Veranstaltungsarchiv
- Freitag, 09. März 2018 - 20:30Kategorien: 1SE, Oscar, schwarze Komoedie, US-amerikanischer Film, Tragikomoedie, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, Kriminalfilm, Golden Globe, British Film Awards, Satellite Award, British Independent Film Awards, Independent Spirit Award, Women Film Critics Circle Awards, England, evtl. SK, Alliance of Women Film Journalists, Fox, 2018, Scope, unser Film des Monats, SAG-AwardEin Geniestreich: «Three Billboards Outside Ebbing, Missouri»: Wenn er alle rassistischen Beamten entliesse, blieben drei übrig, und die wären alle homophob. Es ist ein schwacher Trost, den Chief Willoughby (Woody Harrelson) anbieten kann, als Mildred (Frances McDormand) ihm öffentlichkeitswirksam vorwirft, den Mord an ihrer Tochter ungesühnt zu lassen, während Schwarze schikaniert und gefoltert würden. Auf drei grossen Plakatwänden, schwarze Schrift auf flammendem Rot, erhebt Mildred Anklage gegen die Polizei – und tritt in der Kleinstadt im Süden der USA einen veritablen Krieg los. Martin McDonaghs bitterböses Kriminalstück verhandelt todernste Themen – und doch gibt es auf dieser erstaunlich souveränen Gratwanderung viel zu lachen. McDonagh fühlt Amerika auf den Zahn, da, wo es weh tut – auch ganz buchstäblich, denn zimperlich gehen die Protagonisten seines genialen Films keineswegs miteinander um. Als härtester Knochen, der eine erstaunliche «Karriere» durchläuft, erweist sich der brutale Cop Dixon (Sam Rockwell). Der Film überrascht durch ambivalente Figuren, die nicht in gute und böse zu scheiden sind. Frances McDormand in der Hauptrolle der kampfeslustigen und wortgewandten Rächerin ihrer Tochter bietet ein selten brillantes Schauspiel. (Neue Züricher Zeitung) ---- Ein echtes Pointenfeuerwerk. Aber jedes Mal, wenn der Gedanke aufkommt, dass es jetzt gerade etwas zu brillant wird, schlägt die Situation durch eine Geste, einen Gesichtsausdruck, eine neue Wendung um in völlige Ironiefreiheit und zeigt uns die Charaktere nackt und bloß in ihrem ganzen Elend. Das ist Timing und Einfühlungsvermögen vom Feinsten. (Die Zeit)
- Freitag, 05. Februar 2016 - 20:30Kategorien: Stefan, 2016, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, Kriminalfilm, evtl. SKDer 93-jährige Sherlock Holmes lebt zurückgezogen in einem Landhaus in Sussex, widmet sich der Bienenzucht und weist den Sohn seiner Haushälterin in die Geheimnisse der Imkerei ein. In seine verdämmernde Gegenwart mischen sich Erinnerungen an eine Japan-Reise sowie Bilder eines letzten, bislang ungelösten Falls. Das kluge Altersdrama wird von seinem überragenden Darsteller getragen, der dem Meisterdetektiv zu mehr Menschlichkeit verhilft. Die Inszenierung nutzt die Gedächtnislücken zur assoziativen Verschränkung der Erzählebenen, ohne darüber das Grundgerüst einer Detektiv-Story aus den Augen zu verlieren.
- Freitag, 08. Januar 2016 - 20:30Kategorien: 2016, Sozialdrama, Film, Archiv, Filmpreis, Spielfilm, europaeischer Film, Migration, Kriminalfilm, Cannes - Goldene PalmeEin tamilischer Widerstandkämpfer schließt sich mit einer Frau und einem verwaisten Mädchen zusammen, um dem Bürgerkrieg in Sri Lanka zu entkommen. Als vermeintliche Familie landen sie in einer Banlieue des Pariser Umlands, wo sich der Mann als Hausmeister, die Frau als Haushaltshilfe eines Gangsters, das Mädchen als Schülerin zu assimilieren versuchen. Der kraftvoll erzählte Film handelt von Menschen, die sich mit Zwangslagen arrangieren, und davon, wie Frustration in Angst und Gewalt umschlägt. Pendelnd zwischen poetischen Szenen, harten Realitätsbrüchen und intimen „Familien“-Szenen ist er Märchen und Kommentar zur aktuellen Flüchtlingskrise zugleich, ein Drama über Menschen, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden.
- Freitag, 26. Juni 2015 - 20:30Kategorien: 2015, Tragikomoedie, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, Kriminalfilm, LiteraturverfilmungEin heruntergekommener Privatdetektiv kehrt in seine Heimatstadt Graz zurück und gerät in einen Mordfall, in den auch einstige Jugendfreunde verwickelt sind. Dass er an den Folgen eines missglückten Selbstmordversuchs laboriert, ist ihm dabei ebenso hinderlich wie die verdrängte Erinnerung an eine Jugenddummheit mit fatalen Folgen. Kongeniale Verfilmung eines Romans von Wolf Haas, in der das ebenso präzise wie skurril gezeichnete Milieu mehr im Vordergrund steht als die Krimihandlung. Brillante schwarzhumorige Dialoge und hervorragende Schauspieler erwecken die Figuren stimmig zum Leben.