Veranstaltungsarchiv
- Freitag, 03. September 2021 - 20:30Kategorien: Sozialdrama, Oscar, NY Critics Circle Award, US-amerikanischer Film, Archiv, Golden Globe, British Film Awards, Satellite Award, British Independent Film Awards, Independent Spirit Award, National Board of Review, Venedig - Goldener Loewe, Alliance of Women Film Journalists, Walt Disney, Scope, 2021Eine Frau aus dem Mittleren Westen der USA hat nach der großen Rezession in Folge des Bankencrashs 2008 alles verloren. Sie packt ihre Sachen und bricht mit ihrem Van zu einem Leben als Auto-Nomadin auf. ------------------------------ Mit der großartigen Frances McDormand – unter anderem bekannt aus:Three Billboards outside Ebbing, Missouri
- Freitag, 26. April 2019 - 20:30Kategorien: Oscar, NY Critics Circle Award, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Liebesfilm, Literaturverfilmung, Golden Globe, LA Critics Association Awards, Satellite Award, Independent Spirit Award, National Board of Review, Washington DC Area Film Critics Association Awards, Alliance of Women Film Journalists, DCM, 2019, Academy (4:3 =1.37:1)Wenn Amerika ein Geschenk Gottes ist, findet die 19-jährige Tish, dann sollten seine Tage gezählt sein. Ihre ganz eigene Sicht der Dinge gibt den Ton von Barry Jenkins' Film vor: eine Mischung aus Romantik und Zorn, Poesie und Unerbittlichkeit. Jenkins (Moonlight) hat James Baldwins Roman »Beale Street« in ein Meisterwerk atmosphärischen Erzählens übertragen. (Gerhard Midding – EPD-Film – 5 von 5 Sternen) –––––––––––– In den 1970er-Jahren wird ein afroamerikanisches Liebespaar aus New York durch die ungerechtfertigte Inhaftierung des Mannes mit den Vorurteilen seiner Umgebung konfrontiert. Die nach einem Roman von James Baldwin in bemerkenswert unkonfrontativem, aber umso berührenderem Stil erzählte Geschichte über das Schicksal eines jungen Paares zeichnet ein mit viel Wärme entworfenes Porträt des Lebens in einer von Rassismus beeinflussten Welt. Lange Einstellungen, steter Blickkontakt und in die Kamera gesprochene Dialoge verleihen der mit der gesellschaftlichen Realität durchsetzten Romanze eine lyrisch-intensive Qualität. – Sehenswert ab 14 (Franz Everschor – Filmdienst – 4 von 5 Sternen)
- Freitag, 12. April 2019 - 20:30Kategorien: NY Critics Circle Award, Oscarnominierung, Golden-Globe-Nominierung, Komoedie, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Biopic, Nominierung British Film Awards, LA Critics Association Awards, Satellite Award, Independent Spirit Award, National Board of Review, Alliance of Women Film Journalists, Fox, 2019, Scope, eigener Texteigener Text Kino achteinhalb: "Noch ein Martini und ich lieg unterm Gastgeber" dieser legendäre Ausspruch von Dorothy Parker steht exemplarisch für den Charme der Komödie und Biopics "Can you ever forgive me?" Der Filmtitel ist zugleich der Buchtitel der Memoiren von Lee Israel (gespielt von Melissa McCarthy, die hierfür eine Oscarnominierung erhielt), der kongenialen Fälscherin der teuer gehandelten Briefe Dorothy Parkers. – Nebenbei bemerkt, das Filmplakat ist denkbar unzutreffend.
- Freitag, 29. März 2019 - 20:30Kategorien: Oscar, NY Critics Circle Award, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, OmdU, Goya - Madrid, lateinamerikanischer Film, Golden Globe, British Film Awards, LA Critics Association Awards, Satellite Award, British Independent Film Awards, Independent Spirit Award, National Board of Review, Washington DC Area Film Critics Association Awards, Hollywood Film Awards, Venedig - Goldener Loewe, Alliance of Women Film Journalists, Schwarz-Weiß-Film, Filmwelt, 2019, Scope, unser Film des Monats, Mexiko, International Cinephile Society AwardsAnfang der 1970er-Jahre unterstützt ein indigenes Hausmädchen im Stadtviertel Colonia Roma in Mexico-City die Mutter von vier Kindern, die immer wieder mit längeren Abwesenheiten ihres Mannes zurechtkommen muss. An mehreren Schicksalsschlägen entlang und vor dem Hintergrund von Studentenunruhen, die am Fronleichnamstag 1971 im sogenannten „Corpus Christi Massaker“ blutig niedergeschlagen wurden, entfaltet der Film in luziden Schwarz-weiß-Bildern ein fesselndes Zeitbild, das durch seine meisterliche Bild- und Tongestaltung ebenso fasziniert wie durch seine sensible Hommage auf eine starke Frauenfigur. Der fiktionalisierte Rückblick auf die eigene Kindheit des Filmemachers Alfonso Cuarón changiert elegant zwischen realistischen Alltagsdarstellungen, Poesie und gelegentlichen humoristischen Zuspitzungen. – Sehenswert ab 14
- Montag, 01. Oktober 2018 - 19:30Kategorien: NY Critics Circle Award, Oscarnominierung, Dokumentarfilm, Film, Archiv, Filmpreis, europaeischer Film, Prix Lumieres, LA Critics Association Awards, Independent Spirit Award, National Board of Review, Frankreich, Weltkino, 2018Die 90-jährige Filmemacherin Agnès Varda und der Street-Art-Künstler JR reisen mit einem Fotomobil durch das ländliche Frankreich. Dabei treffen sie Menschen, lassen sich ihre Geschichten erzählen und halten deren Gesichter in überlebensgroßen Ausdrucken an Häuserfassaden und Mauern fest. In dem von großer Leichtigkeit getragenen Dokumentarfilm reihen sich vignettenhafte Porträts und Szenen einer während dieser Tour entstandenen Freundschaft aneinander, wobei sich mitunter auch ein Gefühl leiser Melancholie breitmacht. Ein einfühlsames, von einem leichten Schalk getragenes Road Movie, in dem unterschwellig auch das Bewusstsein der eigenen Vergänglichkeit mitverhandelt wird.
- Freitag, 31. August 2018 - 20:30Kategorien: 1SE, NY Critics Circle Award, Oscarnominierung, Komoedie, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Coming of Age, Golden Globe, LA Critics Association Awards, Independent Spirit Award, Women Film Critics Circle Awards, Alliance of Women Film Journalists, UPI, 2018, Flat, unser Film des MonatsChristine »Lady Bird« McPherson wird flügge: Sie träumt hoch hinaus und lässt sich weder von amourösen Fehlgriffen noch von der Skepsis ihrer Mutter zu Boden ziehen. Gerwigs schwungvolle Dialoge sowie souveräne Regie im Verein mit darstellerischer Finesse ergeben ein aufrichtiges Sehvergnügen.--------- Von der Gilde der US-Kritiker zum besten Film des Jahres gekürt. --------- Die Zeit: "Greta Gerwig hat einen grandiosen Film gemacht. Er heißt Lady Bird und ist so herzzerreißend schön, dass man gar nicht anders kann, als immer wieder unverhofft mit den Tränen zu kämpfen. - Der Film erzählt diese Universalgeschichte auf eine so erfrischend leichtfüßige und humorvolle Weise, dass alle Vorurteile über die ausgelutschten Grundmotive völlig in den Hintergrund geraten. Das Gegenteil ist der Fall: Aus dem Universalen zieht dieser Film seine individuelle Kraft. Das liegt vermutlich an dem tief sitzenden Eltern-Kind-Konflikt, der reichlich Identifikationsspielraum bietet und verschlossene Türen im Unterbewussten öffnet." --------- Kino-Zeit: "In diesen Charakteren, Bildern und Momenten stecken sehr viel Liebe und Zuneigung -und vor allem ein wahrer Kern. Er ist es, der Lady Bird zu einem Sehvergnügen und nahezu unwiderstehlichen Film macht. Sicherlich besteht das Drehbuch aus allerhand cleveren und lustigen Dialogen, aber selten wurde weibliches Coming of Age so glaubwürdig auf die Leinwand gebracht." --------- Programmkino.de: " LADY BIRD ist ein schlicht und ergreifend grandioser Film mit einer hoch begabten, jungen Schauspielerin, Saoirse Ronan, in der Hauptrolle. Diese Konstellation erinnert zeitweilig stark an Dustin Hoffmann in DIE REIFEPRÜFUNG. Bekanntlich war dies seinerzeit der Start einer Weltkarriere … Saoirse Ronan (gesprochen in etwa: Schirse Rounen) spielt die 17-Jährige mit Grazie, Power und kämpferischem Elan." --------- EPD-Film: "Nicht zuletzt aber ist »Lady Bird« ein angenehm unaufgeregter Film über gelingende weibliche Selbstermächtigung – dessen rebellische Heldin zudem ein gutes Vorbild abgibt."
- Freitag, 20. April 2018 - 20:30Kategorien: 1SE, Oscar, Oscarnominierung, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, Liebesfilm, Literaturverfilmung, Golden Globe, Independent Spirit Award, Italien, tmdU, Sony, 2018, Flat, unser Film des Monats, eigener TextDer 17-jährige Sohn US-amerikanisch-italienischer Akademiker sucht Anschluss an einen ein paar Jahre älteren Doktoranden, der in den Sommerferien in der elterlichen Villa in der Lombardei wohnt. Während der träge dahinziehenden Tage erkennen die beiden, dass sie sich ineinander verliebt haben, und lassen sich auf eine Beziehung ein, wohl wissend, dass sie sich mit dem Ende des Sommers wieder trennen müssen. Entspannt und fast beiläufig inszenierte Romanverfilmung, in der sich das Geschehen und die allmähliche Annäherung der Hauptfiguren mit sensibler Folgerichtigkeit entfalten. Dabei weist der hervorragend interpretierte Film in seiner Einlassung auf Sehnsucht und Vergänglichkeit wGregor Torinuseit über die Erzählung von erwachender Sexualität und homosexueller Romanze hinaus.
- Freitag, 09. März 2018 - 20:30Kategorien: 1SE, Oscar, schwarze Komoedie, US-amerikanischer Film, Tragikomoedie, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Kriminalfilm, Golden Globe, British Film Awards, Satellite Award, British Independent Film Awards, Independent Spirit Award, Women Film Critics Circle Awards, England, evtl. SK, Alliance of Women Film Journalists, Fox, 2018, Scope, unser Film des Monats, SAG-AwardEin Geniestreich: «Three Billboards Outside Ebbing, Missouri»: Wenn er alle rassistischen Beamten entliesse, blieben drei übrig, und die wären alle homophob. Es ist ein schwacher Trost, den Chief Willoughby (Woody Harrelson) anbieten kann, als Mildred (Frances McDormand) ihm öffentlichkeitswirksam vorwirft, den Mord an ihrer Tochter ungesühnt zu lassen, während Schwarze schikaniert und gefoltert würden. Auf drei grossen Plakatwänden, schwarze Schrift auf flammendem Rot, erhebt Mildred Anklage gegen die Polizei – und tritt in der Kleinstadt im Süden der USA einen veritablen Krieg los. Martin McDonaghs bitterböses Kriminalstück verhandelt todernste Themen – und doch gibt es auf dieser erstaunlich souveränen Gratwanderung viel zu lachen. McDonagh fühlt Amerika auf den Zahn, da, wo es weh tut – auch ganz buchstäblich, denn zimperlich gehen die Protagonisten seines genialen Films keineswegs miteinander um. Als härtester Knochen, der eine erstaunliche «Karriere» durchläuft, erweist sich der brutale Cop Dixon (Sam Rockwell). Der Film überrascht durch ambivalente Figuren, die nicht in gute und böse zu scheiden sind. Frances McDormand in der Hauptrolle der kampfeslustigen und wortgewandten Rächerin ihrer Tochter bietet ein selten brillantes Schauspiel. (Neue Züricher Zeitung) ---- Ein echtes Pointenfeuerwerk. Aber jedes Mal, wenn der Gedanke aufkommt, dass es jetzt gerade etwas zu brillant wird, schlägt die Situation durch eine Geste, einen Gesichtsausdruck, eine neue Wendung um in völlige Ironiefreiheit und zeigt uns die Charaktere nackt und bloß in ihrem ganzen Elend. Das ist Timing und Einfühlungsvermögen vom Feinsten. (Die Zeit)
- Freitag, 10. November 2017 - 20:30Kategorien: Berlinale-Baer, Oscar, Golden-Globe-Nominierung, 2017, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Diskussion, Moderation, lateinamerikanischer Film, Preis der Oekumenischen Jury, Independent Spirit Award, Chile, Piffl, ScopeDie transsexuelle Kellnerin Marina (Daniela Vega), die in der Nacht als Sängerin arbeitet, wird vom plötzlichen Tod ihres Geliebten Oscar (Francisco Reyes) aus der Bahn geworfen und muss sich zudem mit zahlreichen Anfeindungen durch die verständnislose Familie des Verstorbenen auseinandersetzen. =========== Nach dem Film bewertet die Transsexuelle Kristina Schneider den Film aus ihrer Sicht und beantwortet Publikumsfragen. Ein "Format", das sich bereits bei "The Danish Girl" bewährt hat. ============ Der unerwartete Tod ihres älteren Partners konfrontiert eine junge chilenische Transgender-Frau mit der Verachtung der Gesellschaft. Während die Polizei ihr demütigende Fragen stellt, will die Familie des Toten sie mit Gewalt von der Beerdigung fernhalten. In die Außenseiter-Position gedrängt, sieht sie sich gezwungen, für ihr Recht auf Trauer zu kämpfen. Genau beobachtendes, kunstvoll aufgebautes Drama, das eine außergewöhnliche Nähe zu seiner brillant verkörperten Hauptfigur aufbaut. Ihr Kampf um Akzeptanz und das Recht auf ihre Trauer erscheinen realistisch und bewegend, während surreale Sequenzen und die Musik einfühlsam ihre Gefühlswelt widerspiegeln. Sehenswert ab 16.
- Freitag, 19. Mai 2017 - 20:30Kategorien: 1SE, NY Critics Circle Award, Oscarnominierung, Golden-Globe-Nominierung, 2017, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Spaetwestern, Nominierung British Film Awards, Satellite Award, Independent Spirit Award, National Board of Review, Washington DC Area Film Critics Association Awards, Paramount, Scope, unser Film des MonatsTanner, ein hitzköpfiger Querulant, der sich nur schwer an Regeln halten kann und gerade erst aus dem Gefängnis entlassen wurde, stiftet seinen jüngeren Bruder Toby dazu an, all die Banken auszurauben, die das Land ihrer hoch verschuldeten Familie zwangsversteigern ließen, um mit dem Geld die Familienfarm im Westen von Texas zu retten, bevor sie in staatliche Hände fällt. Erst ist Toby nicht wirklich von der Idee begeistert, doch er ist frisch geschieden und will seinem Sohn ein besseres Leben ermöglich. Schnell kommen der gnadenlose Texas Ranger Marcus Hamilton, der sich kurz vor dem Ruhestand befindet und einen letzten Triumph feiern will, und dessen Partner Alberto Parker den Brüdern auf die Schliche.
- Freitag, 28. April 2017 - 20:30Kategorien: Oscar, NY Critics Circle Award, 2017, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Filmdrama, Golden Globe, British Film Awards, Satellite Award, Critics Choice Movie Award, Gotham Awards, Independent Spirit Award, UPI, Scope, unser Film des MonatsEin schweigsamer Einzelgänger, der als Hausmeister in Boston arbeitet, kehrt anlässlich des Todes seines Bruders in seine kleine Heimatstadt an der US-amerikanischen Ostküste zurück. Als er die Vormundschaft für seinen 16-jährigen Neffen übernehmen muss und es zum Wiedersehen mit seiner Ex-Frau kommt, brechen tiefe seelische Wunden wieder auf. Packendes, komplex konstruiertes Drama um Schuld und Erlösung, das in intensiven Rückblenden die ganze Tragik, Verletztheit und Schuld der Hauptfigur enthüllt. Die emotional und psychologisch genau gezeichneten, grandios gespielten Figuren halten stets die innere Spannung aufrecht.
- Freitag, 20. März 2015 - 20:30Kategorien: Oscar, Cesar-Filmpreis, Oscarnominierung, Golden-Globe-Nominierung, 2015, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Golden Globe, Satellite Award, Gotham Awards, Independent Spirit Award, Screen Actors Guild Awards, National Board of Review, Venedig - Goldener LoeweEin ehemaliger Superhelden-Darsteller will als Theaterregisseur am Broadway eine neue Karriere starten, doch kurz vor der Premiere einer Raymond-Carver-Adaption scheinen sich Kollegen, Kritiker, seine rebellische Tochter sowie sein eigenes „Superhero“-Alter Ego gegen ihn verschworen zu haben. Das virtuos inszenierte Drama entfacht einen schwarzhumorigen „Kultur“-Krieg zwischen alten und neuen Medien, Kunst und Entertainment, Hoch- und Popkultur, bei dem sich die Kamera ohne sichtbare Schnitte an die Fersen der Figuren heftet. Die glänzend besetzte Showbiz-Satire brennt ein Feuerwerk an scharfzüngigen Dialogen ab, wobei stets existenzielle Konflikte um die Angst vor dem Scheitern, dem Altwerden oder der Marginalisierung aufscheinen.
- Freitag, 14. November 2014 - 20:30Kategorien: Heike, Gilde-Filmpreis, Berlinale-Baer, Oscar, Grand Prix de la FIPRESCI, NY Critics Circle Award, Oscarnominierung, Golden-Globe-Nominierung, 2014, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Golden Globe, LA Critics Association Awards, Satellite Award, British Independent Film Awards, Gotham Awards, Independent Spirit Award, Screen Actors Guild Awards, National Board of Review, Washington DC Area Film Critics Association AwardsIn zwölf Drehjahren mit denselben Schauspielern realisierte Richard Linklater einen Spielfilm über Kindheit und Jugend eines Jungen, der mit seiner Schwester und Mutter in Texas aufwächst. Von der Einschulung bis zum College, in vielen Gesprächen und Alltagssituationen entfaltet sich die fesselnde Reduktion auf das „gemeine Leben“, höchstens torpediert von den Erfahrungen eines Scheidungskindes. Mit hervorragend geschriebenen und gespielten Familienfiguren greifen der dokumentarische Gestus und der fiktive Inhalt in der Langzeitinszenierung virtuos ineinander und zeigen selten zu beobachtende Bilder des Heranwachsens.
- Freitag, 16. Mai 2014 - 20:30Kategorien: Oscar, NY Critics Circle Award, Oscarnominierung, Golden-Globe-Nominierung, 2014, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Filmdrama, Historienfilm, Golden Globe, British Film Awards, LA Critics Association Awards, Satellite Award, Independent Spirit Award, National Board of Review, Women Film Critics Circle Awards, Washington DC Area Film Critics Association Awards, Hollywood Film Awards, Irish Film and Television AwardsBeruhend auf den Memoiren von Solomon Northup, erzählt der Film die Geschichte eines Afroamerikaners, der in den USA des 19. Jahrhunderts als freier Mann in den Nordstaaten lebt, bis er entführt und als Sklave in die Südstaaten verkauft wird. Dort droht er unter der Unterdrückung und Entmenschlichung zu zerbrechen, bis es ihm gelingt, eine Nachricht an seine Familie zu übermitteln, die für seine Befreiung sorgt. Regisseur Steve McQueen fokussiert darauf, was Sklaverei mit Menschen anrichtet. Der emotionalen Wucht des Stoffes steuert er durch vielschichtige Figuren und eine kluge Inszenierung entgegen, die Raum zum Nachdenken jenseits unmittelbarer emotionaler Reaktionen schafft.
- Freitag, 21. Februar 2014 - 20:30Kategorien: 1SE, Oscar, NY Critics Circle Award, Oscarnominierung, Golden-Globe-Nominierung, 2014, US-amerikanischer Film, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Filmdrama, Literaturverfilmung, Golden Globe, LA Critics Association Awards, Satellite Award, Independent Spirit Award, Screen Actors Guild Awards, Women Film Critics Circle Awards, Washington DC Area Film Critics Association AwardsNachdem ihr Mann wegen windiger Finanzgeschäfte verhaftet wurde und im Gefängnis Selbstmord beging, sucht eine Frau aus der New Yorker High Society Zuflucht bei ihrer Schwester im Arbeitermilieu von San Francisco. Bald brechen alte Konflikte um Werte und Lebensstile aus, weil sie die neuen Verhältnisse als "working class", niveaulos und ärmlich empfindet. Fulminant besetzte Tragikomödie, in der die vorzügliche Hauptdarstellerin den Raum nutzt, um den Genuss und den Kater, die Selbsttäuschung und die Euphorie auszuspielen. Hinter diesem Porträt einer Frau, die der Finanzcrash weder von ihrer Oberflächlichkeit noch von übersteigerten Ansprüchen kurieren konnte, offenbart sich die Abrechnung mit einer Gesellschaftsschicht.
- Freitag, 14. Februar 2014 - 20:30Kategorien: 1SE, Grand Prix de la FIPRESCI, NY Critics Circle Award, Cesar-Filmpreis, Nominierung Europaeischer Filmpreis, Golden-Globe-Nominierung, 2014, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Liebesdrama, Prix Lumieres, LA Critics Association Awards, British Independent Film Awards, Critics Choice Movie Award, Independent Spirit Award, Cannes - Goldene Palme, National Board of Review, Women Film Critics Circle AwardsEine französische Schülerin aus einfachen Verhältnissen verliebt sich in eine Kunststudentin mit blauen Haaren. Nach ihrem Schulabschluss nimmt sie ein pädagogisches Studium auf und zieht zu ihrer Geliebten. Das Gefälle zwischen den Milieus macht sich jedoch bald bemerkbar. Eine intensive Adaption einer Graphic Novel, die mit außerordentlicher filmischer Kraft die Geschichte einer erschütternden ersten Liebe einfängt. Die mitreißende, sensualistische Inszenierung lässt unmittelbar an den Erfahrungen der Protagonistin teilhaben.
- Dienstag, 24. September 2013 - 19:30Kategorien: 1SE, Oscarnominierung, Eintritt frei, US-amerikanischer Film, Kooperation, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Filmreihe, Diskussion, Moderation, Migration, Filmdrama, 2013, Satellite Award, Migration im Film, Independent Spirit Award, National Board of Review, Toleranz foerdern - Kompetenz staerken, Moskau International Film FestivalEin älterer Universitätsprofessor, der sich nach dem Tod seiner Frau von der Welt zurückgezogen und sich von Freunden und Kollegen abgeschottet hat, erlebt bei der unerwarteten Begegnung mit einem temperamentvollen syrischen Immigranten in New York ein schrittweises Erwachen seiner verschütteten Menschlichkeit. Eine hervorragend inszenierte und gespielte Charakterstudie, die durch den klugen Einbezug der politischen Situation nach dem Attentat vom 11. September 2001 zusätzliches Gewicht erhält.
- Freitag, 11. Januar 2013 - 20:00Kategorien: 1SE, Europaeischer Filmpreis, Oscar, NY Critics Circle Award, Cesar-Filmpreis, Oscarnominierung, Nominierung Europaeischer Filmpreis, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Goya - Madrid, Golden Globe, Bayerischer Filmpreis, 2013, Prix Lumieres, LA Critics Association Awards, Independent Spirit Award, Cannes - Goldene Palme, National Board of Review, Washington DC Area Film Critics Association Awards, Frankreich, Oesterreich, evtl. SKEin altes Ehepaar aus Paris ist sich auch nach vielen Jahrzehnten noch in Liebe zugetan. Als die Frau einen Schlaganfall erleidet, beginnt sich ihr gemeinsames Leben entscheidend zu ändern. Das meisterlich inszenierte Kammerspiel fasst nüchtern die Unausweichlichkeit des Todes ins Auge, ohne die Grenze zur Sentimentalität zu überschreiten. Eine von großartigen Darstellern getragene, radikale Apologie der Empathie, überraschend altersmilde, kämpferisch und zurückhaltend zugleich. Der tief berührende Film über die Liebe und die Vergänglichkeit der menschlichen Natur ist eine für viele Auslegungen offene Meditation über das Ende, bar aller Illusionen, gleichwohl getragen von einer Würde, die auch das provokante Finale trägt.