tornado an amourösen Verstrickungen, Missverständnissen und Verwechslungen. Altmeister Peter Bogdanovich knüpft mit einer retroseligen Liebeskomödie an seine eigene Vergangenheit mit „Is’ was, Doc?“ an und verneigt sich zudem vor den großen Screwball-Comedies.
- Freitag, 11. September 2015 - 20:30Ein Dokumentarfilmer aus Brooklyn und seine Frau freunden sich mit einem 20 Jahre jüngeren Pärchen an, lassen sich von der Spontaneität und Lebensfreude der Mittzwanziger anstecken und beginnen, verpassten Chancen nachzutrauern. Die melancholische Komödie stellt das Bemühen um ein modernes, hippes Dasein einem gepflegten Retro-Chic gegenüber, erscheint als Generationenporträt aber bisweilen allzu exemplarisch konstruiert. Dagegen überzeugt der Film als bemerkenswert leicht inszenierte Geschichte über das Filmemachen und künstlerische Prozesse.
- Mittwoch, 09. September 2015 - 19:30Kategorien: 2015, US-amerikanischer Film, Dokumentarfilm, Film, Archiv, Demokratie leben, Filmreihe, Diskussion, Moderation, wehrhafte Demokratie staerken - Ausgrenzung entgegentretenIn ihrem dritten Film (nach „The Yes Men – Globalisierung, nein danke!“, 2003, und „Die Yes Men reparieren die Welt“, 2009), geraten "The Yes Men" Andy Bichlbaum und Mike Bonnano in eine Krise. Sie zweifeln so sehr am Erfolg ihrer subversiven Aktionen gegen die Klimakatastrophe, dass sie sich kurzzeitig trennen. Die unterhaltsame Dokumentation ihrer öffentlichkeitswirksamen Guerilla-Aktionen, mit denen sie Konzerne und Regierungen bloßstellen, macht auf die negativen Folgen der Globalisierung und Umweltzerstörung aufmerksam. Auf Dauer richtet sich der Humor der Aktionen freilich auch gegen die Macher selbst, die mit ihren Clownerien gelegentlich Schiffbruch erleiden.
- Donnerstag, 20. August 2015 - 19:30Kategorien: Eintritt frei, 2015, US-amerikanischer Film, Kooperation, Film, Archiv, Rosa-Luxemburg-Club Celle, Filmreihe, Vortrag, Diskussion, FilosofieWas hat South Park bitteschön mit Philosophie zu tun? Ein Professor für Philosophie – Richard Hanley – behauptet: „South Park is one of the most philosophically important shows on television.” Wirklich? Und wenn ja, wie lässt sich solch eine Behauptung begründen? Hanley tut es wie folgt: „Parker and Stone spotlight the bullshit wherever they find it, calling us on it. That’s what good philosophy does […].” Philosophie als „bullshit-Detektor“? Ein frischer Southpark-Fan wird versuchen, uns von der „Wahrheit“ dieser These zu überzeugen. Als Diskussionsgrundlage dienen uns dabei ausgewählte Folgen von South Park. Es wird sich zeigen, wieviel bullshit dabei zu Tage gefördert wird.
- Freitag, 24. Juli 2015 - 20:30Kategorien: Komoedie, 2015, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Spielfilm, evtl. SK, evtl. Open AirEin frustrierter Küchenchef gibt seinen Job in einem exklusiven Restaurant auf und begibt sich mit einem Food Truck auf eine Reise quer durch den Süden der USA. Dank der Social-Media-Erfahrung seines mitreisenden, bislang vernachlässigten Sohns avanciert das Unternehmen bald zum kulinarischen Geheimtipp. Mit viel Feingefühl, Temperament und Spontaneität inszenierte Komödie, die trotz dramaturgischer Schwächen eine verführerische Eloge auf die Kreation kulinarischer Genüsse, persönliche Integrität und familiäre Bande anstimmt. Nicht zuletzt ein Loblied auf die bescheidenen Freuden des Lebens.
- Freitag, 08. Mai 2015 - 20:30Kategorien: Oscar, 2015, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Filmdrama, Golden Globe, British Film Awards, Screen Actors Guild Awards, AACTA International Awards, National Board of Review, Women Film Critics Circle Awards, Washington DC Area Film Critics Association Awards, Hollywood Film Awards, evtl. SKNach unerklärlichen Sprachschwierigkeiten und Orientierungsverlusten wird bei einer 50-jährigen Linguistin eine seltene Form von frühem Alzheimer diagnostiziert, die schnell voranschreitet. Dank seiner überragenden Hauptdarstellerin zeichnet das Drama intensiv den unaufhaltsamen Prozess des Verschwindens einer Persönlichkeit nach, bis der Ich-Verlust erzählerisch in eine strikte Beobachterposition umschlägt.
- Freitag, 01. Mai 2015 - 20:30Kategorien: 2015, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Spielfilm, Feel-Good-Movie, SommerkomoedieSieben rüstige Rentner haben in einem indischen Nobelhotel eine Art Wohngemeinschaft gegründet, von der aus sie zu romantischen Abenteuern aufbrechen. In der Fortsetzung der gleichnamigen Senioren-Komödie (2011) steht ein US-amerikanischer Schriftsteller im Mittelpunkt, der fälschlicherweise für den Mitarbeiter eines Investors gehalten wird. Inszenatorisch weicht die dezente Altersweisheit des ersten Teils einer pubertären Überspanntheit, der auch die sympathischen Schauspieler nichts entgegenzusetzen haben.
- Freitag, 17. April 2015 - 20:30Kategorien: Oscar, Oscarnominierung, Golden-Globe-Nominierung, 2015, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Spielfilm, Biopic, Historienfilm, Golden GlobeIm Januar 1965 eskalieren die US-amerikanischen Rassenunruhen. Der Anführer der Bürgerrechtsbewegung, Martin Luther King, konzentriert seine Bemühungen auf die Stadt Selma, wo die Segregation in vollem Umfang betrieben wird. Ein packendes Historiendrama, das die Bürgerrechtler als ausdifferenzierte Gruppe würdigt, insbesondere aber von der subtilen Interpretation des Hauptdarstellers getragen wird. Die christliche Motivation der Aktivisten vermittelt sich dabei ebenso unaufdringlich wie Kings außergewöhnliche Persönlichkeit sowie sein Blick für realpolitische Notwendigkeiten.
- Freitag, 03. April 2015 - 20:30Kategorien: Oscarnominierung, Golden-Globe-Nominierung, Komoedie, 2015, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Spielfilm, Literaturverfilmung, DetektivfilmEin kalifornischer Hippie-Detektiv wird im Jahr 1970 in einen labyrinthischen Fall mit diversen Entführungen, Morden, Drogendelikten und Verschwörungen hineingezogen. Seine Drogensucht erschwert die Ermittlungen ebenso wie die Rivalität mit einem anhänglichen Polizei-Lieutenant. Ein überzogener Kiffer-Noir nach einem Roman von Thomas Pynchon, der sein schräges Figurenarsenal in ein irrwitziges Szenario voller comichafter Gags stürzt. Das Fehlen von Handlungslogik und einer tiefergehenden Ausleuchtung der zeitgeschichtlichen Hintergründe gehört dabei ausdrücklich zum Programm des zitatenreichen, äußerst vergnüglichen Films.
- Freitag, 27. März 2015 - 20:30Kategorien: Golden-Globe-Nominierung, Komoedie, 2015, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Spielfilm, evtl. Open AirEin mürrischer alter Mann aus Brooklyn lässt sich von seiner neuen Nachbarin dazu überreden, in ihrer Abwesenheit auf ihren zwölfjährigen Sohn aufzupassen. Der Rentner schleppt den Jungen in einen Nachtclub, auf die Rennbahn und in eine Bar, wobei sich eine Art Vater-Sohn-Beziehung ergibt, in der beide voneinander lernen: Während sich der Junge gegen Mobbing zu wehren beginnt, wählt er den Rentner für eine Schulpräsentation als Beispiel eines realen Heiligen. Eine durchweg gut, in Nebenrollen vorzüglich gegen den Strich besetzte Komödie, die ihren Humor und Schwung aus dem authentisch gezeichneten Kosmos bezieht. Gegen Ende rutscht der Film etwas zu sehr ins Sentimentale ab.
- Freitag, 20. März 2015 - 20:30Kategorien: Oscar, Cesar-Filmpreis, Oscarnominierung, Golden-Globe-Nominierung, 2015, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Golden Globe, Satellite Award, Gotham Awards, Independent Spirit Award, Screen Actors Guild Awards, National Board of Review, Venedig - Goldener LoeweEin ehemaliger Superhelden-Darsteller will als Theaterregisseur am Broadway eine neue Karriere starten, doch kurz vor der Premiere einer Raymond-Carver-Adaption scheinen sich Kollegen, Kritiker, seine rebellische Tochter sowie sein eigenes „Superhero“-Alter Ego gegen ihn verschworen zu haben. Das virtuos inszenierte Drama entfacht einen schwarzhumorigen „Kultur“-Krieg zwischen alten und neuen Medien, Kunst und Entertainment, Hoch- und Popkultur, bei dem sich die Kamera ohne sichtbare Schnitte an die Fersen der Figuren heftet. Die glänzend besetzte Showbiz-Satire brennt ein Feuerwerk an scharfzüngigen Dialogen ab, wobei stets existenzielle Konflikte um die Angst vor dem Scheitern, dem Altwerden oder der Marginalisierung aufscheinen.
- Freitag, 13. März 2015 - 20:30Kategorien: Oscarnominierung, Golden-Globe-Nominierung, 2015, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Spielfilm, FilmdramaNach desaströsen Lebenserfahrungen, dem Tod ihrer Mutter und der an ihrer Heroinsucht zerbrochenen Ehe lässt eine junge US-Amerikanerin alles hinter sich und wandert zu Fuß auf dem „Pacific Crest Trail“ monatelang durch den Westen der USA. Auf dieser Tour will die Aussteigerin ihre Gedanken und ihr Leben wieder ordnen. Obwohl sie auf die enormen Strapazen nicht vorbereitet ist, meistert sie alle Herausforderungen und Rückschläge. Das auf einem realen Erfahrungsbericht beruhende Drama einer Selbstfindung verzichtet zwar nicht ganz auf die Strukturen einer klassischen Erlösungsgeschichte, überzeugt aber dank seiner nüchternen, gleichwohl auch humorvollen Inszenierung.
- Freitag, 02. Januar 2015 - 20:30 bis Freitag, 02. Januar 2015Kategorien: 2015, US-amerikanischer Film, romantische Liebeskomoedie , Film, Archiv, SpielfilmEin arroganter Hollywood-Autor nimmt aus Geldnot einen Dozenten-Job in einem College-Nest an und hofft, mit minimalem Arbeitsaufwand über die Runde zu kommen. Doch die Begegnung mit einer alleinerziehenden Mutter zwingt ihn, seine Lebensmaximen zu überdenken. Solide romantische Liebeskomödie, die stimmig dem Thema „Midlife Crisis“ nachgeht und fragt, ob man im vorgerückten Alter eine zweite Chance erhält. Bei aller Vorhersehbarkeit lebt sie von liebevoll gezeichneten Charakteren und guten Darstellern.
- Freitag, 14. November 2014 - 20:30Kategorien: Heike, Gilde-Filmpreis, Berlinale-Baer, Oscar, Grand Prix de la FIPRESCI, NY Critics Circle Award, Oscarnominierung, Golden-Globe-Nominierung, 2014, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Golden Globe, LA Critics Association Awards, Satellite Award, British Independent Film Awards, Gotham Awards, Independent Spirit Award, Screen Actors Guild Awards, National Board of Review, Washington DC Area Film Critics Association AwardsIn zwölf Drehjahren mit denselben Schauspielern realisierte Richard Linklater einen Spielfilm über Kindheit und Jugend eines Jungen, der mit seiner Schwester und Mutter in Texas aufwächst. Von der Einschulung bis zum College, in vielen Gesprächen und Alltagssituationen entfaltet sich die fesselnde Reduktion auf das „gemeine Leben“, höchstens torpediert von den Erfahrungen eines Scheidungskindes. Mit hervorragend geschriebenen und gespielten Familienfiguren greifen der dokumentarische Gestus und der fiktive Inhalt in der Langzeitinszenierung virtuos ineinander und zeigen selten zu beobachtende Bilder des Heranwachsens.
- Freitag, 07. November 2014 - 20:30Kategorien: Stefan, 2014, US-amerikanischer Film, Screwball-Komoedie, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Liebesfilm, Literaturverfilmung, National Board of ReviewAdaption von Shakespeares Komödie um den „Liebeskrieg“ zwischen einem Mann und einer Frau, die sich scharfzüngig gegen die Ehe stark machen, sowie um eine Intrige, die eine junge Liebe zu zerstören droht. Mit eleganter, an klassische Screwball-Komödien erinnernder Schwarz-Weiß-Ästhetik und einer leicht ironischen Musikuntermalung unterspielt der Film geschickt die kolportagehaft melodramatischen Elemente der Komödie und bringt dafür umso liebevoller mit schönen szenischen Ideen und mit Hilfe bestens aufgelegte Darsteller die Strahlkraft der Dialoge zum Funkeln.
- Freitag, 10. Oktober 2014 - 20:30Kategorien: Oscarnominierung, Komoedie, 2014, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Spielfilm, Musik, evtl. Open AirEin Musikproduzent wittert im Lied einer erfolglosen britischen Musikerin beträchtliches Hitpotenzial. Nach anfänglichen Schwierigkeiten schafft er es, sie von einer professionellen Zusammenarbeit zu überzeugen, was beider Leben neue Impulse verleiht. Die einfache Geschichte wird eine feinfühlige Inszenierung in den Rang des Besonderen gehoben. Mit geschickt auf die Stimme der Hauptdarstellerin zugeschnittenen Songs und einem glänzenden Ensemble wird die Freude des gemeinsamen Musizierens auf mitreißende Weise vermittelt.
- Donnerstag, 31. Juli 2014 - 19:00Kategorien: Eintritt frei, 2014, US-amerikanischer Film, Kooperation, Dokumentarfilm, Film, Archiv, Rosa-Luxemburg-Club Celle, Filmreihe, Diskussion, Moderation, OmdU, 1968 – einmal um die halbe WeltDer Celler Rosa Luxemburg Club veranstaltet in Kooperation mit dem Kino achteinhalb auch in diesem Sommer wieder eine kleine politische Dokumentarfilmreihe. Diesmal steht „1968“ im Zentrum und es geht von Deutschland und Frankreich über die USA nach Italien. Das Thema: Die Revolte und ihre Bekämpfung. Den Abschluss der Reihe bildet am Samstag, den 9. August, der Spielfilm "Ich bin ein Elefant, Madame". Der Eintritt zu den Filmen aus der Reihe der „Bibliothek des Widerstands “ des Laika-Verlags ist frei.
- Freitag, 27. Juni 2014 - 20:30Kategorien: 2014, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Spielfilm, VampirfilmEine Vampirin verlässt ihr Quartier in Tanger, um ihrem lebensmüden Gefährten in Detroit neuen Geschmack am Dasein zu vermitteln. Die alterslosen Liebenden zehren nicht nur von Blut, sondern ebenso von Kunst, (Pop-)Kultur und Wissenschaft. Doch dann sorgt eine junge Vampirin für Unruhe. "Vampirfilm" von Jim Jarmusch, der kongenial den Lebensrythmus und den kulturellen Horizont der uralten Feingeister imaginiert. In der Spannung zwischen Melancholie und Lakonie, Statik und Bewegung entfaltet sich intensiv ein Hohelied der Gegensätze, deren Anziehungskräfte alles lebendig halten.
- Freitag, 23. Mai 2014 - 20:30Kategorien: NY Critics Circle Award, Oscarnominierung, Golden-Globe-Nominierung, 2014, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Filmdrama, Golden GlobeEin alter Mann segelt mit seiner Yacht im Indischen Ozean. Wer er ist und wohin er will, erfährt man nicht. Stattdessen setzt der in seinen sparsamen Mitteln ganz auf Mann und Boot konzentrierte Film auf die wachsende Identifikation des Publikums mit dem von Naturgewalten heimgesuchten Segler. Ein minimalistischer Film, dessen Freude am dramatischen Detail mehr und mehr existenzieller Kontemplation weicht und allegorische Bezüge durchaus zulässt.
- Freitag, 16. Mai 2014 - 20:30Kategorien: Oscar, NY Critics Circle Award, Oscarnominierung, Golden-Globe-Nominierung, 2014, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Filmdrama, Historienfilm, Golden Globe, British Film Awards, LA Critics Association Awards, Satellite Award, Independent Spirit Award, National Board of Review, Women Film Critics Circle Awards, Washington DC Area Film Critics Association Awards, Hollywood Film Awards, Irish Film and Television AwardsBeruhend auf den Memoiren von Solomon Northup, erzählt der Film die Geschichte eines Afroamerikaners, der in den USA des 19. Jahrhunderts als freier Mann in den Nordstaaten lebt, bis er entführt und als Sklave in die Südstaaten verkauft wird. Dort droht er unter der Unterdrückung und Entmenschlichung zu zerbrechen, bis es ihm gelingt, eine Nachricht an seine Familie zu übermitteln, die für seine Befreiung sorgt. Regisseur Steve McQueen fokussiert darauf, was Sklaverei mit Menschen anrichtet. Der emotionalen Wucht des Stoffes steuert er durch vielschichtige Figuren und eine kluge Inszenierung entgegen, die Raum zum Nachdenken jenseits unmittelbarer emotionaler Reaktionen schafft.
- Freitag, 11. April 2014 - 20:30Kategorien: NY Critics Circle Award, Oscarnominierung, Golden-Globe-Nominierung, 2014, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, LA Critics Association Awards, Satellite Award, Musikfilm, Gotham Awards, Cannes - Grosser Preis der Jury, National Board of ReviewDer Folkmusiker Llewyn Davis hat im New York der frühen 1960er-Jahre wenig Erfolg, dafür aber jede Menge Probleme, die ihn schließlich auf eine Reise treiben. Mit dem Porträt des „Verlierer“-Antihelden, der stoisch an seiner Kunst festhält, entfaltet sich eine großartige, durchaus etwas boshaft erzählte Apotheose des Scheiterns. Diese weitet sich zum mit akribischer Liebe gestalteten Zeitbild der "Sixties" und der Folkmusik-Szene, das einen ähnlichen Respekt vor der Musik an den Tag legt wie sein Held.
- Freitag, 21. Februar 2014 - 20:30Kategorien: 1SE, Oscar, NY Critics Circle Award, Oscarnominierung, Golden-Globe-Nominierung, 2014, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Filmdrama, Literaturverfilmung, Golden Globe, LA Critics Association Awards, Satellite Award, Independent Spirit Award, Screen Actors Guild Awards, Women Film Critics Circle Awards, Washington DC Area Film Critics Association AwardsNachdem ihr Mann wegen windiger Finanzgeschäfte verhaftet wurde und im Gefängnis Selbstmord beging, sucht eine Frau aus der New Yorker High Society Zuflucht bei ihrer Schwester im Arbeitermilieu von San Francisco. Bald brechen alte Konflikte um Werte und Lebensstile aus, weil sie die neuen Verhältnisse als "working class", niveaulos und ärmlich empfindet. Fulminant besetzte Tragikomödie, in der die vorzügliche Hauptdarstellerin den Raum nutzt, um den Genuss und den Kater, die Selbsttäuschung und die Euphorie auszuspielen. Hinter diesem Porträt einer Frau, die der Finanzcrash weder von ihrer Oberflächlichkeit noch von übersteigerten Ansprüchen kurieren konnte, offenbart sich die Abrechnung mit einer Gesellschaftsschicht.
- Freitag, 20. Dezember 2013 - 20:30Kategorien: Berlinale-Baer, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Filmdrama, 2013Zwei ungleiche Männer verbringen den Sommer als Straßenarbeiter in einem menschenleeren Waldgebiet. Der eine liebt die Abgeschiedenheit, der andere will der Einsamkeit entfliehen; die unterschiedlichen Vorlieben, Empfindlichkeiten und Lebenskonzepte lassen das Zusammenleben zum Gegenstand ständiger Verhandlungen werden. Im lakonischen Tonfall und abseits dramaturgisch ausgetretener Pfade erzählt David Gordon Green von Männer- und Naturbeziehungen und den Schwierigkeiten des Zusammenlebens an sich.
- Freitag, 06. Dezember 2013 - 20:30Kategorien: US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Spielfilm, 2013Ein angesehener Anwalt aus Albany wird mit seiner Vergangenheit als linksradikaler "Weatherman" konfrontiert, als eine Weggefährtin sich dem FBI stellt und ein ehrgeiziger Journalist die Hintergründe aufdeckt. Um seinen Namen reinzuwaschen, muss der Anwalt seine ehemalige Geliebten ausfindig machen, die ihn entlasten könnte. Ein packendes, durch genaue Dialoge und markante Charaktere vorangetriebenes Politdrama, das sich einem wenig bekannten Kapitel der US-Geschichte widmet und dessen Folgen für die Gegenwart beschreibt. Die Handlung wird aus drei Perspektiven erzählt, deren Erzählfäden in einer einsamen Hütte in Michigan zusammenlaufen.
- Freitag, 01. November 2013 - 20:30 bis - 22:30Kategorien: Golden-Globe-Nominierung, Komoedie, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, 2013Ein Film über New York, eine Frauenfreundschaft und die schwierige Choreographie des eigenen Lebens: "Frances Ha", in Schwarz-weiß und mit dem Blick auf filmhistorische Vorbilder wie Woody Allen und das Kino der Nouvelle Vague gedreht, erzählt von einer Tänzerin auf der Suche nach einem Engagement und einem bezahlbaren Apartment. Der Film wirft einen humorvollen Blick auf den bewegten Lebensabschnitt zwischen Studienabschluss und funktionierendem Berufsleben, ist aber vor allem ein Porträt seiner Hauptdarstellerin Greta Gerwig, die durch ihre eigenwillige Mischung aus Anmut und linkischer Körperlichkeit verzaubert.
- Freitag, 04. Oktober 2013 - 20:30Der Cellist eines seit 25 Jahren bestehenden Streichquartetts erkrankt an Parkinson und kündigt seinen Rücktritt an, was eine Kettenreaktion unter den Kollegen in Gang setzt, in der alte Konflikte, Lebensthemen und verdrängte Sehnsüchte aufbrechen. Klug austariertes und ergreifendes Drama, dessen ruhige Inszenierung den Schauspielern Raum lässt, um ihren Figuren Tiefe und Charakter zu geben. Empfohlen ab 14 Jahren.
- Dienstag, 24. September 2013 - 19:30Kategorien: 1SE, Oscarnominierung, Eintritt frei, US-amerikanischer Film, Kooperation, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Filmreihe, Diskussion, Moderation, Migration, Filmdrama, 2013, Satellite Award, Migration im Film, Independent Spirit Award, National Board of Review, Toleranz foerdern - Kompetenz staerken, Moskau International Film FestivalEin älterer Universitätsprofessor, der sich nach dem Tod seiner Frau von der Welt zurückgezogen und sich von Freunden und Kollegen abgeschottet hat, erlebt bei der unerwarteten Begegnung mit einem temperamentvollen syrischen Immigranten in New York ein schrittweises Erwachen seiner verschütteten Menschlichkeit. Eine hervorragend inszenierte und gespielte Charakterstudie, die durch den klugen Einbezug der politischen Situation nach dem Attentat vom 11. September 2001 zusätzliches Gewicht erhält.
- Freitag, 20. September 2013 - 20:30Kategorien: NY Critics Circle Award, Oscarnominierung, Golden-Globe-Nominierung, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, 2013, LA Critics Association Awards, Women Film Critics Circle Awards, Hollywood Film AwardsDritter Teil von Richard Linklaters "Before"-Reihe um einen Amerikaner und eine Französin. Während sie in den früheren Filmen zusammenfanden und am Ende jeweils wieder auseinandergingen, sind sie nun ein Paar mit Kindern, das während eines Urlaubs in Griechenland sein Zusammenleben hinterfragt. Der Film findet dabei keine angemessene Sprache für die Intimität einer Langzeitbeziehung, sondern mäandert unterhaltsam, aber recht oberflächlich durch Konflikte und Streitereien. Die formale Konsequenz, sich in langen Sequenzen ganz der Dynamik von Dialogen zu überlassen, beeindruckt gleichwohl weiterhin.
- Freitag, 13. September 2013 - 20:30Kategorien: US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Filmdrama, 2013, National Board of ReviewZwei Mitarbeiter eines Energiekonzerns wollen die Einwohner eines verarmten Landstrichs in Pennsylvania für das ökologisch umstrittene "Fracking" gewinnen. Als ihre Aufkäufe durch einen Umweltschützer torpediert werden, stoßen sie auf immer mehr Widerstand. Getragen von großartigen Darstellern und treffsicheren Dialogen, arbeitet sich die ambivalente Umwelt-Dramödie immer stärker zu einer Kritik am Gebaren der Energiekonzerne vor und erzählt mit den klassischen Elementen des Entwicklungsdramas vom Zwiespalt zwischen finanzieller Absicherung und ökologischem Gewissen.
- Freitag, 12. April 2013 - 20:30Kategorien: Oscar, NY Critics Circle Award, Oscarnominierung, Golden-Globe-Nominierung, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Politthriller, Politdrama, Golden Globe, 2013, LA Critics Association Awards, Satellite Award, National Board of Review, Women Film Critics Circle Awards, Washington DC Area Film Critics Association Awards, Hollywood Film AwardsNach den Terroranschlägen vom 11.9.2001 sucht die CIA fieberhaft nach Osama Bin Laden, dem Wortführer der islamistischen Terrorgruppe Al Qaida. Unter den Ermittlern ist eine junge CIA-Agentin, für die die Jagd nach Bin Laden zur persönlichen Mission wird. Der Film schildert kühl die akribische Arbeit des Geheimdienstes und lässt dabei auch den Einsatz von Folter als Mittel der Informationsbeschaffung nicht aus. So nüchtern-objektiv die Erzählhaltung dabei auch ist, ergibt sich daraus doch mehr als die schlichte Chronologie einer Jagd: Es entsteht ein beklemmendes Psychogramm der Hauptfigur, für die die Suche nach Bin Laden zur Besessenheit wird, während ihr politischer Sinn äußerst dubios erscheint; darüber hinaus zeichnet der Film ein Bild der US-Gesellschaft im "Krieg gegen den Terror", in dem ethische Prinzipien obsolet werden.
- Freitag, 20. Januar 1995 - 20:30Kategorien: Krimi, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Spielfilm, Literaturverfilmung, ThrillerUNSERE ERSTE KINOVERANSTALUNG --------------------------- Drei flüchtige Verbrecher erzwingen sich mit rücksichtsloser Gewalt Unterschlupf in einer amerikanischen Bürgerfamilie. Eine psychologische Studie menschlicher Angst, deren Inszenierung Hochspannung erzeugt - perfekt in den schauspielerischen Leistungen. ========== von William Wyler 1955 - mit Humphrey Bogart