Kino & Kultur e.V.
FREITAG | 25. April | um 20.30 Uhr |
SAMSTAG | 26. April | um 20.30 Uhr |
DIENSTAG | 29. April | um 20.00 Uhr |
Eintritt: 4,50 Euro
50% der Karten sind reservierbar, mindestens 50% gehen auf jeden Fall über die Abendkasse in den freien Verkauf. Reservierungen sind möglich per Mail an achteinhalb@web.de bis 15 Uhr am Tag der Vorstellung. Sie erhalten auf jeden Fall eine Rückmail entweder mit einer Reservierungsbestätigung oder einer Info, dass Ihre Reservierung nicht mehr möglich war. Das achteinhalb öffnet spätestens 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn.
Die Karten bitte bis 15 Minuten vor Vorstellungsbeginn abholen, da diese ansonsten - sorry - in den freien Verkauf gehen. Bitte sprengen Sie nicht unsere Kasse, bezahlen Sie möglichst nicht mit 50 Euro Scheinen.
Ein talentierter Straßenmusiker träumt in Dublin von der großen Karriere, während er im Geschäft seines Vaters Staubsauger repariert. Eines Tages wird er von einer jungen Pianistin angesprochen, die sich mit Gelegenheitsjobs durchschlägt. Ihr gefallen seine Lieder und sie hat einen Staubsauger, der dringend repariert werden muss. Da wissen beide noch nicht, dass man nur einmal im Leben die richtige Person trifft: Eine bezaubernde, aber unmögliche Liebesgeschichte beginnt.
Once wurde in nur 17 Tagen mit dem unglaublichen Etat von 130 000 Dollar gedreht. Er wurde Gewinner des Publikumspreises beim Sundance-Filmfestival und erhielt den
Oscar 2008 für den besten Filmsong: "Falling Slowly" von Glen Hansard und Markéta Irglová.
Steven Spielberg sagte: „Dieser kleine Film hat mir genügend Inspiration geschenkt, um damit durchs ganze Jahr zu kommen.“
Hans-Ulrich Pönack von Deutschlandradio Kultur meint: „Endlich einmal kein glatter, kein geschönter, kein konstruierter Quatsch an Beziehung und Music, sondern eine richtig urwüchsige, völlig unaufgeregte, angenehm lakonische Frisch-Fröhlich-Fromm-urige-Einfach-So-Begegnungs-Song-Geschichte von Boy und Girl. Das ist es. Wer an diesem Film vorbeistolpert, ist selber schuld, aber sage keiner, dass er nicht gewusst habe, dass es diesen Film gibt: „Once“ ist Musik-Charme- und Atmosphäre-Kult-pur. Ein Film zum, pardon, Liebhaben, Gerne-Mögen. SO WUNDERBAR-NORMAL-SCHÖN WAR KINO SCHON LANGE NICHT MEHR!“
Once ist einer der schönsten Liebesfilme seit langer Zeit", schreibt Sebastian Handke vom Tagesspiegel in seiner Lobeshymne auf den Film, und weiter: "Once ist ein kleines Juwel – ein beinahe realistischer Film, der die Liebe nicht idealisiert, aber doch behutsam und mit leisen Tönen von emphatischer Liebe spricht: davon, dass es vielleicht den einen Anderen gibt, dass man ihm mit ein wenig Glück (und einem kaputten Staubsauger) sogar begegnen kann und dass diese Begegnung für beide glücklich ist.
Irland 2006
Kinostart: 17.1.2008
Länge: 85 Minuten
Filmhomepage
Filminfo vom deutschen Verleih (Kinowelt)
Film-Homepage vom US-Verleih (Fox Searchlight)
Homepage der Band "The Frames"
WIKIPEDIA
Presseschau:
angelaufen.de
film-zeit.de
Kinomagazine:
programmkino.de
Filmmagazin "Schnitt"
Tageszeitungen:
TAZ
Süddeutsche
Spiegel
Tagesspiegel
NZZ
umfangreiche Linksammlung zu Artikeln über diesen Film: FilmZ.de
Kurzkritik aus dem Film-Dienst:
Ein liebeskranker irischer Straßenmusiker gewinnt die Liebe einer unscheinbaren Rosenverkäuferin, einer tschechischen Exilantin, die sich als Klaviervirtuosin entpuppt. Der sympathisch unterhaltende Musikfilm belebt mit zwei engagierten Schauspielern das Genre des Backstage-Musicals neu und stellt den mittlerweile üblichen Ausstattungsorgien angenehme Bodenhaftung entgegen.
Ab 14.
ausführliche Kritik aus dem Film-Dienst:
In einer Dubliner Einkaufsstraße hat ein namenloser Musiker sein Revier abgesteckt. Es reicht, soweit seine Stimme trägt und jemand seine irischen Gassenhauer hören will. Wenn sich abends die Straßen leeren, greift er auf ein Repertoire eigener Kompositionen zurück und singt, mit dem gebrochenen Herzen auf der Zunge, in den eigenen Schmerz versunken gegen Schicksal und Häuserwände an. Er müsse wohl sehr verliebt gewesen sein, vermutet eine Rosenverkäuferin, die einsam in der Nähe steht und das verschämte Leugnen des Sängers sofort durchschaut. Mit diesen unscheinbaren Straßenszenen beginnt John Carney sein Musical „Once” und markiert ganz beiläufig den romantischen Widerspruch, in den sich jede derart offensichtlich persönlich gefärbte Kunst verfängt: Sie ist an einen ganz bestimmten Menschen adressiert, ersetzt ihn aber durch ein anonymes Publikum. Wie das Rosenmädchen fühlt sich auch der Zuschauer ungefragt zum Zeugen einer intimen Gefühlsregung gemacht, und wie dieses tritt er selbst dann neugierig näher, wenn er mit der dargebotenen Variante der Folk-Musik nicht allzu viel anfangen kann.
In der amerikanischen Kritik wurde Carneys Independent-Film zum Gegenentwurf des Hollywoodschen Ausstattungsmusicals erklärt, was einerseits etwas übertrieben scheint, andererseits sehr schön den Unterschied zu „Chicago” oder „Hairspray” beschreibt. In der mit einigen klaren Strichen gezeichneten sozialen Misere käme niemand auf die Idee, einfach so auf offener Straße in Gesang zu verfallen, stattdessen zeigt Carney mit einfachsten Mitteln, wie zwei Menschen über die Musik zusammenfinden. Die Frau mit den Rosen hat in ihrer tschechischen Heimat Klavier spielen gelernt und schlüpft mit dem Straßensänger während der Mittagspause in ein Musikaliengeschäft. Sie setzt sich an einen Flügel und begleitet ihn, während er eine seiner Kompositionen spielt. Nach kurzer Zeit beginnen sie immer besser zu harmonieren, was hier nicht nur ins zitternde Kitschherz trifft, sondern auch ins Herz der musikalischen Sache selbst.
Nach dieser wunderschönen Szene bilden die beiden Hauptfiguren ein Duett, was zunächst nur bedeutet, dass er ihr seine Lieder vorträgt und sie sich an einem Text für einen unvollendeten Song versucht. Nebenher repariert er ihren Staubsauger, macht einen ungeschickten Annäherungsversuch, für den er sich gleich wieder schämt, und lernt Mutter und Tochter der tschechischen Arbeitsimmigrantin kennen. Schließlich überlässt er ihr seinen Walkman und eine Kassette seiner Lieder, vergisst allerdings volle Batterien und bringt damit eine verblüffende Mischung aus Melodramatik und Understatement in den Film. Um sich frische Batterien leisten zu können, muss die Mutter heimlich das Sparschwein ihrer kleinen Tochter leeren – zum Glück wird dieses Wagnis bereits auf dem Heimweg vom Tante-Emma-Laden belohnt. Die Heldin summt den halbfertigen Liedtext vor sich hin, und plötzlich wandelt sich die Dubliner Nacht zur großen Bühne der Empfindsamkeit. Auf seine eigene Art führt „Once” das Genre des klassischen Backstage-Musicals fort und zeigt, wie seine Musik entsteht. Dazu passt, dass die beiden Hauptdarsteller, der Singer-Songwriter Glen Hansard und das musikalische Multitalent Markéta Irglová, bereits ein gemeinsames Album aufgenommen haben und ihr musikalisches Zusammenfinden hier noch einmal in dramatisch verwandelter Form darstellen. Am Ende wartet dann nicht die prachtvolle Ausstattungsorgie auf das mühelos in Atem gehaltene Publikum, sondern ein Wochenende im Tonstudio. Das Geld leiht den beiden ein verhinderter Sänger in der Kreditabteilung einer Bank, die Begleitband findet sich auf einer Dubliner Straße. So viel Magie darf auch in diesem Musical nicht fehlen.
Michael Kohler
Kritik aus film-dienst Nr. 2/2008