Als Hitler das rosa Kaninchen stahl

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl

  Sonnabend, 25. November 2017 - 20:00 bis Sonnabend, 25. November 2017 - 22:00

Ort: Kunst & Bühne

Kategorien: Kooperation, oeffentliche Veranstaltung, Theater, szenische Lesung, Kunst & Buehne, Rosa-Luxemburg-Club Celle

Treffer: 677


Ort: KUNST & BÜHNE
Dauer: zwei Stunden inkl. 15-minütiger Pause
Beginn: 20 Uhr
Einlass: ab 19 Uhr

Eintritt: 15,- Euro
Schüler: 10,- Euro
Bezieher von SGB II und SGB XI: 5,- Euro

Es gibt 55 Karten. Die Karten sind nicht nummeriert. Wir verteilen aber Kärtchen mit den jeweiligen Namen an den Tischen. Karten können über diese Webseite oder per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! reserviert werden und dann an der Abendkasse zwischen 19 Uhr und 19.40 Uhr abgeholt werden. Reservierungen verfallen nach 19.40 Uhr.

 

Judith Kerr (geb. 1923 - Tochter des Theaterkritikers, Journalisten und
Schriftstellers Alfred Kerr) schrieb den autobiographischen Roman
 "Als Hitler das rosa Kaninchen stahl" lange nach Ende des Zweiten
Weltkriegs. Das 1971 erschienene Buch ist mit zahlreichen
Preisen ausgezeichnet und in viele Sprachen übersetzt worden und gilt als
eines der wichtigsten Jugendbücher, das sich mit den Anfängen und
Auswirkungen des "Dritten Reichs" beschäftigt. Darin erzählt Judith Kerr
die Geschichte der neunjährigen Anna, deren Familie 1933 in Folge des umgreifenden Antisemtismus
emigrieren muss. Wie das Leben als Flüchtlingsfamilie
auf das Mädchen wirkt, erzählt Judith Kerr anhand zahlreicher
Alltagsbegebenheiten, die den Krieg, die wirtschaftliche Not, die
zahlreichen Umzüge begleiten. Dabei betont sie nie das Tragische,
sondern zeigt uns durch den neugierigen und offenen Blick des Mädchens,
wie aus dem Schicksal auch ein Abenteuer wird.

Anke Engelsmann hat die Geschichte von Anna bereits mit großem Erfolg am
Berliner Ensemble gelesen, anlässlich der jährlich stattfindenden
Gedenktage zum Beginn der Deportation der Berliner Juden. Mit einer
nicht enden wollenden Bandbreite an Stimmen und Tonlagen gelingt es Anke
Engelsmann, das Mädchen Anna und alle Menschen um sie herum lebendig
werden zu lassen. Mit Feuereifer ist sie dabei, wenn Anna mit ihrem
Vater und ihrem Bruder gerade noch die Flucht aus Deutschland gelingt,
begeistert schildert sie das Feuerwerk vom 14. Juli in Frankreich und
trägt den Zuhörer durch Annas schwere Krankheit zu Beginn ihrer Flucht.
Ganz präzise erfasst sie die verschiedenen Stimmungen der Begebenheiten
und lässt die Figuren für die Zuhörer - unter ihnen zahlreiche Kinder -
durch genau dosierte Betonungen, wechselndes Tempo und gut gesetzte
Pausen lebendig werden. Fast alle dieser unzähligen kleinen
Begebenheiten haben absurde und komische Wendungen, die den Abend bei
allen nachdenklichen Momenten zu einem vergnüglich-heiteren und
kurzweiligen Erlebnis machen. Jede Figur erhält ihren eigenen Charakter,
und das neunjährige Mädchen Anna, immer das Zentrum der Geschichte, wird
nahezu greifbar. Der Spannungsbogen lässt trotz der großen Fülle an
Figuren und Episoden nie nach - und am Ende kann man sich von Anna und
ihrer Familie verabschieden wie von alten Freunden.

(Anika Bárdos, bis 2017 Dramaturgin am Berliner Ensemble)
 
 
Anke Engelsmann (geb. 1950), Gründungsmitglied der Bremer Shakespeare Company und des TAB (Theater aus Bremen), war früher oft als Gast des achteinhalbs in Celle - stets vor restlos ausverkauftem Haus. In KUNST & BÜHNE drängelte sich das Publikum Jahr für Jahr zur fast schon traditionellen Weihnachtslesung "Hilfe, die Herdmanns kommen." Anke ging dann vor ca. 15 Jahren zu Peymann ans Berliner Ensemble (BE) und war dort die letzten Jahre das Ensemblemitglied mit den meisten Vorstellungen. Sie arbeitete mit Regisseuren wie Robert Wilson, Claus Peymann, Luc Bondy, Katharina Talbach, Leander Haußmann um nur einige zu nennen - und öfters mit Sebastian Sommer zusammen, der am Schlosstheater „The King‘s Speech“ und „Die Dreigroschenoper“ inszenierte. (Am Vorabend der Lesung, am Freitag, den 24. November, feiert Sebastian Sommers Inszenierung "Das Spiel ist aus" am Schlosstheater Premiere.)
Jetzt, wo es beim BE einen Wechsel in der Intendanz gab, hat Anke wieder die Zeit für einen Abstecher nach Celle. "Als Hitler das rosa Kaninchen stahl" ist eine szenische Lesung, die sie ursprünglich für das BE erarbeitet und gespielt hat.